Wir befinden uns im Mai des Jahres 1945. Ein amerikanischer Zerstörer und ein deutsches U-Boot werden von einem mysteriösen Sturm Millionen von Jahren in die Vergangenheit transportiert. Urzeitmonster bevölkern das Meer und ein angrenzendes Eiland. Im Angesicht tödlicher Dinosaurier sind die beiden verfeindeten Kapitäne gezwungen, sich gemeinsam diesem weitaus gefährlicheren Feind zu stellen. Fieberhaft suchen die Soldaten nach einem möglichen Weg zurück, doch es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Vorräte und Munition werden knapp. Der Hölle des Zweiten Weltkrieges entkommen, sehen sich die Männer einem Grauen gegenüber, auf das nichts sie vorbereiten konnte.
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Meinung aus der Buchhandlung
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Science-Fiction-Thriller bieten Autoren naturgemäß große Freiheiten. Neue Welten, Zeitreisen und alternative Realitäten gehören zu den klassischen Elementen des Genres. Gerade deshalb sind jedoch innere Logik, Recherche und eine glaubwürdige Handlung besonders wichtig. Leider kann Sturmfront diese Erwartungen nur sehr eingeschränkt erfüllen.
Die Ausgangsidee klingt zunächst viel versprechend: Anfang Mai 1945 verlässt ein deutsches U-Boot des Typs VII die letzten umkämpften Gebiete des Dritten Reiches, um eine angeblich wertvolle Fracht in Sicherheit zu bringen. An Bord befinden sich ausgerechnet Adolf Hitler, Eva Braun, Martin Bormann, Reinhard Heydrich und weitere führende NS-Größen. Das Boot wird von einer fanatisch loyalen Besatzung geführt, die weder an eine Niederlage noch an eine Rückkehr glaubt.
Im Atlantik kommt es zur Begegnung mit einem amerikanischen Zerstörer. Doch noch bevor es zu einer Entscheidungsschlacht kommt, werden beide Schiffe durch einen Zeitsturm in die Vergangenheit geschleudert – in die Epoche der Dinosaurier. Soweit die Prämisse. Und diese ist für sich genommen durchaus reizvoll.
Die Umsetzung enttäuscht jedoch auf mehreren Ebenen. Besonders störend ist der äußerst sorglose Umgang mit wissenschaftlichen und historischen Grundlagen. Dinosaurier aus völlig unterschiedlichen Erdzeitaltern treten gemeinsam auf, obwohl zwischen Arten wie Stegosaurus und Tyrannosaurus rund 120 Millionen Jahre Evolution liegen. Auch wenn Science Fiction Freiheiten erlaubt, wirkt diese Vermischung schlicht beliebig und schlecht recherchiert.
Hinzu kommt eine sehr repetitive Dramaturgie: Mehrfach werden Trupps beider Seiten ausgesandt, nur um kurz darauf von Dinosauriern getötet zu werden. Was einmal noch als Spannungsmoment funktioniert, verliert durch Wiederholung schnell seinen Reiz und wirkt ideenlos.
Auch militärische Details überzeugen nicht. Dienstgrade, Bezeichnungen und offenbar selbst Uniformabzeichen scheinen häufig falsch oder ungenau dargestellt zu sein. Gerade bei einem historischen Setting hätte man eine gründlichere Vorbereitung erwarten dürfen.
Insgesamt hinterlässt der Roman den Eindruck einer wenig ausgearbeiteten Idee, die stark an den Filmklassiker „Caprona – Die Insel jenseits der Zeit“ aus den 1970er-Jahren erinnert. Die Parallelen sind so offensichtlich, dass der Eindruck mangelnder Eigenständigkeit entsteht.
Fazit: Eine interessante Grundidee, die durch fehlende Recherche, Wiederholungen und mangelnde Originalität verspielt wird. Für Genre-Fans mit hohen Ansprüchen leider ein Fehlkauf.
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