Produktbild: Die letzten Tage

Die letzten Tage Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

5063

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

27.02.2025

Verlag

Jung u. Jung

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

20,9/13,1/2,8 cm

Gewicht

396 g

Farbe

Beige / Dunkelgrün

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-99027-415-6

Beschreibung

Rezension

»Dieses Buch hat eine Wucht, der man sich nicht entziehen kann, genauso wie es eine Wut auslöst, der man sich nicht entziehen kann.«  Valerie Fritsch
»Es ist ein Tatsachenroman im besten Sinne, weil er das Tatsächliche auch so greifbar und nachlebbar macht. Und das, obwohl die Sprache eine einzige Einvernahme ist.«  David Schalko

Produktdetails

Verkaufsrang

5063

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

27.02.2025

Verlag

Jung u. Jung

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

20,9/13,1/2,8 cm

Gewicht

396 g

Farbe

Beige / Dunkelgrün

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-99027-415-6

Herstelleradresse

Jung und Jung Verlag GmbH
Hubert-Sattler-Gasse 1
5020 Salzburg
AT

Email: office@jungundjung.at

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  • Christopher Bahn

    Book Circle Community

    5/5

    18.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kriegsende in Österreich

    Ein aufwühlender Roman über die letzten Kriegstage in der Nähe von Wien, in der ein Standgericht und die Verurteilung der Täter nach dem Krieg den Inhalt bilden. Die Geschichte wechselt zwischen Tätern und Opfern, vor und nach dem Krieg immer hin und her, was die Lektüre sehr spannend macht. Sehr empfehlenswert.

  • Fred

    aus Linz

    5/5

    22.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Blick in den Abgrund

    Beim Semmering denkt man primär an Sommerfrische und Kultur. Wieviel Schöngeister haben dort nicht schon ihre Spuren hinterlassen. Gerne werden diese konserviert. Es gibt aber auch andere Spuren, die in diesem Buch schmerzhaft sichtbar werden. Es ist weder ein Roman, der sich als Urlaubslektüre eignet, noch ein Sachbuch. Es ruft körperliche Abwehrreaktionen hervor und ist trotzdem unbedingt zu lesen. Da es nach dem Krieg über die schrecklichen Geschehnisse ein Strafverfahren vor dem Volksgericht gegeben hat, existieren Protokolle über die jeweiligen Einvernahmen. Dem Autor kommt das Verdienst zu, diese unverfälscht in einer kompakten, sprachlich dichte und schnörkellosen Form nachlesbar gemacht zu haben. Dieses Beispiel eines sogenannten Endphaseverbrechens, das, wenn man so will, gut ausgegangen ist, weil die Hauptakteure hingerichtet wurden, sollte Mahnung sein, die Niedertracht von autoritären Systemen und Menschen nicht zu unterschätzen.

  • Johanna

    aus München

    5/5

    17.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Geschichte über Niedertracht, Feigheit, Nicht-Wissen-Wollen und „Schwamm drüber“

    Die Landschaft: Sommerfrischen-Idylle südlich von Wien, zwischen Semmering und Rax. Hier haben schon Stefan Zweig und Schnitzler Urlaub gemacht. Im April 1945, also vor genau 80 Jahren allerdings ist die Gegend Schauplatz von Hinrichtungen, Erschießungen, grausamen Morden. Später nennt man das Endphase-Verbrechen. Eine der Ermordeten: die Enkelin der Geliebten Schnitzlers, Olga Waissnix, eine Widerstandkämpferin. Die Opfer werden zufällig, aus nichtigen Anlässen, aus Bosheit, Rachegelüsten, Fanatismus aufgegriffen. In Kellern erschossen, an Masten aufgehängt mit Schildern um den Hals: „Ich war ein fahnenflüchtiges Schwein.“ Drei Haupttäter werden 1947 zum Tode verurteilt und hingerichtet, andere nie gefasst oder nach kurzer Haft begnadigt. Im Prozess streiten sie die Verantwortung für ihre Handlungen ab, belasten ihre Mordkumpane, lügen, reden sich heraus. "Man könnte schnell was Blutrünstiges, Spannendes und Furchtbares schreiben", sagt Prinz. "Das darf man aber nicht, finde ich. Ich habe mich entschieden: Ich muss das Geschehen anhand der Sprache dingfest machen." (Martin Prinz im Interview der Salzburger Nachrichten) Seinem Roman stellt er Ilse Aichingers Satz voran: „Was wir einsetzen können, ist Nüchternheit.“ Nur mit dieser Art von Distanz kann man dem Schrecklichen und der Niedertracht begegnen, meint er und schreibt einen Tatsachenroman anhand von Gerichtsprotokollen. Es ist der Konjunktiv der Distanz für die Täter und ihre Verbrechen. Für die Opfer und Überlebenden ändert sich die Sprache, wird poetischer, nähert sich den Frauen, Männern und halben Kindern. Ergreifend, erschütternd gerade wegen dieser besonderen Sprache. Zu Beginn ist das etwas verwirrend, denn Martin Prinz erklärt nichts. Er lässt die Geschehnisse, die Akten für sich sprachen. Eine Geschichte über Niedertracht, Feigheit, Nicht-Wissen-Wollen und „Schwamm drüber“. Insofern sehr heutig. Gar keine leichte Lektüre, aber sehr empfehlenswert.

  • Eternal-Hope

    aus Österreich

    4/5

    24.11.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Es ist erst vorbei, wenn es ganz vorbei ist

    Es ist April 1945. Die letzten Tage des zweiten Weltkrieges sind angebrochen, und auch im Osten von Österreich weiß das im Grunde jeder. Die sowjetische Armee hat schon weite Teile des östlichen Flachlandes eingenommen, doch nun bewegt sie sich überraschenderweise seit Wochen nicht weiter. Klar ist fast allen, der Krieg wird demnächst enden. Selbst die größten Fanatiker zweifeln daran, dass die versprochene Wunderwaffe im letzten Moment noch zum Einsatz kommen würde. Wer pragmatisch ist, will diese letzte Zeit nur noch überleben. Nicht unnötig im Volkssturm sein Leben opfern oder auf eine andere Art den letzten Kriegstagen zum Opfer fallen. Doch auch in dieser Zeit gibt es jene, die unbarmherzig morden, bis zum letztmöglichen Moment, aus persönlicher Rache, aus Ideologie, aus Unterwürfigkeit, weil sie es können, warum auch immer. Die ihre Feinde am liebsten öffentlichkeitswirksam und als Verräter gebrandmarkt hängen und die Leichen zur Abschreckung tagelang baumeln lassen. Wer ins Visier der HJ und der sonstigen verbleibenden Nazis gekommen ist, egal wie minder das eigene angebliche Vergehen, der muss um sein Leben fürchten. Selbst Polizisten, Kranke oder Verwundete sind nicht sicher vor dem Vorwurf, sich dem Volkssturm nicht angeschlossen zu haben oder die Wehrmacht zu zersetzen. Jegliche Akte der Menschlichkeit etwa gegenüber früheren Kriegsgefangenen oder Menschen aus anderen Ländern machen einen der Kollaboration verdächtig. Und manchmal braucht es auch gar nichts außer Pech, um gefangen genommen und gehängt zu werden. Nicht einmal halbe Kinder sind davor sicher. Die Gerichtsakten der Täter aus dem Jahr 1947, als sie wegen Kriegsverbrechen schließlich selbst zum Tode verurteilt wurden, sind erhalten geblieben. Und darin wird nachlesbar, wie sie sich rauszureden versuchen, nichts zugeben wollen, die Schuld auf andere oder die Umstände schieben oder nichts gewusst und nichts mitbekommen haben wollen, sich an nichts erinnern wollen, solange es nicht schwarz auf weiß bewiesen werden kann. Es ist einigen mutigen Menschen zu verdanken, dass diese Gerichtsakten und damit auch die Geschichten all der unschuldigen Opfer der Mörder der letzten Tage erhalten geblieben sind. Lange gab es auch in der Gemeinde Reichenau an der Rax, am Rande der Alpen - da, wo die Sowjetarmee erst etwas später hingekommen ist - wie an so vielen anderen Orten wenig Interesse an Dokumentation und Aufarbeitung. Doch einer hat mutig die Informationen aus den Gerichtsakten geordnet und gesammelt, ein anderer sie kopiert und archiviert, und am Ende wurde der Schriftsteller Martin Prinz gebeten, daraus etwas zu machen. Das Ergebnis finden wir hier. Als "Roman" würde ich diese Ansammlung an Gerichtsprotokollen, ab und zu unterbrochen durch kurze literarische Einschübe in der Du-Form, die sich an die Ermordeten richten, nur unter einer sehr weiten Auffassung dieses Begriffes bezeichnen. Es sind Gerichtsakten und die lesen sich wie solche - durchaus nüchtern und trocken, doch gerade durch das Bewahren der ursprünglichen Sprache wird so viel von der Feigheit der Täter unmittelbar spürbar. "Eine Sprache, die immer wieder in jenem Konjunktiv landet, der die Wirklichkeit jeder Tat zur bloßen Annahme aushöhlt", wie der Autor seine Vorgangsweise im Nachwort begründet. Das Buch war für mich aufgrund dieser sperrigen Sprache, und auch, weil es zwar durchaus chronologisch die Ereignisse der letzten Kriegstage wiedergibt, aber nicht in der üblichen bekannten Form den Spannungsbogen einer durchgängigen Erzählung aufweist, sondern viele Einzelschicksale kurz porträtiert, sehr herausfordernd zu lesen. Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, diese Anstrengung auf mich zu nehmen, da ich dadurch auf authentische Weise einen Eindruck von den Denk-, Sprech- und Handlungsweisen der Täter, aber auch von der Atmosphäre der letzten Kriegstage im Osten von Österreich bekommen habe - und weil dadurch der Schicksale der Opfer gedacht wird. Leseempfehlung für alle, die bereit sind, sich mit diesem düsteren Thema zu befassen und sich dafür auf ein sperriges Buch einzulassen, das im Gedächtnis bleiben wird.

  • mimitatis_buecherkiste

    aus Krefeld

    2/5

    13.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Hat mich leider nicht erreicht

    Der Kreisleiter Johann Braun errichtet ein höchstpersönliches Standgericht, es ist April im Jahr 1945, die letzten Tages des Zweiten Weltkrieges sind angebrochen, die Rote Armee steht quasi vor der Tür. Es werden Menschen abgeurteilt, mit denen er oder einer seiner Helfer eine Rechnung offen haben, Junge, Alte, Unschuldige, Personen, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren oder an denen ihnen etwas nicht passt. Wegen diesem Mordregime wird den Beteiligten etwas später der Prozess gemacht. - »Du bist ein halbes Kind. Sie haben dich nicht durchsucht. Sie haben dich aufgegriffen und in der Arrestbaracke eingesperrt. Sie haben deine Angst gesehen, sie mussten dich nicht durchsuchen. Dich und deine Angst. Sie war das Einzige, das dir geblieben ist.« (Seite 9) - Anhand von Gerichtsakten und anderen Unterlagen dokumentiert Martin Prinz einen ungeheuerlichen Vorgang aus den letzten Kriegsjahren, er zeigt auf, wie die Täter vorgingen und sich später herausredeten, keiner von ihnen stand zu seiner Schuld. Auf diesen Tatsachenroman hatte ich mich sehr gefreut, bin aber leider nicht warm geworden mit der Geschichte. Dies lag in erster Linie an dem Aufbau des Buches, der mehr als außergewöhnlich gewesen ist. Die Sprache trocken, für mich unzugänglich, veraltet, die Chronologie mir zu sprunghaft, stellenweise verstand ich gar nicht, was gemeint war. Für Leserinnen und Leser historischer Literatur sicherlich eine Bereicherung, für mich leider eher nichts.

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