Scherben auf der Piazza San Marco. Zwei Kinderbanden sind aneinandergeraten, mitten in der Nacht. Während Commissario Griffoni mit weiblichem Gespür herauszubekommen versucht, wie ein Teenager in den Sog eines Flashmobs geraten konnte, nutzt Brunetti seine eigenen Connections. Ja sogar Vice-Questore Patta ist zu allem bereit, um sich und seine Leute vor Vorkommnissen zu schützen, die zumal in einer Touristenstadt wie Venedig nicht willkommen sind.
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Sogenannte Helden
Dauerleserin am 07.07.2024
Bewertungsnummer: 2239005
Bewertet: eBook (ePUB)
„Feuerprobe“ ist Band 33 der Venedig-Krimi-Reihe mit Brunetti, Griffoni und vielen anderen Kollegen. Auf dem Markusplatz, der Piazza San Marco, kommt es mitten in der Nacht zu einer Rangelei zwischen rivalisierenden Kindern bzw. Jugendlichen (sog. Babygangs).
Die Jugendlichen werden kurzerhand ins Kommissariat gebracht, wo sie nach der Vernehmung von ihren Eltern abgeholt werden müssen.
„Wer war verantwortlich? Die Eltern oder die Freunde? Oder aber die Gesellschaft, in der sie lebten?" (eBook, ca. S. 31)
Commissario Claudia Griffoni ist auf seltsame Weise von einem der Jungen gerührt. Dieser wird nicht abgeholt, und so begleitet sie ihn nach Hause. Ohne es überhaupt ahnen zu können, sticht sie mit dieser Aktion in ein wahres Wespennest.
Denn auf einmal spielt eine wahre Geschichte aus dem Jahr 2003 eine Rolle. Damals wurden bei einem Selbstmordattentat in Nassiriyah (Irak) neunzehn Italiener, allesamt Angehörige der MSU Carabinieri. Zufälligerweise ist einer der Helden von damals der Vater des Jungen, mit dem sich Claudia Griffoni angefreundet hat. Dario Monforte lebt in Venedig und macht dort so manches Geschäft, zum Beispiel mit einer reichen Amerikanerin, die ein Palazzo in Venedig gekauft hat und sich nun untere anderem Sorgen um ihre Sicherheit macht.
Cover und Schreibstil:
Auf dem Cover von „Feuerprobe“ ist ein Stück Kanal, der am Hintereingang einer typisch venezianischen Villa vorbeiführt, zu sehen. Es ist ein Cover, das sowohl für diese Krimireihe als auch für den Diogenes Verlag an sich typisch ist.
Donna Leons Schreibstil ist unverändert flüssig und gut zu lesen. Und ein weiteres Mal habe ich mich darüber geärgert, dass ich durch die Verfilmungen ein bestimmtes, vielleicht ja sogar falsches Bild der ProtagonistInnen vor Augen habe.
Man kann diesen Krimi auch gut lesen, ohne die anderen Brunetti-Fälle zu kennen, denn jedes Buch der reihe beinhaltet einen eigenen, abgeschlossenen Fall.
Fazit und Leseempfehlung:
Ich habe schon sehr viele Bände dieser Reihe gelesen und bin ein weiteres Mal erstaunt, wie Donna Leon es schafft, das aktuelle Tagesgeschehen, sozusagen die Themen unserer Zeit, in ihren Krimis einfließen zu lassen. Diesmal geht es also um Babygangs, um vermeintliche Helden und um Beutekunst.
In „Feuerprobe“ gibt es neben dem eigentlichen Fall noch viele andere Dinge zu klären. So hat zum Beispiel auch Vice Questore Patta jede Menge Probleme, und auch Griffoni hat ihre Geheimnisse. Donna Leon macht viele verschiedene Handlungsstränge auf, die sie nach einigem Hin und Her am Ende gekonnt zusammenführt.
„Feuerprobe“ ist ein Venedig-Krimi, der ohne einen Mord im eigentlichen Sinne auskommt, dem es aber dennoch keineswegs an Brutalität und Kriminalität mangelt. Wenn man bedenkt, dass Venedig ein Touristenmagnet ist, dürfte eigentlich einiges, was in „Feuerprobe“ geschieht, einfach nicht sein.
„Feuerprobe“ ist ein Muss für alle Commissario Brunetti-Fans (und natürlich auch für alle anderen, die Venedig-Krimis mögen)! Von mir gibt es fünf Sterne!
Die Dauerleserin
gut gemacht, wie immer!
Bewertung aus Thun im Kanton Bern am 02.02.2025
Bewertungsnummer: 2401778
Bewertet: eBook (ePUB)
Brunetti wird älter, seine Gedanken sind geradliniger und kompromissloser. Aber er bleibt der feinfühlige, sensible Kommissar, der umgeben ist von einer Vielzahl anderer „Helden und Heldinnen“, die zusammen auch dieses Stück zu einem meisterhaften und spannenden Krimi machen, in welchem auch viel Kultur, viel Zeitgeist und Sozialkritik eine Rolle spielen. Die Geschichte ist sehr breit angelegt. Man behält zwar immer die Übersicht. Aber beim Lesen spürt man auch, dass die Autorin manchmal Mühe hatte, alle Stränge zusammenzuhalten. Am Schluss ist es ihr gelungen, bravo!
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