Produktbild: Julia

Julia Roman

23

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Altersempfehlung

ab 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

19.10.2023

Verlag

Eichborn

Seitenzahl

(Printausgabe)

Dateigröße

536 KB

Auflage

1. Auflage 2023

Übersetzt von

Karoline Hippe

Sprache

Deutsch

EAN

9783751748599

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ePUB

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  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

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19.10.2023

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1. Auflage 2023

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Deutsch

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9783751748599

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  • LiLo

    3/5

    12.01.2024

    eBook (ePUB)

    Interessant und durchaus spannend - bleibt in der Aussage aber kraftlos und ohne Brisanz

    “Julia” von Sandra Newman ist eine Nacherzählung zu George Orwells Klassiker “1984”. Wie die originale Vorlage entführt das Buch in eine dystopische Welt, die von den drei Supermächten Ozeanien, Eurasien und Ostasien dominiert wird. Genauer nach London, Startbahn 1 (England) in Ozeanien, das von Engsoz, der Partei des Grossen Bruders, regiert wird. Die Geschichte folgt dabei Julia, einer Maschinistin in den Mittzwanzigern, der späteren Geliebten von Winston Smith. Dies ist ihre Geschichte und ihr persönlicher Weg durch die Hölle eines totalitären Systems. So viel schon mal vorweg: Das Buch ist nichts für schwache Mägen. Ich habe “Julia” im Rahmen einer Leserunde gelesen - vielen Dank an den Eichborn Verlag und das Team von Lesejury für das Rezensionsexemplar! Orwells “1984” las ich zum ersten Mal vor etwa 15 Jahren, vor Kurzem dann erneut. Im Folgenden möchte ich die Nacherzählung einerseits als solche betrachten - also zur Vorlage in Vergleich setzen- als es auch als Einzelwerk würdigen. Der offensichtlichste Unterschied springt gleich von Beginn weg ins Auge: Die Perspektive. Newman nimmt Julias Geschichte zum Anlass, sowohl mehr in die Tiefe, als auch in die Breite zu gehen. Gleichzeitig mit Julias Vergangenheit beleuchtet “Julia” Aspekte der historischen Entwicklungen, die zum herrschenden System geführt haben. Dabei gestattet der Roman einen Blick über den Tellerrand des Mikrokosmos London, die Winston Smith den Leser:innen durch seine (örtlich) beschränkten Erfahrungen nicht geben konnte. Dazu gesellen sich weitreichende Einblicke in Julias Alltag, die eben einer jüngeren Generation von Genossinnen angehört. Und natürlich eine Frau ist. Julia wird so von dem willigen Objekt von Winstons Begierde, zu einer aktiven Protagonistin. Scheinbar geschickt, weitsichtig und clever manövriert sich Julia durch die Schlupflöcher der Parteidoktrin und glaubt sich mit ihren kleinkriminellen Vergnügungen unterhalb des Radars des Liebesministeriums und der Denkpol. Erstaunlich früh, wie ich fand, überrascht “Julia” mit unerwarteten Plottwists, ohne in der Handlung vom Original abzuweichen. Dadurch schafft es die Autorin, inhaltlich neue Akzente zu setzen und Spannung zu erzeugen, selbst wenn man den Gang der Geschehnisse bereits kennt. Es entstehen neue Einblicke in die perfide Funktionsweise des Überwachungsapparats und bekannte Randfiguren erhalten mehr Hintergrund und (teils philosophische) Tiefe. Hier wird aus der Adaption eine funktionierende und authentische Neuerzählung. Auf die Spitze treibt Newman diese Neuerzählung durch das Weiterspinnen der Geschichte über das originale Ende hinaus. Dabei erlaubt sie sich viel künstlerische Freiheit, die ich ihr einerseits zugestehen mag, die mir persönlich in der Ausführung aber wenig zusagt. Im Allgemeinen zeichnet Newman ein ähnlich düsteres und brutales Bild einer entarteten Utopie, wie Orwell dies vor fast achtzig Jahren getan hat. Sie ergänzt dieses durch Kontext und eine weibliche Perspektive. Das hilft zwar dem Verständnis und dient der Nachvollziehbarkeit gewisser Dynamiken und ist an und für sich interessant. Aber sie fügt wenig an, das mir bei der Lektüre des Originals gefehlt hat. Und ich erkenne für mich wenig Zugewinn hinsichtlich der Botschaft oder intellektueller Anregungen. Neu ist lediglich die Weiblichkeit der Perspektive - und der vielgelobte Feminismus, der in diesem Buch stecken soll. Hier sehe ich aber grosses Potenzial für Missverständnisse. Denn der Feminismus zeigt sich für mich keineswegs in den Handlungen und Motiven der Protagonistin Julia - wo ihn viele Leser:innen offenbar irgendwie zu finden/interpretieren glauben. Ich verstehe Newmans feministische Kritik jedoch viel mehr als Anprangerung der Reduzierung von Feminismus auf Sexualität und sexuelle Freiheit - dargestellt durch Julias übersexualisierte Verhaltensmotive, die von verschiedener Seite ausgenutzt und instrumentalisiert werden. Und in der männlichen Ignoranz für weibliche Alltagssorgen und Benachteiligungen. Diese Kritik ist für mich aber weder inhaltlich noch sprachlich pointiert genug dargestellt, als dass die breite Masse der Leser:innen sie als solche zu erkennen vermögen - was sich für mich sowohl in den Diskussionen als auch in diversen Rezensionen offenbart. Ganz allgemein fehlt es “Julia” in meinen Augen an Prägnanz und damit Aussagekraft - es wirkt oft ausufernd und überladen, sowohl in den Details als auch in der Handlungsstruktur. Dadurch fehlen scharfe Aussagen und schlussendlich auch ein Thema. Und obwohl es vereinzelt tiefgründige Passagen gibt, fehlt mir der philosophische und gesellschaftskritische Gehalt, den ich erwartet habe. Damit bleibt das Gefühl von brisanter Aktualität - das Orwells “1984” noch heute und immer wieder bei mir auszulösen vermag - aus. Und “Julia” bleibt für mich ohne markante Botschaft. Sprachlich ist das Buch in modernem und eben etwas ausschweifendem Erzählstil gehalten; persönlich, ungeschönt direkt, oft derb bis vulgär verfasst. Zwar handwerklich solide, bleibt es aber weit hinter Orwells stilistischer Raffinesse zurück. Man kann “Julia” sicher nicht als nette Unterhaltung bezeichnen - dafür ist es zu düster, brutal und hoffnungslos. Aber kurzweilig ist es, sogar packend - nicht zuletzt durch effekthascherische Schockelemente. Als Einzelwerk ist “Julia” als Geschichte sicher spannend, als Nacherzählung eine durchaus interessante Perspektivenerweiterung. Einen literarischen oder gesellschaftsrelevanten Mehrwert kann ich darin für mich aber nicht erkennen. Deshalb lege ich allen (potenziellen) Leser:innen die (Vorab)Lektüre von George Orwells “1984” ans Herz.

  • Kayla

    aus Köln

    5/5

    11.01.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Big Brother is watching you

    Big Brother is watching you Julia ist die Neuinterpretation des Klassikers von George Orwells 1984 aus der Feder von Sandra Newman. Das Buch erzählt dieselbe Geschichte jedoch aus der weiblichen Perspektive der gleichnamigen Protagonistin Julia. Ich habe in das Original nur reingelesen, weswegen ich mich bei der Rezension nur auf meinen Eindruck der Neuerzählung stütze. Die Geschichte hat mich auf eine erschreckende und morbide Art fasziniert und in ihren Bann gezogen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil ist angenehm und geht trotz der Orientierung am Original eigene Wege. Ich bin großer Fan des dystopischen Settings und der Welt sowie ihren Bewohnern, die fantastisch gezeichnet werden. Mit der Protagonistin Julia verbindet mich eine Hassliebe und ich wusste bis zum Ende nicht, wie ich sie einschätzen soll. Eine Besonderheit an dem Buch ist das Neusprech, welches der Geschichte eine ganz besondere Stimmung verleiht und mir persönlich richtig gut gefallen hat. Mein Fazit: Eine sehr direkte und ungeschönte Geschichte, die die weibliche Hauptfigur in all ihren Facetten zeigt und damit auch Rollenbilder und Klischees durchbricht. Jedoch gibt es viele möglicherweise triggernde Inhalten, weswegen ich euch das Buch nur empfehlen würde, wenn euch diese nicht betreffen.

  • Kayla.liest

    aus Köln

    5/5

    11.01.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    ️ Big Brother is watching you…

    ️ Big Brother is watching you ️ Julia ist die Neuinterpretation des Klassikers von George Orwells 1984 aus der Feder von Sandra Newman. Das Buch erzählt dieselbe Geschichte jedoch aus der weiblichen Perspektive der gleichnamigen Protagonistin Julia. Ich habe in das Original nur reingelesen, weswegen ich mich bei der Rezension nur auf meinen Eindruck der Neuerzählung stütze. Die Geschichte hat mich auf eine erschreckende und morbide Art fasziniert und in ihren Bann gezogen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil ist angenehm und geht trotz der Orientierung am Original eigene Wege. Ich bin großer Fan des dystopischen Settings und der Welt sowie ihren Bewohnern, die fantastisch gezeichnet werden. Mit der Protagonistin Julia verbindet mich eine Hassliebe und ich wusste bis zum Ende nicht, wie ich sie einschätzen soll. Eine Besonderheit an dem Buch ist das Neusprech, welches der Geschichte eine ganz besondere Stimmung verleiht und mir persönlich richtig gut gefallen hat. Mein Fazit: Eine sehr direkte und ungeschönte Geschichte, die die weibliche Hauptfigur in all ihren Facetten zeigt und damit auch Rollenbilder und Klischees durchbricht. Jedoch gibt es viele möglicherweise triggernde Inhalten, weswegen ich euch das Buch nur empfehlen würde, wenn euch diese nicht betreffen.

  • oceanloveR

    5/5

    10.01.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    [4.5/5] Feministische (Neu-)Interpretation

    1984 habe ich damals in der Schule gelesen und auch wenn es wahrlich kein klassischer Lesegenuss war, bewegte und beeindruckte mich das Buch doch nachhaltig. Nur Julia blieb eine unbefriedigend blasse Figur. Das hat Sandra Newman nun geändert! Denn Julia schildert die Ereignisse aus Orwells Dystopie aus ihrer Sicht und das gleich Vorweg: Sandra Newman beherrscht ihr Handwerk. Sie kriecht in die Ritzen und Nebengassen von Orwells Roman und macht diese zum neuen Hauptschauplatz, bleibt dabei Ton und Handlung treu und schafft dennoch etwas Neues. Ihre Schilderungen aus Julias Perspektive und Orwells Geschichte von Winston könnten im selben Buch alternierend abgedruckt werden, so sehr bereichern sie sich gegenseitig. Ich gebe zu, dass ich von Anfang an Schwierigkeiten mit dem Buch hatte - meiner hohen Erwartungen an eine feministische Neuerzählung wegen und auch bezüglich des Schreibstils. An letzterem störte mich vor allem die vulgäre Sprache und auch wenn ich nachvollziehen kann, dass Julia in einer Welt, die Liebe abgeschafft zu haben glaubt und Sexualität unterdrückt, das Vokabular fehlt, störte mich die Derbheit der Worte und Gedanken dennoch. Was den feministischen Blickwinkel angeht - er war definitiv vorhanden! Nur eben anders, als ich mir das gedacht hatte. Ich hatte mir eine aufgeklärte, bewusste Protagonistin erhofft, die gezielt Bündnisse mit Frauen angeht, ganz viel weiblicher support in einer unterdrückenden und unterdrückten Gesellschaft - und ich gebe zu, dass das naiv ist und war. Wie soll das in dieser Gesellschaft möglich sein? Und es hätte auch nicht zu Orwells Ton und Aussage gepasst. Nachdem ich diese anfängliche Enttäuschung verdaut hatte und Julias quasi ausschließliche Selbstdefinition über ihre Sexualität als ihren Weg, sich dem System zu entziehen, akzeptieren konnte, sah ich, wie Newman der Welt dennoch ihren Stempel aufdrückte: Menstruation wird angesprochen (sogar der in Spanien bereits beschlossene "Menstruationsurlaub"; ungünstiges Wort btw.), wie die Frauen sexueller Ausbeutung und Missbrauches ausgesetzt sind, selbst alltägliche Schwierigkeiten und Bloßstellungen wegen des Overalls und dem Toilettengang, künstliche Befruchtung und Abtreibung... Das alles aus Frauenperspektive zu erlesen und erleben, macht die Ungleichheit in Orwells dystopischer Welt für mich bedeutend greifbarer und erdrückender. Und auch wenn mir das explizite und starke female empowerment fehlte, ist es zwischen den Zeilen doch rauslesbar. Julia macht eine Charakterentwicklung und Reflektion ihrerselbst und ihrer Vergangenheit durch und die angedeutete Romanze war auch überraschend berührend. Unterteilt ist das Buch ja in drei Abschnitte und während mich im ersten vor allem die vulgäre Sprache irritierte, im zweiten Julias von O´Brien zugedachte Aufgabe und die Folter schockte, war ich von Julias Selbstermächtigung im letzten Abschnitt begeistert und empfand diesen Teil auch am angenehmsten zu lesen. Und dann kam das - für mich überraschende und schockierende - Ende, das einerseits unbefriedigend offen ist und so viele Fragen aufwirft, gleichzeitig aber eine hervorragende Parallele zum Ende von Orwells Dystopie ist und die gleiche hoffnungslose Verzweiflung hervorruft. Bereits Winston lebte in wenig glamourösen Umständen mit langen Arbeitszeiten, schlechter Ernährung und besorgniserregendem Alkoholkonsum - den Frauen von denen Sandra Newman erzählt, ergeht es größtenteils noch schlechter und sowohl der Drogenkonsum als auch der Alkoholmissbrauch (sogar während der Schwangerschaft!), sind ständige Begleiter im Buch. Das alles kreiiert eine kaum zu ertragende Stimmung und Atmosphäre, die das Buch einerseits so unangenehm zu lesen machen und gleichzeitig die Faszination auslösen. Auch die omnipräsente Gewalt und Unterdrückung, die Folterszenen, der in Ozeanien verankerte Rassismus und Antisemitismus, sowie die Thematik von Eugenik lassen Lesefreude im klassischen Sinne nicht oder nur schwerlich aufkommen. Julia ist - wie 1984 auch - keine leichte Kost und hätte durchaus mit Triggerwarnungen versehen werden können. Was ich für mich festgestellt habe, während ich teilweise - trotz der handwerklich exzellent umgesetzten Neuinterpretation - recht lustlos zum Buch griff: Ich glaube, ich will (vorerst?) einfach keine Dystopien mehr lesen. Ich habe genug von Umweltzerstörung und sozialer Ungerechtigkeit, von Kriegen und Armut, von Unterdrückung und patriarchalen Systemen, Rassismus und Vorurteilen. In der realen Welt ist all das bedrohlich genug - ich will nicht auch noch von fiktiven Welten lesen, die sich dieser menschengemachten Probleme nicht entledigen können. Zu viele Frauen sterben täglich, erleben Gewalt und werden vergewaltigt, als dass ich davon noch lesen mag. Wütende Kritik am Ist-Zustand, mutige Ideen, diesen aufzubrechen und optimistische Utopien - das will ich. Ganz viel Text, gar kein Sinn?! Ich habe lange überlegt, wie ich das Buch bewerten soll - "schön" war es nicht, aber das soll es ja auch nicht. Dass ich dem Genre gegenüber momentan eine Abneigung entwickele, dafür kann es nicht. 1984 habe ich damals auch volle Punktzahl gegeben und Julia "gefiel" mir ja auf die gleiche Weise; sogar besser wegen der weiblichen Perspektive und ich bin begeistert, wie großartig Sandra Newman den Balanceakt zwischen Original und eigenem Werk meistert. Letztlich habe ich mich dafür entschlossen, nur einen halben Anker für die störende vulgäre Sprache abzuziehen und mit der Empfehlung zu verbleiben: Wer 1984 liest, sollte unbedingt auch Julia lesen. (Und wer Julia lesen möchte, hat mehr "Freude" daran, wenn 1984 zuvor gelesen wird.) FAZIT: 1984 erzählt hässliche Gegebenheiten aus einer hässlichen Welt, bevölkert mit hässlichen Menschen - in hässlicher Sprache. Und trotz und wegen all des Widerwillens, den Orwell in mir wachrief, beschäftigte mich sein Werk, wühlte mich auf und brachte mich zum (Nach-)Denken. Diesen Ton trifft auch Sandra Newman. Sie bleibt Orwell und der von ihm geschaffenen Atmosphäre treu, greift aber die achtlos hingeschmissenen Krumen auf. Was Orwell nur Nebensätze und Winston keine Gedanken wert war, erzählt sie. Die weibliche Perspektive, der unsichtbare Alltag, das alltägliche Leiden und Leben der Frauen.

  • Bewertung

    5/5

    07.01.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Aus Sicht der weiblichen Hauptfigur

    Georg Orwells distopischer Roman 1984, geschrieben 1940,ist die Vision eines totalitären Staates, mit totaler Überwachung. Winston Smith, Geschichtsfälscher im Staatsdienst, verliebt sich in die schöne, geheimnisvolle Julia. Gemeinsam begehen sie Sexkrime, weil Sex verboten ist. Hier erzählt Orwell die Geschichte von Winston, geprägt von Verhaftung, Gefängnis und Folter. Sandra Newman beschreibt in ihrem Buch, das Leben von Julia, aus der Sicht der weiblichen Hauptfigur. Sie ist Maschinistin und führt ein verbotenes, von Sex dominiertes Leben. Als sie Winston kennenlernt, verliebt sie sich in ihn. " THE BIG BROTHER IS WATCHING YOU " Beide beginnen ein geheimes Liebesleben, doch schon bald gerät es aus den Fugen. Sandra Newman hat die Original Dialoge zwischen Winston und Sandra übernommen. Doch es ist eine andere Erzählung, freier, sexbezogener und lebhafter. Zu Schluß geht das Buch weiter als das von Orwell. Was passiert nach den Folterungen ? Leben Julia und Winston weiter ? Bleibt der totalitäre Staat bestehen ? Wie verläuft der Krieg ? Gibt es eine Gegenrevolte ? Newman hat einen flüssigen Schreibstiel. Die Sprache ist extrem vulgär. Die Folterszenen realistisch, und nichts für schwache Nerven. Ich hatte 1984 von Orwell gelesen und war gespannt auf die Fassung. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich wurde nicht enttäuscht. Ich kann es sehr empfehlen

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    Claudia

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    4/5

    21.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "1984" auf Neustart und aus Julias Sicht erzählt

    Vorab, ich persönlich bin ein richtig großer Fan von Neuerzählungen - im Besonderen wenn diese aus einer feministischen Sichtweise heraus geschrieben werden. Da das einer meiner großen Minuspunkte bei Orwells Jahrhundertroman ist, war ich ganz besonders interessiert an Sandra Newmans Buch "Julia" (aus dem Englischen ins Deutsche von Karoline Hippe), welches 2023 erschien. Dieses erzählt Orwells "1984" aus Julias Geschichte, bietet mehr Einsicht in die Welt der "Prolos" wie auch mehr Einsicht allgemein, außer Winstons eigene Gedankenblasen. Besonders spannend fand ich, das Dialoge aus dem Original übernommen wurden, also wir manche Phrasen schon kennen, doch diesmal die andere Sicht auf die Antworten bekommen. Großer Kritikpunkt an dem Buch, wie ich gelesen habe, ist die Simple Darstellung von Winstons Charakter, den ich wiederum sehr passen und stimmig fand. Im Vordergrund steht in dem Roman die Charakterentwicklung Julias wie auch ihre frei gelebte Lust, die sie auch nach Lust und Laune nachgeht. Sie scheint stellenweise als very unlikable female character dargestellt zu sein, welches ich jedoch sehr begrüße. Im Vergleich zu Orwells "1984" fand ich diese Erzählweise auf jeden Fall angenehmer, wenn stellenweise doch auch sehr graphisch. Was mich leider auch hier wieder hapern lässt - wenn feministische Nacherzählung, dann bitte und gerne auch eine Intersektionale. Definitiv ein spannendes Werk wenn Lesende in Literaturwissenschaft tauchen möchten. 

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