Alle, wirklich alle anderen haben ein Handy – nur Franzi kriegt keins. Erst als Franzi die Schule wechselt, haben ihre Eltern endlich ein Einsehen. Was aber keiner ahnt: Franzis neues Handy hat ein Eigenleben! Es heißt Dandy Smart und hat eine Menge Ideen, was Franzi alles tun könnte. Einen Super-Chip besorgen zum Beispiel, mit dem Dan unendliche Speicherkapazität bekommen kann – und damit auch Franzi unendliche Möglichkeiten! Doch auch die fiese Superschurkin Lady Ballerina hat ein Auge auf den Chip geworfen und will damit nicht weniger als sich die Weltherrschaft sichern! Können Franzi und Dan sie noch rechtzeitig aufhalten? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
SternchenBlau
5/5
27.11.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit dem Smartphone gegen die Superschurkin
Mein (damals) 8,5jähriger Sohn und ich haben mittlerweile schon einige Bücher von Rüdiger Bertram gelesen – und wir mögen seinen Witz sehr. Die Bücher lesen sich leicht, transportieren dabei viel Ironie und manchmal auch etwas schwarzen Humor. Beides lieben wir.
Besonders gefällt mir, dass sich Bertram Themen der Popkultur bedient, Superheld:innen, Parallelwelten, hier nun Smartphones. Smartphones sind bei Bertram nicht der Untergang des literarischen Abendlandes (nimm das, Manfred Spitzer), nein, sie sind Bestandteil des kindlichen Alltags und eine eigene Kulturtechnik. Damit sind sie einfach das, was wir alle daraus machen. Und Bertram macht daraus ein tolles Thema für ein witziges Kinderbuch.
Bei aller Flapsigkeit scheinen so immer auch ernste Themen durch.
Franzi wünscht sich ein Smartphone, u.a. weil sie ohne von ihren Mitschüler:innen gemobbt wird und zudem nicht im Klassenchat mitlesen kann. Nun bekommt sie doch eines und dieser „Dan“ hat es in sich, denn er hat sich selbst aus Langeweile zur Künstlichen Intelligenz hochgerechnet. Am Ende geht es dann Supersmartphone und Franzi gegen die Superschurkin, und dazu eine ganz wundervolle, absurde mit dem sprechenden Namen Lady Ballerina.
Einen Extra-Diversity-Punkt gibt es für Franzi als Schwarze Protagonistin in den Illustrationen. Ich finde, es sollte noch viel mehr Schwarze und PoC-Hauptprotagonistinnen in Kinderbüchern geben.
Franzi ist selbst sehr smart, manchmal smarter als Dan.
„‚Aber ich kann doch nicht einfach so bei ihr klingeln.‘ ‚Du erzählst ihr einfach, dass du von der Schülerzeitung kommst und einen Artikel über sie schreiben willst. Superschurken sind super eitel, da sind sie genau wie Superhelden.‘ ‚Und super-Smartphones‘, flüstere ich.“
Franzi erlebt mit Dan ein recht aberwitziges Abenteuer, bei dem wir viel kichern und lachen mussten. Was Bertram hier aber in diesem Buch besonders gut gelingt, ist die Verknüpfung mit ernsten Themen.
CN / Content Note: Mobbing, Armut, Klassismus
Dies alles wird thematisiert und Franzi wird zugleich als souveräne Heldin geschildert, die sich durch diese schwierige Situationen durchmanövriert.
Besonders gelungen finde ich, wie liebevoll Bertram die Eltern schildert. Ehrlich arbeitende Menschen, die allerdings so viel arbeiten müssen, dass sie ihre Arbeit – das Bügeln und das Paketaustragen sogar mit nach Hause nehmen. Also bügelt die Mutter die Papiertaschentücher und der Vater trägt ständig alles in der Wohnung durch die Gegend.
Obwohl Franz selbstverständlich obergenervt ist, als sie zunächst kein Handy bekommt, hat sie immer Verständnis für die finanzielle Situation ihrer Familie. Ich denke, dass Kinder, die besser dran sind, sich da einiges abgucken können. Und das ganze Konstrukt des Buchs zeigt eben auch, dass Armut ausgrenzt – und einiges an Klassismus und Mobbing verursacht.
Mein Sohn hat gleich gesagt: Das macht man nicht!, als Franzi mit den geheimen Infos von Dan den Mobbing-Spieß einmal umdreht. Zugegeben, in die Tiefe geht das nicht immer und so wird recht schnell verziehen. Das kann aber auch mal schön sein.
Das Buch lässt sich für geübtere Lesende ab circa Ende 2. Klasse lesen. Mein Sohn kam ganz flüssig durch den Text.
Die Illustrationen von Ka Schmitz runden das Lesevergnügen ab.
Fazit
Wir hatten sehr viel Spaß. Und dass bei einem vermeintlich leichtem Stoff die ernsten Themen so toll eingeflochten werden, gefiel uns besonders gut. Wir empfehlen das Buch sehr gerne und vergeben 5 von 5 Sternen.
Bewertung
aus Adenau
5/5
12.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Witzig und charmant
Zum 3688. Mal lehnen Franzis Eltern den Wunsch ihrer Tochter nach einem Handy ab. Franzi führt nämlich eine Strichliste darüber, so wie übrigens auch über eine ganze Reihe anderer Sachen. Ihr dringlichster Wunsch ist es, ein eigenes Handy zu besitzen, denn damit erhofft sie sich, auch dazu zu gehören und Freunde zu finden. Endlich, nach dem Wechsel aufs Gymnasium, erfüllen die Eltern ihren Wunsch und sie bekommt ein gebrauchtes Smartphone, welchem daraufhin eine Art Flaschengeist entsteigt, der sich als Dandy Smart vorstellt. Und damit fangen die Probleme eigentlich erst an.
Die Geschichte wird aus Franzis Sicht erzählt. Dadurch fühlt der Leser gleich Franzis Unzufriedenheit und ihre verletzten Gefühle mit, wenn sie wieder einmal in den Diskussionen mit den Eltern den Kürzeren zieht oder sich dem Spott und Hohn ihrer Mitschülerinnen ausgesetzt sieht.
Zunächst habe ich befürchtet, dass der Text sich ein wenig zu klischeehaft in die Richtung entwickeln könnte „wer kein Handy hat, hat auch keine Freunde“. Aber dann entfaltet das Buch, wie alle Bücher von Rüdiger Bertram, die wir bisher gelesen haben, seinen ganz eigenen Charme. Langsam, aber bestimmt kommen zu der ersten inhaltlichen Ebene „Handy gleich Freundschaft“ weitere dazu und der junge Leser lernt, dass auch der Besitz eines Handys nicht des Rätsels letzte Lösung ist. Franzi ist nämlich auch mit Handy nicht in die Klassengemeinschaft integriert, ebenso wenig wie ihre Grundschulfeindin Caprice, die an ihrer neuen Schule auch keine Freunde findet, obwohl sie bereits seit längerem ein Handy besitzt. Durch eine überraschende Wendung werden beide Freundinnen und es wird ihnen klar, was Freundschaft wirklich bedeutet.
Mir persönlich gefällt auch, dass Franzis Wunsch nach einem Handy zwar erfüllt wird, sie aber dennoch lernt, dass man nicht immer alles bekommen kann, was man gerne hätte, da ihr Handy ein gebrauchtes ist und nicht das neuste Modell.
Dabei helfen natürlich auch die wunderbaren Illustrationen von Ka Schmitz, die zum Beispiel Franzis Freude über das neue Handy so zugespitzt darstellen, dass sie zugleich relativieren und belustigen (S. 25). Die Illustrationen sind insgesamt sehr ansprechend gestaltet und prima in den Text integriert. Mehr noch, sie unterstreichen im richtigen Moment den Text. Die Charaktere wirken dadurch lebendiger und noch liebenswerter,
besonders Franzi. Franzi ist überhaupt ein toller Charakter. Sie wünscht sich zwar nichts mehr als ein Handy, sie liebt aber trotzdem Bücher und ihren Hamster Theo und hat aufgrund ihres erfolgreichen Lernens bereits beachtliche Werte für eine Fünftklässlerin („Die Menschen brauchen keine Diktatoren, die sollen frei sein.“). Besonders schön ist die Stelle, an der sie ihrem Handy Dan eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest und dieser gebannt zuhört. Es wird klar, dass es Dinge gibt, die ein Handy nicht ersetzen kann und soll, zum Beispiel das Lesen eines Buches abends im Bett.
Die Figur der Lady Ballerina ist sehr schräg, aber für eine Superschurkin auch irgendwie liebenswert. Die Kinder jedenfalls finden sie richtig witzig und können sich sogar teils mit ihr identifizieren. Sie hat auch etwas Kindliches, ihre Geschichten scheinen erfunden und ihr Ballettoutfit als Superschurkenkostüm ist eher süß als bedrohlich. Und da ihre Fantasie von der Weltherrschaft auch eher kindlich präsentiert
wird, ist sie für die Kinder gut zugänglich und richtig sympathisch. Sie möchte „die Bestimmerin“ sein. Genau wie Lady Ballerina lieben Kinder die Vorstellung, dass mal alle tun müssen, was sie sagen. Wenn dann auch noch zwei Kinder diesen Plan erfolgreich vereiteln, sind der Begeisterung auf Seiten der kleinen Leser keine Grenzen mehr gesetzt.
Insgesamt ist es ein tolles Buch. Die totalen Übertreibungen und die Ironie sind wirklich witzig und schon allein ein Grund das Buch zu lesen und zu mögen. Wir (die Kinder und die Mama) hatten alle viel Spaß mit Franzi und Dan und sind natürlich dabei, wenn es eine Fortsetzung gibt, was das Ende ja andeutet. Klare Leseempfehlung für die ganze Familie.
Chenille
5/5
04.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Handy, dass es faustdick hinter den Ohren hat
Eines ist sicher: hätte Franzi ein Handy, wäre alles besser! Dann würde sie keiner mehr auslachen und sie hätte endlich Freunde. Um so ungerechter, dass Franzi auch nach dem Wechsel an die neue Schule immer noch die einzige ohne Smartphone ist. Doch schließlich geschieht doch noch ein Wunder und Franzi ist endlich stolze Besitzerin eines Handys! Blöd nur, dass dieses plötzlich anfängt zu sprechen und auch vor kriminellen Machenschaften nicht Halt macht…
Ich muss es zugeben: das Cover des Buches hat mich nicht wirklich umgehauen. Aber der Klappentext klang witzig und schon nach den ersten Seiten wusste ich: das Buch muss ich lesen! Und es hat sich sowas von gelohnt! Die Geschichte ist witzig, spannend und toll geschrieben. Die Zeichnungen passen fantastisch zu der Handlung und haben mich immer wieder zum Lachen gebracht. Auch wenn der Titel des Buches dramatisch klingt und Franzi und ihr Handy wirklich in einige brenzlige Situationen kommen, so ist doch immer auch ein Augenzwinkern mit dabei. Zum Glück ist das Buch auch keine Moralpredigt, wie schlimm und schrecklich Handys sind. Schließlich gehören Smartphones einfach zu unserem täglichen Leben. Aber ganz unkritisch ist das Buch auch nicht. Sehr schön werden die verschiedenen Probleme und Gefahren dargestellt, die eben doch im ach so freien Internet und den sozialen Netzwerken versteckt sind. Und so gibt es eben doch eine kleine versteckte Moral: ja, Handys sind toll, aber bitte pass auf dich auf!
Ein Buch für alle, die witzige und spannende Geschichten lieben. Ein Buch für alle, die ihr Smartphone auch mal etwas kritischer betrachten können. Kein Buch für Eltern, die ihren Kindern zeigen wollen, wie schrecklich Handys sind!
Bewertung
aus Gärtringen
5/5
02.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein tolles Kinderbuch!
Franzi ist eine absolute Außenseiterin in ihrer Klasse, da sie als einzige kein Handy besitzt. Als Franzi in die weiterführende Schule kommt, kann sie ihre Eltern überzeugen, ihr ein Handy zu kaufen. Allerdings bekommt Franzi lediglich ein gebrauchtes Handy, das nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entspricht. Da entdeckt Franzi, dass dieses Handy eine eigene Persönlichkeit besitzt und ein Eigenleben führt, und das beschert Franzi so einige Überraschungen...
Meinen Kindern und mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil des Autors ist kindgerecht, flüssig und mit enorm viel Humor versehen. Aufgelockert wird das Buch durch tolle Bleistiftzeichnungen, die ebenfalls super zum Inhalt des Buches passen.
Fazit: ein durchaus gelungenes, lustiges und lesenswertes Buch, das unserer gesamten Familie gefallen hat. Wir können das Buch nur weiterempfehlen und werden es auch gerne das ein oder andere Mal verschenken. Von uns gibt es fünf Sterne!
Bewertung
aus Bingen
5/5
25.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Großartig
"Hilfe, mein Handy ist ein Superschurke!" ist ein großartiges Kinderbuch, dass die jüngsten wie auch ältere Leser gleichermaßen unterhalten wird und begeistern kann. Wir mögen Bücher, die sich leicht und locker lesen lassen. Dieses Buch gehört auf jeden Fall dazu. Sicherlich gibt es viele Kinder sie sich im jungen Alter ein Handy wünschen. Doch was ist wenn dieser Wunsch in Erfüllung geht und plötzlich ein Superschurke mit einem Kontakt aufnimmt. Manche Einmischung von Dandy Smart, dem Superschurken im Handyformat, sind ganz witzig und lustig, andere wiederherum regen ein bisschen zum Nachdenken an und machen deutlich das Handys nicht nur SPaß bedeuten sondern vielleicht auch Ärger. Datenschutz aber auch Mobbing sind u.a. Themen die in diesem Buch thematisiert werden und dem jungen Leser neben einem gelungenen und spannenden Buch auch noch tiefergehende Gedankenanstöße geben. Ein tolles Buch bei dem man sich schon jetzt auf die Fortsetzung freut.
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