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Der letzte Liebende Roman

3

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.08.2023

Verlag

Penguin

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

22,1/14/3,5 cm

Gewicht

472 g

Farbe

Hellblau

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-328-60295-8

Beschreibung

Rezension

»Sie schreibt klar, unprätentiös, fast verhalten und dringt durch ihre Sprache zum Wesenskern eines Menschen vor, der bei aller emotionalen Unfähigkeit immer seine Art Erfüllung suchte.« ("WDR 3, "Lesestoff", Jutta Duhm-Heitzmann.")
»Das ist das Tollste, was Literatur kann: Figuren zu zeigen, die auch in ihren Abgründen zu verstehen sind.« ("RBB, Manuela Reichart")
»Der Roman entreißt den alten weißen Mann der vorschnellen typologischen Zuordnung und ersetzt sie durch Individualität« ("Deutschlandfunk Kultur, Ursula März")
»Was für ein leichter, schöner Roman über das Ende eines Lebens am Ende eines Jahres!« ("Kölner Stadt-Anzeiger, Elke Heidenreich")
»Annette Mingels [führt] das Sterben ihres Helden [...] zu einem literarisch wie menschlich beeindruckenden Höhepunkt. [...] So eine Sterbeszene ist grosse Kunst. Mit ihr erreicht die Autorin, dass man ihrem Helden, mit dem man so lange ebenso sehr mitgefühlt wie gehadert hat, nach seinem Gang durchs Fegefeuer der Erkenntnis das Paradies eines schönen Todes gönnt.« ("Tages-Anzeiger, Martin Ebel")

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.08.2023

Verlag

Penguin

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

22,1/14/3,5 cm

Gewicht

472 g

Farbe

Hellblau

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-328-60295-8

Herstelleradresse

Penguin Verlag
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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Die Poesie des Alterns

Bewertung am 18.11.2025

Bewertungsnummer: 2657666

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„Vielleicht war das überhaupt eines der Kennzeichen des Alters: dass es kein Gleichgewicht mehr gab. Alles war entweder zu viel oder zu wenig.“ Carl, emeritierter Professor in den USA, begleitet den Sterbeprozess seiner Frau Helen. „Im nächsten Jahr würde er achtzig, er wusste das natürlich, konnte es aber nicht empfinden.“ Die Ehe der beiden war nur noch ein Arrangement gewesen: „Fast sechzig Jahre und was hatten sie daraus gemacht? Die Wahrheit war: nicht viel. Sie hatten beide immer so getan, als gäbe es eine zweite Chance.“ Carl hat durch seine zahlreichen Affären die Ehe belastet, Helen hat sich zurückgezogen, die Adoptivtochter auf ihrer Seite. Als Helen stirbt, verliert sich Carl in alten Erinnerungen und Gewohnheiten und fragt sich, ob er noch ein besserer Mensch werden kann. Aber vor allem hadert er mit dem Altern, seiner Untätigkeit sowie seiner Unbrauchbarkeit. „Schon seit etlichen Jahren hatte er das Gefühl, dass er kaum noch gesehen wurde.“ Carl fühlt sich sehr zu Frauen hingezogen, er sieht sich selber jedoch nicht als „Verführer“. „In seiner Wahrnehmung waren es die Frauen, diese unergründlichen, liebesbegabten Wesen, die sich ihm immer wieder überraschend freigebig zuwandten, während ihm keine andere Wahl blieb, als sich von ihnen in jede gewünschte Richtung lenken zu lassen.“ Es fällt ihm sehr schwer, zu verstehen, dass diese Jahre vorbei sind. Nun leidet er vor allem unter der Einsamkeit „Manchmal war ihm die Brust so eng, dass er kaum atmen konnte.“ Nach dem Tod seiner Frau besucht Carl mit seiner Tochter und seinem Enkel die Orte seiner Kindheit in Polen und der ehemaligen DDR. Seine Familie ist ohne „Geschichte“, zumindest keine über die gesprochen wurde. Die Mutter vertrieben, Carl verließ die DDR, die Brüder hatten Repressalien des Staates zu ertragen. Zumindest mit einem Bruder kann Carl sich versöhnen. „Es war, als ob sich ein kleines Fenster öffnete, durch das er in einen längst verlasseneren Raum seines Lebens blicken konnte.“ Aber nach der Reise holt die Einsamkeit ihn wieder ein. „Wenn er die Augen schloss, war es, als stürzte er in einen vollkommen leeren Raum, mit nichts drin, das ihm Auftrieb gab. So würde er also ab jetzt leben müssen: ohne Hoffnung und Hingabe, dem unausweichlichen Ende zu. So weit, so klar. Aber wie um alles in der Welt sollte das gehen?“ Annette Mingels bildet „das Leben“ sehr authentisch in den Personen und ihren Dialogen ab, in liebevoller Ironie begleitet sie diesen alten Mann, der obwohl eigentlich unsympathisch, irgendwie berührt. Das ist die Kunst der Autorin eine Poesie des Alters zu schaffen. Ein wunderbares Buch.

Die Poesie des Alterns

Bewertung am 18.11.2025
Bewertungsnummer: 2657666
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„Vielleicht war das überhaupt eines der Kennzeichen des Alters: dass es kein Gleichgewicht mehr gab. Alles war entweder zu viel oder zu wenig.“ Carl, emeritierter Professor in den USA, begleitet den Sterbeprozess seiner Frau Helen. „Im nächsten Jahr würde er achtzig, er wusste das natürlich, konnte es aber nicht empfinden.“ Die Ehe der beiden war nur noch ein Arrangement gewesen: „Fast sechzig Jahre und was hatten sie daraus gemacht? Die Wahrheit war: nicht viel. Sie hatten beide immer so getan, als gäbe es eine zweite Chance.“ Carl hat durch seine zahlreichen Affären die Ehe belastet, Helen hat sich zurückgezogen, die Adoptivtochter auf ihrer Seite. Als Helen stirbt, verliert sich Carl in alten Erinnerungen und Gewohnheiten und fragt sich, ob er noch ein besserer Mensch werden kann. Aber vor allem hadert er mit dem Altern, seiner Untätigkeit sowie seiner Unbrauchbarkeit. „Schon seit etlichen Jahren hatte er das Gefühl, dass er kaum noch gesehen wurde.“ Carl fühlt sich sehr zu Frauen hingezogen, er sieht sich selber jedoch nicht als „Verführer“. „In seiner Wahrnehmung waren es die Frauen, diese unergründlichen, liebesbegabten Wesen, die sich ihm immer wieder überraschend freigebig zuwandten, während ihm keine andere Wahl blieb, als sich von ihnen in jede gewünschte Richtung lenken zu lassen.“ Es fällt ihm sehr schwer, zu verstehen, dass diese Jahre vorbei sind. Nun leidet er vor allem unter der Einsamkeit „Manchmal war ihm die Brust so eng, dass er kaum atmen konnte.“ Nach dem Tod seiner Frau besucht Carl mit seiner Tochter und seinem Enkel die Orte seiner Kindheit in Polen und der ehemaligen DDR. Seine Familie ist ohne „Geschichte“, zumindest keine über die gesprochen wurde. Die Mutter vertrieben, Carl verließ die DDR, die Brüder hatten Repressalien des Staates zu ertragen. Zumindest mit einem Bruder kann Carl sich versöhnen. „Es war, als ob sich ein kleines Fenster öffnete, durch das er in einen längst verlasseneren Raum seines Lebens blicken konnte.“ Aber nach der Reise holt die Einsamkeit ihn wieder ein. „Wenn er die Augen schloss, war es, als stürzte er in einen vollkommen leeren Raum, mit nichts drin, das ihm Auftrieb gab. So würde er also ab jetzt leben müssen: ohne Hoffnung und Hingabe, dem unausweichlichen Ende zu. So weit, so klar. Aber wie um alles in der Welt sollte das gehen?“ Annette Mingels bildet „das Leben“ sehr authentisch in den Personen und ihren Dialogen ab, in liebevoller Ironie begleitet sie diesen alten Mann, der obwohl eigentlich unsympathisch, irgendwie berührt. Das ist die Kunst der Autorin eine Poesie des Alters zu schaffen. Ein wunderbares Buch.

Ist es Ironie, dass dieser…

Hamaru aus Nürtingen am 17.06.2025

Bewertungsnummer: 2944745

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ist es Ironie, dass dieser Roman "Der letzte Liebende" und nicht der letzte Frauenheld heißt? Auf jeden Fall ist vom alten weißen Mann schon lange nicht mehr ein so differenziertes Porträt gezeichnet worden wie von Annette Mingels. Ihr unprätentiöses Erzählen, bei dem der Fortgang oft beiläufig als Rückblick erfolgt, erinnert an die großartige Elizabeth Strout.

Ist es Ironie, dass dieser…

Hamaru aus Nürtingen am 17.06.2025
Bewertungsnummer: 2944745
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ist es Ironie, dass dieser Roman "Der letzte Liebende" und nicht der letzte Frauenheld heißt? Auf jeden Fall ist vom alten weißen Mann schon lange nicht mehr ein so differenziertes Porträt gezeichnet worden wie von Annette Mingels. Ihr unprätentiöses Erzählen, bei dem der Fortgang oft beiläufig als Rückblick erfolgt, erinnert an die großartige Elizabeth Strout.

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Der letzte Liebende

von Annette Mingels

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