Immer wieder eine andere werden, um zu verschwinden: Maria flieht vor ihrer eigenen Identität und hinterlässt blutige Spuren.
Wenn die Freiheit plötzlich in greifbare Nähe rückt:
Jetzt ist die Mutter wirklich tot. Endlich Ruhe, endlich nicht mehr gebraucht werden, endlich einen Moment für sie allein. Maria fährt los, gönnt sich zuerst ein Sektfrühstück, dann eine Nacht mit einem Fremden im Hotel. Als sie am nächsten Morgen in die Einfahrt biegt, steht die Polizei vor ihrem Haus. Maria bekommt Panik - und verschwindet.
Zwischen Unsichtbar-Werden und der Angst gefunden zu werden:
Maria wechselt ihre Identitäten, arbeitet mal da mal dort. Immer wieder wird ihre prekäre Situation schamlos ausgenutzt. Sie schwankt zwischen Passivität und Selbstermächtigung, sucht den Weg des geringsten Widerstandes, fügt sich und passt sich ihrer Umwelt geschmeidig an ... so lange, bis es ihr reicht. Dass der Tod ihrer Mutter nicht der einzige Todesfall ist, in den sie involviert ist, und dass Maria nicht nur von der Polizei gesucht wird, lässt das Spiel mit der Identität zur Überlebensstrategie werden.
Ein Kriminalroman, der die Augen für die Schicksale der Ungesehenen öffnet:
Gudrun Lerchbaum nimmt uns mit auf eine rasante Reise entlang der Schicksale jener Frauen, die ungesehen bleiben: da ist die pflegende Angehörige schwerkranker Eltern, da ist die Kellnerin in Schwarzarbeit, die ausgebeutet und erpresst wird, da ist die Ehefrau, die sich vor ihrem prügelnden Mann ins Frauenhaus rettet, und die 24-Stunden-Pflegekraft, von der viel mehr als nur Pflege erwartet wird.
Marias Wechselspiel aus Passivität und radikalen Befreiungsschlägen lässt sie dich spüren: die Hilflosigkeit und den lodernden Zorn, die aus Ungerechtigkeit und Unterdrückung entstehen.
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Wenn man irgendwie nichts…
Bewertung aus Marl am 30.11.2023
Bewertungsnummer: 3007081
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn man irgendwie nichts mehr ist und verlernt hat, jemand zu sein Maria, Anfang 40, geschieden, vier Jahre pflegt sie ihre Mutter, bis es dann eines Tages vorbei ist. Die Mutter ist tot und Maria ist frei und doch ist da nichts mehr in ihr, was sich anfühlt wie Leben. Sie verlässt das Haus, um einmal durchzuatmen und kommt nicht zurück. Irgendwie ist nichts mehr von ihr übrig. Und so macht sie sich, eher unbewusst, auf die Suche, 'wieder zu sein'. Aber irgendwie muss man trotzdem leben und so sucht sie eine Arbeit, ohne Identität. Das bedeutet für die andere Seite, sie ausnutzen zu können, Schwarzarbeit, keine Regeln, nur Demütigung und Unterdrückung. Sie ist ein niemand und doch, mit jeder Station auf ihrem Weg, bei dem, was das Ausgeliefertsein zur Folge hat, kommt ein sich wehren, ein Aufstehen, die Willenskraft an die Oberfläche, in ihr Bewusstsein und dann auch in ihr Handeln zurück. Immer wieder muss sie 'verschwinden', mit Spuren, die sie zurücklässt und auch bei der nächsten 'Anstellung' verläuft alles nach dem Schema 'Ausbeutung und Co'. Aber sie selbst, sie wird stärker, wehrhafter und sie begegnet auch Menschen, die sich ihr auf positive Weise annähern und umgekehrt. Diese Geschichte, sie ist eine Entwicklung, Marias Weg zurück und sie hat ein Ende, ein Ende, das es auch den Lesern, die einfach nicht anders können wie mitzuleiden, leichter macht. Nur sehr bedingt ein Kriminalroman, aber einfach ein gutes Buch, das sich abhebt vom Üblichen.
Wenn man irgendwie nichts mehr ist und verlernt hat, jemand zu sein
Bewertung am 30.11.2023
Bewertungsnummer: 2078875
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Maria, Anfang 40, geschieden, vier Jahre pflegt sie ihre Mutter, bis es dann eines Tages vorbei ist. Die Mutter ist tot und Maria ist frei und doch ist da nichts mehr in ihr, was sich anfühlt wie Leben.
Sie verlässt das Haus, um einmal durchzuatmen und kommt nicht zurück. Irgendwie ist nichts mehr von ihr übrig. Und so macht sie sich, eher unbewusst, auf die Suche, 'wieder zu sein'. Aber irgendwie muss man trotzdem leben und so sucht sie eine Arbeit, ohne Identität. Das bedeutet für die andere Seite, sie ausnutzen zu können, Schwarzarbeit, keine Regeln, nur Demütigung und Unterdrückung. Sie ist ein niemand und doch, mit jeder Station auf ihrem Weg, bei dem, was das Ausgeliefertsein zur Folge hat, kommt ein sich wehren, ein Aufstehen, die Willenskraft an die Oberfläche, in ihr Bewusstsein und dann auch in ihr Handeln zurück. Immer wieder muss sie 'verschwinden', mit Spuren, die sie zurücklässt und auch bei der nächsten 'Anstellung' verläuft alles nach dem Schema 'Ausbeutung und Co'. Aber sie selbst, sie wird stärker, wehrhafter und sie begegnet auch Menschen, die sich ihr auf positive Weise annähern und umgekehrt.
Diese Geschichte, sie ist eine Entwicklung, Marias Weg zurück und sie hat ein Ende, ein Ende, das es auch den Lesern, die einfach nicht anders können wie mitzuleiden, leichter macht.
Nur sehr bedingt ein Kriminalroman, aber einfach ein gutes Buch, das sich abhebt vom Üblichen.
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