• Produktbild: Blutbuch
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Blutbuch Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2022 und dem Schweizer Buchpreis 2022 — Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2022 und dem Schweizer Buchpreis 2022

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

11012

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.10.2023

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

336

Maße (L/B/H)

19,1/12,5/2,5 cm

Gewicht

334 g

Farbe

Beere

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8321-6717-2

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

11012

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.10.2023

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

336

Maße (L/B/H)

19,1/12,5/2,5 cm

Gewicht

334 g

Farbe

Beere

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8321-6717-2

Herstelleradresse

DuMont Buchverlag GmbH
Amsterdamer Strasse 192
50735 Köln
DE

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  • Buchreisender

    aus Ibbenbüren

    5/5

    23.01.2024

    Buch (Taschenbuch)

    wunderbares literarisches und poetisches Werk

    Blutbuch von Kim de l’Horizon ist eines dieser Bücher bei dem sich die Leserschaft völlig spaltet und es nur noch gefällt mir oder gefällt mir nicht gibt. Es stand schon seid 2022 auf meiner Liste der Bücher, die ich unbedingt lesen wollte. Wollte ist eigentlich auch falsch, denn es war eher ein Muss. Ich wollte selbst erlesen was es mit diesem umstrittenen Buch aufsich hat und welchen Eindruck es bei mir hinterlässt. Für mich war beeindruckend zu erfahren und beim Lesen zu erleben, wie Kim de l’Horizon es schafft komplett ohne eine männlich und weibliche Figur zu sein. Der ist einfach nur ein Mensch! Dieser Mensch hat eine ganze Menge zu sagen, fasst seine Gedanken in sehr klare Worte und Bilder. Er nimmt bei keinem Thema ein Blatt vor den Mund. Einige der Leserschaft empfanden dies als ordinär, manchmal auch sehr pornografisch. Ich persönlich empfand es nicht so, zwar war der ein oder andere Abschnitt sehr offen ge- und beschrieben. Dies tut dem Buch gut und versetzt zudem in eine ganz andere Authentizität! Ja, gelegentlich ist gerade diese Form das Licht im Dunkel des Buches und der Erzählfigur. Besonders war es zu lesen, wie die Geschichte der Jugend der Figur in Worte gefasst wurde. Es ist förmlich spürbar welch Zweifel, verquälte Emotionen und Leiden in der Familie und im Leben herrschte. Die Zweifel des Kindes, das Leiden des Teenagers und die immer unterschwingende Qual des Erwachsenen. Schonungslos lässt Kim de l’Horizon die Leserschaft daran teilhaben, um sie dann genauso ratlos und geschändet wie er selbst zurück zu lassen. Dies empfinde ich als sehr bemerkenswert, denn auch noch Wochen nach dem Lesen des Blutbuches klingt dieses Gefühl des Erfahrens nach und wird es auch noch weiterhin tun. Mich hat beeindruckt dass das Buch wirklich ohne die typischen er sie es Formen auskommt und dadurch zu einem ganz eigenen Leben und Blick auf die typischen Denkweisen wirft. Diese Zerrissenheit und doch auch Heilung durch sich selbst und immer wieder in Verbindung mit der einen einzigen Blutbuche in Großmeers Garten. Die Mutter und Großmutter, den Vater und Großvater nicht in Form von Mann oder Frau zu benennen sondern ihnen den Begriff Meer bzw. Peer anzuhängen ist großartig und zeigt von Beginn des Buches an wie sehr es Kim de l’Horizon beschäftigt. Man spürt diese, manchmal merkwürdige, Beziehung zwischen ihm und seiner Familie, besonders zu seiner Großmeer. Blutbuch von Kim de l’Horizon, welches mit dem Deutschen Buchpreis 2022 und dem Schweizer Buchpreis 2022 ausgezeichnet wurde ist für mich eine Bereicherung. Absolut beeindruckend, ehrlich und offen geschrieben. Ein wahres Meisterwerk gegen und für die derzeitige Gender-Mentalität und ein für LGBTQIA+.

  • Bories vom Berg

    aus München

    1/5

    31.05.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Nonbinäre Selbstfindung Die…

    Nonbinäre Selbstfindung Die unter dem Pseudonym Kim de l’Horizon schreibende Person nichtbinärer Geschlechts-Identität hat mit dem Debütroman «Blutbuch» den Deutschen Buchpreis 2022 gewonnen. In der Begründung der Jury heißt es: «Welche Narrative gibt es für einen Körper, der sich den herkömmlichen Vorstellungen von Geschlecht entzieht? […] Jeder Sprachversuch, von der plastischen Szene bis zum essayartigen Memoir, entfaltet eine Dringlichkeit und literarische Innovationskraft, von der sich die Jury provozieren und begeistern ließ.» Nicht so begeistert dürften viele Leser von den analsexuellen Exzessen sein, die diesen sprachlich innovativen, die Postmoderne parodierend hinter sich lassenden Bildungsroman in vielerlei abstoßenden Passagen - bereichern? Diese einfach nur als eklig empfundenen Szenen suchen ihresgleichen in der gehobenen Literatur, und vergleichbar Verstörendes dürfte auch in den Leselisten «normaler» Romanleser kaum zu finden sein. Mir ist in fünf Jahrzehnten eifrigen und begeisterten Lesens derartig Abstoßendes jedenfalls noch nicht untergekommen! Muss man sich das antun, fragt man sich da? Bei einem mit dem bedeutendsten deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman sollte man sich das schon antun, er markiert ja schließlich einen von Experten ausgeloteten, aktuellen literarischen Höhepunkt. Hoffentlich, so wird Mancher nach der Lektüre denken, markiert «Blutbuch» nicht etwa die Richtung, in die sich die Literatur des 21ten Jahrhunderts entwickeln wird! Dem derzeitigen Trend zum autofiktionalen Erzählen folgend hat auch dieser Roman einen nonbinären Ich-Erzähler namens Kim, der/die? seinerseits schreibt. Die Großmutter ist an Demenz erkrankt, und Kim beginnt sich zunehmend eifriger mit der familiären Vergangenheit auseinander zu setzen. Besonders die ungeklärte weibliche Blutslinie steht im Mittelpunkt der Recherchen, die durch unzählige Briefe und Notizen, vor allem aber durch Dialoge mit den weiblichen Bezugspersonen von Kim, der Mutter und der Großmutter, vorangetrieben werden. Ziel aller dieser Bemühungen ist die Selbstfindung von Kim, seine/ihre Ich-Werdung im falschen Körper. Dabei dient ihm/ihr die Blutbuche, die einst der Großvater im Garten gepflanzt hat, als botanische Metapher für den familiären Stammbaum. Der Historie dieser Baumart ist ein breiter Raum im Roman gewidmet, der, wenngleich biologisch durchaus interessant und den Horizont erweiternd, nun nicht gerade zum romangemäßen Lesevergnügen beiträgt. «Es sollte ein queerer Text sein», hat Kim de L’Horizon im Interview erklärt. Folglich ist dieser als radikaler Befreiungsakt anzusehende Debütroman stilistisch nichtlinear angelegt, er oszilliert vielmehr, völlig ohne Plot auskommend, unkonventionell in diversen Erzählformen, sprachlichen Varianten, Neologismen und anderen Stilmitteln. Das geht so weit, dass der 33seitige letzte Teil des fünfteiligen Romans, ein Brief an die «Grandma», in Englisch verfasst ist. In einer Fußnote wird darauf hingewiesen, dass am Ende des Buches eine deutsche Übersetzung zu finden sei. Die dann wiederum, man vermutet einen Fehldruck, auf dem Kopf steht, die Nummerierung der Seiten beweist aber: Alles richtig, es ist so gewollt, - warum auch immer! Muss denn ein Roman, der sich mit der bestimmt nicht einfachen Ich-Werdung einer nichtbinären Person beschäftigt, derart manieriert geschrieben sein? Bis zum Layout hin unkonventionell? Soll das die Andersartigkeit eines Paradiesvogels namens Kim symbolisieren? Jedenfalls gibt dieser experimentelle Roman keine Antworten auf die schwierigen Fragen, mit denen sich Kim herumplagt auf der Suche nach seinem wahren Ich. Insoweit ist «Blutbuch» auch für den Leser nicht hilfreich, jedenfalls nicht für den heterosexuellen! Zweifellos aber, das muss man ihm lassen, ist dieser Roman ein literarischer Beitrag zu dem hochaktuellen Diskurs über diese schwierige Thematik. Aber reicht denn das, um alle literarischen Konventionen so radikal über Bord zu werfen, fragt man sich irritiert als Leser.

  • Bewertung

    Book Circle Community

    5/5

    26.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Deutsch ist keine Fremdsprache - aber eine fremde Sprache

    Blutbuch ist ein sprachmächtiger, formal radikaler und zutiefst bewegender Roman, der mich nicht nur durch seine Thematik, sondern auch durch seine poetische Struktur fasziniert hat. Kim de l’Horizon ,,macht Schluss’' mit den Strukturen, wie Mensch sie kennt und nimmt einen mit auf eine Reise in eine Welt, die gleichermassen intim als auch universell ist. Besonders berührt haben mich die wiederkehrenden Motive von „Meer“ und der Parallele zum ,,Wasser’'. Kim de l’Horizon vermischt die Begriffe und knüpft neue Ansätze und neue Interpretationen an diese Wörter. Das Wasser erscheint als Ort des Übergangs – zwischen Identitäten, Generationen, zwischen dem Sagbaren und dem Unsagbaren. Im Kontrast dazu steht die Blutbuche, die sich wie ein roter Faden durch den Roman zieht. Sie ist ein Symbol für Herkunft, Verwurzelung – aber auch für Erstarrung, für eine Ahnenreihe, die belastet und einen (ver)formt und einem innerlich einen Stempel aufdrückt. Die Blutbuche ist Stammbaum, Familienarchiv, aber auch eine Mahnung an das Anderssein. Sie ist nicht „wie die anderen Bäume“: zu groß, zu rot, zu auffällig. Gleichzeitig birgt sie Ambivalenz: Sie steht für Stärke und Wachstum, aber auch für einen Stolz, der sich manchmal über andere erhebt – wie ein Gewächs, das sich für etwas Besseres hält. Diese beiden Motive – das fließende Wasser und der starre Baum – stehen im Spannungsverhältnis zueinander, genau wie viele der Identitätsfragen, die im Roman verhandelt werden. Es ist gerade diese kunstvolle Verflechtung der Bilder und Themen, die Blutbuch so besonders macht. Der Text tastet sich mutig und verletzlich zugleich an familiäre Traumata, an Sprachlosigkeiten und an die Frage heran, wie man ein „Ich“ erzählen kann, das sich nicht in binären Kategorien fassen lässt. Kim de l’Horizon hat mit Blutbuch ein literarisches Ereignis geschaffen, das formal experimentierfreudig ist und zugleich zutiefst menschlich. Ein Buch, das herausfordert, das sich weigert, sich einordnen zu lassen – und genau darin seine Stärke entfaltet. Für mich ist Blutbuch ein herausragendes Werk der Gegenwartsliteratur, das lange nachwirkt.

  • J

    5/5

    16.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Buch ist anders. Fordernd...

    Das Buch ist anders. Fordernd und kurvenreich und anstrengend, und provokant… und trotzdem ganz zart. Es ist notwendig, es geduldig zu Ende zu lesen, um es zu verstehen. Wer mit dem Schreibstil (und Zeitsprüngen) nicht warm wird, könnte es im (Magdeburger) Theater anschauen.

  • speedy208

    Book Circle Community

    5/5

    17.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Orientierungslosigkeit im 21.Jahrhundert

    Wow, was für ein Stoff! Eigentlich hatte ich gar keine Vorstellung, worum es geht, als ich anfing. Dann aber realisierte ich, dass das Buch eine Art Hommage an seine Grossmutter bzw. seine mütterliche Line, Seite war. Eine Mischung aus Autobiographie, Autofiktion, Sozialkritik, historischem Roman und Spurensuche, dabei bewusste “Vergewaltigung” von Sätzen, Verben unterschlagend, teils Dialekt, teils Helvetismen (französisch angehaucht) und immer wieder Coming-Out als Non-Binärer. Er fühlt sich als Frau in einem Männerkörper, lackiert sich bewusst Nägel und Zehen, fickt (!) bzw. hurt telquel herum. Gibt seiner Mutter zu verstehen, dass er ein Intellektueller ist, obwohl er ihr zwischen die Matur reingerutscht ist und sie nur Coiffeuse wurde, also nicht studieren konnte. Der Roman in der Ich-Form geschrieben, wirkt autobiographisch. Aber ob es das wirklich ist? Männer kommen nciht gut weg, ausser als Sexobjekte. Sein Verhältnis zu seiner Mum/Meer ist zwiespältig; er hält sie für kalt. Erfährt gegen Ende des Buches, dass sie nach der verschollenen Schwester seiner Grossmutter (Grossmeer) benannt wurde Irma. Auch das Verhältnis seiner Grossmutter Rosmarie zu deren älterer, früh verstorbener Schwester Rosmarie taucht immer wieder auf. Und die Männer der Familie wirken wie Schlappschwänze gegenüber den starken Frauen. Den roten Faden des Buches bildet neben der Grossmutter, die dement wird, die Blutbuche, der Baum im Familiengarten, sein Trost. Also könnte man auch hier sagen: der Stamm-Baum. Diesem Stamm-Baum widmet er ziemlich viele Kapitel, die vom 13.Jahrhundert (!) bis ins 19.Jahrhundert reichen, beschreibt die weibliche Linie, seine Urahninnen. Es wimmelt also von Müttern, Mutterkuchen etc. Im 5.Kapitel wechselt er dann die Sprache, schreibt in Englisch. Obwohl ich recht gut Englisch kann, ist es eine Art “Gassen-Englisch”, was er sich hätte sparen können, denn: Dreht man das Buch um zur letzten Umschlagkappe, ist eben dieses 5.Kapitel in jenem Kim-eigenen Deutsch geschrieben! Was soll das? Wozu das Ganze? Dann driftet er ab zu Frauenthemen, wie dass gebärunfähige Frauen unbrauchbar wären und operativ ihre Gebärmutter (Uterus) verlören, um Krebs zu vermeiden. Oder zu Homosexuellen, die es vermeiden, öffentlich ihre Gesinnung  zu zeigen, z.B. mittels lackierten Nägeln. Oder dann zur:m Bildung/Studium des 21.Jahrhunderts, wo das Geld oder das Geschlecht nicht mehr darüber bestimmt. Ja, das Geschlecht: das zentrale Thema des Romans. Grossmutter und Mutter akzeptieren Kims Anders-Sein. Seine Grossmutter noch mehr als die Mutter, die schliesslich auch mit ihrer Freundin und derem baldigen Baby zusammenzieht. Was mich allerdings enttäuscht hat: Kims, also des Autors, Arroganz: dass er auf seine Mutter lange herabsieht, bis er ihre recherchierte Biografie der Grossmutter findet und liest. Ausserdem die unzähligen Sexszenen, ob jetzt geträumt oder erlebt. Wirkt verstörend, wenn er jemanden - jemenschen (er vermeidet jemand, niemand zu sagen) - anmacht, gleich zur Sache geht, erigiert wird und sich in seinen Orgasmen ergiesst. Könnte man vergessen. Alles in allem ein überraschender, erfrischender Roman, der aber als Schauspiel enttäuscht. Aber dieses Buch lässt sich  nicht 1:1 auf die Bühne bringen bzw. man könnte es schon, tat man aber nicht. Das was aus dem Schauspiel geworden ist, kann man vergessen, das Buch, die Vorlage, aber nicht. Ein Buch, ein Deutsch der Neuzeit, bewusst verstümmelt. Für Leser von Kims Generation (Z oder Y) verständlich, aber für gesetzte Semester (Senioren) kaum nachvollziehbar. Ein Freund kapitulierte nach 20 Seiten!

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