Produktbild: Thomas Müntzer

Thomas Müntzer Revolutionär am Ende der Zeiten. Eine Biographie

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Rezension

"Der Historiker Hans-Jürgen Goertz begleitet Müntzer in seiner empfehlenswerten Biografie durch dessen kurzes und dramatisches Leben."

Das Parlament, Aschot Manutscharjan

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.01.2025

Abbildungen

mit 25 Abbildungen und 1 Karte

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

21,7/14,4/3,5 cm

Gewicht

520 g

Farbe

Ozeanblau / Cool Grey

Auflage

2. überarbeitete und aktualisierte Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-82462-3

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Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.01.2025

Abbildungen

mit 25 Abbildungen und 1 Karte

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

21,7/14,4/3,5 cm

Gewicht

520 g

Farbe

Ozeanblau / Cool Grey

Auflage

2. überarbeitete und aktualisierte Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-82462-3

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de

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Spannendes Porträt eines vergessenen Reformators

Bewertung aus Bergisch Gladbach am 09.06.2017

Bewertungsnummer: 1025605

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Im Reformationsjahr locken zahllose Bücher über Martin Luther um die Gunst des Publikums. Aber es gab auch andere Menschen, die die Reformation mitgestaltet haben. Einer davon war Thomas Müntzer, der zu den am meisten missverstandenen Theologen jener Zeit zählt. Von den Kirchen jahrhundertelang totgeschwiegen, wurde er in der DDR wegen seiner Rolle im Bauernkrieg zum sozialistischen Helden hochstiliesiert und war auf dem fünf Mark Schein der Ostmark zu sehen. Beide Haltungen werden ihm nicht gerecht. Müntzer war ein Mann, der von tiefer Frömmigkeit erfüllt war. Mit Luther hatte er zunächst einige Gemeinsamkeiten wie die Ablehnung des Ablasshandels, aber es gibt einige fundamentale Unterschiede. So war Luther der Meinung, dass der Mensch das göttliche Heil durch Einsicht erlangen könne, während Müntzer das göttliche Wirken von aussen auf den Menschen einwirken sah, das Heil also durch Gott selbst auf den Menschen kam. Müntzer war stark von der Mystik beeinflusst und ein Apokalyptiker, der überzeugt war, das Ende der Welt und damit das jüngste Gericht sei sah. Was aber machte ihn zum Revolutionär, zum Feldprediger im Bauernkrieg, der 1525 mit nur 35 Jahren hingerichtet wurde? Sicher nicht eine im modernen Sinn sozialistische Einstellung sondern eher der Gedanke, dass das bevorstehende Weltgericht und die Trennung von Guten und Bösen nicht allein durch Worte sondern durch Taten herbeigeführt werden müsse. Denn für ihn waren alle Christen frei und so trat er für die Bauern und ihren Freiheitskampf ein, wofür er von Luther verurteilt wurde. Das Werk ist sehr spannend, jedoch muss man sich für das Thema interessieren und die Bereitschaft zum aufmerksamen Lesen des Textes mitbringen, auch wegen der zahlreichen Originalzitate von Müntzer, die wegen des altertümlichen Deutschs teilweise schwer zu deuten sind. Wer sich darauf einlässt erfährt einen sehr interessanten Aspekt aus der Reformationszeit und versteht, warum Thomas Müntzer für die Obrigkeit ein Feind war, den es zu vernichten galt.

Spannendes Porträt eines vergessenen Reformators

Bewertung aus Bergisch Gladbach am 09.06.2017
Bewertungsnummer: 1025605
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Im Reformationsjahr locken zahllose Bücher über Martin Luther um die Gunst des Publikums. Aber es gab auch andere Menschen, die die Reformation mitgestaltet haben. Einer davon war Thomas Müntzer, der zu den am meisten missverstandenen Theologen jener Zeit zählt. Von den Kirchen jahrhundertelang totgeschwiegen, wurde er in der DDR wegen seiner Rolle im Bauernkrieg zum sozialistischen Helden hochstiliesiert und war auf dem fünf Mark Schein der Ostmark zu sehen. Beide Haltungen werden ihm nicht gerecht. Müntzer war ein Mann, der von tiefer Frömmigkeit erfüllt war. Mit Luther hatte er zunächst einige Gemeinsamkeiten wie die Ablehnung des Ablasshandels, aber es gibt einige fundamentale Unterschiede. So war Luther der Meinung, dass der Mensch das göttliche Heil durch Einsicht erlangen könne, während Müntzer das göttliche Wirken von aussen auf den Menschen einwirken sah, das Heil also durch Gott selbst auf den Menschen kam. Müntzer war stark von der Mystik beeinflusst und ein Apokalyptiker, der überzeugt war, das Ende der Welt und damit das jüngste Gericht sei sah. Was aber machte ihn zum Revolutionär, zum Feldprediger im Bauernkrieg, der 1525 mit nur 35 Jahren hingerichtet wurde? Sicher nicht eine im modernen Sinn sozialistische Einstellung sondern eher der Gedanke, dass das bevorstehende Weltgericht und die Trennung von Guten und Bösen nicht allein durch Worte sondern durch Taten herbeigeführt werden müsse. Denn für ihn waren alle Christen frei und so trat er für die Bauern und ihren Freiheitskampf ein, wofür er von Luther verurteilt wurde. Das Werk ist sehr spannend, jedoch muss man sich für das Thema interessieren und die Bereitschaft zum aufmerksamen Lesen des Textes mitbringen, auch wegen der zahlreichen Originalzitate von Müntzer, die wegen des altertümlichen Deutschs teilweise schwer zu deuten sind. Wer sich darauf einlässt erfährt einen sehr interessanten Aspekt aus der Reformationszeit und versteht, warum Thomas Müntzer für die Obrigkeit ein Feind war, den es zu vernichten galt.

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