'EIN DURCH UND DURCH GLORIOSER ROMAN.' Daniel Schreiber
Frances Hinton führt ein zurückgezogenes Leben, gemeinsam mit der früheren Haushälterin ihrer längst verstorbenen Mutter. Als sie den charmanten Nick und seine umwerfende Frau Alix kennenlernt, ist sie von dem Paar so fasziniert, dass sie endlich aus ihrer Unsichtbarkeit heraustritt. Doch bald schon muss Frances erkennen, dass diese neue aufregende Welt nicht so glanzvoll ist, wie sie scheint ...
'Anita Brookner dringt in die Tiefe der menschlichen Natur. Ein großartiger Roman über das Single-Dasein!' Frankfurter Rundschau
'Ein echtes Meisterinnenwerk.' Buchkultur
Autorin ausgezeichnet mit dem Booker Prize
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
10 Bewertungen
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
Meine Meinung: Eine traurige…
Giselas Lesehimmel aus Landshut am 07.06.2023
Bewertungsnummer: 2804778
Bewertet: eBook (ePUB)
Meine Meinung: Eine traurige Geschichte, in einer wunderschönen Sprache erzählt Als ich die Geschichte beendet habe war ich richtig traurig. Zudem hat sich mir die Frage gestellt, wie ich meine Eindrücke in Worte fassen kann. Kann ich diesem literarischen Meisterwerk mit meinen Worten gerecht werden? Schaffe ich es, die Gefühle zu transportieren, die eine einsame Frau in mir ausgelöst hat? Eigentlich müsste ich jetzt nur das Nachwort von Daniel Schreiber wiedergeben. Er hat alles so phänomenal in Worte verpackt. Beim Lesen hatte ich durchgehend zustimmend mit dem Kopf genickt. Dennoch! Ich versuche es mal. Frances Hilton ist eine Frau, die es sich nicht erlaubt ihre wahren Gefühle zu zeigen. Ihre Eltern leben nicht mehr. Sie lebt in einer Wohnung, die fast schon einem Museum gleicht. In einer medizinischen Bibliothek verdient sie sich Geld, welches sie nicht nötig zu haben scheint. Sie ist vermögend und gleichzeitig bescheiden. Ihr soziales Leben beschränkt sich auf das Sonntagsessen bei einer Kollegin und deren Familie. Man hegt die Hoffnung, dass sie den Sohn der Familie heiraten wird. Doch Frances ist in Liebesdingen traumatisiert. Leider erzählt sie nicht wieso. Ich habe beim Lesen immer gehofft mehr darüber zu erfahren. Sie lernt in der Bibliothek einen Mediziner und seine kapriziöse Frau näher kennen. Zu dritt unternehmen sie sehr viel. Ich konnte das Ehepaar von Anfang an nicht leiden. Meiner Meinung nach haben sie Frances wie ein Versuchsobjekt behandelt, das ihnen ihre gepflegte Langeweile nehmen soll. Die Gefühle der einsamen Frau haben sie nicht im Mindesten interessiert. Die Oberflächlichkeit der Beiden ist einfach nur grenzenlos. Von Empathie konnte ich nichts spüren. Als James mit ins Spiel kommt, habe ich große Hoffnung für Frances gehegt. Leider ging diese Beziehung einen Weg, der mehr als ungesund war ... Am liebsten wäre ich zwischen die Seiten gekrochen um Frances kräftig zu schütteln. Warum hat sie nicht einmal mit der Faust kräftig auf den Tisch geschlagen und gebrüllt: Nicht mit mir! Sucht euch jemand anderes für eure Minderwertikeitskomplexe. Mischt euch nicht auf so penetrante Weise in mein Leben ein. Ihr seid keine Freunde. Ihr seid Parasiten! Nein, so erwas hätte Frances nie gesagt. Sie hat gelächelt, wenn ihr zum Weinen war. Sie hat regelmäßig eine ehemalige alte Kollegin besucht, die sie nicht leiden konnte. Wollte Autorin werden, dann wieder nicht. Sie hat jedoch bei allen Geschehnissen gedanklich einen Roman geschrieben. Alles und jeden beobachtet. Selbst sich selbst immer genau beobachtet. Jedes Lächeln und jede eigene Reaktion. Sie wollte sich keine Gefühle in der Liebe erlauben. Was nur ist damals passiert. Das, über das sie nicht mal mit uns Lesern sprechen kann/möchte. Toxische Freundschaften beherrschen ihr Leben. Aus jedem Wort spricht ihre grenzenlose Einsamkeit. Sie ist stolz auf ihre Fassade, die sie hoch erhobenen Hauptes trägt. Und genau die trägt zu ihrer sozialen Isolation bei. Ihrer alten Haushälterin kündigt sie nicht, um dieser nicht weh zu tun. Diese Frau ist so gefangen in ihrem falschen Denken, dass es beim Lesen so richtig weh tut. Das Ende ist furchtbar traurig. Fazit: Die britische Autorin Anita Brookner hat ein Meisterwerk hinterlassen, welches nach dem Lesen noch lange nicht beendet ist. Man möchte wissen, ob Frances wirklich ihre Geschichte aufgeschrieben hat. Mein Kopfkino hält sämtliche Enden bereit. Ein großes Dankeschön von mir, für dieses wunderbare Buch.
Unsichtbar sein
mimitatis_buecherkiste aus Krefeld am 01.04.2023
Bewertungsnummer: 1912948
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Frances Hinton ist jung, ledig und vermögend, sie lebt zusammen mit der früheren Hausangestellten ihrer verstorbenen Eltern in der elterlichen, für die beiden Frauen eigentlich viel zu großen Wohnung. Ihre einzige Abwechslung zum eintönigen Alltag ist ihre Stelle in der medizinischen Bibliothek, in der auch der charismatische Nick angestellt ist. Als Nick und seine Frau Alix eines Tages Frances zu sich einladen, beginnt für Frances eine aufregende Zeit, in der diese sich nicht mehr so unsichtbar fühlt. Als die Runde um James erweitert wird, der sich um Frances bemüht, wähnt sich diese am Ziel ihrer Träume. Zu spät merkt sie, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, und dass die Freundschaft mit Nick und Alix einen hohen Preis fordert.
Die Ich-Erzählerin Frances ist einsam, die Einsamkeit sickert aus jedem ihrer Sätze, fließt aus jedem Absatz und zieht sich durch das ganze Buch. Immer wieder schreit sie innerlich den titelgebenden Satz: Seht mich an! Und immer wieder scheitert sie kläglich in dem Bemühen, so zu sein, wie sie glaubt, dass andere es gerne hätten. Die toxische Freundschaft mit Nick und Alix ist für die junge Frau ein Lichtblick in ihrem ansonsten so tristen Leben. Erst langsam und zögerlich erkennt sie, welchen Preis sie für die Gesellschaft mit den beiden geselligen und augenscheinlich beliebten Eheleuten zahlen muss. Frances analysiert, reflektiert und hinterfragt ihr eigenes und auch das Verhalten aller anderen, die ihren Weg kreuzen, trotzdem kann sie nicht aus ihrer Haut.
Ich hätte sie so gerne geschüttelt, sie in den Arm genommen und ihr gesagt, dass ich sie sehe. Ich sehe dich! Das hätte ich gerne gerufen, obwohl ich nicht sicher bin, ob sie es mir geglaubt hätte. Lange dachte ich, ich wüsste, wie diese tragische Geschichte ausgeht, da gab es eine unerwartete Wendung und meine Vermutung stürzte zusammen wie ein Kartenhaus. Ich musste zusehen, was passierte, kommentiert durch die Protagonistin selbst, die wie immer treffend und punktgenau die Geschehnisse wiedergab. Ein grandioser Roman, der sicherlich nicht das letzte Werk der Autorin bleiben wird, das ich lese. Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung gibt es dafür von mir.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.