Vietnam, 1969: Die Schwestern Trang und Quỳnh wachsen in einem Dorf auf, wo sie die Reisfelder ihrer verarmten Eltern bestellen. Als sie hören, in Saigon wäre es leicht, Arbeit zu finden, machen sich die jungen Frauen auf den Weg. In Saigon lernt Trang einen amerikanischen Soldaten kennen und stürzt sich in den Wirren des Krieges in eine Affäre, die nicht ohne Folgen bleibt. Jahrzehnte später kehrt ein amerikanischer Veteran zurück nach Ho-Chi- Minh-Stadt in der Hoffnung, sich von den Schatten der Vergangenheit zu befreien und mithilfe des Sohnes einer Vietnamesin und eines ehemaligen GIs eine alte Schuld wiedergutzumachen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
29.04.2024
Hörbuch-Download
Emotional
Die Geschichte, die sich über zwei Zeitebenen erstreckt, ist packend und emotional. Die Autorin porträtiert einfühlsam das Schicksal der Kinder vietnamesischer Frauen und amerikanischer Soldaten, ohne dabei in Klischees zu verfallen.
Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend, wodurch man als Leser leicht in die Welt der Protagonisten eintauchen kann. Die Figuren sind gut ausgearbeitet und wirken authentisch, was ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte besonders fesselnd macht.
Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie die Autorin das Thema Schuld und Vergebung behandelt. Durch die verschiedenen Perspektiven und Lebensgeschichten der Charaktere wird deutlich, wie tiefgreifend die Auswirkungen des Krieges auf das Leben der Menschen sind.
Das Buch ist für Leser*innen interessant, die sich für historische Romane mit starken emotionalen Komponenten interessieren. Es bietet nicht nur spannende Unterhaltung, sondern regt auch zum Nachdenken über die Konflikte und Folgen von Krieg und Gewalt an.
Die internationale Bestsellerautorin hat mit "Wo die Asche blüht" erneut bewiesen, dass sie ein Gespür für berührende Geschichten hat. Ihre einfühlsame Darstellung der menschlichen Tragödien macht das Buch zu einem empfehlenswerten Leseerlebnis für alle, die tiefer in die Geschichte eintauchen möchten.
Veronique
aus Berlin
5/5
02.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bewegend
Da ich gerade historische Romane sehr liebe hat mich dieses Buch voll und ganz abgeholt. Es ist schön zu lesen und es gibt keine Stelle an der man stockt.
Die Autorin hat hier Gefühle und alles was dies weiter mit sich bringt perfekt eingefangen.
Ohne groß zu Spoilern möchte ich nur sagen, dass dieses Buch gerade für Menschen die sich für Vietnam in der Zeit des kalten Krieges und wie Menschen ihr Leben geführt haben interessieren, sehr interessant sein.
Ich würde mir das Buch sofort kaufen. Kommen wir noch zum Buch selbst. Es ist ein hardcover, schön gestaltet und auch ordentlich schwer. Das Cover ist live noch viel schöner und das kleine Lesezeichen fügt sich perfekt ein.
Alles in allem im Gesamtwerk ein super schönes Buch, nicht zu unspannden und schön zu lesen. und einfach nur empfehlenswert. Es gibt keinen Punkt wo man sich langweilt.
Bewertung
Book Circle Community
5/5
19.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Staubkinder vom Krieg hervorgebracht ...
Ein schwereres Buch, denn es handelt vom Vietnamkrieg. Eigentlich mag ich keine Bücher über Krieg, aber hier haben mich bereits die ersten Seiten gefesselt. Phong lernen wir gleich zu Beginn kennen. Er träumt von Amerika und weiss, sein Vater war Amerikaner: Seine schwarze Haut ist der Beweis dafür. Diesen Traum haben viele sogenannte Amerasier*innen, also Kinder, die aus Beziehungen zwischen amerikanischen Soldaten und vietnamesischen Frauen entsprangen. Doch der Weg zum Glück ist steinig, gepflastert von grossem bürokratischen Aufwand, langen Wartezeiten, Beweisen, die nahezu nicht erbracht werden können. Denn die schwarze Haut reicht als Beweis nicht aus … Auch Trang und Quynhs Geschichte, die während des Vietnamkriegs spielt, liest sich packend, aber auch erschreckend. Und Dans Kampf mit der Vergangenheit während des Krieges ist spürbar.
Die Autorin vermag es meisterhaft, alle Ebenen miteinander zu verknüpfen – mit einer Wendung, die ich nicht vorhergesehen habe. Deswegen hat es mich positiv überrascht, wie das Buch endet, und obwohl es sehr schwer ist und der Krieg allgegenwärtig, vermag es Nguyen Phan Que Mai doch, aus diesem düsteren Thema ein Buch voller Hoffnung und Frieden zu schreiben.
cherryblue_4
5/5
15.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wieder überwältigt
Ich liebe dieses Cover mit dem roten Himel und dem Teich voller Lotusblüten: so anmutig, zart und kraftvoll zugleich.
Ich habe schon das vorheriges Buch der Autorin »Der Gesang der Berge« geliebt. Ihr Erzählstil ist so ergreifend und mitreißend; bewegender hat sich kaum eine vietnamesische Autorin gelesen. Ich war so gespannt, welchem Thema sie sich diesmal widmen würde.
Der Vietnamkrieg und all die verlorenen Seelen in Vietnams Amüsiermeilen und die Kinder, die daraus entstanden, Amarasier, die doch am allerwenigsten für ihr Schicksal konnten.
Verschiedene Perspektiven, die sich diesem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähern. Nach so vielen Jahren.
Und über allem schwebt dieses Damokles-Schwert und die Frage: was wäre wenn all die Väter von ihrern Kindern gewusst hätten? Wären die Geschichten anders ausgegangen?
nessabo
5/5
10.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein unfassbar dichtes, gut recherchiertes, multidimensionales und überwältigend emotionales Buch
Das Buch war ein überraschendes Highlight, denn eigentlich lese ich nicht so gern Romane mit deutlich historischem Bezug. Konkret zum Vietnamkrieg und der Zeit danach hatte ich beschämend wenig Wissen, aber Nguyễn Phan Quế Mai schafft es, mit viel Eleganz eine enorme Dichte an Fakten in die Handlung einzuflechten.
Im Zentrum des Romans steht das Schicksal der Amerasier*innen - die Kinder US-amerikanischer Soldaten und vietnamesischer Frauen. Diese sahen sich nach Ende des Krieges starker Diskriminierung gegenüber, da sie „vom Feind abstammten“. Zu ihrer Unterstützung gab es verschiedene Projekte, die eine Migration in die USA ermöglichen sollten. Die Verfahren wurden aber zunehmend restriktiv und für viele Amerasier*innen schlicht unmöglich, da sie die Identität ihres Vaters meist nicht kannten.
„Wo die Asche blüht“ spielt vor allem 1969 und 2016, außerdem auf mehreren Erzählebenen. Wir begleiten 1969 Trang und ihre Schwester Quỳnh, die in armen Verhältnissen leben und aus finanziellen Gründen nach Sài Gòn gehen, um dort als sogenannte Barmädchen zu arbeiten. Wie sich herausstellt, bleibt es jedoch nicht beim Trinken mit amerikanischen Soldaten, sondern umfasst vielmehr auch Prostitution. Auf diesem Wege lernt Trang, die sich den Decknamen Kim gibt, den Hubschrauberpiloten Dan kennen und geht eine Beziehung mit ihm ein, die schließlich in einer Schwangerschaft endet.
Dan reist 2016 mit seiner Frau Linda in das heutige Hồ-Chí-Minh-Stadt. Primär, um sich mit seinen Kriegstraumata auseinanderzusetzen, insgeheim aber auch für die Suche nach Kim und dem gemeinsamen Kind. Linda weiß derweil nichts von Dans Affäre während seiner Stationierung in Vietnam.
Außerdem begleiten wir den Waisen und Amerasier Phong, wie er ebenfalls 2016 versucht, eine Ausreisegenehmigung zu erhalten und nach der erneuten Absage versucht, seinen amerikanische Vater zu finden. Aufgrund seiner dunklen Haut hat er mit zusätzlicher Diskriminierung zu kämpfen und wünscht sich ein besseres Leben für seine eigene Familie.
Ich weiß gar nicht, wie ich meiner Begeisterung für das Buch jemals mit Worten gerecht werden soll! Die Handlung springt zwischen den Charakteren und Zeitebenen mit einer Geschicklichkeit, die Spannung aufbaut, dabei den Faden aber niemals verliert. In dem Buch steckt so unglaublich viel Recherche zum Krieg selbst, aber auch zu den multidimensionalen Schicksalen danach, dass es eine Masse an Wissen vermittelt, ohne je sachbuchartig zu werden. Vor allem aber bin ich zutiefst beeindruckt, mit wie viel Liebe und Detailliertheit Nguyễn Phan Quế Mai ihre Figuren schreibt.
Alle Figuren sind einfach so vielschichtig, dass ganz organisch Themen wie Kriegstraumata, Armut, sexuelle Ausbeutung und eine allgemeine Frage nach Verantwortung innerhalb eines schrecklichen Krieges behandelt werden. Besonders Dan reflektiert sein Verhalten als amerikanischer Soldat auf extrem authentische Weise. Zudem fällt auf, wie respektvoll das Buch in Bezug auf vietnamesische Kultur, Sprache sowie buddhistischen Glauben geschrieben ist. Immer wieder werden vietnamesische Begriffe oder ganze Sätze eingebunden und ganz elegant innerhalb der Handlung übersetzt. Keine Fußnoten, Glossare oder hölzerne Übersetzungen, die mich sonst immer sehr aus dem Lesefluss bringen.
Ich habe bitterlich geweint, war emotional so gerührt wie selten bei einem Buch, fand die Plottwists großartig und gehe aus der Lektüre mit dem Gefühl, extrem viel gelernt zu haben. Eine absolute (!) Leseempfehlung von mir, bitte lest dieses Buch. Und um es mit den Worten der Autorin abzuschließen: „Möge unser Planet nie wieder einen bewaffneten Konflikt erleben.“
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