Das neue China: Chance und Gefahr China ist keine ferne Bedrohung mehr, China ist da! Politisch und wirtschaftlich. Das Reich der Mitte ist ehrgeizig, schnell und gut organisiert, es ist innovativ wie das Silicon Valley und bestimmt zunehmend die internationalen Spielregeln. China setzt auf Wachstum und digitale Technologien und hält sich nicht mit dem westlichen Demokratiemodell auf. Auf allen Kontinenten investiert es in Bodenschätze, Schlüsselindustrien und Infrastruktur - auch bei uns. Das 1000-Milliarden-Dollar-Projekt der Neuen Seidenstraße reicht bis Duisburg. An den Aktienmärkten gehören Alibaba und Tencent inzwischen zu den weltweit größten Unternehmen. Aus erster Hand zeigt der China-Experte Frank Sieren, wo China uns direkt herausfordert und was die neue Weltmacht für uns bedeutet: sowohl Chance als auch Gefahr.
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Spiegel und Lackmus-Test für den Westen
Bewertung aus Zürich am 21.07.2021
Bewertungsnummer: 1530821
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Stand 2012 ist das Buch bei der in China trotz Corona weiterhin rasanten Entwicklung und Veränderung zwar nicht mehr ganz up to date. Es bietet uns Westlern aber allemal noch mehr als nur genügend Stoff, um unsere eigene Arroganz, Rückständigkeit und Verschlafenheit zu hinterfragen, und uns zu überlegen, ob wir auf der globalen Bühne auch noch eine Rolle spielen möchten, oder weiterhin nur selbstverliebt darüber reden, was China schon längst im Begriff ist, nicht nur in China sondern in ganz Asien und Afrika proaktiv auszubauen, und sich damit Goodwill und Einfluss verschafft, welchen man weder mit Sanktionen noch militärischen Aufmärschen wird eindämmen können.
Frank Sieren bietet einen guten Mix aus einerseits Anekdoten, welche mit Praxisbezug die Glaubwürdigkeit des Buchs unterstreichen, als auch zusammenfassende Übersichten und Reflexionen für den Blick auf's Ganze, für Trends und damit einen Ausblick auf das, was in den nächsten Jahren insbesondere noch über Europa hereinbrechen dürfte.
Supermacht China?
inlibrisfutura.de am 29.05.2020
Bewertungsnummer: 1334211
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Zu wissen, was Peking will, ist hilfreicher denn je, wenn es darum geht, ein Wörtchen mitzureden.“
Wer kann schon sagen, wie viele Sterne die chinesische Flagge zukünftig noch tragen wird? Denn Frank Sieren zeigt in seinem aktuellsten Werk anhand diverser Analysen und Gebieten auf, wie die globale Macht des Reiches der Mitte wächst. Die Zeit als Fabrik der Welt sei vorbei, so der seit 1994 in Peking lebende Journalist.
Besonders fokussiert sich der Autor auf das Projekt der sämtliche eurasische Länder verknüpfenden Neuen Seidenstraße, der Digitalisierung, E-Mobilität und dem letzten sich entwickelnden Kontinent Afrika mithilfe der Chinesen. Hier kommt dem Leser die Vorstellung einer globalen Regierung und Organisation gar nicht mehr so weit hergeholt vor.
Das Buch zeigt auf, wie schnell und strategisch klug China den USA und Europa den Rang abläuft, wie ambitioniert der Staat und wie schleichend die alten Mächte vorgehen. Es ist ein Weckruf, der klar strukturiert, gut recherchiert und beeindruckend ist, gleichzeitig stellenweise aber auch deutlich polemisch ist. Im Vergleich zu Dirk Müllers „Machtbeben“ ließe sich hier eine interessante Diskussion entwickeln.
Made in China sollte fortan eher nachdenklich als lächerlich genutzt werden.
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Wie ein im Ausland arbeitender Deutscher China sieht
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Frank Sieren ist einer der bekanntesten im Ausland tätigen Deutschen. Sein Schwerpunktgebiet liegt hier auf China und dem ostasiatischen Wirtschaftsraum. Diese Region hat schon viele Unternehmen und äußerst kluge Köpfe hervorgebracht. Europäische Länder, mit Ausnahme Deutschlands gelangen immer mehr ins Hintertreffen. Als deutscher Staatsbürger agiert er in seinen Ausführungen aus Sicht unserer Nachbarn. Doch wie kam es sein dass ein Land welches vor 100 Jahren noch zu den Schwellenländern zählte in den letzten Jahrzehnten dermaßen viel aufholen konnte?
China hat in ganz unterschiedlichen Disziplinen erheblich aufgeholt. Noch vor wenigen Jahren waren die Vereinigten Staaten von Amerika die unangefochtene Nummer 1 der Welt. Die Amerikaner aber, aktuell unter Präsident Joe Biden, müssen sich davor hüten nicht als die dominierende Weltmacht abgelöst zu werden. Ein Land welches Erfindungen wie autonomes Fahren oder die Medienmaschine Hollywood hervorgebracht hat gerät zunehmend in Bedrängnis. Doch hat dies alles nur Donald Trump zu verantworten?
Nein, ist Frank Sieren überzeugt! Die Gründe für den immer besseren Wirtschaftskurs Chinas liegen in anderen Bereichen. Chinas kommunistische Regierung hat kein Interesse daran der globalen Welt ihre Wertvorstellungen aufzudrücken. Die USA aber haben sich schon oft erfolgreich, manchmal weniger erfolgreich darin versucht. Die Chinesen betreiben seit Jahren eine andere Art der Eroberungspolitik. Nicht durch militärische Einsätze rund um den Globus können die Mitbewerberstaaten wie die USA, Indien oder Israel in die Knie gezwungen werden.
Die Grundidee der KP ist eine ganz andere. Wirtschaftliche Erfolge und der Export von Hochtechnologie ist ein viel besserer Weg sich die Welt langsam aber stetig untertan zu machen. Die Vereinigten Staaten waren bis zum Ende des letzten Jahrhunderts noch die führende Nation in der Erforschung des Weltraums. Heute ist es China das die unendlichen Weiten des Kapitalismus erobert. Bereits Ende des 2022, so weiß Sieren zu berichten, planen die Chinesen eine eigene Raumstation. Das Vorbild dafür ist die „Internationale Raumstation“, kurz ISS. Auch wenn er vergessen hat dass chinesische Raumfahrer nicht Astronauten, sondern Taikonauten heißen, wie ich anmerken darf.
Sehr interessant ist auch zu lesen was Sieren aus der Welt der Medien berichtet. Es ist bekannt, dass die großen „Big Five“, also USA, Australien, Großbritannien, Deutschland und Frankreich untereinander gerne Geheimnisse austauschen. Das führt dann meist zu wie es so schön heißt „Fake News“, also alternative falsche Informationen. In China ist das kein Problem. Es gibt nur eine Handvoll Zeitungen und wenige Fernsehsender und Radiostationen. Das erscheint im ersten Moment vielleicht einseitig, aber nur aus Sicht des deutschen, also europäischen Lesers.
China selber hat eine Hollywood Schmiede, welche große Filme für das eigene Volk produziert. Bei uns ist dies weitgehend unbekannt, weil diese Filme nicht für den europäischen Markt konzipiert sind. Alle werden in der Landessprache Mandarin abgefasst. Sehr interessant zu lesen, manche der Infos sind aber nicht ganz neu.
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