Eine Frau mit einer genialen Idee, einem Oldtimer-Bus und einer Lebensfreude, die Leben verändert. Altenpflegerin Annie musste schon so einiges durchmachen und nun verliert sie auch noch ihren Job. Voller Optimismus schmiedet sie einen genialen, aber verrückten Plan: Sie fährt mit einem alten roten Postbus voller Damenunterwäsche durch das ländliche Schweden, um den Frauen BHs in der richtigen Körbchengröße direkt vors Haus zu liefern. Dabei verändert sie nicht nur das Leben ihrer Kundinnen, sondern auch ihre eigene Sicht auf die Dinge. Doch dann holt sie ein bitteres Geheimnis aus der Vergangenheit ein - und sie muss aufpassen, dass sie selbst nicht ihren Lebensmut verliert.
Ein charmanter und inspirierender Roman - Lebensweisheiten inklusive!
Kundinnen und Kunden meinen
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Mit dem BH-Bus unterwegs durch das ländliche Schweden
Magdalena aus Köln am 19.11.2023
Bewertungsnummer: 2071562
Bewertet: eBook (ePUB)
Es handelt sich um den Debütroman der Autorin, und es ist der erste Teil einer Reihe um Annie, eine Frau im mittleren Alter, die schon einiges im Leben durchgemacht hatte und nunmehr mit einem roten Oldtimer-Postbus übers Land fährt, in dem sie Unterwäsche verkauft.
Annie, Mitte 40 und von einer Krebserkrankung genesen, verliert ihren Job als Altenpflegerin. Als sie bei ihrem letzten Kunden einen alten Postbus entdeckt, beschließt sie spontan, ihn zu erwerben, hauptsächlich, um die Unterwäsche, die sie vor ihrer Erkrankung zum Verkauf erworben hat, an die Frau zu bringen.
Bevor sie krank wurde, wollte sie mit ihrer besten Freundin Ǻsa eine Modeboutique für Dessous eröffnen, Ǻsa hat sie jedoch im Stich gelassen und anstelle der Boutique eine Pflegedienststelle eröffnet.
Nicht nur das zerrüttete Verhältnis zur ehemaligen besten Freundin belastet Annie. Auch die Beziehung zu ihrem Mann Mårten hat sich während ihrer Krankheit verändert, Mårten ist vom Ehemann zum Pfleger mutiert, und ihr 17jähriger Sohn Simon hat Probleme in der Schule. Eine große Rolle in dem Buch spielen ebenfalls Annies polyamouröse Schwester Fia, die als Automechanikerin den alten Postbus fahrtüchtig macht und immer zur Stelle ist, wenn Annie sie braucht.
Was Annie fortwährend begleitet, sind die Erinnerungen an ihre Mutter. Als sie während ihrer Tour übers Land Menschen aus ihrer Kindheit und Jugend begegnet, wird ihr bewusst, dass sie nicht die ganze Wahrheit über den Tod ihrer Mutter kennt.
Der Roman ist in viele kurze Kapitel unterteilt, anhand der Kapitelnamen wird entweder ersichtlich, an welchem Ort die Handlung gerade spielt oder was in dem Kapitel passiert, z.B. Die erste Kundin, Vollgas voraus, Das große Fest.
Annies Roadtrip durch das ländliche Schweden hat mir sehr gut gefallen. Annie lernt viele interessante und witzige Menschen kennen, die teilweise zu guten Freunden werden. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, während des Lesens saß ich neben Annie in ihrem BH-Bus, habe die vorbeifliegende Landschaft bewundert und mich mit ihr über ihre Familie und die Kundinnen unterhalten. Eine kurzweilige Lektüre über eine mutige Frau, die ihr Leben umkrempelt und ein erfolgreiches kleines Unternehmen auf die Beine stellt. Von mir eine Leseempfehlung für Leserinnen, die ebenfalls in der Mitte des Lebens stehen.
Ein Buch über das Weiter- und Neuentwickeln
Miri Tölkes aus Much am 01.12.2023
Bewertungsnummer: 2079869
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Annie hat gerade den Krebs besiegt, um dann langsam erkenne zu müssen, dass sie ihr gesamtes Leben ändern muss, um auch wirklich weiter zu leben. Ihre Ehe, ihr Verhältnis zu ihrem Sohn und zu ihrem Vater, ihre Arbeit und ihre Freundschaften; irgendwie scheint da nichts richtig schlimm, aber eben auch nichts richtig gut zu sein. Als einer ihrer Kunden (sie ist Altenpflegerin) stirbt, findet sie in seiner Garage einen alten roten Bus, den sie sich kauft und ihn ausbaut, um im Sommer durch das schwedische Hinterland zu fahren und aus dem Bus heraus Unterwäsche zu verkaufen.
Das Buch liest sich sehr gut und ist flüssig und einfach geschrieben. Zu Beginn dachte ich daher, dass ich eine seichte Lektüre vor mir hätte und ein Buch mit einer Geschichte, die mich einlullt und mir keine tieferen Erkenntnisse zukommen lässt.
Auch die Charaktere haben mir am Anfang überhaupt nicht gefallen. Ich war zu Beginn von Annie genervt und fand ihre Arbeitskolleginnen Zaybab und Carola ätzend und nervig. Noch schlimmer empfand ich nur ihrem Ehemann Marten gegenüber.
Im beiden wurde ich am Ende eines besseren belehrt. Ich habe alle diese Charaktere zum Ende hin lieben gelernt und hätte am liebsten jeden von ihnen persönlich kennen gelernt. Okay, außer Marten, den mochte ich bis zum Schluss nicht wirklich.
Zu Annie: während sie mir zu Beginn der Geschichte langweilig und farblos erschien, hat sie sich während ihrer Fahrt mit dem roten Bus immer weiter entwickelt und sich selbst aus allen Verwicklungen gelöst, die sich im Laufe ihres Lebens eingegangen war. Im Grunde genommen hat sie sich mit dem Lauf des Busses entschieden sich selbst zu ermächtigen und sich von allen um sich herum nicht mehr objektivieren zu lassen.
Und mit dieser Entwicklung von Annie, entwickelt sich ihr und mein Bild auf die anderen Charaktere. Am Ende konnte ich mich mit ihr und ihnen identifizieren! und für mich einiges aus dem Buch mitnehmen.
Und gerade die „einfache“ Sprache hat dazu geführt, dass ich ohne Anstrengung von der Geschichte lernen konnte…
Ich empfehle das Buch Frauen, die sich in ihrem eigenen Leben ein Stück weit gefangen fühlen. Und Männern, denen es genauso geht. Eigentlich sollte das Buch jeder lesen, der sich in ein Leben eingewickelt hat und dem es vielleicht helfen könnte darüber nachzudenken, ob er dieses eingewickelte Leben so weiterführen möchte.
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