Berlin 1961: Für Achim könnte es eigentlich nicht besser laufen - das Abitur hat er in der Tasche, einen Studienplatz sicher und Chris, das Mädchen, das er heimlich liebt, scheint auch ihn zu mögen. Doch über Nacht ändert sich alles. Mit dem Bau der Mauer schlägt das DDR-Regime einen härteren Ton an. Misstrauen, Verfolgung und Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Als einer seiner Freunde im Gefängnis landet, fasst Achim einen schweren Entschluss: Er muss raus aus Ostberlin und alle, die er liebt, zurücklassen.
Drüben angekommen, setzt er alles daran, Menschen aus der DDR bei ihrer Flucht zu unterstützen. Gemeinsam mit anderen Helfern gräbt er Tunnel von West- nach Ostberlin - in ständiger Angst, von der Stasi entdeckt zu werden, und voller Hoffnung, Chris eines Tages wiederzusehen.
Ein packender Roman über die legendären Tunnelfluchten aus der DDR, erzählt nach einer wahren Geschichte
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Shilo
aus Ulm
5/5
11.07.2025
eBook (ePUB 3)
Flucht aus der DDR: Ein Drama nach wahren Begebenheiten
Das Buch "Der Tunnelbauer" von Maja Nielsen ist ein eindrucksvoller und bewegender Roman, der auf wahren Begebenheiten basiert und die dramatische Zeit des Mauerbaus in Berlin 1961 lebendig werden lässt.
Im Mittelpunkt steht Achim, ein junger Mann aus Ostberlin, der gerade am Beginn eines vielversprechenden Lebens steht, doch mit dem plötzlichen Bau der Berliner Mauer ändert sich alles. Die Freiheit, die er sich erhofft hatte, wird ihm genommen. Aus persönlicher Betroffenheit heraus trifft Achim eine mutige Entscheidung: Er flieht in den Westen, lässt alles hinter sich und beginnt von dort aus, anderen zur Freiheit zu verhelfen – mit bloßen Händen, unter Lebensgefahr, indem er Tunnel gräbt.
Was besonders heraussticht, ist die Perspektivenvielfalt: Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt, was den Leser noch tiefer in die inneren Konflikte, Hoffnungen und Ängste der Figuren hineinzieht. Die Charaktere wirken dadurch sehr real und greifbar. Nielsen schafft es, historische Ereignisse mit persönlichen Schicksalen zu verbinden – emotional und gleichzeitig authentisch.
Der Roman ist durchgehend spannend erzählt, teilweise atemlos, weil man mit den Figuren mitfiebert, wenn wieder ein Tunnel gegraben oder eine Flucht geplant wird. Gleichzeitig bleibt genug Raum, um über die Themen Freiheit, Mut und Verlust nachzudenken. Besonders beeindruckend ist, wie viel Risiko Menschen auf sich genommen haben, um andere zu retten. Dieses wird in diesem Buch greifbar und nachvollziehbar geschildert.
Insgesamt ist "Der Tunnelbauer" ein fesselndes Zeitzeugnis und ein großartiges Buch für Jugendliche wie Erwachsene, das nicht nur informiert, sondern auch tief berührt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Astrid Wergen
5/5
17.02.2024
eBook (ePUB 3)
Gänsehautgefühl garantiert!
Zugegeben, in Berlin sind die Zeichen der Mauer noch gut erkennbar. Ob Mauerreste oder das Band, das an Stelle der Mauer in den Boden eingelassen ist, man findet sie. Aber meine Generation (ich bin 1982 geboren) kann kaum bis gar nicht mehr nachvollziehen, was die Mauer für die Menschen bedeutet hat. Zerrissene Familien oder Todesangst, wenn man in die Nähe des Grenzstreifens kam. Auch die Angst davor, dass man von der engsten Familie und Freunden verraten wird, weil diese für die Stasi gearbeitet haben.
Anfang der 60er verbringt eine Clique um Achim einen tollen Sommer an der Ostsee. Das Abitur in der Tasche verabreden sich die Freunde, sich immer in den Schnapszahljahren (66, 77, 88,…) wieder zu treffen. Doch der Staat hat andre Pläne und macht den Freunden einen Strich durch die Rechnung. 1961 passiert das, was ursprünglich politisch abgewiegelt wurde: Berlin und Deutschland wurde durch einen Mauerbau getrennt. In dieser politisch angespannten Zeit wird Achims Freund wegen einer Kleinigkeit verhaftet und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Achim selbst gelingt noch schnell die Flucht, aber die anderen müssen in der DDR verbleiben. Auf die Freunde wird der Druck erhöht, zum Teil werden sie so unter Druck gesetzt, dass sie gezwungener Maßen als Spione eingesetzt werden. Doch Achim will das nicht auf sich sitzen lassen. Er setzt alles daran, mit anderen Menschen und Gleichgesinnten den Bewohnern der DDR die Flucht zu ermöglichen. Dieses Unterfangen ist hoch riskant. Ob Haft, oder sogar der Tod drohen. Achim kann mit Spionen Kontakt zu seiner Jugendliebe Chris aufnehmen, und sie zur Flucht überreden. Einige Menschen gelingt die Flucht im Kofferraum eines Autos. Da kommt die Stasi doch schnell dahinter. Hunde werden angesetzt, die Autos auseinander genommen. Dann baut Achim aber an einem Tunnel unter der Mauer. Gestartet wird in Hinterhöfen, und in wochenlanger Schwerstarbeit werden Tunnel ausgehoben. Immer mit der Angst im Hinterkopf, entdeckt zu werden. Zwar gelingt im ersten Tunnel die Flucht für einige, aber der Tunnel stürzt zum Teil ein, zum anderen werden die Fluchthelfer entdeckt, weil sie verraten wurden. Nicht mal dem nächsten kann man trauen. Doch die Flucht durch den Tunnel soll ein weiteres Mal gelingen.
Es ist unvorstellbar, was von den Fluchthelfern geleistet wurde. Ob auf Westdeutscher oder Ostdeutscher Seite: es hat sehr viel Mut und Durchhaltevermögen benötigt, um den Alltag im geteilten Deutschland zu bewältigen, aber auch zur Flucht zu verhelfen.
Das Hörbuch selbst ist wunderbar umgesetzt. Maja Nielsen hat super recherchiert und die Geschichte lebendig aufbereitet. Ich habe richtig mitgefiebert. Es ist unglaublich, was hier an Arbeit geleistet wurde. Woran man denken musste beim Tunnelbau. Allein Achims Studium als Tunnelbauer kommt ihm hier dermaßen zur Hilfe. Er kann sein Wissen praktisch anwenden. Sein Studium ist teilweise mehr Tarnung als wirkliches Studium und muss nebenher laufen. Die Sorge um die Familie und die Freunde treibt alle an. Die Erleichterung, wenn etwas gelingt, ist spürbar. Man kann sich das – wenn man es selbst nicht miterlebt hat – nicht vorstellen, wie das sein muss, wenn man nicht weiß, wem man wirklich vertrauen kann oder nicht. Es ist fast lähmend, weil man nicht weiß, wie man der Situation entrinnen kann. Maja Nielsen hat diesen Tatsachenbericht wirklich sehr plastisch aufbereitet und ich bin nach wie vor sehr fasziniert, wie echt es sich angefühlt hat, man war im Prinzip mit dabei. Und vielleicht hat es gerade das so faszinierend gemacht, dass diese Geschichte wirklich passiert ist. Denn Achim ist kein anderer als Joachim Neumann, der sein Leben dafür riskiert hat, anderen zu helfen.
Maja Nielsen und Joachim Neumann berichten übrigens immer wieder von diesem Tatsachenbericht. Ob auf Autoren-/Leserreise, oder auf ihren Webseiten. Auch der Verlag Gerstenberg stellt viele Unterlage, u. a. auch für Unterrichtsstunden, zur Verfügung.
Gruselig, spannend, und einfach wichtig, dass solche Geschichten immer wieder erzählt werden. Denn sie haben nichts an ihrer Aktualität verloren
nanu?!
aus Belgien
5/5
05.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Flucht aus der DDR
"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten", versprach Walter Ulbricht 1961. Was das Versprechen wert war, wissen wir heute nur zu genau.
In welche Richtung der Staat abdriftet, begreift Achim bald sehr schnell. Sein Kumpel Lampe soll wegen einer Kneipenschlägerei 8 Jahre lang weggesperrt werden, obwohl der nur Zeuge war.
Für Achim heißt das nur eines, in so einem Land will er nicht leben und bereitet seine Flucht vor. Und das ist nicht alles, er will so vielen Menschen wie nur möglich zur Flucht verhelfen, und riskiert dabei Kopf und Kragen.
Was für eine intensive Geschichte, vor allem wenn man bedenkt, dass das meiste hiervon wirklich so passiert ist.
Kaum steht die Mauer, da versuchen viele Menschen auch schon zu fliehen.
Die Anstrengungen und Todesangst die Achim und seine Mitstreiter dabei ausstehen, kommen schon ziemlich authentisch rüber. Als Leser bangt man richtig mit den Leuten mit.
Da bleibt auch die Frage, wen kann man vertrauen? Wen weiht man in die Pläne ein? Denn Spitzel gab es überall, sowohl auf der östlichen, wie auch auf der westlichen Seite.
Und wenn sie es geschafft haben, bleibt es ja nicht einfach dabei. Die Angehörigen, die immer noch im Osten sitzen werden dann drangsaliert und verhört und da kann man froh sein, wenn es nur dabei bleibt. Es kann ja nicht sein, dass die Familie nichts von den Fluchtplänen des Flüchtenden wusste und so weiter. Auch diese Seite wird anschaulich beschrieben.
Das Buch richtet sich an Jugendliche, aber es schont seine jungen Leser nicht. Mit den Figuren bangt und hofft man mit, nichts wird beschönigt.
Kurz nach dem Bau der Mauer ist es noch relativ einfach zu fliehen. Aber die Grenzpolizei lernt schnell dazu und es wird immer schwieriger, über die Grenze zu kommen.
Die Tunnel die Achim baut, werden später als Tunnel 29 und Tunnel 57 berühmt werden. Die Autorin hat alle Namen in der Geschichte verändert, bis auf den von Achim, denn er spielt eine wichtige Rolle. Was genau am Ende fiktiv ist und was nicht, wird in einem Nachwort erläutert.
Dieses Buch sollte in der Schule gelesen und besprochen werden. Es ist aber für jedes Lesealter, ab den empfohlenen 13 Jahren, gut lesbar.
SimoneF
5/5
03.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Flucht aus der DDR - eine beeindruckende wahre Geschichte
2024 jährte sich die Gründung der beiden deutschen Staaten zu 75. Mal, und es sind genau 60 Jahre vergangen, seit durch den erfolgreichsten aller Fluchttunnel 57 Menschen in den Westen gelangten. Passend hierzu erschien das Buch "Der Tunnelbauer" von Maja Nielsen, in dem die bewegende Geschichte von Joachim (Achim) Neumann erzählt wird, der selbst kurz nach dem Mauerbau mit 18 Jahren in den Westen floh und am Bau mehrerer Fluchttunnel beteiligt war, unter anderem an dem erwähnten Tunnel 57.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Achim und seiner Freundin Christa, der Achim von Westberlin aus zur Flucht aus der DDR verhelfen möchte, erzählt.
Maja Nielsen hat den Inhalt perfekt auf eine jugendliche Zielgruppe ab ca. 14 Jahren abgestimmt. Geschickt verwebt sie Informationen über die ideologische Ausgangssituation in der DDR, das gesellschaftliche Klima und die Gefahren einer Republikflucht für den Flüchtenden und seine Angehörigen mit einer spannend erzählten Geschichte. Beim Lesen fiebert man mit den Fluchthelfer:innen und Flüchtenden mit, die emotionale Belastung und Anspannung aller Beteiligten wird spürbar. Es ist wirklich beeindruckend, welche enormen Risiken und Anstrengungen alle Beteiligten auf beiden Seiten der Mauer auf sich genommen haben.
Alle im Buch genannten Personen hat es tatsächlich gegeben, aus Datenschutzgründen werden sie aber bis auf Christa und Achim nicht mit ihrem richtigen Namen genannt. Im Anhang erfährt man, was aus den realen Vorbildern der Fluchthelfer geworden ist. Eine Chronik der Mauer, ein Glossar der wichtigsten Begriffe sowie persönliche Fotos der Tunnelbauer und eine Karte runden das Buch perfekt ab.
Fazit: Gleichzeitig lehrreich und sehr lebendig erzählt "Der Tunnelbauer" ein beeindruckendes Stück deutscher Geschichte. Ich möchte es jedem Jugendlichen und auch allen Lehrern der Mittel- und Oberstufe dringend ans Herz legen. Sehr empfehlenswert ist auch das Hörbuch „Der Tunnelbauer“, in dem der echte Joachim Neumann am Anfang und Ende selbst zu Wort kommt.
Luciefer
5/5
02.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr vielseitig und gut geschrieben!
Die Geschichte wie mehrere Tunnel unter der Berliner Mauer gegraben wurde ist so ähnlich wie in diesem Buch beschrieben tatsächlich passiert, was die Geschichte, die auch ohne geschichtlichen Hintergrund schon richtig spannend und toll zu lesen ist, nochmal mehr tiefe und emotionale Betroffenheit gibt!
Ich fand dieses Werk einfach grandios, denn es beleuchtet so viele seiten und zeigt ohne Dinge zu beschönigen wie es damals gewesen sein muss!
Für alle die bewegende Literatur über die Vergangenheit mögen, für alle Fans von Klaus Kordon.
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