Eine Frau mit einer genialen Idee, einem Oldtimer-Bus und einer Lebensfreude, die Leben verändert.
Altenpflegerin Annie musste schon so einiges durchmachen und nun verliert sie auch noch ihren Job. Voller Optimismus schmiedet sie einen genialen, aber verrückten Plan: Sie fährt mit einem alten roten Postbus voller Damenunterwäsche durch das ländliche Schweden, um den Frauen BHs in der richtigen Körbchengröße direkt vors Haus zu liefern. Dabei verändert sie nicht nur das Leben ihrer Kundinnen, sondern auch ihre eigene Sicht auf die Dinge. Doch dann holt sie ein bitteres Geheimnis aus der Vergangenheit ein – und sie muss aufpassen, dass sie selbst nicht ihren Lebensmut verliert.
Ein charmanter und inspirierender Roman – Lebensweisheiten inklusive!
Kundinnen und Kunden meinen
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Ein Buch über das Weiter- und Neuentwickeln
Miri Tölkes aus Much am 01.12.2023
Bewertungsnummer: 2079869
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Annie hat gerade den Krebs besiegt, um dann langsam erkenne zu müssen, dass sie ihr gesamtes Leben ändern muss, um auch wirklich weiter zu leben. Ihre Ehe, ihr Verhältnis zu ihrem Sohn und zu ihrem Vater, ihre Arbeit und ihre Freundschaften; irgendwie scheint da nichts richtig schlimm, aber eben auch nichts richtig gut zu sein. Als einer ihrer Kunden (sie ist Altenpflegerin) stirbt, findet sie in seiner Garage einen alten roten Bus, den sie sich kauft und ihn ausbaut, um im Sommer durch das schwedische Hinterland zu fahren und aus dem Bus heraus Unterwäsche zu verkaufen.
Das Buch liest sich sehr gut und ist flüssig und einfach geschrieben. Zu Beginn dachte ich daher, dass ich eine seichte Lektüre vor mir hätte und ein Buch mit einer Geschichte, die mich einlullt und mir keine tieferen Erkenntnisse zukommen lässt.
Auch die Charaktere haben mir am Anfang überhaupt nicht gefallen. Ich war zu Beginn von Annie genervt und fand ihre Arbeitskolleginnen Zaybab und Carola ätzend und nervig. Noch schlimmer empfand ich nur ihrem Ehemann Marten gegenüber.
Im beiden wurde ich am Ende eines besseren belehrt. Ich habe alle diese Charaktere zum Ende hin lieben gelernt und hätte am liebsten jeden von ihnen persönlich kennen gelernt. Okay, außer Marten, den mochte ich bis zum Schluss nicht wirklich.
Zu Annie: während sie mir zu Beginn der Geschichte langweilig und farblos erschien, hat sie sich während ihrer Fahrt mit dem roten Bus immer weiter entwickelt und sich selbst aus allen Verwicklungen gelöst, die sich im Laufe ihres Lebens eingegangen war. Im Grunde genommen hat sie sich mit dem Lauf des Busses entschieden sich selbst zu ermächtigen und sich von allen um sich herum nicht mehr objektivieren zu lassen.
Und mit dieser Entwicklung von Annie, entwickelt sich ihr und mein Bild auf die anderen Charaktere. Am Ende konnte ich mich mit ihr und ihnen identifizieren! und für mich einiges aus dem Buch mitnehmen.
Und gerade die „einfache“ Sprache hat dazu geführt, dass ich ohne Anstrengung von der Geschichte lernen konnte…
Ich empfehle das Buch Frauen, die sich in ihrem eigenen Leben ein Stück weit gefangen fühlen. Und Männern, denen es genauso geht. Eigentlich sollte das Buch jeder lesen, der sich in ein Leben eingewickelt hat und dem es vielleicht helfen könnte darüber nachzudenken, ob er dieses eingewickelte Leben so weiterführen möchte.
Der Bus, die Frau und der Weg zu ihr selbst
Kwinsu aus Salzburg am 01.12.2023
Bewertungsnummer: 2079514
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Annie fühlt sich gerade in ihrem Leben nicht so wohl. Der Job nervt, nach einer Brustkrebserkrankung ist sie immer noch nicht ganz bei Kräften, irgendwie klappt es auch nicht so gut mit ihrem Mann und zu ihrem pubertierenden Sohn findet sie keine Verbindung mehr. Durch einen Wink des Schicksals fällt ihr ein roter Oldtimer-Bus zu und sie beginnt durch die schwedische Provinz zu fahren, um darin Unterwäsche zu verkaufen. Sie will die Zeit nutzen, um sich darüber klar zu werden, was sie eigentlich im Leben will. Viele verschiedene Begegnungen beeinflussen den Weg ihrer Selbstfindung. Und ihr Talent, gefühlvoll mit den Menschen umzugehen, beeinflusst diese wiederum auf positive Art und Weise.
Zugegebenermaßen fand ich den Titel und das Cover nicht sonderlicher ansprechend, da ich aber eine Vorliebe für skandinavische Literatur habe, wollte ich Näheres über das Buch erfahren und fand die Inhaltsbeschreibung sehr reizvoll. Das Buch hat mich dann von Anfang an überzeugt - ich empfand den Schreibstil sehr einnehmend, mag ich es doch grundsätzlich sehr gerne, wenn die Protagonistin selbst erzählt und alles so beschrieben wird, dass sich die Lesenden bildlich und auch gefühlsmäßig gut in die Story hineinversetzen können. Hinzu kommt der Lokalkolorit aus Darlana und Umgebung und die schwedischen Eigenheiten, die die beschriebenen Menschen besonders machen.
Ich bin ungefähr in Annies Alter und kann die Gedanken über das Leben sehr gut nachvollziehen. Bedauerlicherweise habe ich eine ähnliche Krankheitsgeschichte und da muss ich sagen, dass ich mir ab und an mit der Thematisierung der Krankheit schwer getan habe. Ehrlicherweise hätte ich das Buch nicht gelesen, hätte ich von der Inhaltsbeschreibung gewusst, dass Brustkrebs eine Rolle in diesem Roman spielt. Das hat einiges getriggert und war für mich nicht immer leicht zu lesen, aber schlussendlich fand ich es schön und auch ein Stück weit inspirierend, wie sie die Krankheit hinter sich gelassen hat.
Bezaubernd fand ich die einzelnen Begegnungen mit verschiedenen Menschen, die Annie im Laufe der Geschichte trifft. Ihre gefühlvolle Art auf die Menschen, mit denen sie interagiert, einzugehen, ist wirklich herzerwärmend, aber nicht kitschig. Trotzdem Annie grundsätzlich positiv ist, schwingen doch immer realistischer Zweifel, sehr nachvollziehbare Enttäuschungen und eine gewisse Melancholie mit, die das Buch für mich nur noch glaubhafter machen. Das Buchrückenzitat der Dagens Nyheter "Das ist ein intelligenter schwedischer Feelgood, der nie zu zuckersüß wird, sondern einen schönen melancholischen Grundton bewahrt." trifft es für mich auf den Punkt.
Mein Fazit: Wer Schweden mag, einer starken Protagonistin auf ihrem Weg zur Selbstfindung begleiten und mit ihr Höhen und Tiefen erleben will, ohne dass es zu philosophisch oder gesellschaftskritisch wird, ist hier genau richtig. Eine Triggerwarnung an alle, die mit Brustkrebs zu tun hatten, das kann durchaus herausfordernd werden. Insgesamt ein schönes Buch, das ein wohliges und zuversichtliches Gefühl hinterlässt.
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