Eine verzauberte Harfe, ein legendärer Heiliger und eine verzweifelte Suche
Der finstere Namenlose Gott wirft sein Auge auf die verschollene Elfenstadt Simyala. Im Wettlauf gegen die Zeit versucht eine tapfere Heldengruppe, das Geheimnis der Stadt zuerst zu entschlüsseln. Doch dafür muss sich die Gruppe um Eyvin, Franya und Wulfhardt aufteilen. Denn ein Hinweis führt zur Magierakademie nach Punin, in deren Mauern die legendäre »Harfe der Winde« ruhen soll: ein mächtiges hochelfisches Artefakt. Eine andere Spur verweist auf eine Verschwörung im Herzen des Kaiserreichs. Kann es Eyvin gelingen, ihren Vater aus den Fängen des Bösen zu befreien? Kann Wulfhardt den Schlüssel zu Simyala finden? Und welchen Preis müssen die Freunde für ihre Suche bezahlen?
Ein epischer Fantasy-Roman, der mit seinem atmosphärischen Setting, tiefgründiger Figurenentwicklung und spannenden Wendungen fasziniert.
Band 2 der High-Fantasy-Reihe »Im Schatten Simyalas«.
Die komplette Reihe: Band 1: Im Schatten Simyalas - Ruinen der Elfen Band 2: Im Schatten Simyalas - Bote der Finsternis Band 3: Im Schatten Simyalas - Der dunkle Brunnen Band 4: Im Schatten Simyalas - Der Basiliskenkönig
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4.5/5.0
Bewertung
5/5
12.07.2026
Buch (Taschenbuch)
"Das Böse schläft nicht" - Magie, Verrat und die Jagd nach einer uralten Stadt.
Mit "Bote der Finsternis" – dem zweiten Band der Im Schatten Simyalas-Trilogie – legen Lena Falkenhagen und Thomas Finn einen Fantasy-Roman vor, der sich gewaschen hat. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Hier wird nicht gezaubert, um zu gefallen – hier wird gekämpft, gelitten, verloren und dennoch unerschütterlich weitergemacht. Wer epische High Fantasy liebt, wird dieses Buch verschlingen. Wer jedoch glaubt, es handele sich um seichte Unterhaltung, der irrt gewaltig. Dieser Roman ist ein dichter, düsterer und erstaunlich erwachsener Beitrag zum Genre – und ein Beweis dafür, dass die Welt Aventuriens weit mehr zu bieten hat als bloße Rollenspiel-Nostalgie.
Die Autoren ersparen uns das langsame Anwärmen. Bereits der Prolog führt uns in die düsteren Katakomben Punins, wo Beorn "der Blender" Asgrimmsson einen Archivar foltert und ihn zur Kollaboration zwingt. Es ist eine Szene von brutaler Intensität, die sofort klar macht: Hier geht es nicht um Wohlfühl-Fantasy. Es geht um Verrat, um Macht und um die alles verschlingende Gier des Namenlosen Gottes. Falkenhagen und Finn inszenieren diesen Auftakt mit einer fast filmischen Wucht, die den Leser sofort in den Bann zieht und nicht mehr loslässt.
Und dann beginnt die eigentliche Reise: Eine bunt zusammengewürfelte Heldengruppe – die skrupellose Diebin Vike, die tragische Skaldin Eyvin, der zerrissene Halbelf Lindion, die ebenso kluge wie verletzte Zauberin Franya und der pflichtbewusste Agent Wulfhardt – wird in ein übermächtiges Schicksal verwickelt. Die Spur führt sie quer durch das märchenhafte, aber auch gefährliche Aventurien. Ihre Mission: die untergegangene Hochelfenstadt Simyala zu finden, bevor die Diener des Namenlosen sie für ihre finsteren Pläne missbrauchen.
Was diesen Roman so besonders macht, ist die Art, wie Falkenhagen und Finn ihre Figuren zeichnen. Es sind keine makellosen Helden. Sie sind zerrissen, von Zweifeln geplagt, oft am Ende ihrer Kräfte – und gerade dadurch so glaubwürdig. Besonders Vikes innerer Zerfall, ihr Kampf gegen eine dunkle Präsenz in ihrem eigenen Geist, ist eine der eindrücklichsten Charakterstudien, die ich in der Fantasy-Literatur der letzten Jahre gelesen habe. Sie zeigt, dass der wahre Feind nicht immer von außen kommt.
Die Autoren wechseln geschickt zwischen den verschiedenen Handlungssträngen, was den Roman trotz seiner epischen Breite erstaunlich flüssig und kurzweilig macht. Die Kapitel sind knapp gehalten, die Szenen präzise gesetzt. Es gibt keine unnötigen Längen. Das Tempo ist hoch – manchmal fast atemlos – und doch nehmen sich die Autoren die Zeit, die Welt in all ihren Facetten zu zeigen: die glitzernden Straßen Punins, die unheimliche Stille des Reichsforsts, die erdrückende Enge der Katakomben.
Besonders gefiel mir die Szene, in der die Gruppe den Mondkristall mithilfe einer uralten Kristallscheibe untersucht – eine stille, fast meditative Passage, die trotz aller Bedrohung einen Augenblick der Hoffnung schenkt. Es ist diese Mischung aus ruhigen, nachdenklichen und actiongeladenen, dramatischen Momenten, die den Roman so lebendig macht.
Man merkt den Autoren an, dass sie Geschichten für ein breites Publikum erzählen wollen – ohne dabei an Tiefe einzubüßen. Die Dialoge sind scharf, die Beschreibungen bildhaft, die Action präzise choreografiert. Ganz ohne Zweifel wäre "Bote der Finsternis" ein idealer Stoff für eine hochwertige Fantasy-Serie. Die Bilder, die Falkenhagen und Finn erzeugen, sind so lebendig, dass man sie beim Lesen bereits vor sich sieht: die flackernden Fackeln in den Katakomben, der gleißende Mond über dem Madasee, der alles verschlingende Feuerodem eines Drachen. Eine Verfilmung wäre kein Wagnis – sie wäre eine Bereicherung für das Genre.
"Bote der Finsternis" ist ein Roman, der alle Register zieht: Er hat Herz, er hat Wut, er hat Magie und er hat Momente von fast unerträglicher Trauer. Die Autoren scheuen sich nicht, ihre Figuren leiden zu lassen – und genau das macht sie so echt. Wer epische Fantasy mit Tiefgang sucht, wird hier bestens bedient.
Ich habe diesen Roman von der ersten bis zur letzten Seite genossen. Die Sprache ist klar, der Erzählfluss rasant, und trotz der Komplexität der Handlung habe ich mich nie verloren gefühlt. Es war ein reines Lesevergnügen – unterhaltsam, spannend und emotional packend.
Deshalb vergebe ich volle 5 Sterne. Warum? Weil dieses Buch alles bietet, was gute Fantasy ausmacht: eine faszinierende Welt, glaubwürdige Charaktere, eine mitreißende Handlung und eine atmosphärische Dichte, die man selten findet. Die fehlende halbe Note? Die gibt es nicht – denn dieses Buch hat mich restlos überzeugt.
"Bote der Finsternis" ist ein mitreißendes, düsteres und doch hoffnungsvolles Fantasy-Epos, das mich bestens unterhalten hat und Lust auf mehr macht. Ich freue mich auf die Fortsetzung: "Der dunkle Brunnen (Im Schatten Simyalas 3)".
Bewertung
aus Eisenach
4/5
22.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Im Zentrum der Finsternis
Als die Bedrohung durch den Namenlosen Gott immer größer wird, beschließt eine Gruppe aus Menschen und Mischwesen, aktiv zu werden, um Mittel zur Gegenwehr zusammenzutragen. Da Spuren in verschiedene Richtungen führen, müssen sie sich aufteilen. Keine der Teilaufgaben erweist sich als einfach, und so ändert sich die Zusammenstellung der Teilgruppen immer wieder.
Lena Falkenhagen und Thomas Finn siedeln ihren Fantasy-Mehrteiler in einer klassischen Fantasy-Welt an. Daran, dass mir der Einstieg in die Geschichte relativ schwerfiel, kann ich dem Buch und seinen Autoren allerdings keine Schuld geben. Der Grund liegt eher darin, dass ich weder den 1. Band der Reihe noch das dieser zugrunde liegende Pen-and-Paper-Rollenspiel „Das Schwarze Auge“ kenne. So kannte ich auch die Charaktere und deren Hintergründe nicht. Im weiteren Verlauf des Buches stellte das allerdings kein größeres Problem dar, denn die Handlung entfaltet ihren Reiz auch ohne Vorkenntnisse. Obwohl es um die Suche nach mehreren ‚Schätzen‘ geht, kann man nicht von einer klassischen Quest sprechen. Eine größere Anzahl an Charakteren teilt den Protagonisten-Status unter sich auf, ohne dass einer davon besonders heraussticht. Das Hauptaugenmerk besteht dabei darin, dass die Beteiligten ihre Welt vor den Anhängern eines etwas mysteriös bleibenden ‚Namenlosen Gottes‘ beschützen wollen. Sowohl die Teilabenteuer als auch die wichtigen Charaktere können dem Genre-affinen Leser gefallen. Für Kenner des Rollenspiels dürfte die Story wahrscheinlich sogar noch überzeugender wirken.
Das Autoren-Duo wechselt erzählerisch zwischen den Teilhandlungen beziehungsweise Charakteren hin und her.
Fazit:
Auch wenn das Hineinfinden für Nichtkenner des Rollenspiels etwas kompliziert ist, kann die Fantasy-Handlung überzeugen.
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