Toni befindet sich im Auge eines Orkans: Zwischen ihren Eltern donnert es gewaltig, zudem fliegen ihr Verschwörungstheorien, alltäglicher Rassismus und ungeklärte Verwandtschaftsverhältnisse um die Ohren. Ruhe findet sie nur beim Schauen ihrer Lieblings-Soap. Als der Sturm ihr Wohnzimmer erreicht, muss Toni die Couch verlassen, um sich der Welt da draußen zu stellen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
ancla_books4life
aus Schwerte
5/5
23.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine gelungene Satire!
**** Mein Eindruck ****
Der Titel des Buches hat bei mir schon Neugierde geschürt und spätestens beim Aufschlagen des Personenregisters wusste ich, dass das ein besonderes Buch wird. Sowas eintöniges kann tatsächlich voller Zynismus stecken. Schaut es euch unbedingt an! Der Inhalt des Buches ist on Point, zeitgenössisch, nah an unserer Gesellschaft und voller Kritik und Meinung, ohne dabei unsympathisch daherzukommen. Die Art der Erzählung weiß anzuregen und zu überzeugen. Sprachlich ist das Buch ein wahres Highlight! Bereits die erste Seite zeigt das Potential und in diesem Stile geht es durchweg weiter. Hier muss man sich einfach unterhalten fühlen. Mein persönliches Highlight ist der gesamte Stil des Buches: zynische und doch auch voller Botschaft steckende Erzählpassagen und Dialoge ohne das lästige „fragte sie“ und „sagte er“. Hier steht einfach nur der Name und dann kommt das Gespräch, ein Stil den ich schon bei Caroline Wahl feierte und auch hier passt das ganz und gar zusammen. Und ja, der Titel passt wie Faust aufs Auge. Ich kann von solch einer Art Buch nicht genug bekommen. Authentisch, anders und mit tragendem Inhalt!
**** Empfehlung? ****
Dieses Buch ist wie eine Daily Soap - aber zu der Zeit, wo das Ganze noch neu, erfrischend und aufregend war! Lest es unbedingt, wenn ihr lachen wollt und eine offenkundige Sicht auf unsere heutige Gesellschaft erleben wollt.
nil_liest
aus RheinMain Gebiet
5/5
24.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Widerstand mit Witz
Nora Osagiobare hat mit Daily Soap einen literarischen Coup gelandet: einen Roman, der nicht nur bitterböse und blitzgescheit, sondern auch radikal gegenwärtig ist. Was auf den ersten Blick wie eine locker-leichte Satire wirkt, entpuppt sich als messerscharfe Gesellschaftsanalyse mit maximalem Unterhaltungswert – ein echter page-turner mit Haltung.
Im Zentrum steht Toni – eine Schwarze Frau in der Schweiz, deren Hautton die Behörden liebevoll mit „Cappuccino Macchiato, serviert an einem lauen Novemberabend in Sri Lanka“ kategorisieren. Klingt absurd? Ist es auch – und genau das ist der Punkt. Osagiobare deckt in jedem Satz auf, wie tief Rassismus, Mikroaggressionen und Exotisierungsfantasien in der sogenannten Normalität verankert sind. Tonis Leben ist ein täglicher Spießrutenlauf zwischen strukturellem Ausschluss, familiärem Irrsinn und Kopfschmerzen, die vielleicht mehr sind als nur medizinisch erklärbar.
Parallel läuft der zweite Handlungsstrang: Ein gutbürgerliches Unternehmen wird durch einen Rassismus-Shitstorm aus dem neoliberalen Himmel geholt und beschließt – völlig ironiefrei – eine Reality-Show mit Schwarzen Protagonist:innen zu produzieren, um sich reinzuwaschen. Was sich daraus entspinnt, ist ein herrlich groteskes Panoptikum medialer Selbstinszenierung, performativer Antirassismus-Kampagnen und kolonialer Denkmuster im neuen Gewand. Wer glaubt, Kapitalismus und „Diversity“ seien versöhnbar, wird hier mit Stil und Schmackes eines Besseren belehrt.
Was Daily Soap so besonders macht, ist Osagiobares Sprachkunst: Jede Zeile sitzt, jeder Seitenhieb trifft – und zwar dort, wo es wehtut. Ihr Ton ist gleichzeitig rotzig und verletzlich, ihr Humor so präzise wie entlarvend. Sie schreibt mit einer Haltung, die sich nie anbiedert, sondern konsequent von unten, von der Seite, aus der Erfahrung der Marginalisierten erzählt. Dabei gelingt ihr das Kunststück, sowohl wütend als auch verspielt, melancholisch wie überdreht zu sein – eben genau so wie eine gute Daily Soap: voller Drama, Intrige, Chaos, aber mit Substanz.
Und ja – diese Geschichte hat Tiefe. Die Familiengeschichten, die Osagiobare erzählt, sind schrill und voller Absurditäten, aber sie bleiben nie bloß Karikaturen. Sie sind durchzogen von Fragen nach Zugehörigkeit, Identität, Entfremdung und Nähe – verpackt in popkulturellen Referenzen, feministischen Verweisen und einem Bewusstsein dafür, dass persönliche Geschichten immer auch politisch sind.
Fazit:. Eine literarische Watsche für alle, die immer noch glauben, Rassismus sei ein Einzelfall oder Humor könne nicht politisch sein. Osagiobare führt uns durch einen absurden Spiegelkabinettstaat, der unsere Welt erschreckend genau abbildet – und dabei so unterhaltsam ist, dass man erst beim Lachen merkt, wie sehr es brennt.
Wild und wahnsinnig gut – unbedingt lesen.
Bewertung
5/5
08.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wow, was für ein grossartiges Debüt!
Bei diesem Buch ist der Name definitiv Programm. Absolut herrlich überspitzt, wie in einer Daily Soap eben.
Wir begleiten verschiedene, ganz spezielle und kuriose Charaktere, ich weiss gar nicht wo anfangen, es passiert einfach so viel verschiedenes. Es gibt ganz viel Drama, ganz viel Humor, ganz viel Gesellschaftskritik und ganz viele schwarze Penisse.
Eingeleitet wird Daily Soap mit einer Triggerwarnung, dass im Verlaufe der Geschichte viele Bananen gegessen werden. Die wichtigsten Charaktere werden ausserdem zu Anfang in der Reihenfolge ihres steuerbaren Einkommens aufgelistet.
Am besten haben mir die Werbeunterbrechungen gefallen die immer mal wieder ein Kapitel beendet haben.
Einfach grossartig. Nora Osagiobare ist definitiv eine Autorin die ich in Zukunft weiterverfolgen werde.
Bewertung
5/5
23.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bissig, rasant und unfassbar lustig
Auf der einen Seite steht Toni, ihre Liebe für Daily Soaps und ihre chaotische Familie. Und der schweizerische Alltagsrassismus. Auf der anderen Seite haben wir die Familie rund um Frau Bodeca – Eigentümerin eines Familienunternehmens, und einem Shitstorm wegen Rassismus ausgesetzt.
Als sich die Wege der beiden Familien kreuzen, die unterschiedlicher nicht sein können, kommt es zu allerlei unvorhergesehenen Verstrickungen und es beginnt eine ganze eigene, waschechte Seifenoper…
Wow, was für ein Lesevergnügen! Nora Osagiobare Stil ist scharfsinnig und unverkennbar, ihr Humor so scharfzüngig wie großartig!
Die Erzählweise ist rasant und sprüht vor Sarkasmus, was der Geschichte eine fast physische Dynamik verleiht – als würde man mitten in einem turbulenten Drama / Theater sitzen, das seine eigene, absurde Realität entfaltet.
„Daily Soap“ ist eine grandiose Satire, die die Absurditäten der Welt, in der wir leben, gnadenlos auf die Spitze treibt. Und es hält sowohl dem allgegenwärtigen Rassismus als auch der teils bizarren Medienwelt und Darstellung einen Spiegel vor. Die fast grotesk wirkenden Verstrickungen und Familiendynamiken machen den Roman nicht nur zu einem witzigen, sondern vor allem zu einem scharfsinnigen und kritischen Kommentar zu unserer aktuellen Gesellschaft. Und regt trotz aller Unterhaltung zum Nachdenken an – wirklich ganz großes Kino!
Fazit: „Daily Soap“ ist schräg, originell, bitterböse und unfassbar lustig – unbedingte und dringende Leseempfehlung!
Bewertung
aus Stallikon
5/5
17.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
kurzweilig
Das Buch von Nora OsagiObare habe ich im Zug nach Italien und Aufenthalt quasi verschlungen. Es ist vollgespickt mit Zürcher Insiderwissen,,lustigen Anekdoden,und mit realistischer Handlung. Ich kann es nur weiterempfelen.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.