Listicles, YouTube-Videos, ChatGPT und jede Menge Content: Nach „Salonfähig“ die neue Romansatire von Elias Hirschl
Die Welt geht unter. Doch bis dahin arbeitet die Erzählerin in Elias Hirschls neuem Roman in der Content-Farm Smile Smile Inc. und schreibt sinnbefreite Listen-Artikel, die Clicks generieren sollen. (Nummer 7 wird Sie zum Weinen bringen!) Die sind genauso bedeutungslos wie die Memes und YouTube-Videos, die ihre Kolleginnen produzieren. Oder die Start-ups, die ihr Freund Jonas im Wochenrhythmus gründet, während die Stadt brennt.
Hirschl gelingt mit Content erneut eine „perfekte Romansatire, die höchstes Niveau erreicht“ (Neue Zürcher Zeitung), diesmal über die Generation ChatGPT. Politisch, prophetisch und zumindest so lange lustig, bis einem das Lachen im Hals stecken bleibt …
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Heike
aus Draßburg
5/5
16.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zeitkritischer Roman mit gutem Unterhaltungswert
Hier schreibt ein junger Mann über die Arbeitsbedingugnen seiner Generation - wir sollten ihm alle zuhören!
In Content gibt Elias Hirschl auf durchaus amüsante Weise Einblicke in sehr moderne prekäre Arbeitsverhältnisse und stellt gekonnt die (Un)-sinnhaftigkeit verschiedener Internetjobs auf den Prüfstand. Eigentlich ist die Geschichte eine Dystopie, in der die Grenzen zwischen Realität und vitueller Welt immer mehr verschwimmen, doch bleibt der Endruck, dass die KI-Wirklichkeit den Roman längst eingeholt hat. Und so blieb mir das Lächeln auch öfter mal im Halse stecken.
Das Buch ist flüssig geschrieben und liest sich sehr angenehm . Der gesellschaftkrtitische Ansatz istz eingebettet in das Leben einer namenlosen Erzählerin , die dadurch austauschbar erscheint.
Modern, gut zu lesen und absolut empfehlenswert.
Bewertung
5/5
03.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Verstörend gut
Interessant und lehrreich, selbst wenn nicht alles der Realität entspricht, so kann man sich das Entstehen vieler Online-Inhalte gut erklären. Die Ebene vom Kohleabbau hätte ich nicht gebraucht, aber ist ok.
Kwinsu
aus Salzburg
5/5
18.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Elias Hirschls "Content"…
Elias Hirschls "Content" gleicht einem Feuerwerk der Absurdität. Die Leser:innen folgen einer Ich-Erzählerin, die ihren Alltag in der Smile Smile Inc. beschreibt - eine Firma, tief verstrickt ins internationale Konzernwesen, die massenhaft Content produziert - Memes und Listicles über alles was unwichtig und sinnlos ist oder Youtube-Videos, die die Betrachtenden sehen lassen, wie Dinge von anderen Dingen zerstört werden (also ebenfalls sinnlos) - alles nur um Clicks zu generieren. Keiner der Mitarbeitenden scheint die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen, alle sind mutmaßlich gescheiterte Existenzen, die wohl das falsche Studium gewählt hatten. Manche, auch die Hauptprotagonistin, scheinen schön langsam den Verstand zu verlieren. Ungünstigerweise sitzt die Smile Smile Inc. auch noch in einer Kohleabbauregion, die sich, aufgrund der Jahrzehnte vorherrschenden Untertunnelung, langsam aufzulösen droht. Doch alles wird ignoriert, denn schließlich gilt es: "Nummer 7 wird sie zum Weinen bringen!" Zum Weinen gebracht hat mich "Content" nicht, dafür musste ich mich kontinuierlich wundern: als Digital Immigrant über den Wortschatz, der in der Content-Creator-Welt vorherrscht (etliches musste ich googlen); über die Tatsache, dass vieles, was in diesem Roman geschildert wird, zwar maßlos überspitzt, trotzdem aber so extrem realitätsnah ist; darüber, wie wir Menschen unsere Welt zugrunde richten und trotzdem immer so weitermachen wie bisher; über die Frage, warum für uns Menschen Sinnlosigkeit heutzutage so existentiell zu sein scheint; über meine eigene Feststellung, dass ich nun wohl auch anfange, Listicles zum kreieren und schließlich darüber, wie nervig ein Buch eigentlich sein kann und gleichzeitig so grandios! Hirschls Sprache ist rasant, passend zu der Thematik, scheinbar klopft er Wörter und Geschichten mit einer Geschwindigkeit heraus, die die Schnelllebigkeit in Überschall-Dimensionen hebt. Das Gelesene bereitete mir oftmals Kopfschmerzen - das Beobachten der Sinnlosigkeit und das Hineingerissenwerden in dieses atemberaubenden Tempo - das war teilweise so unerträglich, dass ich zwischendurch immer wieder pausieren musste. Das Erzählte wird von Seite zu Seite absurder, man fragt sich ständig, wohin das alles führen wird. Und doch hält die Story einen gefangen, ständig fragt man sich: wie kann sich diese Absurdität noch steigern, wie wunderbar ist diese nicht und wie schön sind auch die positiven Erfahrungen, die einige Protagonist:inen doch machen dürfen (um sie anschließend wieder auf den Boden der Realität zu holen, wenn auch versöhnlich). Der Autor hat eine Beobachtungsgabe für die Entwicklungen unserer Gesellschaft, vor der nur der Hut gezogen werden kann. Ich musste schon alleine deshalb zu Ende lesen, weil ich keine Vorstellung davon hatte, wie diese Geschichte wohl enden wird. Und es kam, wie es kommen musste: "Content" gipfelt in einem Finale, das standesgemäß mit einer Liste endet. Mein Fazit: "Content" ist speziell. Es ist - nicht nur selbst beschreibend - eine Romansatire erster Klasse. Es ist sprachlich, thematisch und nervlich herausfordernd. Doch wer die Herausforderung annimmt, wird mit einem Leuchtfeuer der Absurdität - gepaart mit treffender Gesellschaftskritik - belohnt. Irgendwie ein Meisterwerk!
Bewertung
5/5
02.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
224 Seiten, warum Sie dieses Buch lesen sollten - Seite 163 wird Sie verblüfft zurücklassen...
Eine sehr gelungene Gesellschaftssatire rund um die Themen Start-Ups, Content-Creation und Identitätsdiebstahl. Sehr lustig, bitter und auch mysteriös....
hallobuch, Silke Schröder
aus Hannover
5/5
29.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Content – die Generation Clickbait
Mit “Content” erzählt Elias Hirschl eine böse Satire über die Generation Clickbait, ihre Arbeitsbedingungen und den unerfüllten Erwartungen an Leben und Job. Seine Protagonistin, die Hirschl aus der Ich-Perspektive sprechen lässt, verliert immer mehr die Erdung zur Realität und die Distanz zu der künstlichen Welt, für die sie arbeitet. Eine Netzwelt, in der es nur um Clicks geht und immer mehr Sinnloses produziert und durch Content-Curation recycelt wird, um digitalen Traffic zu generieren. Konsequent lässt er “Content” in einer Gegend spielen, der durch den Kohleabbau selbst der Boden entzogen wurde. So gelingt ihm eine wunderbar böse, leicht abgedrehte prophetische Story, die sich spielerisch-humorig mit fiktiven Realitäten auseinandersetzt, ohne die ernsten Untertöne zu vergessen. Und auch hierbei gilt, wie für jede Liste: “Die Nummer 7 bringt dich zum Weinen”!
Obwohl ich weirde Bücher mag, hab ich nicht wirklich was mit diesem Roman anfangen können. Ich weiß, dass die zynischen Übertreibungen Stilmittel sind, für mich fehlte trotzdem eine realistische Basis, die der ganzen Absurdität einen Vergleichswert bieten hätte können. Die Charaktere waren undurchschaubar und unsympathisch. Und was war bitte dieses Ende?
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