Drei Generationen von Frauen und ihr Ringen um Autonomie - eine Geschichte von Verlusten, Schweigen und Schuld, in der trotz allem die Liebe nicht aufgegeben wird.
Als Mira sich auf den Weg nach Südkärnten macht, steht ihr eine schwierige Aufgabe bevor: Sie muss ihre betagte Mutter auf den Auszug aus dem Haus vorbereiten, in dem sie vor Jahrzehnten mit den damals noch kleinen Kindern Obdach gefunden hat. Im Lauf der folgenden Wochen verdichten sich Miras eigene Erinnerungen an das Dorf und an eine als traumatisch erlebte Kindheit, geprägt von der rigiden patriarchalen Ordnung und den Dogmen der katholischen Kirche. Und sie beginnt zu verstehen, dass die alten, unaufgelösten Konflikte von den Lebensgeschichten ihrer Ahninnen befeuert werden: Tagelöhnerin die eine, die unter dramatischen Umständen ums Leben kam, Partisanin die andere, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr nach Kärnten zurückkehrte.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Edith Berger
aus Graz
5/5
05.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
berührendes Leseerlebnis
Nach der Matura hat Mira ihre Südkärntner Heimat verlassen um in Wien zu studieren. Eigentlich ist sie geflohen. Vor der strikt patriarchalen Gesellschaftsordnung, der erzkatholischen Gesinnung, den slowenisch-kärntnerischen Zerwürfnissen, der Schweigsamkeit der Mutter. Nun ist sie auf dem Weg zurück. Ihre Mutter ist gebrechlich geworden und muss aus dem Haus ausziehen, dass jahrzehntelang Heimstatt der Familie war.
Bewertung
Book Circle Community
5/5
02.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Herkunft ist doch immer auch ein Teil von uns...
Mira ist eine junge Slowenin, die in Kärnten aufgewachsen ist, nun aber in Wien lebt und sich “eigentlich” von ihrer slowenischen Herkunft distanziert hat. Während eines Besuches bei ihrer Mutter setzt sie sich jedoch intensiv mit ihren Wurzeln auseinander. Auch die schwierige, weil oft sehr sprachlose, Beziehung zu ihrer Mutter wird erneut ein Thema für sie. Langsam erfahren wir mehr über Miras Leben, aber auch darüber, was ihre Mutter und Grossmutter erlebt haben, wie deren Leben aussah.
Ein schwieriges Thema, oft hält man inne und kommt ins Grübeln. Ein Buch über die Stellung der Frauen, über ihr Verhältnis zueinander, ihre Position in der Familie oder Paarbeziehung. Ein Buch über Herkunft. Ein Buch, das aufzeigt, wie wichtig es ist, miteinander zu sprechen!
begine
aus Lemwerder
5/5
11.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Frauen
Die Kärntner Autorin Maja Hagerlap führt uns Leser in ihrem Roman Nachtfrauen in das Kärntner Slowenische Grenzgebiet.
Es geht um drei Generationen Frauen.
Die Letzte Mira fährt zu ihrer Mutter, die ihre Wohnung aufgeben soll, da der Neffe den Platz braucht.
In der Familie waren die Mütter nicht so liebevoll. Allerdings mussten sie schwer arbeiten und wurden früh Witwe.
Der Großvater blieb im Krieg und der Vater hatte einen Unfall.
Besonders die Erinnerungen Der Mutter Annie kamen jetzt ans Licht.
Die Autorin verstand es gut die Landschaft, die Politik und Familie unter einen Hut zu bringen.
Auch die Stimmung hat sie gut herüber gebracht.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen.
Bewertung
4/5
31.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was sagt unsere Herkunft aus?
Für Mira sicherlich einiges! Als Kärntner Slowenin, die ihre slowenische Herkunft hinter sich lassen wollte, kennt sie das Gefühl von Unzugehörigkeit ein bisschen zu gut.
Bis dato lebt sie sorgfrei in Wien, doch als sich plötzlich herausstellt. dass sie wieder nach Kärnten soll, wird ihr ganz übel- vor allem bei dem ganzen Ungesagten zwischen ihrer Mutter und ihr.
Es geht um die Aufarbeitung einer Mutter Tochter Beziehung. unter anderem auch um die Stellung der Frauen, über ihr Verhältnis zueinander und ihre Position in der Familie. Vor dem Hintergrund der Fragestellung wie uns unsere Herkunft definiert, bringt uns Maja Haderlap näher wie wichtig es ist zu reden. Miteinander auch über Trauma zu sprechen.
Ein spannender Aspekt war, dass der erste Teil des Buches Mira's Perspektive schildert, während der zweite sich mit der Sichtweise der Mutter Anni beschäftigt. Total spannend und absolut muss wenn man einen Gesellschaftsroman mit sensibler Sprache sucht.
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5/5
14.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nachtfrauen
Vor vielen Jahren hat mich Maja Haderlaps "Engel des Vergessens" schwer beeindruckt. Die Geschichte war ziemlich schwere Kost, aber wahnsinnig gut geschrieben, und deswegen wollte ich unbedingt noch ein Buch von ihr lesen.
"Nachtfrauen" hat mich sofort angesprochen, da ich generell gerne Bücher lese, in denen die Protagonisten mit Verlusten, Tod, Schweigen und Scheitern konfrontiert werden - denn von der Entwicklung der Charaktere kann man immer etwas lernen, auch wenn die Geschichten fiktiv sind.
Mira war mir sofort sympathisch und der Kampf, den sie mit ihrer Mutter ausficht, ist einer, der vielen, die Eltern aus den Jahrgängen 1935-1950 haben, nicht fremd sein wird. Der Roman war für mich sehr aufwühlend, ich musste das Buch mehrmals zur Seite legen, weil so viele Dinge so nah an der Realität sind. Ein wundervolles Buch über starke Frauen.
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