ZWISCHEN DEN KORRIDOREN ist der zweite Teil der Danube-Reihe um den Roma-Kommissar Baltazár Kovács und setzt wenige Tage nach der Handlung von "District VIII" ein. Am frühen Donnerstagmorgen wird Baltazár zu einem Bordell gerufen, das seinem Bruder gehört, wo es einen Zwischenfall im VIP-Raum gegeben hat. Dort erwartet ihn die Leiche eines katarischen Finanziers. Womöglich ein Herzinfarkt. Die Indizien hingegen scheinen manipuliert zu sein. Die Videoaufzeichnungen des Bordells aus der Nacht wurden aus der Ferne gelöscht, und jemand überwacht Baltazár und das Etablissement mit Drohnen. Es stellt sich heraus, dass der Katarer zu einem Frühstückstreffen mit der neuen Premierministerin verabredet war, um eine Investition zu besprechen, die zur Umgestaltung Ungarns beitragen könnte. Auf den Korridoren der politischen Macht begegnet Kovács erneut dem organisierten Verbrechen.
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Politthriller
Heidrun aus Klingenberg am 12.10.2025
Bewertungsnummer: 2623563
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Buch schließt sich direkt an das Buch District VIII an. Ohne Kenntnis dieses Buch ist man verloren und kann der Handlung nur schwer folgen. Was anfangs als eine Mordermittlung beginnt mausert sich ganz schnell zu einen Politthriller. Die Blöcke von Reka und Pal stehen sich gegenüber und versuchen mit allen Mitteln an der Macht zu bleiben bzw. daran zu kommen. Balthazar steht wieder zwischen allen Stühlen. Dabei versucht er, den Tod seiner Cousine Virag aufzuklären.
Anfangs dümpelt das Buch vor sich hin. Es wird mehr über die politischen Verwicklungen geschrieben, als dass die Handlung vorangeht. Aber ab der Mitte des Buches überschlagen sich die Ereignisse bis zu einen filmreifen Countdown ala Mission Impossible.
Auch in diesen Buch verwirren die vielen ungarischen Namen und Straßenbezeichnungen. Ich glaube auch so, dass sich der Autor in Budapest auskennt. Hier wäre weniger besser gewesen, genau wie ein Personenregister sehr hilfreich gewesen wäre.
Das Buch hat mich gut unterhalten. Deshalb vergebe ich 4 Sterne. Ich hoffe, dass der Folgeband auch noch übersetzt wird, da ich gern wissen möchte, wie es mit Balthazar weitergeht.
Meinung aus der Buchhandlung
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Mit einer Kurzbeschreibung von LeBors Kriminalkommisar Baltazár Kovács ist schon vieles über den hervorragenden, in Budapest zur Zeit des Flüchlingsdramas 2015 spielenden Politthriller gesagt. ___ Baltazár ist Angehöriger der Minderheit der Roma, das Familienbusiness sind Nachtclubs und Prostitution, sein Eintritt in die Polizeitruppe hat zu einem weitgehenden Bruch mit seinem Vater geführt. Dennoch lebt Baltazár weiterhin in beiden Welten. Schnappschüsse zeigen ihn etwa beim Koksen mit einem Unterwelt Boss und als im Bordell seines Bruders ein Freier ermordet wird, ruft man selbstverständlich ihn, um diese Unannehmlichkeit aus der Welt zu schaffen. ___ Die Identität des Toten und seine Mission in Ungarn machen die Sache dann allerdings doch etwas heikler, steht er doch in Verbindung mit der neuen Ministerpräsidentin Réka Bárdossy, die, nachdem ihr Vorgänger Pál Pálkovics über kriminelle Machenschaften gestürzt war, versuchen muss, ihre Macht zu festigen. ___ In der ersten Hälfte des Buches werden mehrere Handlungsstränge eingeführt, in die Batlazár Kovács in unterschiedlicher Weise involviert ist. Als sich abzeichnet, dass der frühere Premierminister Pál Pálkovics keineswegs gedenkt, sich aus der Politik zurückzuziehen, steigt das Tempo stark an. Und dabei spielen, wie man das an einem Politthriller so gerne hat, einige Beteiligten durchaus schmutzige Spiele. ___ Man darf vermuten, dass der Autor, der als Korrespondent in Budapest lebt und für Economist und New York Times schreibt, manche der Finten und Tricks, über die ein solcher Machtkampf ausgetragen wird, aus seiner journalistischen Arbeit kennt. Und auch die actionreicheren Passagen wirken zumindest stimmig und sind dabei spannend geschrieben. ___ Der 2013 gegründete Polar Verlag hat sich auf Noir Krimis spezialisiert. Seine Bücher bieten immer wieder Einblick in politische und gesellschaftliche Realitäten, über die man im literarischen Mainstream nicht so bald zu lesen bekommt. Ich habe schon mehrere Titel aus dem Programm gelesen und bin bislang nie enttäuscht worden. (Zusatztipp: Politthriller führen oft zahlreiche handelnde Personen. Ich streiche mir neu eingeführte Personen mittlerweile im Text an) ___ Zwischen den Korridoren von Adam LeBor ist der zweite Band seiner Danube Serie und ein superknackiger Politthriller am Schauplatz Budapest und meine aktuelle Empfehlung für Leser, die Spannungsliteratur abseits des Mainstream suchen.
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