Frühjahr 2023: Leon hat beim Herumalbern einem Mann auf der Straße sein Käppi vom Kopf geschnappt, ohne zu begreifen, was er da tut. Als er es später aus Jux aufsetzt, wird er von zwei Unbekannten brutal zusammengeschlagen - aber warum? Nikolai ahnt, dass der Angriff auf Leon eigentlich ihm galt. Schließlich ist er einer der wenigen Juden in der Gegend hier. Doch wer kennt überhaupt die Herkunft seiner Familie? Yara wohnt in einem Haus mit Stolpersteinen vor der Tür. Immer wieder kreisen ihre Gedanken um das Mädchen Ella, dem einer der Steine gewidmet ist. Ist das alles inzwischen längst Geschichte? Als die drei sich kennenlernen, finden sie nicht nur viel über die Hintergründe der Tat heraus, sondern auch über sich selbst - und über den Wert von Freundschaft ...
*** Vielschichtig und einfühlsam erzählt, mit drei ganz unterschiedlichen Jugendlichen im Zentrum des Romans***
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
5/5
07.02.2024
eBook (ePUB 3)
Tolles Jugendbuch ab 12 Jahren!
Yara, Nikolai und Leon haben eigentlich nichts gemeinsam, außer dass sie alle in Hamburg leben. Doch verschiedene Ereignisse schweißen die drei zu unzertrennlichen besten Freunden zusammen.
Cornelia Franz schafft es immer wieder, aktuelle Themen in ihren Romanen aufzugreifen. Durch die kurzen Kapitel und die wechselnde Erzählperspektive, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen!
Bewertung
Book Circle Community
5/5
24.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tragisch aber leider immer noch Wahr
Leon wird zusammengeschlagen wegen einem Käppi das er geklaut hat. Nikolai ahnt das der Angriff ihm galt weil er ein Jude ist. Yara wohnt in einem Haus vor dem Stolpersteine liegen, ihr geht die Geschichte von Ella nicht aus dem Kopf.
Drei Schicksale eine tiefe Freundschaft.
Dieses Buch zeigt auf wie die Juden auch heute noch unter Angst leben müssen, weil sie nicht akzeptiert werden. Diesen tiefen Hass beschreibt die Autorin sehr gut und auch das ungewisse der Jungen die nicht verstehen können wiso sie als Mensch, den niemand kennt, einfach wegen ihrer Herkunft gestempelt sind das man mit ihnen machen kann was man will.
Ein Buch das sehr zum Nachdenken anregt und für jugendliche warscheindlich auch nicht so leicht verdaulich ist.
Es ist aber wichtig das man darüber liest und man darüber redet. Eine sehr gute Arbeit und ein wichtiges Buch.
Lesefuchs - Bücher mit Herz
aus Bargteheide
4/5
09.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Antisemitismus und Angst
Heute stelle ich Ihnen ein für mich ungewöhnliches Buch vor. „Goldene Steine“ von Cornelia Franz ist ein Kinder-/Jugendbuch mit der Altersempfehlung 12 – 16 Jahren. Ein Kollege hatte es mir gezeigt, weil er wusste, dass das Thema etwas für mich ist, denn in dem Buch geht es um „Antisemitismus in Deutschland“.
Der Inhalt des Buches stimmt mit dem Klappentext überein. Am Anfang des Buches lernen wir die drei Hauptpersonen erst einmal kennen.
- Yara, 13 Jahre alt, lebte mit ihren Eltern zusammen in einer großen Wohnung im Grindelviertel. Da Yaras Mutter allerdings für einige Zeit in Frankreich arbeiten wird, ziehen Yara und ihr Vater in eine kleinere Wohnung in der Nähe von Altona.
- Leon lebt mit seinen Eltern in Altona. Da seine Eltern beruflich sehr eingespannt sind, haben sie wenig Zeit für ihren Sohn und kompensieren das mit Geld. Leons liebstes Hobby ist das Klettern in der Kletterhalle.
- Nikolai, ein jüdischer Junge, der mit seiner Mutter und seiner Oma gegenüber von Yara wohnt. Er vermeidet es tunlichst, anderen zu sagen oder zu zeigen, dass er Jude ist. Er will keinen Ärger
Im 2. Kapitel kommt es gleich zu dem Thema, was im Klappentext angesprochen wird. Leon wird wegen der Kippa, die er trägt, brutal von zwei Jugendlichen zusammengeschlagen und als Jude beschimpft. Leon versteht gar nicht, warum die Jugendlichen ihn angegriffen haben, denn die Themen Judentum, Antisemitismus und Holocaust sind ihm fremd. Nikolai sieht ihn im Dreck liegen und will ihm helfen, aber Leon will keine Hilfe.
Per Zufall lernen sich die drei kennen. Und durch die Kippa, die Nikolai Leon wiedergeben will, wird allen drei klar, dass es ein antisemitischer Vorfall war, als Leon zusammengeschlagen wurde. Sie überlegen, was sie tun sollen. Sollen sie zur Polizei gehen oder es auch eigene Faust versuchen, die Täter zu stellen? Später im Buch kommt auch noch das Thema auf, ob sie nicht versuchen sollten, den Frankfurter Juden zu finden, dem Leon als dummer Jungenstreich die Kippa gestohlen hatte.
Leider habe ich selbst keine Kinder und auch keine Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen. Dementsprechend fällt es mir etwas schwer einzuschätzen, ob dieses Buch Kinder in diesem Alter für die Themen Judentum, Antisemitismus und Holocaust sensibilisieren kann. Ich könnte mir aber schon gut vorstellen, dass das Buch bei den jüngeren Kindern Fragen aufwerfen wird, die sie dann hoffentlich ihren Eltern, Großeltern oder Lehrern stellen werden.
Für mich als Erwachsene wurde das Thema zu oberflächlich behandelt. Aber ich habe auch schon viel zu dem Thema gelesen. Yara, Leon und Nikolai versuchen auf ihre Weise mit dem Thema umzugehen. Leon mag nicht zugeben, dass er von dem Vorfall schwer geschockt ist und seitdem Angst hat. Deshalb macht er einen auf total cool.
Yara weiß viel mehr zu dem Thema Judenverfolgung und Holocaust, weil vor ihrem früheren Zuhause „Stolpersteine“ lagen und eine alte Nachbarin sie über den Sinn dieser Steine aufgeklärt hat. Yara ist mir allerdings ein wenig unsympathisch, da ich sie als sehr neunmalklug empfinde. Diese Rolle hatten Mädchen in Romanen schon in meiner Kindheit inne. Und anscheinend ist es auch heute noch die klassische Rolle von Mädchen in Romanen, in denen sie zusammen mit Jungs Abenteuer erleben. Schade eigentlich.
Ich mochte Nikolai am liebsten von den dreien. Er ist ein wenig älter als die beiden und dadurch auch ein wenig vernünftiger. Außerdem hat er dadurch, dass er Jude ist, schon mitbekommen, dass er das möglichst geheim halten sollte. Eer ist sehr vorsichtig.
Die drei erleben Abenteuer, müssen traurige Erfahrungen sammeln, aber wachsen als beste Freunde zusammen. Und natürlich siegt am Ende das Gute.
Ein schönes Kinderbuch zu einem leider sehr aktuellen Thema, welches für die Kinder einen schönen Mehrwert hat, wenn sie es zusammen mit Erwachsenen lesen, die ihnen dann weitere Details zum Thema Judentum geben können. Es ist leicht und spannend erzählt, wobei ich denke, dass es max. für Kinder bis 14 Jahre geeignet ist. Sollten die Kinder das Buch allein lesen, verpufft meiner Meinung nach die Möglichkeit, dass die Kinder zu diesem Themenkomplex aufgeklärt werden. Etwas ärgerlich fand ich, wie Yara als Mädchen dargestellt wurde. Da wurden zu viele Klischees bedient, die sich schon seit Jahrzehnten halten – die Mädchen sind die Klugscheißerinnen!
Sandra Piglet
aus Leipzig
3/5
04.06.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wichtiges Thema, mit stellenweise zu wenig Erzähltempo
Ohne scheinbaren Grund wird Leon auf der Straße von zwei Unbekannten zusammengeschlagen. Noch ist ihm nicht bewusst, dass dies mit dem „Käppi“ zusammenhängt, welches er zuvor einem anderen Mann stibitzt hat. Erst als er Nikolai kennenlernt, wird ihm klar, dass der Angriff einen antisemitischen Hintergrund hatte. Yara ahnt von all dem noch nichts, als sie mit ihrem Vater in ein neues Viertel zieht. Sie ist viel mehr damit beschäftigt, die Stolpersteine vor ihrer ehemaligen Haustür, als auch ihre ältere Nachbarin, zu vermissen.
Als alle drei, durch verschiedene Umstände, sich kennenlernen, wollen sie dem Täter auf die Spur kommen und lernen dabei auch noch viel über sich selbst und Freundschaft.
Dieses Buch war eine kleine Berg- und Talfahrt für mich, denn „Goldene Steine“ – und das steht außer Frage – thematisiert auf gekonnte Weise den Antisemitismus in unserer heutigen Gesellschaft und vor allem Jugend. Und genau dieser Umstand ist für mich der Grund, warum ich das Buch trotz anderer Schwächen aus meiner Sicht immer wieder empfehlen würde. Cornelia Franz zeichnet hier nicht nur ein Bild einer Freundschaft, die durch denkbare schwierige Umstände entsteht, sondern auch in der Art eines Palimpsests die Sicht auf ein Hamburg während und nach der Zeit der Nationalsozialisten. Gekonnt wechselt die Autorin dabei zwischen Vergangenheit und Gegenwart und schafft es die Parallelen zu ziehen, bis zu dem Punkt wo erschreckender Weise die Ereignisse verschwimmen, denn mit der fiktiven Zeitzeugin Frau Winter gibt es eine greifbare Verbindung, die die Ereignisse für junge Menschen erschreckend real macht und aus dem üblichen Milieu des Schulunterrichts herausholt.
Unser Protagonisten Yara, Nicolai und Leon sind typische Jugendliche mit den ganz klassischen, fast schon klischeehaften, Problemen. Dabei spielen Gefühle füreinander, egal ob freundschaftlicher Natur oder Liebe, auch eine große Rolle, denn gerade das füreinander und miteinander ist der unterschwellige Ton in dieser Geschichte. Es geht auch darum, über sich selbst hinauszuwachsen, zu verstehen, dass man für sich einstehen sollte, aber auch den Ernst des Lebens zu erkennen. Auch wenn ich zu Beginn leichte Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte zu kommen, fand ich das Zusammenspiel zwischen den Figuren interessant, gerade Yara mit ihrer Art, zeigt wunderbar den Wechsel vom kindlichen/jugendlichen Denken hin zum Erwachsen werden.
So wichtig ich die Thematik und den Grundtenor des Buches finde, um so ärgerlicher sind für mich die Feinheiten, die dazu geführt haben, dass für mich das Lesen stellenweise etwas langatmiger wurde. Obwohl der Beginn der Geschichte mit einem guten Tempo los geht, verliert sich danach für mich an einigen Stellen der rote Faden, gerade mit Blick auf den Ausgang der Geschichte, wirkt der Beginn leicht verloren, bevor dann – zum Glück – die Geschichte wieder Fahrt aufnimmt und die Thematik in einem guten Tempo aufarbeitet. Zudem wird der Erzählfluss durch einige „Zufälligkeiten“ im Buch gestört, natürlich ist die Geschichte fiktiv und es braucht natürlich die zahlreichen Begegnungen der verschiedenen Figuren und auch Ortswechsel, dennoch wirkten einige davon zu aufgesetzt, was dann in der gesamten Sicht nicht wirklich gepasst hat. Was aber dem Ganzen wieder aus diesen einzelnen Stellen hinaus hilft ist der Schreibstil, der insgesamt mit einer einfachen und spannenden Art auskommt und somit dennoch dafür sorgt, dass man zu jeder Zeit dran bleibt und „Goldene Steine“ weiterlesen möchte.
Fazit:
„Goldene Steine“ von Cornelia Franz ist ein Jugendbuch, dem es gelingt, ein wichtiges, gesellschaftliches Thema aufzuarbeiten und dabei sich dennoch in einer ruhigen und verständlichen Sprache an die Lesenden zu wenden. Auch wenn es einige Leserstolpersteine gibt, bleibt dennoch die erzählte Geschichte rund um Leon, Yara und Nicolai interessant und vor allem verbindet sie auf einfache Art und Weise historischen Kontext mit dem Suchen und Finden von Freunden.
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4/5
18.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Goldene Steine
Die 13 jährige Yara zieht mit ihrem Vater in eine kleinere Wohnung, da ihre Mutter eine Zeitlang in Frankreich arbeitet.
Vor ihrem alten Zuhause gab es goldene Steine, sogenannte Stolpersteine. Als Kind dachte sie, diese wären ein Schatz, doch die alte Nachbarin Fr. Winter, erzählte ihr, dass sie zum Gedenken an die ehemaligen Bewohner des Hauses da sind, die einst im zweiten Weltkrieg in ein Konzentrationslager deportiert wurden.
Sie lernt Nikolai, den jüdischen Jungen von Gegenüber, kennen und Leon, der aus einem Scherz heraus einmal einem Mann die Kippa vom Kopf klaute. Ohne etwas über die Bedeutung zu wissen, trug er sie eines Tages und wurde von zwei jungen Männern heftig zusammengeschlagen.
Als auch Nikolai eines Tages niedergeschlagen wird, beschließen die drei, die zwei Täter zu finden.
Das leider sehr aktuelle, aber so wichtige Thema Antisemitismus wird hier sehr einfühlsam näher gebracht.
Ein gelungener Roman über Freundschaft und das Zusammenhalten.
Für Jugendliche ab 12 Jahre.
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