Martha und die Ihren
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Lukas Hartmann

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

500

Gesprochen von

Alexandre Pelichet

Spieldauer

9 Stunden und 2 Minuten

Family Sharing

Ja

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

24.04.2024

Hörtyp

Lesung

Beschreibung

Rezension

»Lukas Hartmann entfaltet eine große poetische Kraft, voller Sensibilität und beredter Stille.«

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Family Sharing

Ja

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Verkaufsrang

500

Gesprochen von

Alexandre Pelichet

Spieldauer

9 Stunden und 2 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

24.04.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

40

Verlag

Diogenes Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783257695533

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Das Schicksal eines Verdingkinds

claudi-1963 aus Schwaben am 19.06.2024

Bewertungsnummer: 2226478

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Verdingkinder wurden sie oft wie Sklaven oder Leibeigene behandelt und für Zwangsarbeit ohne Lohn und Taschengeld eingesetzt. Wie Augenzeugen berichten wurden sie häufig ausgebeutet, erniedrigt oder gar vergewaltigt." (Wikipedia) Nach dem viel zu frühen Tod des Vaters werden Martha und ihre Geschwister der Mutter weggenommen. Die Mutter, die im Armenhaus unterkommt, wird sie nie wiedersehen, genauso wie ihre Geschwister. Die 8-jährige Martha selbst kommt zu einer Bauernfamilie ins Berner Umland, wo sie hart arbeiten muss und nur, wenn sie Glück hat, genug zu Essen bekommt. Doch Martha ist fleißig, und als sie älter ist, beginnt sie als Fabrikarbeiterin in einer Spinnerei und später dann als Ehefrau eines Schusters. Keinerlei Schwäche zeigen, das prägt Marthas Leben, und so erzieht sie auch später ihre Kinder. Selbst als Marthas Ehemann viel zu früh verstirbt, kämpft sie weiter für sich und ihre Kinder. Jedoch geht die Kaltherzigkeit der Mutter vor allem am Ältesten nicht spurlos vorbei. Erst Marthas Enkel rebellieren und wagen, von einem freieren Leben zu träumen. Meine Meinung: Dieses Buch umfasst das Leben von Matha und deren Familie über drei Generationen. Martha ist die Großmutter des Autors. Es ist die Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg, als der kranke Vater verstirbt. Da die Mutter ihre sechs Kinder nicht ernähren kann, werden sie aus der Familie herausgerissen. Selbst wenn das Leben von Martha hart ist in ihrer neuen Familie, hätte sie es noch weitaus schlimmer erwischen können. Verdingkinder wurden sie damals in der Schweiz genannt. Sie mussten oft Schläge und Misshandlungen erdulden. Man schätzt, dass von 1800 bis in die 1960er-Jahre zwischen 4 und 10 Prozent der damaligen Kinder verdingt wurden. Einige Kinder kamen dabei sogar ums Leben. Andere, so wie Martha, sind für ihr weiteres Leben gezeichnet. Es ist vor allem die Liebe, die diesen Kindern fehlt und die sich bei ihren eigenen Kindern fortsetzt. So kann Martha nicht nur ihren Mann, sondern vor allem ihren ersten Sohn Anton nie richtig lieb haben. Sie erträgt nicht einmal seine Nähe. Während sie sich schnell wieder in die Arbeit der Schusterei stürzt, kümmert sich Schwägerin Hedwig wie eine Mutter um den Säugling. Und trotzdem folgt danach Peter ein zweites Kind. Doch auch in Marthas Familie wiederholt sich das gleiche Schicksal. Ihr kränklicher Ehemann verstirbt viel zu früh, allerdings sind ihre Kinder schon älter. Sie muss die Schusterei verkaufen, denn Frauen dürfen nicht einfach so Schuhe herstellen. Der hier erwähnte Anton (Toni), Lukas Hartmanns Vater, der sich sein Leben lang nach der Liebe seiner Mutter sehnt. Er selbst dagegen lässt sich als junger Mann vieles, was ihm widerstrebt, nicht gefallen. Oft haben sein Vater und er heftige Auseinandersetzungen. Allerdings kommt irgendwann die Zeit, als er mehr über Marthas Leben erfahren möchte. Erst ab da begreift er, wie sich die Verletzungen der früheren Martha wie ein roter Faden von Generation zu Generation ziehen. Ein wenig enttäuscht bin ich, weil man doch recht wenig über Marthas Leben hier in dieser Geschichte erfährt. Dagegen nimmt das Familienleben ihres Sohnes Toni einen großen Raum ein. Wahrscheinlich liegt es daran, dass der Autor einfach viel zu wenig von der verschlossenen, alten Martha erfahren hat. Denn er selbst hat von seiner Großmutter als Kind relativ wenig gehabt. Was natürlich an Marthas verschlossenem Wesen lag. Erschreckend ist zu erleben, wie ein Schicksalsschlag doch ganze Generationen prägen wird. Hier musste ich vor allem an meine Eltern denken, die von ihren vom Krieg verletzten Eltern geprägt wurden. Es wäre sicher schön gewesen, wenn der Autor einiges noch ausführlicher dargestellt hätte. Allerdings wäre diese Familiengeschichte dann sicher zu ausufernd geworden. Für mich bleibt es ein empfehlenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt und dem ich gerne 5 von 5 Sterne gebe.
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Das Schicksal eines Verdingkinds

claudi-1963 aus Schwaben am 19.06.2024
Bewertungsnummer: 2226478
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Verdingkinder wurden sie oft wie Sklaven oder Leibeigene behandelt und für Zwangsarbeit ohne Lohn und Taschengeld eingesetzt. Wie Augenzeugen berichten wurden sie häufig ausgebeutet, erniedrigt oder gar vergewaltigt." (Wikipedia) Nach dem viel zu frühen Tod des Vaters werden Martha und ihre Geschwister der Mutter weggenommen. Die Mutter, die im Armenhaus unterkommt, wird sie nie wiedersehen, genauso wie ihre Geschwister. Die 8-jährige Martha selbst kommt zu einer Bauernfamilie ins Berner Umland, wo sie hart arbeiten muss und nur, wenn sie Glück hat, genug zu Essen bekommt. Doch Martha ist fleißig, und als sie älter ist, beginnt sie als Fabrikarbeiterin in einer Spinnerei und später dann als Ehefrau eines Schusters. Keinerlei Schwäche zeigen, das prägt Marthas Leben, und so erzieht sie auch später ihre Kinder. Selbst als Marthas Ehemann viel zu früh verstirbt, kämpft sie weiter für sich und ihre Kinder. Jedoch geht die Kaltherzigkeit der Mutter vor allem am Ältesten nicht spurlos vorbei. Erst Marthas Enkel rebellieren und wagen, von einem freieren Leben zu träumen. Meine Meinung: Dieses Buch umfasst das Leben von Matha und deren Familie über drei Generationen. Martha ist die Großmutter des Autors. Es ist die Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg, als der kranke Vater verstirbt. Da die Mutter ihre sechs Kinder nicht ernähren kann, werden sie aus der Familie herausgerissen. Selbst wenn das Leben von Martha hart ist in ihrer neuen Familie, hätte sie es noch weitaus schlimmer erwischen können. Verdingkinder wurden sie damals in der Schweiz genannt. Sie mussten oft Schläge und Misshandlungen erdulden. Man schätzt, dass von 1800 bis in die 1960er-Jahre zwischen 4 und 10 Prozent der damaligen Kinder verdingt wurden. Einige Kinder kamen dabei sogar ums Leben. Andere, so wie Martha, sind für ihr weiteres Leben gezeichnet. Es ist vor allem die Liebe, die diesen Kindern fehlt und die sich bei ihren eigenen Kindern fortsetzt. So kann Martha nicht nur ihren Mann, sondern vor allem ihren ersten Sohn Anton nie richtig lieb haben. Sie erträgt nicht einmal seine Nähe. Während sie sich schnell wieder in die Arbeit der Schusterei stürzt, kümmert sich Schwägerin Hedwig wie eine Mutter um den Säugling. Und trotzdem folgt danach Peter ein zweites Kind. Doch auch in Marthas Familie wiederholt sich das gleiche Schicksal. Ihr kränklicher Ehemann verstirbt viel zu früh, allerdings sind ihre Kinder schon älter. Sie muss die Schusterei verkaufen, denn Frauen dürfen nicht einfach so Schuhe herstellen. Der hier erwähnte Anton (Toni), Lukas Hartmanns Vater, der sich sein Leben lang nach der Liebe seiner Mutter sehnt. Er selbst dagegen lässt sich als junger Mann vieles, was ihm widerstrebt, nicht gefallen. Oft haben sein Vater und er heftige Auseinandersetzungen. Allerdings kommt irgendwann die Zeit, als er mehr über Marthas Leben erfahren möchte. Erst ab da begreift er, wie sich die Verletzungen der früheren Martha wie ein roter Faden von Generation zu Generation ziehen. Ein wenig enttäuscht bin ich, weil man doch recht wenig über Marthas Leben hier in dieser Geschichte erfährt. Dagegen nimmt das Familienleben ihres Sohnes Toni einen großen Raum ein. Wahrscheinlich liegt es daran, dass der Autor einfach viel zu wenig von der verschlossenen, alten Martha erfahren hat. Denn er selbst hat von seiner Großmutter als Kind relativ wenig gehabt. Was natürlich an Marthas verschlossenem Wesen lag. Erschreckend ist zu erleben, wie ein Schicksalsschlag doch ganze Generationen prägen wird. Hier musste ich vor allem an meine Eltern denken, die von ihren vom Krieg verletzten Eltern geprägt wurden. Es wäre sicher schön gewesen, wenn der Autor einiges noch ausführlicher dargestellt hätte. Allerdings wäre diese Familiengeschichte dann sicher zu ausufernd geworden. Für mich bleibt es ein empfehlenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt und dem ich gerne 5 von 5 Sterne gebe.

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EINE KARGE FAMILIENGESCHICHTE

Sascha Malz aus Niedersachsen am 14.06.2024

Bewertungsnummer: 2222943

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Geschichte um Martha (und die Ihren) hat mich sofort abgeholt. Ich mag solche Erzählungen vom Leben eines Menschen, von seiner Familie, von den Lebensumständen - gerade von denen, die man so heute nicht mehr kennt. Wir befinden uns zu Anfang des 20. Jahrhunderts in der Schweiz. Martha und ihre Geschwister sind das einfache Leben gewöhnt, sie leben auf einem Pacht-Hof, der sie mehr schlecht als recht versorgt; der Vater arbeitet zudem als Brunnenbauer, sucht mit der Rute Wasser für die Bauern. Doch eines Tages wird das Leben der Familie durcheinandergewirbelt. Der Vater wird beim Brunnenbau durch eine Explosion schwer verletzt und soll sich nicht wieder erholen. Er stirbt und die Mutter kann den Hof und die Familie nicjht halten. Die Kinder werden verdingt (ein Ausdruck den ich kannte und doch nicht kannte). …Die Kinder werden verdingt, auch das ist ein neues Wort für Martha. Später wird sie denken, dass das Wort ja stimmt, sie sind zu Dingen geworden… Die Kinder werden in verschiedene Familien gegeben, um dort aufzuwachsen - doch wird Martha nie zu einem wirklichen Familienmitglied werden; wobei sioe es noch nicht einmal schleht getroffen hat. Zunächst erhält sie zu wenig zu Essen - sie sitzt ganz hinten am Tisch, dort wohin die Speiseschüsseln als Letztes gelangen - und wird als Nachmittagsaufsicht für den geistig behinderten Sohn eingeteilt. Dieser ist ihr jedoch kräftemässig überlegen, so dass sie von ihm Gewalt erfährt und gezwungen ist, Gewalt auszuüben. Ein aufmerksamer Lehrer - der auch ihre Begabung in der Schule erkennt und sie fördert - erkennt ihre Misere und verhilft ihr - durch ein Gespräch mit den Pflegeeltern einen besseren Stand in der Famile; allerdings wächst dadurch auch eine neue Kluft zwischen der Familie und Martha. Martha erkennt, dass sie für sich selbst sorgen muss und bemüht sich um eine Anstellung in einer Strickerei. Sie arbeitet hart, schafft es jedoch, bei der Pflegefamilie einen Anteil für Kost und Logis abzugeben und sich zudem Geld für ein Fahrrad zusammenzusparen. Insgesamt erkennt sie, dass Leistung und Anstrengung honoriert wird. Und diese Erkenntnis prägt ihr gesamtes Leben. Immer ist sie bestrebt, es im Leben besser zu haben - und dafür ist sie bereit alles zu geben. Auch als sie schließlich heiratet, übernimmt sie bald Arbeiten im Betrieb ihres Mannes. Dieser wird bald krank und immer schwächer - schließlich steht sie - mittlerweile mit zwei Kindern - wieder allein da. Doch sie gibt nicht auf. Sie kämpft sich wieder hervor - und ihr Leben bleibt eine einzige Mühe - um Annerkennung (in der Gesellschaft), begrenzten Wohlstand und Sicherheit. In dieses Leben investiert sie all ihre Kraft - für ihre Söhne bleibt wenig Raum; Nähe und Zuwendung kennen sie nicht. …Zeit kann man sich nehmen, ich nahm sie mir nie. Der Unsichtbare hat sie aufgefressen, und er ist wieder da, gönnt sie mir nicht…. Doch eines gibt sie ihnen - besonders dem älteren - mit: Das Streben nach Anerkennung und Wohlstand. Und bei ihm wird es fast zur Zwanghaftigkeit. Die nächste Generation hingegen befreit sich aus diesem Zwang und geht andere Wege. Wobei diese Rebellion Vater und Sohn fast entzweit. …Und er fügte einen Satz hinzu, den sie ihm nicht zugetraut hätte: »Er will zu viel von sich.«… Inhaltlich soll hier nicht zu viel verraten werden. Der Autor hat es meiner Meinung nach geschafft, existentielle Lebensprobleme in einer ruhigen und doch kraftvollen Art zu erzählen, die den Leser mitnimmt, auf eine Reise durch drei Generationen. Drei Generationen, die immer etwas mit auf den Weg bekommen, mit dem sie sich auseinandersetzen müssen, was sie meistern müssen und es auf die eine oder andere Art schaffen - oder auch nicht. Dabei nimmt der Autor auch die einfließenden Personen (Ehefrauen, Ehemänner, Schwiegereltern etc.) mit auf, stellt sie vor identische oder auch neue Probleme und Herausforderungen. Wir erleben hier eine Familien-Geschichte, die nicht zur Saga aufgebauscht wird und trotzdem voll ist von Konflikten und zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen. Hier und da verläuft sich der Autor dann doch ein wenig in den Geschehnissen, was mich dann selbst etwas hat abschweifen lassen, in den Gedanken. Insgesamt aber ein Werk, welches ich gern gelesen habe. Von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen. Und eine Empfehlung für alle, die gute Familiengeschichten mögen, die etwas zu erzählen wissen.
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EINE KARGE FAMILIENGESCHICHTE

Sascha Malz aus Niedersachsen am 14.06.2024
Bewertungsnummer: 2222943
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Geschichte um Martha (und die Ihren) hat mich sofort abgeholt. Ich mag solche Erzählungen vom Leben eines Menschen, von seiner Familie, von den Lebensumständen - gerade von denen, die man so heute nicht mehr kennt. Wir befinden uns zu Anfang des 20. Jahrhunderts in der Schweiz. Martha und ihre Geschwister sind das einfache Leben gewöhnt, sie leben auf einem Pacht-Hof, der sie mehr schlecht als recht versorgt; der Vater arbeitet zudem als Brunnenbauer, sucht mit der Rute Wasser für die Bauern. Doch eines Tages wird das Leben der Familie durcheinandergewirbelt. Der Vater wird beim Brunnenbau durch eine Explosion schwer verletzt und soll sich nicht wieder erholen. Er stirbt und die Mutter kann den Hof und die Familie nicjht halten. Die Kinder werden verdingt (ein Ausdruck den ich kannte und doch nicht kannte). …Die Kinder werden verdingt, auch das ist ein neues Wort für Martha. Später wird sie denken, dass das Wort ja stimmt, sie sind zu Dingen geworden… Die Kinder werden in verschiedene Familien gegeben, um dort aufzuwachsen - doch wird Martha nie zu einem wirklichen Familienmitglied werden; wobei sioe es noch nicht einmal schleht getroffen hat. Zunächst erhält sie zu wenig zu Essen - sie sitzt ganz hinten am Tisch, dort wohin die Speiseschüsseln als Letztes gelangen - und wird als Nachmittagsaufsicht für den geistig behinderten Sohn eingeteilt. Dieser ist ihr jedoch kräftemässig überlegen, so dass sie von ihm Gewalt erfährt und gezwungen ist, Gewalt auszuüben. Ein aufmerksamer Lehrer - der auch ihre Begabung in der Schule erkennt und sie fördert - erkennt ihre Misere und verhilft ihr - durch ein Gespräch mit den Pflegeeltern einen besseren Stand in der Famile; allerdings wächst dadurch auch eine neue Kluft zwischen der Familie und Martha. Martha erkennt, dass sie für sich selbst sorgen muss und bemüht sich um eine Anstellung in einer Strickerei. Sie arbeitet hart, schafft es jedoch, bei der Pflegefamilie einen Anteil für Kost und Logis abzugeben und sich zudem Geld für ein Fahrrad zusammenzusparen. Insgesamt erkennt sie, dass Leistung und Anstrengung honoriert wird. Und diese Erkenntnis prägt ihr gesamtes Leben. Immer ist sie bestrebt, es im Leben besser zu haben - und dafür ist sie bereit alles zu geben. Auch als sie schließlich heiratet, übernimmt sie bald Arbeiten im Betrieb ihres Mannes. Dieser wird bald krank und immer schwächer - schließlich steht sie - mittlerweile mit zwei Kindern - wieder allein da. Doch sie gibt nicht auf. Sie kämpft sich wieder hervor - und ihr Leben bleibt eine einzige Mühe - um Annerkennung (in der Gesellschaft), begrenzten Wohlstand und Sicherheit. In dieses Leben investiert sie all ihre Kraft - für ihre Söhne bleibt wenig Raum; Nähe und Zuwendung kennen sie nicht. …Zeit kann man sich nehmen, ich nahm sie mir nie. Der Unsichtbare hat sie aufgefressen, und er ist wieder da, gönnt sie mir nicht…. Doch eines gibt sie ihnen - besonders dem älteren - mit: Das Streben nach Anerkennung und Wohlstand. Und bei ihm wird es fast zur Zwanghaftigkeit. Die nächste Generation hingegen befreit sich aus diesem Zwang und geht andere Wege. Wobei diese Rebellion Vater und Sohn fast entzweit. …Und er fügte einen Satz hinzu, den sie ihm nicht zugetraut hätte: »Er will zu viel von sich.«… Inhaltlich soll hier nicht zu viel verraten werden. Der Autor hat es meiner Meinung nach geschafft, existentielle Lebensprobleme in einer ruhigen und doch kraftvollen Art zu erzählen, die den Leser mitnimmt, auf eine Reise durch drei Generationen. Drei Generationen, die immer etwas mit auf den Weg bekommen, mit dem sie sich auseinandersetzen müssen, was sie meistern müssen und es auf die eine oder andere Art schaffen - oder auch nicht. Dabei nimmt der Autor auch die einfließenden Personen (Ehefrauen, Ehemänner, Schwiegereltern etc.) mit auf, stellt sie vor identische oder auch neue Probleme und Herausforderungen. Wir erleben hier eine Familien-Geschichte, die nicht zur Saga aufgebauscht wird und trotzdem voll ist von Konflikten und zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen. Hier und da verläuft sich der Autor dann doch ein wenig in den Geschehnissen, was mich dann selbst etwas hat abschweifen lassen, in den Gedanken. Insgesamt aber ein Werk, welches ich gern gelesen habe. Von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen. Und eine Empfehlung für alle, die gute Familiengeschichten mögen, die etwas zu erzählen wissen.

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Sigrid Klonner

Thalia Salzburg – Europark

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4/5

kurzweiliges, generationenübergreifendes Familienportrait

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Lukas Hartmann erzählt auf unterhaltsame und kurzweilige Art die Geschichte seiner Großmutter - einer starken Frau, die alles daran setzt, ihre Lage und das Leben ihrer Nachkommen zu verbessern. Hier halten Sie ein Buch in Händen, das die Nachkriegszeit in der Schweiz einfängt. Dabei ist dem Autor nicht daran gelegen die große Geschichte einzufangen, sondern die Auswirkungen auf die kleinen Leute nachzuzeichnen. Dieses Buch ist ein gelungenes Familien- und Gesellschaftsportrait, das die Auswirkungen dieser Zeit auf die unsere erhellt.
4/5

kurzweiliges, generationenübergreifendes Familienportrait

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Lukas Hartmann erzählt auf unterhaltsame und kurzweilige Art die Geschichte seiner Großmutter - einer starken Frau, die alles daran setzt, ihre Lage und das Leben ihrer Nachkommen zu verbessern. Hier halten Sie ein Buch in Händen, das die Nachkriegszeit in der Schweiz einfängt. Dabei ist dem Autor nicht daran gelegen die große Geschichte einzufangen, sondern die Auswirkungen auf die kleinen Leute nachzuzeichnen. Dieses Buch ist ein gelungenes Familien- und Gesellschaftsportrait, das die Auswirkungen dieser Zeit auf die unsere erhellt.

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