Miryam ist dreißig Jahre alt und vor einigen Monaten Mutter geworden. Auf der Party einer alten Bekannten strahlt sie mit ihrem weißen T-Shirt um die Wette. Aber ist wirklich alles gut?
Seit der Geburt ihres Kindes ist Miryam von Selbstzweifeln geplagt. Sie kann nicht stillen, leidet an postnatalen Depressionen und versucht trotzdem alles richtig zu machen. Getrieben von der Scham über ihre Herkunftsfamilie und aus Angst, ihre gewaltvolle Kindheit zu wiederholen, tut sie alles, um so heil zu wirken wie die Mütter aus ihrem Umfeld und Instagram-Feed. Sie postet weichgefilterte Selfies von sich und ihrem Kind, informiert sich zu bedürfnisorientierter Erziehung und gesunden Beikost-Snacks. Doch Miryam zieht sich immer mehr zurück. Auch online findet sie keinen richtigen Austausch. In den sozialen Medien wird zwar vieles besprochen, nicht aber die eigenen Familientraumata, die möglicherweise wieder auftauchen, sobald man selbst Mutter wird. Sie fühlt sich immer stärker überfordert, auch ihre Partnerschaft geht zu Bruch, doch schließlich findet sie ihren ganz eigenen Weg aus der Krise - und damit doch noch zu sich selbst. Dem Roman gelingt es, mit ironisch-humorvollem Ton die Emanzipation einer jungen Mutter von familiär erlernten, destruktiven Mustern zu erzählen und ihren Weg in die Selbstbestimmtheit aufzuzeigen. Der Roman widmet sich den wichtigen Themen Mutterschaft und familiäre Gewalt mit viel Ironie und Eindringlichkeit. Zwischen Fläschchen und Instagram-Filtern: Im Prinzip ist alles okay zeichnet ein Porträt einer jungen Mutter, die Elternrollen und ihre eigene Kindheit hinterfragt. Die gleichnamige Buchausgabe erscheint bei GOYA.
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Sehr ergreifend und lebensnahe
Novalie aus Graz am 15.12.2023
Bewertungsnummer: 2088963
Bewertet: Hörbuch-Download
Miryam ist Mutter. Aber davor war sie bereits eine Frau, Schwester und eine Tochter. Jede dieser Rollen geht mit verschiedenen Erwartungen an sie einher. Aber wie beeinflussen die Rollen einander? Und wer ist Miryam eigentlich wirklich?
Zuerst das Wichtigste: Ich liebe diesen Titel. Er ist treffend und passt sehr gut zu der Geschichte.
Die Protagonistin ist in ihrer fehlerhaften, unvollkommenen Art perfekt ausgearbeitet und stellt sich Herausforderungen, die viele Frauen wahrscheinlich kennen. Sie hat als Mensch einige Schwächen, die allerdings viel Sinn machen und man kann sehr gut mit ihr mitfiebern.
Auch die Familienmitglieder und die Art wie miteinander umgegangen wird, hat mich sehr überzeugt. Es ist nicht wirklich wertschätzend oder sympathisch, aber erschreckend realistisch.
Die Geschichte hat als Hörbuch sehr gut funktioniert und ich hatte den Eindruck, als würde mir eine gute Freundin berichten, was sie gerade beschäftigt. Nur leider konnte ich sie nicht unterstützen.
Für meinen Geschmack wurde allerdings ein bisschen zu viel geflucht. Das ist in manchen Familien wahrscheinlich üblich, aber für mich war das extrem ungewohnt.
„Im Prinzip ist alles okay“ ist absolut keine leichte Lektüre, regt aber sehr zum Nachdenken und Reflektieren an. Denn letztendlich bedeutet „im Prinzip ist alles okay“ nur, dass nicht wirklich alles okay ist.
Krasser Unterschied zwischen Schein und Sein
katis zettelchen aus Salzburg am 24.09.2023
Bewertungsnummer: 2029447
Bewertet: Hörbuch-Download
Kann man in einer Gesellschaft, die Perfektion erwartet, einen Teufelskreis der Gewalt durchbrechen? In diesem Roman geht es um eine Frau, deren Leben von einem Wust von Horrorszenarien geprägt wird: häuslicher Gewalt, Angst in der Familie, Traumata, Postnataler Depression, Selbstmordversuchen, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Schuldgefühlen, Ehebruch. Sie beginnt mit der Erzählung ihrer Geschichte nach der Geburt der Tochter. Es zerreißt einem beim Zuhören das Herz, wie die Erzählerin versucht, mit dem Kind eine Beziehung aufzubauen, immer wieder scheitert, wie sie an Schuldgefühlen und Minderwertigkeitskomplexen verzweifelt. Nach außen in den Social Media präsentiert sie sich so, wie man es von ihr erwartet, allerdings mithilfe von Youtube Make-up-Videos, Weichzeichnerfiltern und Smileys.
In der Retrospektive erzählt sie von den wichtigen Beziehungen in ihrem Leben, die allesamt dysfunktional bis toxisch verlaufen: zu den Eltern, dem Bruder, dem ersten Freund, ihrem besten Freund, dem Vater ihrer Tochter und dessen Eltern. Sie wird immer tiefer in den Strudel von Gewalt, Angst, Aggression, Provokation und Schmerz gezogen. Der Roman ist eine emotionale Achterbahn. Manchmal sind es mir zu viele Themen, die hier in direkter Kausalität stehen. Das wäre noch schwerer zu ertragen, wenn es im Textfluss nicht immer wieder Brüche gäbe: Ihr Ton wird im Gegensatz zum Thema manchmal plaudernd, manchmal ironisch komisch, was von der Sprecherin Julia Meier toll umgesetzt wird. Ich stolpere zunächst beim Zuhören darüber, empfinde es verwirrend, liegt es am Vorlesen, hätte ich beim Lesen des Buches denselben Eindruck? Eindeutig ja, der Tonfall entspricht lustigen, selbstironischen Frauenromanen, a la Sophie Kinsella – End-Zwanzigerin versucht ihr eigenes chaotisches Leben zwischen Studium und erwachsenem Leben in den Griff zu bekommen. So, wie die Erzählerin ihre Umgebung mit gefilterten Selfies betrügt, versucht sie auch uns, die Zuhörer und Leser, zu betrügen und uns vorzugaukeln, im Prinzip sei alles okay. Sie versteckt sich. Und am Ende fragt man sich zurecht, was die Realität hinter all den gefilterten glücklichen Leben, die uns überall präsentiert werden, ist und ob wir nicht die Realität mit allen Ecken und Kanten ertragen müssen, um eine gesunde Gesellschaft zu werden.
Der Roman hat mich mitgenommen, die Charaktere sind glaubhaft, die Spannung zwischen Sprache und Inhalt ist toll und im Hörbuch toll umgesetzt. Klare Lese-/Hörempfehlung!
Meinung aus der Buchhandlung
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Eine junge Frau hadert mit ihrer Mutterrolle und sich selbst. Zwischen dem Druck ihres Umfeldes und auf Instagram und Co. immer perfekt zu sein, kämpft sie sich durch ihre Depression, Überforderung und Traumata ihrer Kindheit durch. Die Handlung des Buches ist keine leichte Kost, aber sehr behutsam sowie teils ironisch und witzig geschrieben.
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