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Die Könige von Babelsberg Fritz Lang und die Akte Rosenthal | Eine fesselnde, weitgehend unerzählte Episode aus dem Leben von Fritz Lang

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.10.2024

Verlag

Rowohlt Kindler

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

20,9/13/2,6 cm

Gewicht

349 g

Farbe

Camel / Schwarz

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-463-00055-8

Beschreibung

Rezension

Spannend und überraschend. ("Preußische Allgemeine Zeitung")
Gut recherchiert, spannend geschrieben, begeistert der Roman nach wahren Begebenheiten von der ersten bis zur letzten Seite. ("StadtRadio Göttingen "Books N' Rocks"")
Ein prickelndes Buch. ("Dresdner Morgenpost")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.10.2024

Verlag

Rowohlt Kindler

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

20,9/13/2,6 cm

Gewicht

349 g

Farbe

Camel / Schwarz

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-463-00055-8

Herstelleradresse

Kindler Verlag
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

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  • Bewertung

    aus Marl

    5/5

    20.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein vielschichtiger historisch…

    Ein vielschichtiger historisch geprägter Kriminalroman auf der Grundlage eines realen Falls Es ist das Berlin der 1920er Jahre, Fritz Lang ist ein großer Regisseur und an seiner wohl nicht nur künstlerischen Seite die Drehbuchautorin Thea von Harbou. Doch beide sind verheiratet. Eines Tages wird die Polizei zu einen Tatort gerufen. Elisabeth Rosenthal, Langs Ehefrau, soll sich das Leben genommen haben, zumindest der Regisseur selbst und auch die ebenfalls anwesende Harbou stellen es so dar. Dem zuständigen Kriminalkommissar Beneken fallen da direkt einige Ungereimtheiten ins Auge und auch die Aussagen der beiden 'Hauptzeugen' sind so widersprüchlich, dass da etwas nicht stimmen kann. Der junge Kommissar lässt das Selbstmordurteil nicht gelten und will ermitteln, wogegen sich allerdings seine Vorgesetzten stemmen. Ein berühmter Mann wie Lang, da will man keinen Staub aufwirbeln. Doch Beneken stellt sich dem entgegen und geht die Sache zielstrebig und akribisch an, gräbt sich regelrecht hinein, in die Szene der Berliner Künstler-Highsociety, deren Geheimnisse und Abgründe. Und dabei kommt er auch seinen eigenen Untiefen sehr nah und irgendwann auch der Frage, ob es ihm die Wahrheit wert ist, sich selbst in Gefahr zu bringen. Diese Geschichte, sie ist weitaus mehr wie 'nur' ein Kriminalroman. Da ist einmal die reale Begebenheit, die dahinter steht, Langs Ehefrau wurde tatsächlich tot aufgefunden und der Fall bis heute nicht abschließend geklärt. Und dann die Historie dieser Zeit, das Berlin um 1920, die aufkeimende politische Ausrichtung und das in Kombination mit der geradezu Hollywood-liken Szene der Kunst-und Filmwelt dieser Tage. Mitten drin ein junger Kommissar, der seinem Beruf, der Ermittlung der Wahrheit und Dingfestmachung der wahren Schuldigen, noch mit vollem Engagement nachkommt und den wir dabei gerne begleiten, auch in den Sequenzen, wenn es um seine eigenen Probleme und sein Seelenheil geht. Ein Buch, packend und richtig gut 'inszeniert', ein wahres Lesevergnügen. Gerne mehr davon.

  • Bewertung

    5/5

    20.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein vielschichtiger historisch geprägter Kriminalroman auf der Grundlage eines realen Falls

    Es ist das Berlin der 1920er Jahre, Fritz Lang ist ein großer Regisseur und an seiner wohl nicht nur künstlerischen Seite die Drehbuchautorin Thea von Harbou. Doch beide sind verheiratet. Eines Tages wird die Polizei zu einen Tatort gerufen. Elisabeth Rosenthal, Langs Ehefrau, soll sich das Leben genommen haben, zumindest der Regisseur selbst und auch die ebenfalls anwesende Harbou stellen es so dar. Dem zuständigen Kriminalkommissar Beneken fallen da direkt einige Ungereimtheiten ins Auge und auch die Aussagen der beiden 'Hauptzeugen' sind so widersprüchlich, dass da etwas nicht stimmen kann. Der junge Kommissar lässt das Selbstmordurteil nicht gelten und will ermitteln, wogegen sich allerdings seine Vorgesetzten stemmen. Ein berühmter Mann wie Lang, da will man keinen Staub aufwirbeln. Doch Beneken stellt sich dem entgegen und geht die Sache zielstrebig und akribisch an, gräbt sich regelrecht hinein, in die Szene der Berliner Künstler-Highsociety, deren Geheimnisse und Abgründe. Und dabei kommt er auch seinen eigenen Untiefen sehr nah und irgendwann auch der Frage, ob es ihm die Wahrheit wert ist, sich selbst in Gefahr zu bringen. Diese Geschichte, sie ist weitaus mehr wie 'nur' ein Kriminalroman. Da ist einmal die reale Begebenheit, die dahinter steht, Langs Ehefrau wurde tatsächlich tot aufgefunden und der Fall bis heute nicht abschließend geklärt. Und dann die Historie dieser Zeit, das Berlin um 1920, die aufkeimende politische Ausrichtung und das in Kombination mit der geradezu Hollywood-liken Szene der Kunst-und Filmwelt dieser Tage. Mitten drin ein junger Kommissar, der seinem Beruf, der Ermittlung der Wahrheit und Dingfestmachung der wahren Schuldigen, noch mit vollem Engagement nachkommt und den wir dabei gerne begleiten, auch in den Sequenzen, wenn es um seine eigenen Probleme und sein Seelenheil geht. Ein Buch, packend und richtig gut 'inszeniert', ein wahres Lesevergnügen. Gerne mehr davon.

  • hasirasi2

    aus Dresden

    5/5

    09.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Bermudadreieck

    „Beneken hasste diesen Fall, schon jetzt. Es war keine Logik darin – und schon gar keine Vernunft.“ (S. 87) Der der junge Kriminalkommissar Beneken wird zu einem angeblichen Selbstmord gerufen, der ihm von Anfang an suspekt erscheint. Es gibt Hinweise auf ein Verbrechen, aber der Ehemann der Toten ist ein ganz Großer im Filmgeschäft und die andere Verdächtige seine Drehbuchautorin und evtl. auch Geliebte. Die beiden und seine Vorgesetzten insistieren, dass er den Fall auf sich beruhen lassen soll. Aber Beneken kann nicht, die Widersprüche sind zu groß. Und mit Widersprüchen kennt er sich aus, denn er ist selbst einer. Nachdem sein Vater und sein Bruder im 1. WK gefallen sind, klammert sich seine Mutter geradezu an ihn und er will sie nicht enttäuschen. Auf Arbeit hat er es nicht leicht. Er sieht extrem jung aus und muss sich jeden Tag neu beweisen. „Das Gesicht eines Kindes, aber hart wie ein Fels.“ (S. 105) Nachts amüsiert er sich im Boxclub, ergötzt sich an den brutalen Kämpfen und schwitzenden Körpern, oder besucht ein Varieté und bewundert die Tänzerinnen, ist fasziniert von deren Seidenstrümpfen, auch von denen, die seine Stenotypistin trägt ... In „Die Könige von Babelsberg“ beschäftig sich Ralf Günther mit dem nie vollständig geklärten Todesfall der jüdischen Schauspielerin Elisabeth Rosenthal, deren Mann, Regisseur Fritz Lang, und dessen Drehbuchautorin und (Geliebte?) Thea von Harbou wohl bei ihrem Tod dabei waren. Damals wurde alles als Selbstmord hingestellt, aber das wäre technisch schwierig gewesen. „Es sind die Abgründe, die mich faszinieren. Das, was man nicht sieht.“ (S. 64) Beneken ist ein kompromissloser Ermittler, der sich an dem Fall festbeißt und den Forderungen seiner Vorgesetzten einfach nicht nachgeben will, obwohl man ihm mit Entlassung und noch schlimmerem droht. Fritz Lang und Thea von Harbou sind unantastbar! „Sie wollen doch das Ansehen dieser ehrenhaften Leute nicht zu Gunsten von Juden beschädigen?“ (S. 76) Die beiden Verdächtigen widersprechen sich bei den Vernehmungen mehrfach und ändern den Tathergang. Es ist, als würden sie eins ihrer Drehbücher proben und schauen, welche Version für einen Selbstmord am schlüssigsten ist. Beneken ist ein sehr spannender Charakter, schwer zu fassen. Lange kennt man nur seinen Nachnamen. Schnell wird klar, dass er ein Geheimnis hat, welches sich dem Leser nur langsam erschießt. Erst danach erfährt man auch seinen Vornamen. Ralf Günther verwebt den historischen True-Crime-Fall gekonnt mit seinem fiktiven Ermittler, der zwischen unten und oben, High Society und Unterwelt balanciert und sich irgendwann entscheiden muss, auf welcher Seite er stehen will. Der Fall ist extrem spannend. Die Babelsberger Studios, das Adlon und Benekens Clubs bilden die perfekte Kulisse dafür Handlung, auch dort ist Schein oft mehr als Sein. Zudem erfährt man, wie eine Filmproduktion damals funktionierte. Und da Beneken so ein interessanter Charakter ist, bin ich gespannt, ob er mal wieder ermitteln darf oder sich sein Leben vielleicht in eine andere Richtung entwickelt – auf jeden Fall würde ich sehr gern wieder von ihm lesen.

  • hasirasi2

    aus Dresden

    5/5

    09.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Bermudadreieck „Beneken…

    Das Bermudadreieck „Beneken hasste diesen Fall, schon jetzt. Es war keine Logik darin – und schon gar keine Vernunft.“ (S. 87) Der der junge Kriminalkommissar Beneken wird zu einem angeblichen Selbstmord gerufen, der ihm von Anfang an suspekt erscheint. Es gibt Hinweise auf ein Verbrechen, aber der Ehemann der Toten ist ein ganz Großer im Filmgeschäft und die andere Verdächtige seine Drehbuchautorin und evtl. auch Geliebte. Die beiden und seine Vorgesetzten insistieren, dass er den Fall auf sich beruhen lassen soll. Aber Beneken kann nicht, die Widersprüche sind zu groß. Und mit Widersprüchen kennt er sich aus, denn er ist selbst einer. Nachdem sein Vater und sein Bruder im 1. WK gefallen sind, klammert sich seine Mutter geradezu an ihn und er will sie nicht enttäuschen. Auf Arbeit hat er es nicht leicht. Er sieht extrem jung aus und muss sich jeden Tag neu beweisen. „Das Gesicht eines Kindes, aber hart wie ein Fels.“ (S. 105) Nachts amüsiert er sich im Boxclub, ergötzt sich an den brutalen Kämpfen und schwitzenden Körpern, oder besucht ein Varieté und bewundert die Tänzerinnen, ist fasziniert von deren Seidenstrümpfen, auch von denen, die seine Stenotypistin trägt ... In „Die Könige von Babelsberg“ beschäftig sich Ralf Günther mit dem nie vollständig geklärten Todesfall der jüdischen Schauspielerin Elisabeth Rosenthal, deren Mann, Regisseur Fritz Lang, und dessen Drehbuchautorin und (Geliebte?) Thea von Harbou wohl bei ihrem Tod dabei waren. Damals wurde alles als Selbstmord hingestellt, aber das wäre technisch schwierig gewesen. „Es sind die Abgründe, die mich faszinieren. Das, was man nicht sieht.“ (S. 64) Beneken ist ein kompromissloser Ermittler, der sich an dem Fall festbeißt und den Forderungen seiner Vorgesetzten einfach nicht nachgeben will, obwohl man ihm mit Entlassung und noch schlimmerem droht. Fritz Lang und Thea von Harbou sind unantastbar! „Sie wollen doch das Ansehen dieser ehrenhaften Leute nicht zu Gunsten von Juden beschädigen?“ (S. 76) Die beiden Verdächtigen widersprechen sich bei den Vernehmungen mehrfach und ändern den Tathergang. Es ist, als würden sie eins ihrer Drehbücher proben und schauen, welche Version für einen Selbstmord am schlüssigsten ist. Beneken ist ein sehr spannender Charakter, schwer zu fassen. Lange kennt man nur seinen Nachnamen. Schnell wird klar, dass er ein Geheimnis hat, welches sich dem Leser nur langsam erschießt. Erst danach erfährt man auch seinen Vornamen. Ralf Günther verwebt den historischen True-Crime-Fall gekonnt mit seinem fiktiven Ermittler, der zwischen unten und oben, High Society und Unterwelt balanciert und sich irgendwann entscheiden muss, auf welcher Seite er stehen will. Der Fall ist extrem spannend. Die Babelsberger Studios, das Adlon und Benekens Clubs bilden die perfekte Kulisse dafür Handlung, auch dort ist Schein oft mehr als Sein. Zudem erfährt man, wie eine Filmproduktion damals funktionierte. Und da Beneken so ein interessanter Charakter ist, bin ich gespannt, ob er mal wieder ermitteln darf oder sich sein Leben vielleicht in eine andere Richtung entwickelt – auf jeden Fall würde ich sehr gern wieder von ihm lesen.

  • Bewertung

    5/5

    27.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dicht und atmosphärisch

    Dieses Buch ist eine Zeitreise, die den Bogen über 100 Jahre in die Vergangenheit schlägt. Der Autor schafft es sehr wirkungsvoll, die damalige Lebensstimmung zwischen den Weltkriegen, in der fast alles möglich schien, lebendig werden zu lassen. Leider wissen wir, wie dieser damalige "Aufbruch" ausgegangen ist - mit dem größten humanitären Desaster der neueren Zeit. Alle innovativen Strömungen, Einsichten, Experimente ebendieser Periode wurden auf dem Opferstein reaktionärer, nationalsozialistischer Strömungen und Verirrungen geopfert, die Folge war eine große, konservative Rückentwicklung. Wo wir gesellschaftlich heute stünden ohne Herrschaft von Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg? Die ganz besondere Stimmung dieser Zeit wird in diesem Buch für meinen Geschmack sehr intensiv und vibrierend eingefangen und dargestellt. Die Kriminalgeschichte mit einem hochinteressanten, speziellen und sich entwickelnden Kommissar tut das ihre, um dem Buch Spannung zu geben. Ich habe die Lektüre vollauf genossen, gerade in der Spannung zwischen damals und heute und dem historischen Wissen, was dazwischen lag. Wenn man sich vorstellt, wie ungemein sich die Filmgeschichte seither von Stummfilm zu Netflix Streaming entwickelt hat, wird mir bewusst, in welchem Zeitraffer sich gerade meine Lebenszeit befindet.

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