Ein Video, ein Scharfschützengewehr, eine Morddrohung der Antifa und ein nach links blinder Staatsschutz. Matusseks Roman beginnt wie ein Thriller und endet in der finalen Schlacht zwischen den Mächten des Himmels und denen des Satans, frei nach der Apokalypse des Johannes. Rico Hausmann, Katholik, ehemaliger Starjournalist und nun als rechts verfemt, hat sich in ein Dorf an der Ostsee zurückgezogen und sendet von dort im Internetradio »Kontrafunk« seine Polemiken gegen eine korrupte grünlinke Regierung, die ein »Klimaziel« zur erbärmlichen Ersatzreligion gemacht hat. Nun wird er gejagt vom Putzer, dem Antifa-Helden der G20-Krawalle. Da ruft ihn ein beklemmender Einsatz nach Paris. Rico soll einer Freundin beim Selbstmord helfen und ihn feiern. Rico sieht die Kultur des Todes wuchern. Als er wieder zurück ist, greift der Tod nach ihm. Ein wütender und doch melancholischer Roman um gewöhnliche Denunzianten und außergewöhnliche Autoren.
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Eine Art Roman-Autobiografie…
LichtundSchatten am 28.09.2023
Bewertungsnummer: 2821943
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Art Roman-Autobiografie und zutreffende Beschreibung der aktuell schiefen Ebene Deutschlands. Matthias Matussek polarisiert, er hat sich vom Linksaußen- zum Vernunfts-Standpunkt gewandelt, dabei ist er gläubiger Katholik. Seine Fabulierkunst ist ungebrochen, sie richtet sich jetzt gegen seine früheren, immer noch im linken Schlamm suhlenden Kollegen. Man erfährt sehr viel über den inneren Zustand der Medien (Struckrad-Barre, Spiegel, Diekmann, Döpfner, Böhmermann, Fleiischhauer etc.) Matussek ist eine daraus erwachsene Pflanze, die ihr Aufblühen heute schöner denn je zelebriert, wortgewaltiger und standfest. Ein von ihm ausgebildeter Praktikant, Malte Henk, schleicht sich wieder in sein Vertrauen ein und formuliert damit einen Artikel im Blatt des ach so sanften di Lorzeni, in der Zeit. Man spürt die Betroffenheit und kann ob dieses grausamen Verrats der regierungstreuen Medien nur noch erkennen, dass die Relotius-Presse zu den allerletzten Mitteln greift. Nun, Henk wird mit Sicherheit Preise der Rechtgläubigen ernten. Über die Medienbranche schreibt Matussek: "Der Verrat ist so etwas wie ihre Betriebstemperatur." Zudem wurde in das Buch ein weiteres spannendes Thema eingeflochten: Sterbehilfe. Mich beschäftigt dieses Thema seit ich das Gespräch zwischen dem unsäglichen Müntefering und Prof. Dr. Udo Reiter gesehen habe. Der ehemalige Intendant des MDR und BR hat sich kurz danach mit 70 auf seiner Terrasse erschossen - nach einem langen Leben im Rollstuhl. Die Arroganz der Müntefering Aussagen ist mir noch heute im Ohr. Matussek ist als Katholik gegen selbstbestimmtes Sterben seine Freundin dafür, eine schauerlich gute Geschichte, die alle Argumente pro und contra auffächert. Das Kennenlernen seiner Frau und die andauernde Liebe: Matussek kann auch Romantik, ein L(i)ebensmensch durch und durch. Mich hat diese Passage tief berührt. Zur Endzeit und wie man sie erkennt: "Frauen nannten sich Männer, und geschminkte Männer behaupteten, sie seien Frauen und könnten Kinder gebären...Alles stand Kopf wie in Orwells 1984...Denken Sie an die Kriegsbegeisterung ...Habeck war unter ihnen, seine Hörner wurden nun sichtbar...Stuckrad-Bahre versuchte den Hashtag Metoo zu singen...Diekmann skandierte Wulff Wulff..." Ein riesengroßer dunkler Spaß könnte man meinen, aber es ist Ernst, wirklich ernst, denn die Antifa und ihre Hammer-Truppen stehen Gewehr bei Fuß. Spannend, intelligent, herausfordernd, hell auflodernd im Wahnsinn der Zeit.
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