Ace of Spades meets House of Hollow in a thrilling horror novel about the toll of giving everything to a world that will never love you back.
Laure Mesny is determined to make it in the cut-throat world of ballet, and she will do anything to prove that this Black girl can take centre stage. Anything . . . Even if it means entering into a bargain with a primordial power in the Catacombs beneath Paris.
Laure is promised influence and adoration - and she gets it. But that alone is not enough, not for the cruel and privileged people who surround her. Her climb to stardom leaves broken bodies in her wake, some of which aren't her doing. As she finds herself deep within this monstrous world, she is faced with the ultimate choice: will she retreat or succumb to the darkness forever?
THERE WILL BE BLOOD.
Kundinnen und Kunden meinen
2.0/5.0
Jenny Wons
aus Bergheim
2/5
30.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich werde die Reihe nicht fortsetzen
Dieses Debüt versprach auf dem Papier eigentlich alles, was mich als Leserin sofort neugierig macht: Eine queere, Schwarze Teenagerin – #ownvoices – im harten, oft rassistisch geprägten Milieu des französischen Balletts, die sich nichts sehnlicher wünscht, als sich endlich zu behaupten. Als sie schließlich einen dunklen Pakt schließt, um ihren Traum vom Erfolg zu verwirklichen – auf Kosten ihrer Menschlichkeit –, sind alle Zutaten für eine düstere, psychologisch dichte und gesellschaftlich relevante Geschichte vorhanden. Doch leider bleibt es genau dabei: bei den Zutaten. Denn aus ihnen wird kein stimmiges Ganzes geformt.
Schon zu Beginn fehlt es der Erzählung an Tiefe. Die innere Zerrissenheit der Protagonistin, der Preis, den sie für ihren Deal mit der dunklen Macht zahlt, bleibt seltsam abstrakt. Die Leserin soll spüren, dass hier etwas auf dem Spiel steht – aber dieser emotionale Sog, die Eskalation, das Unvermeidliche, das oft mit solchen „Faust“-artigen Erzählungen einhergeht, bleibt aus. Stattdessen plätschert die Handlung eher dahin, und auch die Beziehungen zu den Nebenfiguren – einschließlich der Liebesgeschichte – wirken mehr wie funktionale Bestandteile der Handlung denn wie echte, spürbare Bindungen.
Ein weiteres Problem ist die zentrale Clique, es bleibt vollkommen unklar, warum diese Gruppe für die Protagonistin so anziehend sein soll – oder was sie ihr überhaupt bedeutet. Ebenso wenig versteht man, warum diese Clique sich gerade ihr öffnet. Es fehlt an psychologischer Dichte, an überzeugender Dynamik zwischen den Figuren. Das führt dazu, dass viele Szenen einfach nur wie Stationen auf einem vorhersehbaren Plot wirken – ohne emotionale oder dramaturgische Wucht.
Zudem leidet der Text unter strukturellen Schwächen. Es gibt sprunghafte Zeitsprünge und auffällig viele lose Enden. Ein besonders irritierendes Beispiel: Die Protagonistin findet die Leiche einer ermordeten Mitschülerin und ruft die Polizei. Doch bevor überhaupt jemand eintrifft, springt die Erzählung bereits zum nächsten Tag. Was sagen die Ermittler? Wird sie als Verdächtige befragt? Interessiert sich überhaupt jemand für ihren Fund? Nichts davon wird thematisiert. Stattdessen wird die Szene einfach abgehakt – obwohl sie eigentlich dramatisch und potenziell richtungsweisend für die Geschichte sein sollte. Dass sie nebenbei das Handy der Toten einsteckt und niemand sie danach durchsucht, wirkt bestenfalls unglaubwürdig, schlimmstenfalls nachlässig erzählt.
Ebenso bleibt das übernatürliche Element blass. Die Macht, mit der die Protagonistin einen Pakt eingeht, bleibt schemenhaft, ihre Regeln, Grenzen und Konsequenzen werden kaum definiert. Damit verliert das zentrale Motiv – der Deal mit dem Dunklen – massiv an erzählerischer Kraft. Statt einer intensiven Auseinandersetzung mit der Frage, ob und wie man in einem ungerechten System auf unfaire Mittel zurückgreifen darf, bleibt das Buch an der Oberfläche.
Was besonders schade ist: Die Idee, eine sogenannte „Villain Origin Story“ zu erzählen – also die Geburt einer Schurkin –, hätte großes Potenzial gehabt. Doch damit diese Art von Geschichte funktioniert, braucht es eine spürbare Entwicklung, einen zunehmenden moralischen Abgrund, in den die Figur stürzt. Stattdessen bleibt vieles vage und wird nur angedeutet. Als Leser*in spürt man kaum, was sie wirklich verliert oder wie sehr sie sich verändert. Die Wandlung bleibt zu blass, um wirklich schockierend, berührend oder nachvollziehbar zu sein.
Fazit:
Was als düsteres, feministisches und gesellschaftlich relevantes Jugendbuch mit fantastischen Elementen geplant war, bleibt leider hinter seinen Möglichkeiten zurück. Zwar sind die Themen spannend und wichtig – Repräsentation, Ehrgeiz, Identität, moralische Entscheidungen –, doch ihre Umsetzung wirkt oberflächlich, unausgereift und oft sogar nachlässig. Die Geschichte bietet nur wenige emotionale Höhepunkte, die Figuren bleiben blass, und selbst die übernatürliche Komponente verliert an Wirkung, weil sie kaum definiert wird. Als Auftakt einer Reihe hat dieses Buch leider nicht genug Substanz, um echtes Interesse an der Fortsetzung zu wecken.
2 von 5 Sterne!
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