Produktbild: Ein halber Löffel Reis
Band 185

Ein halber Löffel Reis Kindheit in einem japanischen Internierungslager

Aus der Reihe Transfer Bibliothek
4

26,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.03.2025

Herausgeber

Ingrid Ickler

Verlag

Folio

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

21,2/14,3/2,9 cm

Gewicht

374 g

Farbe

Weiß / Tabak

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Vita mia

Übersetzt von

Ingrid Ickler

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-85256-910-9

Beschreibung

Rezension

Erst jetzt, nach so langer Zeit, taucht die Autorin tief ein in die härteste Zeit ihres Lebens, mit bewundernswerter Bescheidenheit und zugleich großem Mut.

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.03.2025

Herausgeber

Ingrid Ickler

Verlag

Folio

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

21,2/14,3/2,9 cm

Gewicht

374 g

Farbe

Weiß / Tabak

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Vita mia

Übersetzt von

Ingrid Ickler

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-85256-910-9

Herstelleradresse

Folio Verlagsges. Mbh
Pfarrhofstraße 2d
39100 Bozen / Italien
IT

Email: office@folioverlag.com

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  • Bewertung

    aus Villach

    5/5

    27.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein berührender Einblick in die Biografie der Autorin

    Die Kindheitserinnerungen von Dacia Maraini in einem japanischen Internierungslager gehen unglaublich nahe. Der Vater, Fosco Maraini, war als Anthropologe und Ethnologe während des Zweiten Weltkriegs in Japan. Er galt als „unzuverlässiger“ Italiener – er wollte 1943 dem faschistischen Italien nicht die Treue schwören. Als Konsequenz wurde die gesamte Familie – seine Frau, die drei Töchter und er – in ein japanisches Internierungslager gesperrt. In dem autobiografischen Roman wird beschrieben, welch grausamen und sadistischen Handlungen von Seiten der japanischen Bewacher die Familie und weitere Gefangene ausgesetzt waren. Hunger und dadurch entstandene Mangelkrankheiten, wie Beriberi und Skorbut, waren die Folge. Die Kinder im Lager erhielten keine eigene Ration zum Essen – alle Erwachsenen mussten einen Teil von ihrem wenigen Reis an die Kinder abgeben. Die für sie vorgehsehnen Nahrungsmittel nehmen sich die Bewacher – um selbst davon zu leben oder sie am Schwarzmarkt zu verkaufen. Die kleine Dacia ernährt sich von ein paar Körnern Reis und Ameisen oder verdorbenen Lebensmitteln, die sie irgendwo findet oder von den Bewachern erhalten. Die Bewacher wussten, dass die ausgehungerten Gefangenen sich auch auf Verdorbenes stürzen würden, egal wie faulig das Fleisch stinkt. Zu Beginn der Inhaftierung wurde noch demokratisch geteilt, entschieden und diskutiert. Je lebensbedrohlicher die Situation in der Gefangenschaft war, desto egoistischer, ums eigene Überleben zu sichern, wurden die Inhaftierten untereinander und die Stimmung kippte. Der Vater hatte sich bei einem Aufstand im Internierungslager den kleinen Finger abgehackt, die jüngste Schwester ist nach der Befreiung an den Folgen der Inhaftierung gestorben. Maraini vergleicht die japanischen Internierungslager mit den europäischen Konzentrationslagern der Nazis und geht auch der Frage nach, wie diese unbemerkt von der Bevölkerung existieren konnten. Ein Text, der sehr berührt und zum Nachdenken anregt, obwohl er nicht auf grausame Details eingeht. Es ist unverstellbar, was hier Menschen aushalten mussten, und wie sie auch überlebten. Aus dem Italienischen übersetzt von Ingrid Ickler #namethetranslator

  • drawe

    aus Landau

    5/5

    17.06.2025

    eBook (ePUB 3)

    Ein versöhnlicher Blick zurück

    Mit 89 Jahren blickt Dacia Maraini zurück auf die Zeit ihrer Kindheit, die sie mit ihrer Familie in einem japanischen KZ verbringen musste. Dacia Maraini wuchs zusammen mit zwei jüngeren Schwestern in Japan auf. Ihr Vater Fosco war Anthropologe und unterrichtete an der Universität Kioto, und ihre Mutter Topazia stammte aus einer adeligen sizilianischen Familie, eine stolze Frau, ein kritischer Geist wie ihr Vater, liberal und zutiefst demokratisch eingestellt. Die Familie ist tief eingebunden in die japanische Kultur, Dacia selber empfindet sich als Japanerin. Die Familie gerät durch den sog. Dreimächtepakt zwischen Japan und den faschistischen Ländern Italien und Deutschland in die Mühlen der internationalen Politik. Die japanischen Behörden fordern ein Bekenntnis zum Regime Mussolinis, das die Eltern verweigern, sodass sie als Vaterlandsverräter in einem KZ interniert werden. Die Familie und 13 andere Internierte durchlaufen eine harte Zeit. Die japanischen Bewacher werden als grausam erlebt. Da Kinder nicht vorgesehen sind, muss jeder Erwachsene von seiner kargen Ration „Einen halben Löffel Reis“ für die drei Kinder abgeben. Das Leben ist gekennzeichnet durch bitteren Hunger, Kälte, Schlafmangel, Mangelkrankheiten wie Beriberi und Skorbut, Durchfälle und die ständig präsente Bedrohung mit dem Tod. Die anfänglich noch vorhandene Solidarisierung untereinander verschwindet mit dem zunehmend unerträglicher werdenden Leben und macht einem verzweifelten Egoismus Platz. Die Autorin unterbricht ihre Beobachtungen immer wieder mit Ausführungen zum System der Konzentrationslager, zur Musik, zur japanischen Kultur, zur Philosophie u. a. Ihre Ausführungen zu Nazi-Deutschland und zu den Leugnern sind für den deutschen Leser eher überflüssig, aber sie zeigen den weiten Blick der Autorin und ihr Engagement. Mich hat die Art und Weise, wie Dacia Maraini diese harte Zeit beschreibt, sehr beeindruckt. Sie drängt ihren Leser nicht in die Rolle des Voyeurs, der die Misshandlungen miterleben muss. Sie klagt nicht an, fordert keine Entschuldigung und lamentiert nicht, sondern sie blickt einfach nur zurück und berichtet. Ihr Ton ist versöhnlich, und ihre große Liebe zu Japan, dem Land ihrer Kindheit, ist immer zu spüren. Daneben ist es die tiefe Liebe zu ihrer Familie und innerhalb ihrer Familie, die sie durch diese Zeit getragen hat. Und noch eines macht die Lektüre dieses Buches so lohnend: ihr Credo zu Europa als Staatengebilde. 4,5

  • Gertie G.

    aus Wien

    5/5

    15.03.2025

    eBook (ePUB 3)

    Erinnerungen an eine Kindheit in einem japanischen Internierungslager

    Man schreibt das Jahr 1943, Hitler, Mussolini und Japan bilden (noch) ein Dreigestirn des Faschismus. Als man von Dacia Marainis aus Italien stammenden Familie, die seit Jahren in Japan lebt, einen Schwur auf Mussolinis Repubblica di Salò zu leisten, wird die Familie (Eltern und drei kleine Töchter) wie zahlreiche andere Angehörige der kleinen italienischen Community in Japan, in ein Konzentrationslager gesperrt. Da Kinder in den Regeln der japanischen KZ nicht vorgesehen sind, gibt es keine Nahrungsmittel für sie. Die anderen Insassen müssen von ihren ohnehin schon kargen Rationen etwas für die Kinder abgeben, was zu stetigem Murren führt. Dacia Maraini beschreibt in ihrem Buch, wie sie (und ihre Mitgefangenen) als Siebenjährige der Willkür und dem Sadismus der japanischen Aufseher ausgesetzt war. Wenn es den Wachen beliebt, kürzen sie die knappen Lebensmittel weiter. Als das Rote Kreuz das Lager visitiert, werden sie einige Tage zuvor „gemästet“, um einen ordentlichen Eindruck zu machen. Die zugeteilten Hilfsgüter werden von den Wachen gehortet, gestohlen und am Schwarzmarkt verkauft. Die Gefangenen erhalten nichts oder nur verdorbene Lebensmittel. Ein berührender Bericht aus einem japanischen Konzentrationslager, das zwar nicht auf Massenvernichtung wie im NS-Unrechtsstaat ausgelegt ist, wo man aber den Tod von Gefangenen billigend in Kauf nimmt. Abscheulich das Verhalten der Wachen nach der Kapitulation Japans, die dann ausgerechnet bei den befreiten Marainis um Nahrung und Hilfe betteln. Fazit: Gerne gebe ich diesem Einblick in die sadistische und grausame Welt eines japanischen Konzentrationslagers 5 Sterne.

  • Shilo

    aus Ulm

    3/5

    15.03.2025

    eBook (ePUB 3)

    Eine Kindheit im japanischen Internierungslager

    Als im sich Jahr 1943 Fosco Maraini und seine Frau Topazia in Japan weigern, Mussolinis faschistischen Marionettenstaat in Norditalien, genannt Rapubblica di Salò, anzuerkennen, werden sie mitsamt ihren Töchtern, darunter die 7-jährige Dacia, interniert. Hilflos ist die Familie den sadistischen japanischen Wachen ausgeliefert, die sich an den Nahrungsmitteln der Gefangenen bereichern. Da Kinder keine Lebensmittelzuteilung erhalten, müssen die Erwachsenen für sie von ihrem bereits karg bemessenen Reis jeweils einen halben Löffel abzweigen. Und so ernährt sich auch Dacia von ein paar Körnern täglich und von den Ameisen, die sie findet. Erzählt wird diese Biografie aus der Sicht von Dacia. Und so erfährt der Leser von den Zuständen, unter denen die Familie zusammen mit 13 weiteren Inhaftierten zu leiden hat. Briefe und Pakete werden unterschlagen, Besuche nicht zugelassen. Vergehen, wie sich nach 9.00 h morgens einfach vor Schwäche hinzulegen, und sei es nur auf die Erde, wird, außer mit Stockschlägen, noch mit Rationalisierung der ohnehin schon rationalisierten Zuteilung geahndet. Und so bleiben Krankheiten wie Skorbut und Beriberi nicht aus. Es ist eine harte Zeit für Dacia und ihre Familie. Und ich versprach mir spannende Memoiren. Doch während der Aufzeichnungen schwenkt die Autorin immer wieder zu ihren gegenwärtigen Gedanken ab, wie z.B. unter anderem in die NS-Zeit mit seiner Judenverfolgung und den KZ-Lagern. Dieses empfand ich als sehr störend, unterbrach es doch meinen Lesefluss erheblich. Das wäre meinem Empfinden nach am Ende des Buches angebrachter gewesen. Die Erinnerungen von Dacia Maraini geben auch Einblick in eine für uns Europäer schwer nachzuvollziehende Mentalität, die sie jedoch verständlich zu Papier gebracht hat. Leider konnte ich mich mit dem Buch und der Erzählerin einfach nicht anfreunden. Und so gelang es mir nicht, mich in sie hineinversetzen zu können. Wahrscheinlich waren meine Erwartungen nur zu hoch geschraubt. 3 Sterne.

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