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Das letzte Viertel des Mondes

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.05.2025

Verlag

Blessing

Seitenzahl

416

Maße (L/B/H)

21,5/14,3/4 cm

Gewicht

599 g

Farbe

Magenta / Lichtgrau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Last Quarter Of The Moon

Übersetzt von

Karin Betz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89667-759-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.05.2025

Verlag

Blessing

Seitenzahl

416

Maße (L/B/H)

21,5/14,3/4 cm

Gewicht

599 g

Farbe

Magenta / Lichtgrau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Last Quarter Of The Moon

Übersetzt von

Karin Betz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89667-759-4

Herstelleradresse

Blessing Karl Verlag
Neumarkter Strasse 28
81673 München
DE

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  • Ben @Buchkomet

    5/5

    12.08.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Bewegender Roman

    Stell dir vor, du sitzt an einem Lagerfeuer, tief in den Wäldern an der russisch-chinesischen Grenze, und eine 90-jährige Frau beginnt, dir die Geschichte ihres Volkes zu erzählen und du merkst, du wusstest nicht einmal, dass es dieses Volk gibt. Das letzte Viertel des Mondes von Chi Zijian erzählt von den Ewenken, einem Nomadenvolk, das seit Generationen in enger Verbindung mit der Natur lebt, den Jahreszeiten folgt, mit den Rentieren zieht und jeden Fluss, jeden Berg kennt. Die Erzählerin der Geschichte ist 90 Jahre alt, die Witwe des letzten großen Häuptlings der Ewenken und sie blickt zurück auf ein Jahrhundert voller Veränderungen, Verluste und Kämpfe. Sie erzählt von einer Zeit, in der die Welt der Ewenken noch unberührt war, und davon, wie Kriege, politische Umbrüche und Umweltzerstörung diese Welt Stück für Stück zerstören. Wälder werden gerodet, Flüsse verschmutzt, Tiere finden kein Futter mehr. Das alles passiert nicht mit einem großen Knall, sondern Stück für Stück, in kleinen Beobachtungen und Veränderungen. Gerade diese leisen Szenen haben mich wirklich tief getroffen. Chi Zijian zeigt nicht nur das harte Leben der Ewenken, sondern auch ihre Kultur, die Mythen, die Rituale, das Wissen um die Natur. Man spürt den Stolz dieses Volkes, aber auch die Zerbrechlichkeit seiner Welt. Sesshaftmachung, Eingriffe in ihre Traditionen, das Verschwinden der Wälder, all das sind nicht nur Veränderungen, sondern Angriffe auf ihre Identität. Und doch blitzen immer wieder Momente von Zärtlichkeit und tiefer Verbundenheit auf. Alles wirkt authentisch, und es ist klar, wie viel Recherche und Herzblut in diesem Roman steckt. Ein großes Kompliment geht auch an die Übersetzerin Karin Betz, die es geschafft hat, nicht nur die Worte, sondern auch die Stimmungen und Nuancen ins Deutsche zu übertragen. Für mich ist dieses Buch nicht nur das Porträt einer Frau, sondern auch das Porträt eines ganzen Volkes, das in wenigen Jahrzehnten an den Rand des Verschwindens gedrängt wurde. Gleichzeitig packt die Autorin Gesellschaftskritik rein -Umweltzerstörung, Raubbau und politische Entscheidungen, die ohne Rücksicht auf kulturelle Folgen getroffen werden. Das letzte Viertel des Mondes ist für mich ein literarisches Denkmal für die Ewenken, ein kleines Meisterwerk, das betroffen macht und den eigenen Horizont erweitert. Ein Buch, das zeigt, wie wichtig es ist, Geschichten zu bewahren, bevor sie für immer verloren gehen. 10/10

  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    28.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Bildgewaltiges Familienepos über den nordchinesischen Nomadenstamm der Ewenken

    Die preisgekrönte chinesische Autorin hat mit diesem Roman ein wahres Familienepos geschaffen. Selbst im nördlichsten Dorf Chinas an der Grenze zu Russland geboren, nimmt sie uns mit auf eine beinahe hundertjährige Reise in das Reich der Ewenken – ein Nomadenvolk, das bis zu Letzt dem sesshaften Leben abtrotzt und seine Freiheit nicht aufgibt. Dennoch ist diese Lebensweise mehr oder weniger zum Sterben verurteilt, zu sehr mischt sich der Staat ein, zu sehr werden die Rechte und Freiheiten durch die Politik eingeschränkt. Und was Gesetze und Abholzung nicht schaffen, erledigt der Klimawandel, der vor keinem Fleckchen Erde halt macht. Die namenlose Ich-Erzählerin, geboren 1912, beginnt mit ihren ältesten Erinnerungen an ihre Kindheit und führt uns durch das Leben des Nomadenstamms. Sie leben von der Rentierzucht, ziehen durch die Wälder und Berge des weiten nördlichen Landstriches und leben von dem, was die Natur ihnen bietet. Natur und Ewenken sind gleichsam nicht verschwenderisch. Das Leben ist karg, oftmals mühsam, durchzogen von den verschiedensten zwischenmenschlichen Querelen, erfüllte und verschmähte Liebschaften, von Neid und Zorn, von Geburt und Tod, und von Empathie und Nächstenliebe. Hilfe bekommen all jene, die sie benötigen. Besonders die Schaman*innen arbeiten erschreckend uneigennützig, und geben, was zu geben ist um das Leben eines Menschen zu retten (manchmal sehr erschreckend!). Im Laufe der Zeit lernen wir ihre Familie und ihren zugehörigen Urireng (ihre Gruppe, vergleichbar mit einem wandernden Dorf) kennen, werden in die Sitten, Bräuche und komplette Lebensweise eingeführt, lernen zu verstehen, wie sehr dieses Volk in Verbundenheit mit der Natur lebt. Nur selten führen sie Kontakte zur Außenwelt, und dann auch nur zu fahrenden Händlern, um Dinge wie Salz, Munition oder sonstige unabdingbare Gegenstände gegen Felle oder Trockenfleisch zu tauschen. Aber der Mensch rückt näher. Im Nordwesten ist es der Russe als Feind, von der anderen Seite rückt der Japaner an und versucht, alle zu unterwerfen. Und schließlich kommt die maoistische Bürokratie an, zuletzt die Verlockungen der Sesshaftigkeit samt Klimawandel. Es ist ein sehr intensives Buch, das mich einige Zeit gekostet hat zu lesen – keine Sekunde habe ich dabei bereut, ganz im Gegenteil. All die vielen kleinen Episoden und zwischenmenschlichen Geschichten, von denen einige sich tatsächlich so oder so ähnlich abgespielt haben und der Autorin zugetragen wurden, tragen dazu bei, ein sehr umfangreiches und detailgetreues Bild dieser Volksgruppe zu bekommen. Meinen allergrößten Respekt geht an die Übersetzerin Karin Betz. Allein der Eröffnungssatz erweckt eine Erwartungshaltung an den Roman, die voll und ganz erfüllt wird. S. 7: „Ich bin eine langjährige Vertraute des Regens und des Schnees. Neunzig Jahre bin ich alt. Regen und Schnee haben mich alt werden sehen, und auch ich habe sie alt werden sehen. Der Sommerregen wird heutzutage immer seltener und auch der Winterschnee Jahr um Jahr dürftiger. Sie sind wie die abgewetzte, verschlissene Rentierfellmatte unter mir, deren einst dichtes Haar wie vom Wind fortgetragen scheint.“ Ganz große Leseempfehlung für diese Hommage an das Nomadenvolk der Ewenken.

  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    28.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Bildgewaltiges Familienepos…

    Bildgewaltiges Familienepos über den nordchinesischen Nomadenstamm der Ewenken Die preisgekrönte chinesische Autorin hat mit diesem Roman ein wahres Familienepos geschaffen. Selbst im nördlichsten Dorf Chinas an der Grenze zu Russland geboren, nimmt sie uns mit auf eine beinahe hundertjährige Reise in das Reich der Ewenken – ein Nomadenvolk, das bis zu Letzt dem sesshaften Leben abtrotzt und seine Freiheit nicht aufgibt. Dennoch ist diese Lebensweise mehr oder weniger zum Sterben verurteilt, zu sehr mischt sich der Staat ein, zu sehr werden die Rechte und Freiheiten durch die Politik eingeschränkt. Und was Gesetze und Abholzung nicht schaffen, erledigt der Klimawandel, der vor keinem Fleckchen Erde halt macht. Die namenlose Ich-Erzählerin, geboren 1912, beginnt mit ihren ältesten Erinnerungen an ihre Kindheit und führt uns durch das Leben des Nomadenstamms. Sie leben von der Rentierzucht, ziehen durch die Wälder und Berge des weiten nördlichen Landstriches und leben von dem, was die Natur ihnen bietet. Natur und Ewenken sind gleichsam nicht verschwenderisch. Das Leben ist karg, oftmals mühsam, durchzogen von den verschiedensten zwischenmenschlichen Querelen, erfüllte und verschmähte Liebschaften, von Neid und Zorn, von Geburt und Tod, und von Empathie und Nächstenliebe. Hilfe bekommen all jene, die sie benötigen. Besonders die Schaman*innen arbeiten erschreckend uneigennützig, und geben, was zu geben ist um das Leben eines Menschen zu retten (manchmal sehr erschreckend!). Im Laufe der Zeit lernen wir ihre Familie und ihren zugehörigen Urireng (ihre Gruppe, vergleichbar mit einem wandernden Dorf) kennen, werden in die Sitten, Bräuche und komplette Lebensweise eingeführt, lernen zu verstehen, wie sehr dieses Volk in Verbundenheit mit der Natur lebt. Nur selten führen sie Kontakte zur Außenwelt, und dann auch nur zu fahrenden Händlern, um Dinge wie Salz, Munition oder sonstige unabdingbare Gegenstände gegen Felle oder Trockenfleisch zu tauschen. Aber der Mensch rückt näher. Im Nordwesten ist es der Russe als Feind, von der anderen Seite rückt der Japaner an und versucht, alle zu unterwerfen. Und schließlich kommt die maoistische Bürokratie an, zuletzt die Verlockungen der Sesshaftigkeit samt Klimawandel. Es ist ein sehr intensives Buch, das mich einige Zeit gekostet hat zu lesen – keine Sekunde habe ich dabei bereut, ganz im Gegenteil. All die vielen kleinen Episoden und zwischenmenschlichen Geschichten, von denen einige sich tatsächlich so oder so ähnlich abgespielt haben und der Autorin zugetragen wurden, tragen dazu bei, ein sehr umfangreiches und detailgetreues Bild dieser Volksgruppe zu bekommen. Meinen allergrößten Respekt geht an die Übersetzerin Karin Betz. Allein der Eröffnungssatz erweckt eine Erwartungshaltung an den Roman, die voll und ganz erfüllt wird. S. 7: „Ich bin eine langjährige Vertraute des Regens und des Schnees. Neunzig Jahre bin ich alt. Regen und Schnee haben mich alt werden sehen, und auch ich habe sie alt werden sehen. Der Sommerregen wird heutzutage immer seltener und auch der Winterschnee Jahr um Jahr dürftiger. Sie sind wie die abgewetzte, verschlissene Rentierfellmatte unter mir, deren einst dichtes Haar wie vom Wind fortgetragen scheint.“ Ganz große Leseempfehlung für diese Hommage an das Nomadenvolk der Ewenken.

  • Sue

    aus Uelzen

    3/5

    28.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schön geschrieben, interessant, aber auch langatmig und ohne Spannungsbogen

    3,5 ⭐️ "Ich bin eine langjährige Vertraute des Regens und des Schnees. Neunzig Jahre bin ich alt. Regen und Schnee haben mich alt werden sehen, und auch ich habe sie alt werden sehen. Der Sommerregen wird heutzutage immer seltener und auch der Winterschnee Jahr um Jahr dürftiger. Sie sind wie die abgewetzte, verschlissene Rentierfellmatte unter mir, deren einst dichtes Haar wie vom Wind fortgetragen scheint. Was bleibt, sind nichts als die unzähligen Narben der Zeit. Auf meiner Matte sitzend wirke ich wie eine Jägerin, die an einer Salzlecke wacht. Doch auf mich wartet kein Rentier mit prächtigem Geweih; mich erwartet nur ein Sturmwind, der den Sand davonweht." So beginnt der Roman "Das letzte Viertel des Mondes" der chinesischen Autorin Chi Zijian, in dessen Mittelpunkt das Leben der Ewenken steht. Einem Nomadenvolk aus China. Die namenlose Erzählerin bleibt zurück, als ihr Volk das Nomadenleben aufgibt und mit den Rentieren in die Siedlungen zieht. Nur ihr Enkel Antsaur bleibt bei ihr. Im Verlauf eines Tages erzählt uns die Erzählerin, am Feuer sitzend, nun die Geschichte ihres Volkes. Über das Leben im Einklang mit der Natur und den Geistern. Über die kleinen und großen Reibereien untereinander. Hochzeiten und Todesfälle. Die Liebe zu ihren Rentieren. Und natürlich erfahren wir von ihr, wie der Wandel der Zeit und der Einzug der Moderne dieses einfache, naturverbundene Leben mehr und mehr bedroht. "Solange ich in den Bergen leben kann, werde ich mich niemals einsam fühlen, selbst wenn ich der letzte Mensch auf Erden wäre." Dieses Buch benötigt ein wenig Zeit und plätschert oft nur vor sich hin. Sehr detailliert und sehr ruhig beschreibt die Autorin das Leben des Nomadenvolkes der Ewenken. Der Schreibstil ist zwar sehr schön, jedoch kommt durch die gleichbleibende Tonalität leider keine Spannung auf. Trotzdem gibt es viele schöne Momente, die mich bei der Stange gehalten haben. Momente, mit emotionaler Tiefe, die mich sehr berührt haben. "Wenn ich ein alter Baum bin, dem weder Wind noch Regen etwas anhaben können, dann sind meine geliebten Kinder und Enkelkinder, die Äste und Zweige dieses Baumes. Ganz gleich, wie alt ich bin, meine Zweige werden weiterwachsen und grünen." Alles in allem ist "Das letzte Viertel des Mondes" ein interessantes Buch, das mir die Ewenken näher gebracht hat und durch das ich wieder etwas Neues gelernt habe. Durch seine Langatmigkeit würde ich es jedoch nicht jedem bedingungslos empfehlen. Übersetzt aus dem Chinesischen von Karin Betz.

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