Eigentlich wollte Bruno Zabini seinen Urlaub in Wien genießen. Aber das Verbrechen holt den Triester Inspector selbst hier ein. Die reiche Witwe Henriette Hohenau wurde bei einem Überfall ermordet. Und da der Fall Bezüge nach Triest aufweist, zieht die Wiener Polizei Bruno hinzu. Doch kurz darauf muss er zurück an die Adria, ohne den Mörder gefasst zu haben. In der Südbahn trifft er zufällig auf die drei Verdächtigen. Bruno nimmt inkognito Ermittlungen auf. Dann wird im Gepäckwagen eine Leiche gefunden …
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Ilses Lesetipps
aus Wien
5/5
01.04.2025
Buch (Taschenbuch)
Mordermittlungen in Wien und Triest
Mit „Südbahn nach Triest“ setzt Günter Neuwirth seine historische Romanreihe mit dem Triester Inspector Bruno Zabini als Ermittler fort.
Kurz zum Inhalt:
Bruno besucht mit Luise und deren Sohn Wien. Selbst im Urlaub bleibt er von Verbrechen nicht verschont. Eine reiche Wiener Witwe wurde ermordet. Da die Wiener Polizei Verbindungen zu Triest feststellt, wird Bruno kontaktiert und um Amtshilfe ersucht. Kurz darauf tritt Bruno die Heimreise an. Im selben Zug befinden sich drei Verdächtige. Und dann findet sich auch noch eine Leiche im Gepäckwagen …
Wie bei den Vorgängerbänden stimmt auch diesmal das Cover mit einer alten Hafenansicht sehr eindrucksvoll auf die Zeit und die Atmosphäre ein. Trotz der zahlreichen Schiffe zieht dennoch die eindrucksvolle Dampfeisenbahn die Blicke auf sich – passend zum Buchtitel. Das Buch erschien 2024 im Gmeiner Verlag. Der Roman gliedert sich in drei Teile, wobei der erste Teil primär in Wien spielt, der zweite während Brunos Heimfahrt mit dem Zug und der dritte Teil die Mordermittlungen in Triest schildert. Die genaue Datierung der Kapitel veranschaulicht einen Handlungszeitraum von circa einem Monat, von Anfang April bis Anfang Mai 1908. Der Schreibstil ist flüssig, sprachlich der damaligen Zeit angepasst. Das Personenverzeichnis hilft, rasch den relevanten Personenkreis zu überblicken.
Da ich bereits die anderen Bände dieser Reihe kannte, freute ich mich über das Wiedersehen mit Bruno, Luise, usw. Doch auch für Quereinsteigerin sehe ich kein Problem. Soweit erforderlich gibt es Hinweise auf die Vorgeschichte. Nichtsdestotrotz würde ich raten, alle Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um den privaten roten Faden genau verfolgen zu können und die Entwicklung der Protagonisten in vollem Umfang zu durchblicken.
Wie bei den Vorgängerbänden genoss ich es, wiederum in seinerzeitige Lebensumstände einzutauchen. Der Autor versteht es ausgezeichnet, das historische Ambiente lebendig zu machen. Man gewinnt u.a. einen Eindruck vom Polizeialltag, der Gesellschaftsstruktur, dem damaligen Frauenbild, von landschaftlichen Schönheiten sowie architektonischen Besonderheiten, und last but not least von technischen Neuerungen, für die sich der Autor, selbst Ingenieur, besonders interessiert. Basierend auf sehr fundiertem Fachwissen, lernt man diesmal eine Menge (fast ein wenig zu detailliert) über das Eisenbahnwesen zu jener Zeit, z.B. auch über die Semmeringbahn, und über die Arbeitsweise von Lokomotiven.
Zwar passiert der Mord bereits im Prolog, doch wird man im ersten Teil „Im Prater blühen die Bäume“ primär ins kaiserliche Wien mit all seinen einzigartigen Sehenswürdigkeiten und Ausflugsmöglichkeiten entführt, wo Bruno mit Luise samt Sohn und Kindermädchen Urlaub machen und eine unbeschwerte, glückliche Zeit verbringen. Zwar lernt man sukzessive den Personenkreis rund um das Opfer kennen, doch die Krimihandlung schimmert fürs Erste nur ansatzweise zwischen Reiseschilderungen und Sightseeing durch.
Im zweiten Teil „Auf Schienen gen Süden“ tritt die Ermittlertätigkeit bereits in den Vordergrund. Noch sind die Verdachtspunkte vage, der Kreis der Verdächtigen überschaubar, doch für Bruno gibt es nach wie vor keine greifbaren Angriffspunkte. Erst die Leiche im Gepäckwagen erfordert vollen polizeilichen Einsatz, denn die Identität des Toten beweist einen Zusammenhang zum Mordfall in Wien.
Im dritten Teil „Sonnenaufgang am Golf von Triest“ nehmen die Ermittlungen Fahrt auf, bis es letztendlich Bruno und seinem Team gelingt, stichhaltige Beweise zu liefern, die den Täter eindeutig identifizieren.
Was die Charaktere anbelangt, so sind die handelnden Personen, egal ob Haupt- oder Nebenfiguren, je nach Wichtigkeit mit mehr oder weniger Facetten dargestellt. Sie wirken stets authentisch und lebendig, gut vorstellbar. Natürlich steht Bruno Zabini im Mittelpunkt der Handlung. Seine zuvorkommende, ruhige Persönlichkeit wirkt sympathisch. Er verfügt über gute Menschenkenntnis und ausgezeichneten Spürsinn. Er tritt selbstbewusst auf, verschafft sich stets auf angenehme Art und Weise Respekt. Er ist technisch äußerst interessiert und Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen. Privat hat er nun endlich sein Glück mit Luise gefunden, was dem Roman ein bisschen Romantik verleiht.
Mir hat „Südbahn nach Triest“ wiederum sehr gut gefallen, auch wenn die Krimihandlung diesmal etwas unspektakulär war und es keine prickelnden Spannungsmomente gab. Als Brunos Fan bin ich an seiner Seite durchs alte Wien geschlendert, genoss ich das Treiben auf Wiens Straßen, die Kaffeehausstimmung und das Flair edler Hotels. Ich reiste mit ihm genussvoll per Bahn und ließ die Stimmung im Hafen Triests auf mich einwirken. Das alles hat mir erquickliche Lesestunden beschert. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung „Wettlauf in Triest“.
Eine unbedingte Leseempfehlung!
haberlei
aus Wien
5/5
01.04.2025
Buch (Taschenbuch)
Mordermittlungen in Wien und…
Mordermittlungen in Wien und Triest Mit „Südbahn nach Triest“ setzt Günter Neuwirth seine historische Romanreihe mit dem Triester Inspector Bruno Zabini als Ermittler fort. Kurz zum Inhalt: Bruno besucht mit Luise und deren Sohn Wien. Selbst im Urlaub bleibt er von Verbrechen nicht verschont. Eine reiche Wiener Witwe wurde ermordet. Da die Wiener Polizei Verbindungen zu Triest feststellt, wird Bruno kontaktiert und um Amtshilfe ersucht. Kurz darauf tritt Bruno die Heimreise an. Im selben Zug befinden sich drei Verdächtige. Und dann findet sich auch noch eine Leiche im Gepäckwagen … Wie bei den Vorgängerbänden stimmt auch diesmal das Cover mit einer alten Hafenansicht sehr eindrucksvoll auf die Zeit und die Atmosphäre ein. Trotz der zahlreichen Schiffe zieht dennoch die eindrucksvolle Dampfeisenbahn die Blicke auf sich – passend zum Buchtitel. Das Buch erschien 2024 im Gmeiner Verlag. Der Roman gliedert sich in drei Teile, wobei der erste Teil primär in Wien spielt, der zweite während Brunos Heimfahrt mit dem Zug und der dritte Teil die Mordermittlungen in Triest schildert. Die genaue Datierung der Kapitel veranschaulicht einen Handlungszeitraum von circa einem Monat, von Anfang April bis Anfang Mai 1908. Der Schreibstil ist flüssig, sprachlich der damaligen Zeit angepasst. Das Personenverzeichnis hilft, rasch den relevanten Personenkreis zu überblicken. Da ich bereits die anderen Bände dieser Reihe kannte, freute ich mich über das Wiedersehen mit Bruno, Luise, usw. Doch auch für Quereinsteigerin sehe ich kein Problem. Soweit erforderlich gibt es Hinweise auf die Vorgeschichte. Nichtsdestotrotz würde ich raten, alle Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um den privaten roten Faden genau verfolgen zu können und die Entwicklung der Protagonisten in vollem Umfang zu durchblicken. Wie bei den Vorgängerbänden genoss ich es, wiederum in seinerzeitige Lebensumstände einzutauchen. Der Autor versteht es ausgezeichnet, das historische Ambiente lebendig zu machen. Man gewinnt u.a. einen Eindruck vom Polizeialltag, der Gesellschaftsstruktur, dem damaligen Frauenbild, von landschaftlichen Schönheiten sowie architektonischen Besonderheiten, und last but not least von technischen Neuerungen, für die sich der Autor, selbst Ingenieur, besonders interessiert. Basierend auf sehr fundiertem Fachwissen, lernt man diesmal eine Menge (fast ein wenig zu detailliert) über das Eisenbahnwesen zu jener Zeit, z.B. auch über die Semmeringbahn, und über die Arbeitsweise von Lokomotiven. Zwar passiert der Mord bereits im Prolog, doch wird man im ersten Teil „Im Prater blühen die Bäume“ primär ins kaiserliche Wien mit all seinen einzigartigen Sehenswürdigkeiten und Ausflugsmöglichkeiten entführt, wo Bruno mit Luise samt Sohn und Kindermädchen Urlaub machen und eine unbeschwerte, glückliche Zeit verbringen. Zwar lernt man sukzessive den Personenkreis rund um das Opfer kennen, doch die Krimihandlung schimmert fürs Erste nur ansatzweise zwischen Reiseschilderungen und Sightseeing durch. Im zweiten Teil „Auf Schienen gen Süden“ tritt die Ermittlertätigkeit bereits in den Vordergrund. Noch sind die Verdachtspunkte vage, der Kreis der Verdächtigen überschaubar, doch für Bruno gibt es nach wie vor keine greifbaren Angriffspunkte. Erst die Leiche im Gepäckwagen erfordert vollen polizeilichen Einsatz, denn die Identität des Toten beweist einen Zusammenhang zum Mordfall in Wien. Im dritten Teil „Sonnenaufgang am Golf von Triest“ nehmen die Ermittlungen Fahrt auf, bis es letztendlich Bruno und seinem Team gelingt, stichhaltige Beweise zu liefern, die den Täter eindeutig identifizieren. Was die Charaktere anbelangt, so sind die handelnden Personen, egal ob Haupt- oder Nebenfiguren, je nach Wichtigkeit mit mehr oder weniger Facetten dargestellt. Sie wirken stets authentisch und lebendig, gut vorstellbar. Natürlich steht Bruno Zabini im Mittelpunkt der Handlung. Seine zuvorkommende, ruhige Persönlichkeit wirkt sympathisch. Er verfügt über gute Menschenkenntnis und ausgezeichneten Spürsinn. Er tritt selbstbewusst auf, verschafft sich stets auf angenehme Art und Weise Respekt. Er ist technisch äußerst interessiert und Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen. Privat hat er nun endlich sein Glück mit Luise gefunden, was dem Roman ein bisschen Romantik verleiht. Mir hat „Südbahn nach Triest“ wiederum sehr gut gefallen, auch wenn die Krimihandlung diesmal etwas unspektakulär war und es keine prickelnden Spannungsmomente gab. Als Brunos Fan bin ich an seiner Seite durchs alte Wien geschlendert, genoss ich das Treiben auf Wiens Straßen, die Kaffeehausstimmung und das Flair edler Hotels. Ich reiste mit ihm genussvoll per Bahn und ließ die Stimmung im Hafen Triests auf mich einwirken. Das alles hat mir erquickliche Lesestunden beschert. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung „Wettlauf in Triest“. Eine unbedingte Leseempfehlung!
Sikal
5/5
02.05.2024
Buch (Taschenbuch)
Gelungene Fortsetzung
Nun gibt es bereits den vierten Teil der Reihe rund um Inspektor Bruno Zabini. Dieses Mal verlässt Bruno seine Heimatstadt Triest und begleitet seine Angebetete Luise von Callenhof mit ihrem Sohn in die Kaiserstadt Wien. Für Bruno eine Premiere. Logiert wird im Hotel Sacher und die Verliebten genießen das volle Touristenprogramm. Doch als die Erbtante Henriette Hohenau ermordet wird, wird Bruno von den Wiener Kollegen in den Fall einbezogen. So richtig spannend wird es als Bruno auf der Rückreise nach Triest den drei Verdächtigen im Zug begegnet. Und als es noch einen Toten gibt, ist das Chaos perfekt. Doch zum Glück ist Bruno Zabini wie immer sehr hartnäckig und letztendlich kann er den Fall natürlich lösen. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg …
Der Autor Günter Neuwirth führt uns dieses Mal nicht nur in das historische Triest, sondern nimmt uns noch auf einen Abstecher nach Wien mit. Zwischen gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen dürfen wir Brunos Gedankengängen und seinen Recherchen folgen. Interessant auch die Einblicke in die Welt der Eisenbahnen, so dürfen wir von Bruno Zabini einiges erfahren was es an damaligen Neuerungen zu diesem Thema gab. Besonders der Semmering stellte eine Herausforderung für die Lokomotiven dar.
Die einzelnen Bände der Reihe sind natürlich für sich alleine lesbar. Aber man lässt sich den Genuss entgehen wie sich die Personen entwickeln und wie vor allem Bruno nach langem Hin und Her sich endlich zu seiner Liebsten bekennen darf. Man darf sich auf die Fortsetzung freuen. Für diesen vierten Teil gibt es auf jeden Fall 5 Sterne.
sigridpt
5/5
25.04.2024
Buch (Taschenbuch)
GELTUNGSBEDÜRFNIS
Bruno Zabini hat Urlaub und macht eine Reise nach Wien. Er genießt die Zeit mit Luise und deren Sohn, aber er macht hier auch die Bekanntschaft eines Kollegen aus Wien, der ihm von einem Mord an einer älteren reichen Dame berichtet. Wie der Zufall es will, lernt Bruno auf der Zugfahrt von Wien nach Triest drei Erben jener alten Dame kennen. Sein Interesse ist geweckt. Kaum ist Bruno auf dem Bahnhof von Triest angekommen, wird im Zug eine Leiche entdeckt. Die Arbeit hat ihn wieder. Sein Instinkt sagt Bruno, dass die drei Erben auf irgendeine Weise in das Verbrechen involviert sind. Hat er damit Recht?
Ein Buch, das uns entführt in das Jahr 1908, eine längst vergangene Epoche, in der es die Donaumonarchie noch gab und eine andere (Welt-) Ordnung herrschte. Doch Verbrechen gab und wird es wohl immer und überall geben. Und auch die Motive waren damals ähnlich wie heute.
Ein spannender und abwechslungsreicher Krimi vor historischer Kulisse.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und natürlich auch sehr gern fünf Sterne.
Gertie G.
aus Wien
5/5
17.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Penibel recherchiert und gekonnt erzählt
Dieser historische Krimi ist schon der vierte der Reihe rund um den sympathischen Inspecteur Bruno Zabini aus Triest. Durch die Rückblicke, die sehr übersichtlich in das aktuelle Geschehen eingebettet sind, werden auch Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger in diese Serie, über die Vorgeschichte zu Bruno Zabini und Luise von Callenhof informiert. Trotzdem empfehle ich, die gesamte Reihe zu lesen.
Bruno Zabini begleitet Luise von Callenhof und ihren Sohn Gerwin nach Wien, um dort drei Wochen Urlaub zu machen, denn obwohl Brunos Mutter aus dem ehemaligen Wiener Vorort Gumpendorf stammt, war Zabini noch nie in der Hauptstadt der Donaumonarchie. Zwar sind Bruno und Luise (noch?) nicht verheiratet, scheinen aber einen gemütlichen Familienurlaub zu machen. Man logiert in einer Suite im Hotel Sacher, besucht Museen und vergnügt sich im Prater als Bruno der polizeiliche Alltag ereilt: Die überaus wohlhabende Witwe Henriette Hohenau wird ermordet. Wie heute, sondiert die Wiener Polizei in der Person von Inspecteur Conrad Speyer das persönliche Umfeld der Toten und entdeckt, dass drei der Erben, Meinhard, Eduard und Joseph Kestranek in Triest bzw. in Pola leben. Also, was liegt näher, den Triestiner Kollegen Zabini, um Amtshilfe zu ersuchen.
Die erste Gelegenheit, sich einen Eindruck der Geschwister zu machen, ergibt sich für Zabini gleich auf der Heimreise, denn man fährt im selben Zug, speist im Speisewagen der Südbahngesellschaft und vertreibt sich Zeit mit Kartenspielen. Allerdings lässt Zabini die Gebrüder Kestranek über seinen wahren Beruf in Unkenntnis. Doch nicht nur die Kestraneks und Zabini befinden sich im Zug, sondern auch der Kammerdiener und die Zofe der Toten. Als der Zug in Triest ankommt, gibt es eine weitere Leiche und auch die wird nicht die letzte bleiben.
Meine Meinung:
Ich genieße die Lektüre rund um Bruno Zabini seit dem ersten Fall („Dampfer ab Triest“), denn ich mag das monarchistische, etwas morbide Flair, das man auch heute noch in Triest antreffen kann. Es scheint, als ob Zabini nun endlich sein etwas unstetes Liebesleben abgelegt hätte und mit Luise von Callenhof eine feste Beziehung eingeht. Er hat jedenfalls das Zeug zu einem aufmerksamen Partner und guten (Stief)Vater. Gerwin, Luises Sohn, der ohne seine Mutter bei der strengen Großmutter aufwachsen musste, hängt an den Lippen des technikverliebten und belesenen Zabini.
Besonders geschickt eingeflochten und sehr interessant, sind die Einblicke in die Welt der Dampflokomotiven und deren Zugkraft. Dass in über den Semmering entweder eine zweite Lok oder eine besonders starke vorgespannt werden muss(te), kenne ich auch noch (allerdings nicht mehr mit Dampf). Die Details die Zabini seinen interessierten Zuhörern erklärt, gehen über das 08/15-Wissen von Eisenbahnfreunden hinaus, wirken aber nicht besserwisserisch. Man glaubt ihm, dass in die vielen Details selbst faszinieren. So mag ich das, wenn unterschwellig Wissen vermittelt wird, ohne dass der Leser mit „Infodump“ überschüttet wird.
Die Charaktere sind, wie bei Günter Neuwirth üblich, sehr gut ausgearbeitet.
Es ist recht bald klar, dass einer der Krestanek-Brüder der Täter sein muss, nur wer? Der Leser darf ein wenig spekulieren, während Bruno Zabini, die ihm zur Verfügung stehende Technik der Kriminologie ausnützt. So arbeiten Bruno und seine Mannschaft nach dem von Professor Dr. Hans Gross (1847-1915) 1893 herausgegebenen „Handbuch für Untersuchungsrichter als System der Kriminalistik.“. Professor Gross ist der erste Kriminologe und hat einen Lehrstuhl an der Uni Graz begründet. Ab ca. 1900 finden sowohl die Daktyloskopie, Fotografie als auch der „Tatortkoffer“ in der Donaumonarchie ihre Anwendung. Die Daktyloskopie wird ihren Durchbruch und Höhenflug mit der Erfindung von Rudolf Schneider, der die sogenannte „Wiener Folie“ zum Patent angemeldet hat, erringen.
Bruno Zabini wird von seiner Mannschaft perfekt unterstützt und darf noch auf Conrad Speyer aus Wien zählen, der mit einem Koffer voll Akten an die Obere Adria reist.
Jedenfalls wird der nunmehrige Dreifachmörder auf Grund der akribischen Spurensuche und schlüssigen Argumentation überführt.
Autor Günter Neuwirth gelingt es immer wieder, das Flair der untergehende Donaumonarchie darzustellen. Diesmal haben die italienischen Irredentisten Pause. Ich gehe davon aus, dass sie in einem der nächsten Bände Bruno Zabini und seine Mannschaft beschäftigen werden.
Fazit:
Sehr gerne bin ich wieder mit Bruno Zabini im Hafen von Triest spazieren gegangen, habe den Schiffen beim An- und Ablegen zugesehen und gleichzeitig Ermittlungen angestellt, um den Täter zu überführen. Dieser 4. Fall für Bruno Zabini hat mir wieder sehr gut gefallen, weshalb er wieder 5 Sterne und eine Leseempfehlung erhält.
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4/5
21.04.2025
eBook (ePUB 3)
Triest 1908
Erbschleicher, feine Gesellschaft, Wien um 1908, ein Triestiner auf Urlaub ebendort.
Spannend erzählt und recherchiert. Viel Bahngeschichte über die Südbahnstrecke und die Verbindung der wichtigen K.u.K. Stadt Triest mit der Kaiserstadt Wien.
Atmosphärisch super gelungen! Leseempfehlungen an alle geschichtlich interessierten Leser.
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