"Orbital" is an amazing tale of earth, space and the human experience. Written in beautiful language, the short novel metaphorizes the incrompehensible sense of scale we as humans posess in relation to our environment and how small the human is compared to the vast emptiness of space. The crew inside the spaceship shows how human perception is driven by emotions of hope and childlike excitement but also hopelessness and nihilism. This short novel is definetely philosophical, poetic and altogether beautiful.
east
5/5
07.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein kleiner blauer Punkt inmitten des großen Universums
Sechs Astronauten auf ihrer Sechsmonat-Mission auf der ISS: Ein Leben in der Schwebe. Anders und doch routiniert, unbequem und doch wundervoll. Gemeinsam mit Samantha Harvey folgen wir den Spuren von sechs fiktiven Raumfahrern in ihrem weniger fiktiven Leben. Detailgenau recherchiert begleiten wir die Forscher und Entdecker auf ihrer Reise an den Rand der Menschheit und in die Mitte der Menschlichkeit, finden einen neuen Blickwinkel auf die Erde, aus der Ferne und doch ganz nah.
Weder optimistisch noch pessimistisch berichtet ein allwissender Erzähler von immer gleichen Umlaufbahnen, die doch immer wieder faszinieren und die Menschen und ihre Probleme so allumfassend belanglos werden lassen. Samantha Harvey hat es, mit klugen Worten und Gedankenspielen, geschafft, die Menschheit als Ganzes zu erfassen, gleichzeitig so ignorant unbedeutend und so wunderbar bestaunenswert in ihrer verbohrten Hartnäckigkeit. Kein Buch zum Nebenbeilesen sondern eines zum Verweilen, Nachdenken und Träumen: Zum Schweben. Und zum Wiederlesen.
ElliP
aus Hessen
4/5
25.01.2025
Buch (Taschenbuch)
„Die Milchstraße ist die…
„Die Milchstraße ist die qualmende Schmauchspur einer in den seidenglänzenden Himmel geschossenen Ladung Schießpulver.“ Vom Beginn des Romans bin ich wirklich bezaubert, es gibt diese Umkehr - den Blick auf die Erde von außerhalb und die darin verborgene Schönheit. Ich bin auch verzaubert von der wunderbaren Sprache, den Metaphern und Vergleichen. Schon der erste Satz ist ein großartiger Einstieg: Es geht um Träume und Mythologien, Einsamkeit und Nähe, die schlichte Ewigkeit des Universums. Wir begleiten sechs Astronauten aus aller Welt auf ihrem Weg um die Erde, die sie pro Tag mehrfach umrunden. Dieser Roman spielt an einem Tag, wir sind vom Morgen bis zum Abend anwesend und erkunden diese Zeit gemeinsam – diese Zeitspanne, die so viel Normalität und auch so viel Ungeheuerliches birgt: den Tod, Naturkatastrophen, Zerstörung, das Wissen um die Begrenztheit des Lebens, aber auch die Liebe und die Zuversicht. Vor unseren Augen eröffnet sich eine unglaubliche Farbenpracht: Großartige Farbbeschreibungen explodieren, ein Fest für Künstler entsteht, unglaublich sinnlich, wie ein barockes Gemälde - später werden wir auch mehrfach auf das Gemälde von Velasquez stoßen. Bildhafte Farbkombinationen werden evoziert, Kobaltblau, blaue Sphären, energiegeladenes Schwarz, das All als Panther, ungezähmt und ursprünglich, wolkenverhangene Goldglut, neonfarbene Kuppel, eine zarte Bresche flüssigen Lichts und vieles mehr - da entstehen gleich Bilder und Farben im Kopf, reine Poesie. „Die Erde ist wie das Gesicht einer Angebeteten (…) Die Erde ist eine Mutter, die darauf wartet, dass ihre Kinder zurückkehren, voller Geschichten und Begeisterung und Sehnsucht. (...) Ihre Augen voller Eindrücke, die sich nur schwer in Worte fassen lassen.“ Im Training haben die Astronauten gelernt, dass sie Listen führen sollen, dass sie dem Alltag mit Pragnatismus begegnen sollen, um das eigene Gleichgewicht zu bewahren, pro Tag sehen sie 16 Sonnenaufgänge, umkreisen 16 mal die Erde. Die Uhr dient als Anker für den Verstand. Es ist unglaublich, wie viele unterschiedliche Perspektiven pro Tag entstehen, die sich aber jeweils wiederholen. Fünf Kontinente werden überschritten, Herbst und Frühling, Gletscher und Wüste, Wildnis und Kriegsgebiet. Eine Fülle an Eindrücken entsteht aus der Distanz heraus. Es ist schon ein besonderer Text, wenn auch kein Pageturner... für mich entsteht eine Art Gedicht, ein Anthem. Bei der englischen Hörversion ist die weibliche Stimme sanft, präzise, etwas abgesetzt und wird wie ein Gedicht vorgetragen, sehr gut zur verstehen, durch das vielfältige und teilweise ungewöhnliche Vokabular ist es durchaus anspruchsvoll, aber immer ein Genuss. Zum Roman passt das offenen Ende und deshalb gibt es bei mir auch Abzüge, kein Knall, kaum Spannung, stattdessen viele intime Beobachtungen, schöne Beschreibungen, voller Poesie, teilweise fast wie Auszüge aus einer Doku, wie ein Bericht. Sprachlich ist der Roman von Harvey sehr ansprechend, aber das Emotionale, Aufwühlende fehlt mir doch und die Figuren bleiben mir relativ fremd. Deshalb gibt es von mir 4 von 5 Punktkn.
Benedikt
3/5
02.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Floating in Thought: A Beautiful, Aimless Orbit
Samantha Harvey’s Orbital follows six astronauts aboard a space station as they orbit the Earth over the course of a single day. Through their fragmented reflections on life, Earth, and existence, Harvey crafts a meditative and lyrical narrative that blurs the line between prose and poetry. The novel leans more into sensation and contemplation than action, inviting the reader to experience the orbit not just physically, but emotionally and philosophically.
Harvey’s use of language is undoubtedly stunning—her descriptions are vivid, often breathtaking, and filled with quiet awe. She paints imagery with remarkable precision, capturing the beauty of both space and Earth in a way that feels deeply human. However, despite these strengths, the deliberate lack of a traditional plot made it difficult for me to fully engage with the story. While I understand that this aimlessness is intentional—meant to mirror the vast, floating nature of space—I often felt unmoored myself, drifting through sentences without a clear sense of purpose or direction.
That said, the book does succeed in communicating its core message: that life, in all its complexity and variety, matters. Everything—every small moment, every breath, every aspect of being—carries weight and meaning. Orbital might not offer a narrative arc in the usual sense, but it does leave a lingering sense of reverence for existence, and a reminder that significance often lies in the stillness, not just the movement.
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