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Produktbild: Schule des Südens

Schule des Südens Die kolonialen Wurzeln der französischen Theorie

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

02.05.2024

Verlag

Matthes & Seitz Berlin Verlag

Seitenzahl

335 (Printausgabe)

Dateigröße

4113 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783751820516

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

Dieses eBook können Sie uneingeschränkt auf allen Geräten der tolino Familie, allen sonstigen eReadern und am PC lesen. Das eBook ist nicht kopiergeschützt und kann ein personalisiertes Wasserzeichen enthalten. Weitere Hinweise zum Lesen von eBooks mit einem personalisierten Wasserzeichen finden Sie unter Hilfe/Downloads.

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie eBooks innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Buch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Lesen durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um eBooks zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei Thalia oder einem anderen tolino-Buchhändler haben. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Family-Sharing.

Text-to-Speech

Ja

Bedeutet Ihnen Stimme mehr als Text? Mit der Funktion Text-to-Speech können Sie sich im tolino webReader und in der aktuellen Thalia – Lesen & Hören App das eBook vorlesen lassen. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Text-to-Speech.

Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

02.05.2024

Verlag

Matthes & Seitz Berlin Verlag

Seitenzahl

335 (Printausgabe)

Dateigröße

4113 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783751820516

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    Ralf Rother

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    5/5

    06.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gegen Simplifizierungen hilft nur eine Komplexitätssteigerung

    Onur Erdur ist Historiker und Kulturwissenschaftler an der Humboldt-Universität in Berlin. Der Schwerpunkt seiner Interessen liegt vor allem in der französischen Philosophie, die gern mit den Begriffen Strukturalismus, Postmoderne oder auch Poststrukturalismus verbunden wird. Schon in seiner Dissertation beschäftigte er sich mit den molekulargenetischen Epistemen, die von der französischen Nachkriegsphilosophie rezipiert wurden, etwa durch die Autoren Bachelard, Foucault, Deleuze, Serres und Canguilhem. In seinem neuen Buch „Schule des Südens“ greift er wieder wichtige Autor:innen des sogenannten Poststrukturalismus auf und stellt sich die Frage, welchen Einfluss und Bedeutung deren Leben bzw. Aufenthalt in den französischen Kolonien Nordafrikas auf die Philosophieentwicklung der Autor:innen hatte. In jeweils eigenen Kapiteln widmet sich Onur Erdur Pierre Bourdieu, Michel Foucault, Jacques Derrida, Hélène Cixous, Jacques Rancière, Roland Barthes, Étienne Balibar und Jean-Francois Lyotard. Dass die jeweiligen Lebensumstände, Erfahrungen, sozialen Verhältnisse und Erlebnisse Einfluss finden auf Fragestellungen, Gefühle, Ideenfindungen und Wahrnehmungen, scheint auf der Hand zu liegen. So macht sich Onur Erdur auf die Suche nach diesem Wechselspiel zwischen Lebenswelt und Theoriebildung bzw. nach dem Moment, das das Dasein in seiner Welt zu seiner Sprache und zu seinem Denken entscheidet. Im Zusammenhang jener französischen Philosoph:innen ist es die koloniale Welt, die in unterschiedlichen Aspekten deren Denken – mehr oder weniger, auf die eine oder andere Weise – sensibilisierte. Onur Erdur Buchtitel legt es nahe, dass diese Fremd- und Kolonialerfahrung zur „Schule des Südens“ für den französischen Poststrukturalismus wurde. Man möchte sagen, dass die Aufklärung und Vernunft in diese „Schule des Südens“ gehen musste, um eine gewisse Aufklärung der Aufklärung – oder auch Dekonstruktion – zu erfahren: ob nun als Dissemination, Diversität, Zerstreuung und Fragmentierung oder Widerstreit. Entgegen jenen Vereinfachungen, Enthistorisierungen, Entmischungen und einhergehender Identitätspolitik, von denen derzeit die politische, gesellschaftliche, aber auch akademische Öffentlichkeit heimgesucht wird, legen gerade diese Philosophen und Philosophinnen Zeugnis für eine Diversität und Dissemination in polychronen Welten ab. Insbesondere Derrida äußerte wiederholt seine Vorbehalte gegenüber einem linken Antagonismus (Mouffe) bzw. vermied Anknüpfungen an einen strategischen Essentialismus (Spivak). Zeitgleich erschien neben dem Buch von Onur Erdur das neue Heft der Zeitschrift „Mittelweg 36“ aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung mit dem Thema „Diversität“, das ebenfalls von ihm herausgegeben wird. Da wie dort kann das erklärte Ziel keine Komplexitätsreduktion oder eine neue Übersichtlichkeit sein. Um zu verstehen und verstehen zu lernen, bedarf es stets einer Komplexitätssteigerung: hinsichtlich der Analyse, der Wahrnehmung, des Verstehens, der Beschreibung usw. So gesehen, kann man Onur Erdur für sein Buch dankbar sein, in dem er – auch – aufzeigt, dass die „Schule des Südens“ sich nicht auf aktuelle Simplifizierung in den Postcolonial Studies reduzieren lässt.

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