Firmen erwarten heutzutage von ihren Mitarbeitern, dass sie Flexibilität zeigen, sich anpassen, weiterbilden, um 180 Grad drehen können und auch ihre Werte und Fähigkeiten wechseln, als wären diese eine Jacke. Die Devise in der Personalentwicklung lautet: Wer nicht passend ist, wird passend gemacht. Menschen sollen zu dem werden, was sie nicht sind. Das kann nicht funktionieren. Axel Koch deckt auf, warum wir mit dem Change-Wahnsinn einem kollektivem Irrtum aufsitzen und wie eine Balance zwischen Stabilität und Veränderung aussehen kann.
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Meinung aus der Buchhandlung
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Irgendwann trifft es einmal (vermutlich) jeden von uns. Das Firmenleitbild verändert sich, das Unternehmen hat eine neue Ausrichtung. Veränderungen bringen nun einmal große Herausforderungen mit sich. Das war schon immer so. Durch die immer weitere Verknüpfung der Digitalisierung in Unternehmen (Abläufe werden von Maschinen erledigt) geraten vor allem ältere Berufsgruppen immer stärker unter Druck.
Um diesem Druck entgegenzuwirken werden Abteilungen zusammengelegt, einzelne Bereiche ins Ausland ausgelagert oder überhaupt aufgelassen. Viele Mitarbeiter des Unternehmens XY verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz. Die verbliebenen Angestellten müssen sich auf völlig neue Aufgaben konzentrieren, oft welche die nicht ihrer Ausbildung entsprechen. Solche Situationen treffen in Deutschland (in diesem Buch geht es um Deutschland, daher finden sich darin nur Beispiele aus diesem Land) immer mehr Branchen.
Die Umstellung auf neue Arbeitsabläufe kann für manchen Mitarbeiter eine völlig neue Aufgabe bereitstellen, doch wollen das wirklich auch alle? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier - er gewöhnt sich nicht so schnell an Neues .Veränderungen bringen selten Gutes mit sich, sagt man. Das stimmt im weitesten Sinne, meiner persönlichen Meinung nach, auch meistens.
Die nun in diesem Buch beschriebenen Berufe erleben genau das. Es sind zwar großteils Berufe, die in Österreich nicht gängig sind, jedoch tut das dem Leiden dieser Menschen keinen Abbruch. Als Erstes kommen Personen, die in der Telekommunikationsbranche in einem Großraumbüro arbeiten, zu Wort. Auch der IT-Sektor mit Projekten, welche sich oft über mehrere Wochen und Monate hinziehen, wird im Buch öfters als leidtragende Branche für ständige Veränderung genannt. Der Autor des Buches, Axel Koch, ist Psychologe und Mediator in der Nähe von München
und die beschriebenen Betroffenen sind seine Klienten, mit deren Problemen er sich tagtäglich befasst.
Seine Patienten kommen aus den oben genannten Brachen und haben ihm ihre Leidensgeschichten erzählt. Herr Koch gibt diese nun, natürlich unter einem Pseudonym, weiter um diese Missstände einem größeren Publikum zu präsentieren. Ein wirklich interessantes Buch, welches die Schattenseiten des „Change Management“ aufzeigt und die Hauptbetroffenen, die Mitarbeiter, zu Wort kommen lässt.
Nach dem die Betroffenen, dank Herrn Koch, ein Gesicht bekommen haben, werden im Mittelteil verschiedene Branchen noch näher beleuchtet. Das hilft mir, als Österreicher, beim Lesen vor allem deswegen sehr weiter, da wie eingangs geschildert, einige beschriebene Berufe in unserer Gegend nicht oder nicht so weit verbreitet sind. Im dritten Teil werden dann Lösungsansätze beschrieben, die einem helfen können (und sollten) die Veränderung bestmöglich zu verkraften. Hilfreich, allerdings ist leider eben meiner eigenen Branche kein eigenes Kapitel gewidmet, daher muss man sich dann eben einfach an deutschen Berufsfeldern orientieren, die Probleme sind ja vermutlich überall dieselben.
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