Romina, Romi genannt, erwartet ihr zweites Kind, und seit kurzem gibt es da auch einen zweiten Mann. Szibilla findet es grundsätzlich unverantwortlich, Kinder in die Welt zu setzen, und Romis Polyamorie ist für sie nichts anderes als eine Möglichkeit, sich noch mehr von Männern abhängig zu machen. Was sie verbindet, ist ihre beste Freundin Nora. Doch Nora flieht mit ihrer kleinen Tochter zu ihrer Mutter ins Schweizer Rheintal, legt sich geradewegs ins Bett ihres Jugendzimmers – und schweigt. Ratlos reisen die Freundinnen ihr nach, mieten sich in ein billiges Wellnesshotel ein. Während Romi sich Sorgen um Nora macht, ist Szibilla überzeugt, dass sie diese Auszeit braucht, um wieder zu sich selbst zu kommen. In den fünf Tagen, in denen sie Lebensentwürfe diskutieren, reißen die Gräben zwischen Romi und Szibilla immer weiter auf – bis Nora schließlich ihr Schweigen bricht.Was bedeutet Freiheit, was Verantwortung? Was prägt uns, was wollen wir weitergeben? In ihrem dritten Roman taucht Laura Vogt tief ein in die Gefühlswelt ihrer Figuren, Frauen um die dreißig, und zeigt sie uns mit all ihren Schwächen und Stärken, Enttäuschungen und Hoffnungen. Ein lebendiger, lebensbejahender Roman, der deutlich macht, wie Individualismus, Mutterschaft und Selbstbestimmung ständig neu verhandelt werden müssen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Kaffeeelse
Thalia Book Circle Community
5/5
09.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Gestern, das Jetzt und das Morgen
3 Frauen. Romina, Szibilla und Nora. 3 Freundinnen. 3 Lebenswelten. Ein wunderbares Konzept. Schon in „Was wir sind“ von Anna Hope und in „Katzenzungen“ von Borger & Straub hat mich dieses Konzept begeistert. Und dieses Begeistern schafft auch Laura Vogt in „Die liegende Frau“.
Freundinnen. Ein immerwährendes Thema denke ich. Frau braucht sie genauso, wie sie sich daran reibt. Ein Ritt auf einem Pulverfass. Manchmal. Oft. Dennoch ist die Freundinnenschaft auch etwas Essentielles.
Und auch hier ist das so. Romina, Szibilla und Nora stehen in ihren Leben. Sie sind erwachsen. Autark. Konventionell und auch unkonventioneller. Sie kommen zusammen. Doch anders als geplant. Nora reist mit ihrer Tochter zur Mutter ins schweizerische Rheintal, verfällt dort in ein neuordnendes Schweigen, zieht sich in sich selbst zurück. Ihre Freundinnen Romina und Szibilla kommen nach und müssen warten, bis Nora wieder da ist, wieder in der Aktion ist und haben in der Zwischenzeit sich selbst. Ihre doch recht unterschiedlichen Welten und Sichten prallen aufeinander. Dann wird aus der Welt zu zweit wieder eine Welt zu dritt. Und das Annähern der Frauen geht weiter. Ihre Sichten. Ihre Welten. Ihr Wollen. Ihr Miteinander. Ihre Schwesternschaft.
Ein wunderbares Buch! „Die liegende Frau“. Ein Buchtitel. Doch eigentlich noch viel mehr. Dieses ach so tolle Patriarchat, welches sich fügsame und steuerbare Frauen wünscht und die heutige Welt, in der die Frauen aufwachen und diese altbekannten Lebensentwürfe zu hinterfragen beginnen. Das ist das Thema des Buches. Und wer meine Lesegewohnheiten kennt, wird wissen, ja, für dieses Buch brennt sie. Und genau so war es. 3 unterschiedliche Frauen, die sich begegneten, die sich anfreundeten. Ob das hier real ist? Warum nicht? Man lernt sich in einem bestimmten Moment kennen und dann kommt die Zeit, sie verändert, man wächst, bzw. man sollte wachsen. Und später kommt man dann an den Punkt altbekanntes zu überdenken. An diesem Punkt sind auch Nora und Szibilla und auch Romina.
Die Leserschaft darf daran teilhaben, darf mitfiebern. Und noch etwas darf die Leserschaft. Die eigenen Sichten hinterfragen. Und dabei wünsche ich besonders viel Spaß!
Ein richtig gutes Buch, dem ich eine große Zahl an Lesenden wünsche. Gestern war der 8. März, der feministische Kampftag. Und Simone de Beauvoir sagte: „Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen. Sie bekommen Nichts!“
„Die liegende Frau“ ist ein Roman über 3 Freundinnen, über ihre Sichten, über ihr Wollen. Und das ist etwas über das wir alle einmal nachdenken sollten! Ein Bundestag mit nicht mal 33 % Frauenanteil, was kann so ein Bundestag für uns Frauen, für unsere Sichten, für unsere Freiheit bewirken. Und wollen wir das? Wollen wir liegen oder wollen wir schreien? Mädels, wacht endlich auf!
kaffeeelse
aus D
5/5
09.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Gestern, das Jetzt und…
Das Gestern, das Jetzt und das Morgen 3 Frauen. Romina, Szibilla und Nora. 3 Freundinnen. 3 Lebenswelten. Ein wunderbares Konzept. Schon in „Was wir sind“ von Anna Hope und in „Katzenzungen“ von Borger & Straub hat mich dieses Konzept begeistert. Und dieses Begeistern schafft auch Laura Vogt in „Die liegende Frau“. Freundinnen. Ein immerwährendes Thema denke ich. Frau braucht sie genauso, wie sie sich daran reibt. Ein Ritt auf einem Pulverfass. Manchmal. Oft. Dennoch ist die Freundinnenschaft auch etwas Essentielles. Und auch hier ist das so. Romina, Szibilla und Nora stehen in ihren Leben. Sie sind erwachsen. Autark. Konventionell und auch unkonventioneller. Sie kommen zusammen. Doch anders als geplant. Nora reist mit ihrer Tochter zur Mutter ins schweizerische Rheintal, verfällt dort in ein neuordnendes Schweigen, zieht sich in sich selbst zurück. Ihre Freundinnen Romina und Szibilla kommen nach und müssen warten, bis Nora wieder da ist, wieder in der Aktion ist und haben in der Zwischenzeit sich selbst. Ihre doch recht unterschiedlichen Welten und Sichten prallen aufeinander. Dann wird aus der Welt zu zweit wieder eine Welt zu dritt. Und das Annähern der Frauen geht weiter. Ihre Sichten. Ihre Welten. Ihr Wollen. Ihr Miteinander. Ihre Schwesternschaft. Ein wunderbares Buch! „Die liegende Frau“. Ein Buchtitel. Doch eigentlich noch viel mehr. Dieses ach so tolle Patriarchat, welches sich fügsame und steuerbare Frauen wünscht und die heutige Welt, in der die Frauen aufwachen und diese altbekannten Lebensentwürfe zu hinterfragen beginnen. Das ist das Thema des Buches. Und wer meine Lesegewohnheiten kennt, wird wissen, ja, für dieses Buch brennt sie. Und genau so war es. 3 unterschiedliche Frauen, die sich begegneten, die sich anfreundeten. Ob das hier real ist? Warum nicht? Man lernt sich in einem bestimmten Moment kennen und dann kommt die Zeit, sie verändert, man wächst, bzw. man sollte wachsen. Und später kommt man dann an den Punkt altbekanntes zu überdenken. An diesem Punkt sind auch Nora und Szibilla und auch Romina. Die Leserschaft darf daran teilhaben, darf mitfiebern. Und noch etwas darf die Leserschaft. Die eigenen Sichten hinterfragen. Und dabei wünsche ich besonders viel Spaß! Ein richtig gutes Buch, dem ich eine große Zahl an Lesenden wünsche. Gestern war der 8. März, der feministische Kampftag. Und Simone de Beauvoir sagte: „Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen. Sie bekommen Nichts!“ „Die liegende Frau“ ist ein Roman über 3 Freundinnen, über ihre Sichten, über ihr Wollen. Und das ist etwas über das wir alle einmal nachdenken sollten! Ein Bundestag mit nicht mal 33 % Frauenanteil, was kann so ein Bundestag für uns Frauen, für unsere Sichten, für unsere Freiheit bewirken. Und wollen wir das? Wollen wir liegen oder wollen wir schreien? Mädels, wacht endlich auf!
Sarah
aus Chemnitz
4/5
19.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Weibliche Selbstbestimmung
Drei Freundinnen planen einen gemeinsamen Urlaub in Berlin. Kurz bevor es dazu kommt, fährt Nora zu ihrer Mutter ins Rheintal, verschwindet in ihrem alten Kinderzimmer, legt sich dort ins Bett und verfällt in Schweigen.
Kurzerhand entschließen sich Szibila und Romi ihr hinterher zu reisen und quartieren sich in einem Wellnesshotel ein. Während Romi, die selbst gerade in einer Selbstfindung und Neuerfindung ihrer Partnerschaft steckt, sehr verstört ist von Noras Verhalten, scheint Szibila, die den Männern abgeschworen hat und keine Beziehung eingehen möchte, da sie Abhängigkeit befürchtet, nicht weiter beunruhigt über Noras Zustand.
Es folgen fünf Tage, in denen Romi und Szibila sich selbst und auch einander näher kommen und letztendlich auch Nora wieder zu sich findet.
-
Laura Vogt erschafft sehr nahbare und tiefgründige Charaktere mit Stärken und Schwächen, voll von Fragen und Widersprüchen, angereichert mit Wünschen und einer Vorstellung vom Leben, wie es sein könnte.
Da ist Nora, die mit ihrem Muttersein hadert und sich gern mal in sich zurückzieht, sonst aber ein sonniges Gemüt hat und ihrer Tochter eine bessere Sicht auf das Frau sein vermitteln will.
Da ist Romi, gerade schwanger mit ihrem zweiten Kind, die sich vor kurzem in Dennis verliebt hat, aber auch ihren Mann liebt und Polyamorie für sich entdeckt. Die Alles und Nichts will und Angst hat am Ende zu versagen.
Und da ist Szibila, deren Menstruationsbeschwerden sehr viel tiefer gehen und einen anderen Ursprung haben, die nichts von Abhängigkeit hält und diese in jeder Beziehung vermutet. Sie bleibt lieber allein als sich einem Mann zu unterwerfen und ist im Allgemeinen der Ansicht, dass es nicht gut ist, dass wir Menschen auf diesem Planeten sind.
Sie alle eint der Wunsch anders zu sein, ihr Leben abseits von Normen und Konventionen zu führen, selbst zu bestimmen.
Genau darum geht es auch. Es geht um große (feministische) Fragen, angefangen bei der, was eine Frau sich rausnehmen darf, inwieweit sie ihr Leben selbst bestimmen darf und was das für sie und ihre Umwelt bedeutet. Es geht darum Sozialisierungen zu hinterfragen und auch alte Muster zu durchbrechen. Wer sagt, das eine Frau unbedingt einen Mann an ihrer Seite braucht? Wer sagt, dass eine Mutter immer in erster Linie für die Kinder da ist, die Care-Arbeit übernimmt, die Wünsche aller anderen über die eigenen stellt? Und wer sagt, dass Mutterschaft immer etwas Schönes ist?
Vogt zeigt auf, dass es schwer ist, die gesellschaftliche Prägung abzulegen, dass es mit Selbstzweifel einhergeht und nicht selten in Selbstaufgabe endet, sie zeigt aber auch, dass es möglich ist für sich selbst einen anderen, passenderen Weg zu finden.
Anhand verschiedener Familiengeschichten wird außerdem klar, welche Last und Überzeugungen von der Kindheit ins Erwachsenenalter übergehen und wie diese das Denken und Fühlen beeinflussen können.
-
Ein starker Roman der Individualismus über Erwartungen von außen stellt, der die Freiheit der*des Einzelnen beleuchtet und gute Denkanstöße gibt.
Bis auf das Ende, dass mir persönlich viel zu offen war, hat es mir sehr gut gefallen und ich kann es euch wärmstens empfehlen.
begine
aus Lemwerder
4/5
13.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Drei Frauen
Die Autorin Laura Vogt hat mit Die liegende Frau, einen spritzigen Roman geschaffen.
Sie schreibt gern über die Probleme von Frauen um die Dreißig.
Hier geht es um 3 Frauen, um Nora und ihre beiden Freundinnen. Die sind miteinander nicht so eins, sie sind nur beide mit Nora befreundet.
Nora zieht sich mit ihrer Tochter zur Mutter zurück und legt sich ins Bett.
Szibilla und Romi fahren ihr nach, um zu sehen, was mit ihr los ist. Dabei klären sie auch ihre Beziehung Zueinander.
Die Autorin versteht es die Situation der Frauen gut ins Bild zu rücken.
Es geht um Beziehungen und alten Geistern und um das Frau sein.
Die Art des Romans ist gut gearbeitet, so erfährt man immer wieder die Empfindungen von verschiedenen Personen. Das ist angenehm zu lesen.
mari_liest
3/5
10.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die liegende Frau
Die drei Freundinnen Romi, Nora und Szibila schmieden Pläne für einen gemeinsamen Urlaub in Berlin. Doch kurz davor reist Nora zu ihrer Mutter, verschwindet da im alten Kinderzimmer, legt sich ins Bett und verfällt in eine Art Katharsis. Szibila und Romi entscheiden ihr zu folgen, checken vor Ort in einem Wellnesshotel ein. Während Romi, die gerade in einer Phase der Selbstfindung und Neuerfindung ihrer Partnerschaften steckt, von Noras Verhalten stark verstört ist, zeigt Szibila, die den Männern abgeschworen hat und keine Bindungen eingehen möchte, wenig Besorgnis über Noras Zustand, kann diesen sogar total verstehen. Dennoch äußert sie ihr Verständnis dafür nicht komplett in die Tiefe. In den darauffolgenden fünf Tagen nähern sich Romi und Szibila nicht nur sich selbst, sondern auch einander an. Und sie versuchen auch eindringlich Nora wieder ins Leben zurückzuholen.
Laura Vogt kreiert Charaktere mit Stärken, Schwächen, ambivalenten Gefühlen, inneren Widersprüchen/Monologen sowie Vorstellungen vom Leben, wie sie gelernt haben, dass es zu sein hat. Sie erzählt die Geschichten von drei Freundinnen, die mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen haben. Nora hadert ab und an mit ihrer Mutterrolle. Romi ist schwanger mit ihrem zweiten Kind, entdeckt die Polyamorie, fürchtet das Versagen. Szibila steht der Abhängigkeit von Männern im Leben skeptisch gegenüber und stelle die Existenz der Menschheit in Frage. Gemeinsam jedoch vereint sie der Wunsch sich von gesellschaftlichen Normen zu befreien. Vogt wirft feministische Fragen auf, zeigt die Schwierigkeiten, gesellschaftliche Prägungen abzulegen, und lässt den endgültigen Verlauf der Geschichte offen. Es war eine gute Geschichte, konnte mich aber irgendwie nicht komplett abholen.
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