Über die Lebenskrise, die uns der fünfzigste Geburtstag schenkt Der einst gefeierte und inzwischen als Kassengift geltende Filmregisseur Jakob wird alt und glaubt, alles verloren zu haben. Seine Karriere ist vorbei, seine letzte Beziehung über zehn Jahre her, die Haare sind grau, der Körper schwach und der Kopf ohne Ideen. Es gibt nichts zu feiern, verkündet er dann auch am Morgen seines Geburtstages. Doch seine beste Freundin Ellen ist anderer Meinung. Sie schickt ihn auf eine Reise durch sein Leben, die er bis zuletzt für eine Kette von Zufällen hält. Es sind Begegnungen mit Menschen, die er liebte, aber verloren glaubte. Menschen, die in verschiedenen Phasen seines Lebens prägend für ihn waren. »Das Fest« ist ein Roman über Verluste und Verzeihen, über Freundschaften, die nicht zu Ende gehen und ohne die wir nicht wären, wer wir sind. Mit tiefer Melancholie und unerschütterlicher Komik blickt ein Mann zurück auf sein Leben, das gerade erst beginnt.
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Das Leben feiern
Soaphie Peh am 11.04.2025
Bewertungsnummer: 2464065
Bewertet: Hörbuch-Download
„Das Fest“ von Lucy Fricke ist ein kurzer Roman (Hörbuch gute 2 Studen) mit einer tiefsinnigen und dennoch locker erzählten Geschichte. Die Autorin gelingt es, mit feinem Gespür für Sprache und Emotionen die Charaktere lebendig werden zu lassen.
Die Geschichte spielt an einem Tag, am 50. Geburtstag von Jakob. Einst gefeierter Filmregisseur ist er nun ohne Arbeit und befindet sich in einer Midlifecrisis. Seinen Geburtstag möchte er auf gar keinen Fall feiern, bloß das nicht und bitte keine Überraschungen! Aber seine langjährige Freundin Ellen ist anderer Meinung und hat im Hintergrund recherchiert und Personen aus Jakobs Leben ausfindig gemacht. So kommt es, dass er an seinem 50. Geburtstag von einem alten Bekannten zum nächsten weitergereicht wird und sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt. Es geht um Versöhnung und Freundschaft, Scheitern und Erwachsenwerden.
Die Dialoge sind scharfsinnig und oft mit einem subtilen Witz versehen, der die Leser zum Schmunzeln bringt, während gleichzeitig tiefere, existenzielle Fragen aufgeworfen werden.
Ein zentrales Thema des Buches ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und den Erwartungen, die an uns gestellt werden. Fricke thematisiert, wie Erinnerungen und Erlebnisse unsere Identität formen und wie wir uns von den Erwartungen unserer Familie befreien oder ihnen entgegentreten müssen.
Die Erzählweise ist flüssig und fesselnd, was es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Fricke gelingt es, eine Atmosphäre zu schaffen, die sowohl intim als auch universell ist, sodass sich viele Leser in den beschriebenen Situationen wiederfinden können.
Insgesamt ist „Das Fest“ ein tiefgründiger und unterhaltsamer Roman, der zum Nachdenken anregt und die Leser mit seinen vielschichtigen Charakteren und der packenden Handlung begeistert. Lucy Fricke hat mit diesem Werk ein bemerkenswertes Porträt von Familie, Liebe und den Herausforderungen des Lebens geschaffen.
Bettina Hoppe liest den Roman mit angenehmer ruhiger Stimme, sie schafft es den subtilen Humor und die komischen Situationen im Buch auf angenehmste Weise einzusprechen.
Ein ganz besonderer Geburtstag…
Wortschätzchen aus Kreis HD am 17.02.2025
Bewertungsnummer: 3013326
Bewertet: Hörbuch-Download
Ein ganz besonderer Geburtstag Jakob war mal ein gefeierter Filmregisseur, doch es ist sehr still um ihn geworden. Sein 50. Geburtstag steht vor der Tür und er meint, nichts zu feiern zu haben. Schließlich ist er grau geworden, beziehungsunfähig, ideenlos, erfolglos. Doch seine beste Freundin Ellen zerrt ihn mit ins Schwimmbad, in dem er früher so gern war. Hier beginnt eine Kette erstaunlicher Zufälle, die ihn durch sein Leben und zu Menschen führt, die er liebte, aber durch den Lauf des Lebens verloren glaubte. Der Roman ist tief melancholisch, aber auch urkomisch. Es ist umwerfend, wie viele wunderbare Sätze fallen, die nahezu schon philosophisch sind, aber den Nagel immer voll auf den Kopf treffen. In zig Momenten kommt man nicht umhin, mindestens innerlich heftig mit dem Kopf zu nicken und sogar über sich selbst zu schmunzeln. Ja, man erkennt, wenn man rund um Jakobs Alter ist, sehr vieles aus dem eigenen Leben. Das ist herrlich schräg, aber auch wunderbar tröstlich. Es ist einfach erstaunlich, wie viel Lucy Fricke mit diesem kurzen Roman erzählt und aufzeigt. Sie beweist, dass vieles, das ungesagt ist, enorm vielsagend sein kann. Auch wenn ich sehr früh eine Ahnung hatte, wie die Reise enden wird, hatte ich enorm viel Spaß auf dem Weg dahin. Die Autorin bedient sich einer eleganten, aber unverschnörkelten Sprache. Sie bringt die Dinge auf den Punkt, ohne dabei plump zu werden. Und genau damit öffnet sie auch Augen und Herzen. Man lernt auf der Reise durch Jakobs Leben ihn und seine Vergangenheit kennen und findet ihn von Mal zu Mal sympathischer. Aber auch die Menschen, denen er begegnet, schließt man ins Herz. Sie selbst haben ebenfalls ihre Geschichten, die sie Jakob erzählen. Vielleicht hat er exakt das gebraucht, um endlich mal weniger mit sich selbst beschäftigt zu sein und im Selbstmitleid zu versinken. Es passt sehr schön dazu, dass ihm bei jeder Begegnung ein Missgeschick widerfährt, das recht schmerzhaft ist. Nein, lustig ist es nicht, wenn sich jemand verletzt, das Gesamtbild und der Symbolwert hier aber sind so stimmig und schön, dass man da auch mal etwas schmunzeln darf. Vielleicht muss man im ähnlichen Alter wie die Figuren sein, um das Buch so zu lieben, wie ich es mache. Auf alle Fälle bin ich super happy, dass der kleine Roman in mein Leben gefunden hat. Er ist großartig. Ganz klare fünf Sterne!
Meinung aus der Buchhandlung
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Der arbeitslose Regisseur Jakob hat sich mehr vom Leben erwartet und steuert nicht eben mit Zuversicht auf seinen Fünfziger zu. Seltsamerweise trifft er plötzlich wieder auf alte Freunde und Weggefährten, die eine wichtige Rolle in seinem Leben gespielt haben – ein schnörkelloser, melancholisch-witziger Roman über Erwartungen und das Älter-Werden, über Freundschaft und Liebe. Beste Unterhaltung mit Tiefgang.
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