Frühjahr 2023: Leon hat beim Herumalbern einem Mann auf der Straße sein Käppi vom Kopf geschnappt, ohne zu begreifen, was er da tut. Als er es später aus Jux aufsetzt, wird er von zwei Unbekannten brutal zusammengeschlagen – aber warum?
Nikolai ahnt, dass der Angriff auf Leon eigentlich ihm galt. Schließlich ist er einer der wenigen Juden in der Gegend hier. Doch wer kennt überhaupt die Herkunft seiner Familie?
Yara wohnt in einem Haus mit Stolpersteinen vor der Tür. Immer wieder kreisen ihre Gedanken um das Mädchen Ella, dem einer der Steine gewidmet ist. Ist das alles inzwischen längst Geschichte?
Als die drei sich kennenlernen, finden sie nicht nur viel über die Hintergründe der Tat heraus, sondern auch über sich selbst – und über den Wert von Freundschaft …
*** Vielschichtig und einfühlsam erzählt, mit drei ganz unterschiedlichen Jugendlichen im Zentrum des Romans***
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Tragisch aber leider immer noch Wahr
Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 24.04.2024
Bewertungsnummer: 2185877
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Leon wird zusammengeschlagen wegen einem Käppi das er geklaut hat. Nikolai ahnt das der Angriff ihm galt weil er ein Jude ist. Yara wohnt in einem Haus vor dem Stolpersteine liegen, ihr geht die Geschichte von Ella nicht aus dem Kopf.
Drei Schicksale eine tiefe Freundschaft.
Dieses Buch zeigt auf wie die Juden auch heute noch unter Angst leben müssen, weil sie nicht akzeptiert werden. Diesen tiefen Hass beschreibt die Autorin sehr gut und auch das ungewisse der Jungen die nicht verstehen können wiso sie als Mensch, den niemand kennt, einfach wegen ihrer Herkunft gestempelt sind das man mit ihnen machen kann was man will.
Ein Buch das sehr zum Nachdenken anregt und für jugendliche warscheindlich auch nicht so leicht verdaulich ist.
Es ist aber wichtig das man darüber liest und man darüber redet. Eine sehr gute Arbeit und ein wichtiges Buch.
Antisemitismus und Angst
Lesefuchs - Bücher mit Herz aus Bargteheide am 09.02.2024
Bewertungsnummer: 2127240
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Heute stelle ich Ihnen ein für mich ungewöhnliches Buch vor. „Goldene Steine“ von Cornelia Franz ist ein Kinder-/Jugendbuch mit der Altersempfehlung 12 – 16 Jahren. Ein Kollege hatte es mir gezeigt, weil er wusste, dass das Thema etwas für mich ist, denn in dem Buch geht es um „Antisemitismus in Deutschland“.
Der Inhalt des Buches stimmt mit dem Klappentext überein. Am Anfang des Buches lernen wir die drei Hauptpersonen erst einmal kennen.
- Yara, 13 Jahre alt, lebte mit ihren Eltern zusammen in einer großen Wohnung im Grindelviertel. Da Yaras Mutter allerdings für einige Zeit in Frankreich arbeiten wird, ziehen Yara und ihr Vater in eine kleinere Wohnung in der Nähe von Altona.
- Leon lebt mit seinen Eltern in Altona. Da seine Eltern beruflich sehr eingespannt sind, haben sie wenig Zeit für ihren Sohn und kompensieren das mit Geld. Leons liebstes Hobby ist das Klettern in der Kletterhalle.
- Nikolai, ein jüdischer Junge, der mit seiner Mutter und seiner Oma gegenüber von Yara wohnt. Er vermeidet es tunlichst, anderen zu sagen oder zu zeigen, dass er Jude ist. Er will keinen Ärger
Im 2. Kapitel kommt es gleich zu dem Thema, was im Klappentext angesprochen wird. Leon wird wegen der Kippa, die er trägt, brutal von zwei Jugendlichen zusammengeschlagen und als Jude beschimpft. Leon versteht gar nicht, warum die Jugendlichen ihn angegriffen haben, denn die Themen Judentum, Antisemitismus und Holocaust sind ihm fremd. Nikolai sieht ihn im Dreck liegen und will ihm helfen, aber Leon will keine Hilfe.
Per Zufall lernen sich die drei kennen. Und durch die Kippa, die Nikolai Leon wiedergeben will, wird allen drei klar, dass es ein antisemitischer Vorfall war, als Leon zusammengeschlagen wurde. Sie überlegen, was sie tun sollen. Sollen sie zur Polizei gehen oder es auch eigene Faust versuchen, die Täter zu stellen? Später im Buch kommt auch noch das Thema auf, ob sie nicht versuchen sollten, den Frankfurter Juden zu finden, dem Leon als dummer Jungenstreich die Kippa gestohlen hatte.
Leider habe ich selbst keine Kinder und auch keine Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen. Dementsprechend fällt es mir etwas schwer einzuschätzen, ob dieses Buch Kinder in diesem Alter für die Themen Judentum, Antisemitismus und Holocaust sensibilisieren kann. Ich könnte mir aber schon gut vorstellen, dass das Buch bei den jüngeren Kindern Fragen aufwerfen wird, die sie dann hoffentlich ihren Eltern, Großeltern oder Lehrern stellen werden.
Für mich als Erwachsene wurde das Thema zu oberflächlich behandelt. Aber ich habe auch schon viel zu dem Thema gelesen. Yara, Leon und Nikolai versuchen auf ihre Weise mit dem Thema umzugehen. Leon mag nicht zugeben, dass er von dem Vorfall schwer geschockt ist und seitdem Angst hat. Deshalb macht er einen auf total cool.
Yara weiß viel mehr zu dem Thema Judenverfolgung und Holocaust, weil vor ihrem früheren Zuhause „Stolpersteine“ lagen und eine alte Nachbarin sie über den Sinn dieser Steine aufgeklärt hat. Yara ist mir allerdings ein wenig unsympathisch, da ich sie als sehr neunmalklug empfinde. Diese Rolle hatten Mädchen in Romanen schon in meiner Kindheit inne. Und anscheinend ist es auch heute noch die klassische Rolle von Mädchen in Romanen, in denen sie zusammen mit Jungs Abenteuer erleben. Schade eigentlich.
Ich mochte Nikolai am liebsten von den dreien. Er ist ein wenig älter als die beiden und dadurch auch ein wenig vernünftiger. Außerdem hat er dadurch, dass er Jude ist, schon mitbekommen, dass er das möglichst geheim halten sollte. Eer ist sehr vorsichtig.
Die drei erleben Abenteuer, müssen traurige Erfahrungen sammeln, aber wachsen als beste Freunde zusammen. Und natürlich siegt am Ende das Gute.
Ein schönes Kinderbuch zu einem leider sehr aktuellen Thema, welches für die Kinder einen schönen Mehrwert hat, wenn sie es zusammen mit Erwachsenen lesen, die ihnen dann weitere Details zum Thema Judentum geben können. Es ist leicht und spannend erzählt, wobei ich denke, dass es max. für Kinder bis 14 Jahre geeignet ist. Sollten die Kinder das Buch allein lesen, verpufft meiner Meinung nach die Möglichkeit, dass die Kinder zu diesem Themenkomplex aufgeklärt werden. Etwas ärgerlich fand ich, wie Yara als Mädchen dargestellt wurde. Da wurden zu viele Klischees bedient, die sich schon seit Jahrzehnten halten – die Mädchen sind die Klugscheißerinnen!
Meinung aus der Buchhandlung
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Die 13 jährige Yara zieht mit ihrem Vater in eine kleinere Wohnung, da ihre Mutter eine Zeitlang in Frankreich arbeitet.
Vor ihrem alten Zuhause gab es goldene Steine, sogenannte Stolpersteine. Als Kind dachte sie, diese wären ein Schatz, doch die alte Nachbarin Fr. Winter, erzählte ihr, dass sie zum Gedenken an die ehemaligen Bewohner des Hauses da sind, die einst im zweiten Weltkrieg in ein Konzentrationslager deportiert wurden.
Sie lernt Nikolai, den jüdischen Jungen von Gegenüber, kennen und Leon, der aus einem Scherz heraus einmal einem Mann die Kippa vom Kopf klaute. Ohne etwas über die Bedeutung zu wissen, trug er sie eines Tages und wurde von zwei jungen Männern heftig zusammengeschlagen.
Als auch Nikolai eines Tages niedergeschlagen wird, beschließen die drei, die zwei Täter zu finden.
Das leider sehr aktuelle, aber so wichtige Thema Antisemitismus wird hier sehr einfühlsam näher gebracht.
Ein gelungener Roman über Freundschaft und das Zusammenhalten.
Für Jugendliche ab 12 Jahre.
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