Das Buch über 250 Jahre Geschichte, die Tirol bis heute prägen
Der Kulturhistoriker und profunde Tirol-Experte Toni Prock geht in seinem neuen Buch ausführlich und mit großem Detailwissen auf jene Jahre in der Geschichte Tirols ein, die Politik, Gesellschaft und Kultur im Land bis ins 20. Jahrhundert hinein prägen sollten. 1406 begründete Herzog Friedrich IV. (mit der leeren Tasche) die ältere Tiroler Linie der Habsburger, verlegte 1420 den Regierungssitz von Meran nach Innsbruck und läutete eine Ära der Reformen und des wirtschaftlichen Wachstums ein. In den darauffolgenden zweieinhalb Jahrhunderten blieb Tirol vor allem aufgrund seiner reichen Silbervorkommen und auch als Zentrum für Kunst und Kultur der Renaissance für die Habsburgerdynastie dauerhaft von großer Bedeutung.
Behandelt werden im Band nicht nur die für den hier skizzierten Zeitraum bedeutsamen habsburgischen Herrscherpersönlichkeiten mit ihren verwandtschaftlichen Verbindungen, sondern auch die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungen der für die Tirol so entscheidenden Jahre.
Tipps:
Tirol als Zentrum für Kunst und Kultur
Mit zahlreichen Kapiteln zu sozialgeschichtlichen Themen
Auf den Spuren der Habsburger in Tirol
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248 Seiten interessante und verständlich geschilderte österreichische Geschichte
Peter Krackowizer aus Neumarkt am Wallersee am 24.09.2024
Bewertungsnummer: 2300323
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist eines der seltenen Geschichtsbücher, die für jedermann verständlich geschrieben sind. Und trotzdem fehlt es in diesem Buch nicht an Details und Erklärungen. Der Autor versteht es, dem Leser die Geschichte des Hauses Habsburg gut zu erklären. Ausgehend vom Stammsitz in der Nordschweiz erläutert er den Werdegang der Habsburger Herzöge, von Vorderösterreich, Tirol, „Oberösterreich“ (Vorarlberg), Innerösterreich (Steiermark) und Niederösterreich (mit Teilen des heutigen Oberösterreichs). Dann folgen ausführliche Kapitel über Herzog Friedrich IV mit der leeren Tasche, Erzherzog Sigismund der Münzreiche, Kaiser Maximilian I., die Erzherzöge Ferdinand II., Maximilian III. der Deutschmeister, Leopold V. und Claudia de‘ Medici, Ferdinand Karl und mit Sigismund Franz das Ende der Tiroler Habsburger.
Das Interessante an diesem Buch sind die farblich hervorgehobenen Themen wie Eheschließungen in der beschriebenen Zeitepoche, über das Konzil von Konstanz, bei dem Friedrich IV. in Konflikt mit König Sigismund geriet, aber auch Reisebeschreibungen in den verschiedenen Kapiteln, wie lange wer wohin mit wie viel Gefolge unterwegs war, die Entwicklung Innsbruck zum Hof der Habsburger (wie wohnten und arbeiteten der Herzog und sein Personal?), über die Kunst zur Zeit Friedrichs IV., über Heiratsverhandlungen und wie viele Kapaune, Hennen und Eier für eine Herzoghochzeit notwendig waren, über Wirtschaft, Handel und Verkehr, über den Kenotaph Kaiser Maximilians I. in der Innsbrucker Hofkirche und wie es dazu kam, dass er dort nicht begraben liegt, über den Salinenarzt Dr. Hippolyt Guarinoni , der eine Kirche und ein Kloster in Volders errichten ließ und viele andere Details zum Bergbau, Schlösserbau und dem Leben in dieser Zeitepoche.
Aus Salzburger Sicht ergeben sich Bezugspunkte zum Zillertal, das bis 1816 beim Erzstift Salzburg war, zum Bistum Brixen, das erst nach dem Ersten Weltkrieg aus dem Salzburger Metropolitanverband ausgegliedert worden war oder die ausführliche Beschreibung der Karriere des Kardinals Nikolaus von Kues, Bischof von Brixen und seine Streitereien mit Äbtissin des Klosters Sonnenburg und Erzherzog Sigmund dem Münzreichen.
Das Buch ist gut bebildert, am Ende gibt es eine Zeittafel zu den Tiroler Habsburgern und eine umfangreiche Literaturauswahl. Ein Leseband führt den Leser immer zurück zu seinem letzten Lesestand. Ich habe diesem Buch viele neue Informationen entnommen, verstehe nun den Zusammenhang der verschiedenen Habsburger Länder der Anfangszeit besser und habe viel gelernt über die Lebensweise in diesem Zeitraum. Ein sehr interessantes Buch, das ich mit gutem Gewissen empfehlen kann.
Die Tiroler Habsburger – Geschichtsbuch mit großem Detailwissen
Bewertung aus Tulfes am 16.07.2024
Bewertungsnummer: 2246374
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Überall finden sich ihre Spuren in Tirol: Im Stift Hall, am Boznerplatz in Innsbruck, in der Hofkirche der Landeshauptstadt, wenn man die die Festung Ehrenberg oder Schloss Ambras betrachtet oder die Festwochen der Alten Musik in Innsbruck erlebt. Erinnerungen an die einstigen Landesfürsten, die von 1406-1665 über Tirol und Vorarlberg herrschten. Viel Aufschwung haben sie dem Lande gebracht, etwa Herzog Friedrich, der IV „mit der leeren Tasche“, der seinen Regierungssitz von Meran nach Innsbruck verlegte. Neben dem wirtschaftlichen Aufschwung war es eine Ära der Reformen und des kulturellen Erwachens. Aber auch eine Zeit der Kriege, familiärer Schicksalsschläge, der Streitigkeiten mit den Bischöfen von Brixen und Trient, der Bauernaufstände, Krankheiten und Hungersnöte.
Von all dem berichtet der Kulturhistoriker Anton Prock detailliert und anschaulich. Bedeutende Habsburger Herrscherpersönlichkeiten und ihr Wirken werden ebenso beleuchtet wie politische Schachzüge und Streitigkeiten um Macht und Einfluss auf das Land. Neben beeindruckendem Hintergrundwissen und genauer Recherchearbeit beeindruckt das vorliegende Werk auch durch seine zahlreichen Abbildungen von Denkmälern, Kirchen, Statuen und Gemälden, die von der einstigen Pracht der Habsburger erzählen. Der beigefügte Familienstammbaum sowie eine Zeittafel der Tiroler Habsburger verschaffen einen guten Überblick, auch für den Laien.
Fazit: Ein Buch für alle Geschichts-, und Kulturinteressierten und solche, die es werden wollen!
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