Viele Kinder sind es nicht mehr gewohnt mit Langeweile, Frust und Rückschlägen angemessen umzugehen. Sie hatten in ihrem jungen Leben auch kaum Gelegenheit, den Umgang damit zu üben, da ihre Eltern sie mit Ablenkungen, Annehmlichkeiten und Fürsorge überschütten, ihnen Hindernisse aus dem Weg räumen oder sie bei drohender Langeweile reflexartig bespaßen. Das tun sie im besten Glauben, "bedürfnisgerecht" zu erziehen und verwechseln dabei echte Bedürfnisse mit Wünschen oder umschiffen schlichtweg den Konflikt mit ihrem Kind. Gleichzeitig bekommen diese Kinder von ihren Eltern häufig eines nicht: ihre ungeteilte Zeit und Aufmerksamkeit, denn um diese Dinge konkurrieren sie mit dem Handydisplay und ziehen dabei häufig den Kürzeren.Mangelnde Frustrationstoleranz, eine gestörte Selbstregulationsfähigkeit, nicht altersgerecht ausgebildete soziale Kompetenzen und ein grundlegend geschwächtes Selbstbewusstsein sind die Folge.Der Generationenforscher Rüdiger Maas zeigt in seinem neuen Buch, wie es gelingt, sich in der Erziehung an wirklichen Bedürfnissen statt an Wünschen zu orientieren, damit Kinder sich ihres Werts und ihrer Fähigkeiten wieder bewusst werden und Eigenschaften wie Resilienz, die Fähigkeit zur Selbstregulation und ein stabiles Selbstvertrauen ausbilden. Gleichzeitig erfahren Eltern, wie sie ihr Kind zu digitaler Kompetenz erziehen und ihr eigenes Medien-Verhalten positiv verändern können. So sind sie nicht nur gutes Vorbild, sondern auch ein verlässliches, wirklich verfügbares Gegenüber für ihre Kinder.
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5.0/5.0
Bewertung
5/5
25.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Eine sehr gute Anleitung für heutige Eltern
Das Buch hilft heutigen Eltern sich durch den digitalen Dschungel und den aktuellen Herausforderungen zu recht zu finden. Vor allem aber trifft es genau den Ton, den man sich als Eltern von einem Ratgeberbuch wünscht! Klare Kaufempfehlung !!
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5/5
10.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Langeweile von Kleinkindern ist sehr nützlich
Der Satz „Mir ist langweilig!“ gehört für viele Eltern kleiner Kinder zum Alltag. Doch anstatt ihn als Problem zu betrachten, versteht der renommierte Zukunftsforscher Rüdiger Maas ihn als wertvollen Entwicklungsmoment. In seinem Ratgeber „Mir ist langweilig – Warum Eltern keine Entertainer sein müssen und Frust unsere Kinder stark macht“ plädiert er für einen bewussteren, weniger überfrachteten Umgang mit frühkindlicher Erziehung.
Maas, der bereits durch Bücher zur veränderten Arbeitswelt, zu „New Work“ sowie zum Phänomen der Helikoptereltern bekannt ist, überträgt seine Erkenntnisse nun konsequent auf die Lebensrealität von Familien mit Kleinkindern. Im Mittelpunkt steht die fiktive Familie rund um den vierjährigen Matheo sowie seine Eltern Stefan und Julia. Anhand zahlreicher Alltagssituationen zeigt der Autor anschaulich, wie gut gemeinte, aber übermäßige Fürsorge die kreative und emotionale Entwicklung von Kindern eher hemmen als fördern kann.
Besonders eindrücklich ist die Darstellung eines vollständig durchorganisierten Kinderalltags: Spielgruppen, Sportangebote, Feiern und soziale Verpflichtungen lassen kaum Raum für freies Spiel, Langeweile oder selbstständige Problemlösung. Matheos eigentliches Bedürfnis nach Ruhe, Rückzug und eigenständigem Entdecken bleibt dabei lange unbemerkt. Maas macht deutlich, dass Kinder gerade durch Frustration,
Leerlauf und selbst gefundene Lösungen wichtige Kompetenzen entwickeln – eine These, die er klar und nachvollziehbar begründet.
Ergänzt werden die erzählerischen Passagen durch kurze Beiträge von Fach- und Bezugspersonen aus der Praxis, darunter Erzieherinnen, Pädagoginnen und Medienschaffende. Ihre Erfahrungen verdeutlichen, dass Überforderung im Familienalltag kein individuelles Versagen, sondern ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen ist. Dieser Perspektivwechsel wirkt entlastend und macht das Buch besonders zugänglich.
Im Unterschied zu früheren, stärker analytischen Werken von Rüdiger Maas ist dieses Buch klar als praxisnaher Ratgeber konzipiert. Die Kapitel sind übersichtlich aufgebaut, unabhängig voneinander lesbar und enthalten zahlreiche alltagstaugliche Impulse. Ein besonderer Fokus liegt auf dem bewussten Umgang mit digitalen Medien und Social Media im Beisein von Kindern.
„Mir ist langweilig“ überzeugt durch seine klare Botschaft, die verständliche Sprache und den hohen Wiedererkennungswert für Eltern kleiner Kinder. Das Buch ermutigt dazu, Kontrolle abzugeben, Vertrauen zu entwickeln und Kindern wieder mehr Freiräume zuzugestehen – ohne dabei belehrend zu wirken.
Fazit: Ein lesenswerter, zeitgemäßer Ratgeber für Eltern, die den Mut haben möchten, weniger zu „bespaßen“ und mehr Entwicklung zuzulassen.
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