Vom Umgang mit einem unheilbar Kranken in der Familie und den Erwartungen von außen, die das Leid noch schlimmer machen
Fünf Jahre hat Katrin Seyfert ihren Mann durch seine Alzheimer-Erkrankung begleitet. Anfang 50 war er, als er die Diagnose bekam, Arzt und Vater von fünf Kindern. Sie hat den Familienalltag organisiert, die Finanzen, den Pflegedienst. Schließlich die Beerdigung. Schonungslos offen und brutal ehrlich erzählt sie davon, wie es ist, wenn der Partner allmählich seine Sprache und damit seine Identität verliert. Wie sie mit der Rolle hadert, die ihr erst als pflegende Ehefrau, dann als Witwe zugeschrieben wird. Und wie sie ihren eigenen Weg findet, sich mit der Lücke, die ihr Mann hinterlassen hat, zu arrangieren. Das Leben schlug zu, mit ihren Texten schlägt sie zurück: gegen die Konventionen, gegen die Tabus, gegen die Selbstverleugnung.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
5/5
28.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grandioses buch über alzheimer!
Klare worte, packend auf jeder seite, voller l(i)eben! Vielen dank fürs teilhabendürfe
Absolut empfehlenswert!!
..konvention ist in harz gegossene hilflosigkeit...
Fünf jahre begleitet katrin seyfert die liebe ihres lebens durch die alzheimer-erkrankung....
Tine_1980
5/5
21.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Alzheimer - Wie geht man damit um?
Fünf Jahre hat Katrin Seyfert ihren Mann durch seine Alzheimer-Erkrankung begleitet. Als er die Diagnose bekam, war er gerade mal Anfang 50, Arzt und Vater von fünf Kindern. Auf einmal gibt es tausend Dinge zu organisieren, um die man sich vorher keine Gedanken machen musste. Und am Ende die Beerdigung! Schonungslos offen und brutal ehrlich erzählt sie davon, wie es ist, wenn der Partner immer mehr vergisst, einfachste Dinge nicht mehr beim Namen benannt werden können und man von der Ehefrau zur Pflegerin mutiert. Wie geht man damit um, wenn der Mann schon zu Lebzeiten eine Lücke hinterlässt und dann irgendwann ganz weg ist?
Dieses Buch ist nicht immer einfach zu verkraften und ich finde es toll, dass Katrin Seyfert die Alzheimer-Erkrankung seiner Mutter zum Thema macht und offen und ehrlich erzählt, wie sie und ihre Familie es erlebt haben, sei es das davor, wie auch das danach.
Man erfährt, wie sie es erfahren haben und erlebt die Erkrankung mit, von den Anfängen bis zum bitteren Ende. Es wird der geistige Verfall beschrieben, was passiert, wenn der eigene Mann, der humorvoll war, sich gewählt ausdrücken konnte, auf einmal die einfachsten Worte nicht mehr weiß, eine Windel braucht, wegläuft und dann Weg nach Hause nicht mehr findet? Wie erklärt man den Kindern, was mit Papa passiert? Was tut man, wenn die Eltern ihres Mannes leugnen, dass er Alzheimer hat? Wann ist der Moment gekommen, wo es nicht mehr zu schaffen ist? Darf man den eigenen Mann in ein Heim geben? Wie viel Geld braucht man, um einem Alzheimer Patienten die nötige Pflege zu schenken? Und wie geht man nach dem Tod des eigenen Mannes weiter seinen Weg?
So viele Fragen, so viele Antworten, so viele Gedanken, die einem durch den Kopf gehen und immer wieder bewundert man diese Familie. Was sie geleistet haben, wie sie mit der Situation umgegangen sind und wie sie das Lachen und Leben nicht verloren haben, war bewundernswert.
Sie beschreibt alles sehr offen, oft konnte ich mich mit ihr identifizieren, konnte die Verzweiflung spüren, den unbändigen Willen, es so gut als möglich zu machen, doch gab es auch Momente, in denen ich nicht ganz mit ihr mitgehen konnte, aber das muss ich auch nicht, da ich es nicht selbst miterlebt habe.
Der Ideenreichtum, den sie teilweise bei Ämtern oder Ärzten aufbringen musste, um alles irgendwie zu managen, um mehr Möglichkeiten zu haben, finanzielle Probleme zu umschiffen oder einen Pflegedienst zu bekommen, waren gut beschrieben.
Ich fand es toll, dass sie wohl das Glück hatten, dass ihnen fast alle Freunde treu geblieben sind und sie bei ihrem Weg begleitet haben, jeder auf seine Art und Weise. Auch die Kinder haben einen großen Beitrag beigetragen, jeder hat seinen Vater auf eine ganz eigene Art begleitet und auch nach dem Tod ist jeder anders damit umgegangen. Doch waren sie seiner Mutter eine große Stütze.
Der Schreibstil ist nicht zu unterschätzen, da viele Abstecher zu Wissenschaftlern, Philosophen oder medizinischen Fachbegriffen beinhaltet werden. Das Buch ist nicht mal nebenbei weg zu lesen, aber trotzdem noch im Rahmen.
Es fließen viele persönliche Emotionen ein, Trauer und deren Bewältigung spielen eine große Rolle und es kann Menschen mit ähnlichen Erkrankungen helfen, indem sie merken, dass man nicht alleine ist und man sich wiederfindet.
Jeder geht mit einer solchen Erkrankung und der Trauer anders um, doch erdet einen solch ein Buch immer wieder. Man genießt sein Leben wieder. Solche Geschichten sind emotionsgeladen und nicht immer einfach zu lesen, aber wertvoll, da sie einem zeigen, wie wichtig ist, jeden Tag zu genießen.
Bewertung
5/5
15.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gelacht, geweint, nachgedacht
Seyferts Mann bekommt Alzheimer. Die Journalistin schreibt über die Jahre mit der Krankheit - und die Zeit nach dem Tod. Das ist einerseits berührend, zugleich lehrreich: Wie gehen andere Menschen mit schwierigen Situationen und Schicksalsschlägen um. Sie schreibt ehrlich, offen, humorvoll. Ihre Erkenntnisse reichen oft über die konkrete Situation hinaus, sind durchaus gesellschaftskritisch. Wie kann ein Leben gelingen, auch wenn nicht alles nach Plan läuft? Welche Vorkehrungen könnten wir alle dafür (dagegen) treffen, dass bei uns sicher auch nicht alles nach Plan laufen wird? Was erwarten andere von uns, was wir selbst? Auf welche Stützen können wir hoffen, welche können wir selbst vielleicht sogar bauen? Klug, pointiert, lesenswert!
Bewertung
4/5
15.06.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mitreißend und wichtig
Das Buch ist sehr mitreißend und wichtig! Die Autorin lässt tief in ihren Alltag mit ihrem an Alzheimer erkrankten Mann blicken. Teilweise sind ihre Schilderungen echt schwer zu ertragen weil sie wahr sind. Und traurig. Einziger Kritikpunkt sind mMn die "deutschen" Worte, die österreichische Leser*innen oft nachschlagen müssen.
amal
aus bamberg
2/5
10.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein entsetzlich wütendes…
Ein entsetzlich wütendes Buch. Die Frau tut sich schrecklich leid, was sie alles durchgemacht hat und die anderen, alles Idioten, haben nichts verstanden. Alles Spießer. Ich glaube, dass man in so einer Situation die Welt verflucht, während man den Haushalt, den Beruf und die Familie meistern muss. Aber ich will das so nicht lesen.
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