Produktbild: Einer von den Guten
Band 3

Einer von den Guten Roman

Aus der Reihe Ben-Neven
11

24,50 €

inkl. gesetzl. MwSt., zzgl. Versandkosten


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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.08.2023

Verlag

Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

20,7/13,3/2,3 cm

Gewicht

350 g

Farbe

Weiß / Schwarz

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86971-260-4

Beschreibung

Rezension

Ein verstörendes Buch, ein kluges Buch, ein herzzerreißendes, bewegendes Buch, zugleich zart und wuchtig, ein großartiges Buch, eines von den notwendigen. ("SPIEGEL Online")
Warum zum Teufel tun wir so als seien die Monster immer die anderen? (...) "Einer von den Guten" macht sprachlos. Und nachdenklich. ("3sat Kulturzeit")
Wagner kann sich in all seine Figuren einfühlen und lässt sie alle mit ihrer eigenen Stimme erzählen. (...) Feiner gestrickt als hier wird man ein solches Thema selten bekommen. ("WDR 4 Bücher")
Diesen Roman wird man nie mehr vergessen. ("Der Freitag")
Hervorragend, hinterlistig und gemein. Ein absolutes Krimi-Muss! ("WDR 5 Scala")
Wenn im Guten das Böse lauert – der neue Roman von Jan Costin Wagner erzählt ungeheuer sensibel und poetisch vom Unsäglichen. ("WDR 3 Lesestoff")
Platz 1 der Krimibestenliste September 2023 von Deutschlandfunk & Deutschlandfunk Kultur ("Deutschlandfunk")
Sehr verstörend und zugleich unglaublich faszinierend zu lesen, wie Wagner seine abgründige Hauptfigur immer weiter demontiert, ohne sie jemals aufzugeben. Ein faszinierender Balanceakt. ("Deutschlandfunk Kultur")
Viel mehr als ein Krimi. [Wagners Bücher] sind zutiefst psychologische Studien von ambivalenten Figuren. Man steigt in die Abgründe der Charaktere und lässt sich absorbieren - man will nicht und wird trotzdem absorbiert. Fantastisch, wie Wagner das macht. ("rbb radioeins")
Ein Kriminalroman, der es in sich hat. Bei dem man schockiert innehält. Womöglich überlegt, ob man überhaupt weiterlesen mag, wegen des Unbehagens, das einen befällt. Und bei dem man dann doch nicht aufhören will. ("Berliner Morgenpost")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.08.2023

Verlag

Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

20,7/13,3/2,3 cm

Gewicht

350 g

Farbe

Weiß / Schwarz

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86971-260-4

Herstelleradresse

Galiani, Verlag
Friedrichstraße 119
10117 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@kiwi-verlag.de

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    5/5

    14.01.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    (K)einer von den Guten

    Ein Buch über Moral und Rechtschaffenheit, über Verbrechen und Gewalt, Selbstreflexion und Selbstbetrug und darüber, was es eigentlich heißt einer „von den Guten“ zu sein. Selten ein Buch gelesen, das mich so erschüttert hat. Zum Inhalt: Ben Neven, leitender Ermittler in einem großen Fall von Kindesmissbrauch ist der Inbegriff von Rechtschaffenheit. Liebender Ehemann und Vater, geschätzter Kollege, ein guter Polizist, ein Mann zu dem andere aufschauen. Aber er ist auch Mann mit einem Geheimnis, der sich in Dortmund mit einem minderjährigen Jungen trifft. Und dessen Geheimnis droht, ans Licht zu kommen. Ich habe festgestellt, dass es sich bei diesem Buch um einen dritten Band handelt. Man kann dieses Buch sehr gut unabhängig von seinen Vorgängern lesen, ich werde mir diese aber jetzt auch zulegen, um einen tieferen Einblick in Bens Gedanken und Handlungsweisen zu bekommen, da mich dieser Band hier nicht mehr loslässt. Ich fand den Erzählstil mit den kurzen, teils abgehackten Sätzen, anfangs gewöhnungsbedürftig. Passt aber gut zur Figur von Ben und seiner Situation. Er wirkt fahrig und getrieben, ist sich seiner Schuld bewusst und distanziert sich trotzdem aktiv davon. Der Erzählstil ändert sich, als Ben beginnt sein Verhalten zu reflektieren, wird komplexer, genau wie das moralische Konstrukt, in dem Ben sich verfängt. Adrian dagegen wirkt nüchtern, als würde er sein eigenes Leben von außen betrachten. Und das macht die ganze Situation in der er sich befindet noch erschütternder. Sehr eindringlich bekommt der Leser hier beide Seiten präsentiert: ein Täter, der sich selbst nicht als Täter sehen will und ein Opfer, das vermutlich nicht mal vollumfassend begreift, dass es Opfer ist, bis die Polizei zum ersten Mal einschreitet. Am Ende des Buches bleibt vor allem Resignation und Leere. Und Fassungslosigkeit, dass man das so stehenlassen kann. Und dass das im echten Leben vermutlich auch so läuft. Dieses Buch hat mich echt fertig gemacht.

  • Nele33

    5/5

    17.12.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    menschliche Abgründe

    "Einer von den Guten " ist der dritte Band um den BKA-Ermittler Ben Neven und seinen Kollegen Christian Sander. Es handelt sich hier um den dritten Band und es ist meines Erachtens für das Verständnis notwendig die vorherigen Bände gelesen zu haben. Wie auch bei den ersten Bänden begeistert mich der Autor wieder mit seiner ungewöhnlichen Schreibweise, seiner Distanziertheit und dabei doch wieder die trefflichsten Charakterisierungen zu erschaffen. Die Zerrissenheit von Neven, der privat alles andere einer von den Guten zu sein scheint, der seine Familie betrügt und hintergeht. Auf der einen Seite sucht er die Verbrecher, auf der anderen Seite ist er selber Täter. Dies geht an die Nieren. berhaupt werden in dem Band Abgründe aufgetan, vor denen Menschen lieber die Augen verschließen. Hier handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Kriminalromal, es ist Psychokost der allerfeinsten Güte, die der Autor hier geschaffen hat.

  • Christian1977

    aus Leipzig

    5/5

    26.08.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Von Zerrissenheit und Schmerz

    Der BKA-Ermittler Ben Neven, selbst verheiratet und Familienvater, arbeitet mit seinem Kollegen Christian Sander und dem weiteren Team an einem spektakulären Fall des Kindesmissbrauchs, der die ganze Abteilung schon seit einiger Zeit beschäftigt. Während die Hauptschuldigen ermittelt wurden, sind die Polizist:innen dabei, ein regelrechtes Netzwerk aufzudecken. In den Blick gerät dabei der Parkplatz eines Schwimmbads in Dortmund. Dort soll es Fälle von Kinderprostitution geben. Was niemand weiß: Ben ist selbst einer der Freier. Wöchentlich trifft er sich dort mit dem 13-jährigen Adrian. Und während die Ermittlungen voranschreiten, zieht sich die Schlinge um Bens Doppelleben immer weiter zu... "Einer von den Guten" ist der dritte Band der Ben-Neven-Reihe von Jan Costin Wagner, der jetzt bei Galiani erschienen ist. Zwar ist es für die Lektüre nicht zwingend notwendig, die Vorgängerbände "Sommer bei Nacht" und "Am roten Strand" zu kennen, sie erleichtert aber das Verständnis für die Figuren und deren Zusammenhänge. Davon abgesehen sind sie von so hoher Qualität, dass man sie eigentlich ohnehin gelesen haben sollte. Manchmal ist Literatur schmerzhaft. Sie führt dich an Abgründe, an die du dich normalerweise nicht herantrauen würdest. Sie packt dich und reißt dich mit. Du leidest mit den Figuren und freust dich mit ihnen. Du wünschst ihnen das Beste oder hoffst, dass sie mit ihrem Verhalten und ihrem Tun nicht durchkommen werden. Du bist meistens auf Seiten der Guten. Doch was ist, wenn die Figuren so zerrissen sind, dass es dir schwerfällt, sie zu beurteilen? Oder sie zu verurteilen? Ein solches Buch ist "Einer von den Guten". Wie schon in den beiden Vorgänger-Bänden gelingt es Jan Costin Wagner auch in diesem Buch vortrefflich, die Zerrissenheit seiner Figuren intensiv erlebbar zu machen. In kurzen, meist traurigen und atmosphärischen Sätzen nähert er sich insbesondere seinem Protagonisten Ben Neven, der stärker als je zuvor im Fokus steht. Denn "Einer von den Guten" ist tatsächlich mehr Psychogramm als Kriminalroman. Auch "Sommer bei Nacht" und "Am roten Strand" mäanderten schon deutlich über die Genregrenzen hinaus, mit dem dritten Band treibt Wagner dieses Spiel auf die Spitze. Die Dialoge, die teilweise nur aus Fragmenten bestehen, sind herausragend. Vor allem die Gespräche zwischen Ben und seinem besten Freund Ludwig Landmann, den wir schon in den ersten Büchern als eine Art Ziehvater des pädophilen Ermittlers kennengelernt haben, sind von fast unglaublicher Intensität. In jedem Satz, in jedem kleinsten Wort steckt so viel mehr als das Gesagte. Ein weiterer Pluspunkt ist die Multiperspektivität, die diesmal durch die Figur des Adrian bereichert wird. Der einsame rumänische Junge, der von seinem Vater dazu genötigt wird, sich zu prostituieren, ist Wagner hervorragend gelungen. Die Schwierigkeit, dass Adrian fast kein Deutsch spricht, umgeht der Autor, indem er sich tief in die Gedankengänge des Kindes hineinversetzt. Dabei vermeidet er die Gefahr des Klischees, den Jungen lediglich als Opfer zu präsentieren. Denn mit der Freundschaft zu der 14-jährigen Vera erfährt Adrian auch Momente des Glücks - und die Leserschaft eine zärtliche kindliche Liebe, die als eine Art Gegenpol zu den oftmals schwer zu ertragenden Szenen rund um Ben Neven wirken. Erstaunlich ist die Feinfühligkeit Wagners auch mit Blick auf seine Hauptfigur. Spätestens mit diesem Band dürfte sich die Mehrheit der Leser:innen einig sein: Ben ist keiner mehr von den Guten. Dafür macht er sich in mehrfacher Hinsicht zu schuldig. Dennoch verurteilt Wagner ihn nicht. Das macht Ben ohnehin schon selbst. Man spürt in diesen Szenen oder auch in dem Moment, in dem Ben einen Therapeuten aufsucht, wie intensiv und differenziert sich Jan Costin Wagner mit dem Thema Pädophilie auseinandergesetzt haben muss. Das ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich und mutig, denn zweifelsohne wird dieser Band die Leserschaft noch mehr spalten als die ebenfalls schon kontroversen Vorgänger-Romane. Mit "Einer von den Guten" bestätigt Jan Costin Wagner, dass die Reihe um Ben Neven die derzeit wohl aufregendste in der deutschsprachigen Kriminalliteratur ist. Die Ereignisse am Ende des Buches lassen darauf hoffen, dass es einen vierten Band geben wird. Den Leser:innen sollte bewusst sein, dass sie sich auf eine beklemmende Lektüre einlassen. Eine Lektüre, die sie beschäftigen und verfolgen wird. Doch dafür werden sie belohnt. Mit einer intensiven und beeindruckenden Geschichte. Und mit unvergesslichen Charakteren. Denn manchmal ist Literatur einfach schmerzhaft.

  • mimitatis_buecherkiste

    aus Krefeld

    5/5

    17.08.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Verstörend aktuell

    Das Doppelleben von Ben Neven, leitender Kriminalermittler in der Abteilung für Delikte am Menschen, fordert langsam seinen Tribut. Ben weiß, dass seine Situation ausweglos ist und sucht verzweifelt nach einem Weg, sich einem anderen Menschen anvertrauen zu können. Der minderjährige Adrian lernt indessen das Mädchen Vera kennen, die ihm zeigt, dass es einen Ausweg geben kann. Der Preis dafür ist allerdings hoch. Dies ist der dritte Teil der Reihe um Ben Neven und gab es in den ersten beiden Büchern vorrangig Ermittlungen, geht es in diesem Buch hauptsächlich um Ben und sein Geheimnis. Ohne die ersten beiden Bücher gelesen zu haben, wird man am vorliegenden Werk kaum Freude haben, denn die Entwicklung, die Ben durchmacht, erreicht erst allmählich ihren Höhepunkt, ich empfehle also, zum besseren Verständnis die Reihenfolge einzuhalten. „Während der Kriminalpolizist Ben Neven nach Dortmund fährt, um Böses zu tun, denkt er schon die Rückfahrt mit, setzt sie voraus, die Erschöpfung, die Müdigkeit, die Abwesenheit von Lust und dass alles so sein wird, als wäre es nicht wirklich passiert.“ (Seite 9) Der Autor schafft es auch in der Fortsetzung, die Zerrissenheit von Ben bildlich darzustellen und dessen Qualen abzubilden. Es fällt mir dennoch zunehmend schwer, auch nur den Hauch von Verständnis aufzubringen, obwohl Jan Costin Wagner einen Charakter erschaffen hat, der beides in sich vereint; das Gute und das Schlechte, wobei letzteres zunehmend eine böse Richtung einschlägt, die ich gar nicht tolerieren kann und will. Es ist, als ob eine dunkle Wolke sich immer mehr vor die Sonne schiebt, bis kein Sonnenstrahl mehr einen Weg herausfindet. Wo ich zu Beginn der Buchreihe noch schwankte zwischen Sympathie, Mitleid und Hass, schlage ich mich zunehmend auf eine Seite, die außer Abscheu und absolutem Unverständnis kein anderes Gefühl mehr zulässt. Aus Gründen. „Vielleicht ist er zu hart mit sich selbst. Der Junge ist einverstanden. Warum betrachtet er selbst es als böse? Er muss nochmal darüber nachdenken, später.“ (Seite 11) Der ungewöhnliche Sprachstil, die erschütternde und aktuelle Thematik, die Wendung, die die Geschichte nimmt und die Beleuchtung aus verschiedenen Seiten, all dies lässt das Buch so eindringlich und eindrucksvoll wirken, so beklemmend und schwer auszuhalten, und dennoch war es kaum möglich für mich, es aus der Hand zu legen, weil ich gespannt darauf war, welchen Lauf die Erzählung nimmt. Langsam baute sich eine Spannung auf, die in der Mitte ihren Höhepunkt fand, danach aber kontinuierlich zurückgegangen ist. Ich habe gehofft, gebangt und die Daumen gehalten, wollte unbedingt ein bestimmtes Ergebnis für mich. Es bleibt weiterhin spannend, denn der Abschluss war noch nicht das Ende. Es geht weiter und ich freue mich drauf!

  • mimitatis_buecherkiste

    aus Krefeld

    5/5

    17.08.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Doppelleben von Ben…

    Das Doppelleben von Ben Neven, leitender Kriminalermittler in der Abteilung für Delikte am Menschen, fordert langsam seinen Tribut. Ben weiß, dass seine Situation ausweglos ist und sucht verzweifelt nach einem Weg, sich einem anderen Menschen anvertrauen zu können. Der minderjährige Adrian lernt indessen das Mädchen Vera kennen, die ihm zeigt, dass es einen Ausweg geben kann. Der Preis dafür ist allerdings hoch. Dies ist der dritte Teil der Reihe um Ben Neven und gab es in den ersten beiden Büchern vorrangig Ermittlungen, geht es in diesem Buch hauptsächlich um Ben und sein Geheimnis. Ohne die ersten beiden Bücher gelesen zu haben, wird man am vorliegenden Werk kaum Freude haben, denn die Entwicklung, die Ben durchmacht, erreicht erst allmählich ihren Höhepunkt, ich empfehle also, zum besseren Verständnis die Reihenfolge einzuhalten. „Während der Kriminalpolizist Ben Neven nach Dortmund fährt, um Böses zu tun, denkt er schon die Rückfahrt mit, setzt sie voraus, die Erschöpfung, die Müdigkeit, die Abwesenheit von Lust und dass alles so sein wird, als wäre es nicht wirklich passiert.“ (Seite 9) Der Autor schafft es auch in der Fortsetzung, die Zerrissenheit von Ben bildlich darzustellen und dessen Qualen abzubilden. Es fällt mir dennoch zunehmend schwer, auch nur den Hauch von Verständnis aufzubringen, obwohl Jan Costin Wagner einen Charakter erschaffen hat, der beides in sich vereint; das Gute und das Schlechte, wobei letzteres zunehmend eine böse Richtung einschlägt, die ich gar nicht tolerieren kann und will. Es ist, als ob eine dunkle Wolke sich immer mehr vor die Sonne schiebt, bis kein Sonnenstrahl mehr einen Weg herausfindet. Wo ich zu Beginn der Buchreihe noch schwankte zwischen Sympathie, Mitleid und Hass, schlage ich mich zunehmend auf eine Seite, die außer Abscheu und absolutem Unverständnis kein anderes Gefühl mehr zulässt. Aus Gründen. „Vielleicht ist er zu hart mit sich selbst. Der Junge ist einverstanden. Warum betrachtet er selbst es als böse? Er muss nochmal darüber nachdenken, später.“ (Seite 11) Der ungewöhnliche Sprachstil, die erschütternde und aktuelle Thematik, die Wendung, die die Geschichte nimmt und die Beleuchtung aus verschiedenen Seiten, all dies lässt das Buch so eindringlich und eindrucksvoll wirken, so beklemmend und schwer auszuhalten, und dennoch war es kaum möglich für mich, es aus der Hand zu legen, weil ich gespannt darauf war, welchen Lauf die Erzählung nimmt. Langsam baute sich eine Spannung auf, die in der Mitte ihren Höhepunkt fand, danach aber kontinuierlich zurückgegangen ist. Ich habe gehofft, gebangt und die Daumen gehalten, wollte unbedingt ein bestimmtes Ergebnis für mich. Es bleibt weiterhin spannend, denn der Abschluss war noch nicht das Ende. Es geht weiter und ich freue mich drauf!

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    Lukas Bärwald

    Thalia St. Pölten

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    4/5

    14.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Katastrophe oder Rettung?

    Anderthalb Jahre hat es gebraucht, um mich zu überwinden, dieses Buch zu lesen. Und das obwohl die beiden Vorgängerbände für mich zu den definitiven Lesehighlights der vergangenen Zeit gehörten. Also wieso dann dieses lange Zögern? Weil es das Finale einer Krimireihe ist, bei der einer der leitenden Ermittler sich schrittweise dem Nachgeben seiner pädophilen Störung näherte. Dieses Buch überspringt diesen einen, katastrophalen Moment und setzt zu einer Zeit ein, zu der Ben Neven bereits mehrfach einen rumänischen Jugendlichen in sein Auto hat einsteigen lassen. Zeitgleich ermittelt seine Polizeieinheit weiter gegen einen Pädophilenring und hat frisch einen seit Jahrzehnt agierenden Pfarrer festgenommen. So hat der Familienvater eine Spiegelfläche, der er im Verhör all seine Anfeindungen, Unsicherheiten und Gedanken entgegenschleudern kann, der eigentlich an sich selber richten müsste – sich aber vor den möglichen Antworten fürchtet. Denn er weiß: Das, was er tut, ist undiskutierbar böse und er kaum mehr als ein Monster. Aber trotzdem fühlt er sich doch als „Einer von den Guten“ und liebenden Ehemann und schützenden Vater; also wie soll er als das vereinen und gibt es irgendeinen Ausweg? Während in den ersten beiden Teilen annähernd alle handelnden Figuren in eigenen Kapiteln zu Wort kamen, liegt hier fast ausnahmslos der Fokus auf dem Polizisten und Adrian, seinem 13-jährigen Opfer. Auch er hat als zentrales Thema die Frage nach dem Ob und Wie darüber reden können. Denn während sein Vater und Onkel ihn zur Prostitution antreiben um Geld in die Familie zu bringen, trifft er unvermittelt die gleichaltrige Vera, die trotz aller Sprachbarrieren für ihn zum ersten und einzigen Halt wird. Doch kann er sich ihr offenbaren? Beide Hauptfiguren bewegen sich in einer immer rasanter drehenden Spirale und am Ende wird zwischen Rettung und Katastrophe entscheiden, ob sie sich einem anderen Menschen werden öffnen können oder mit ihren inneren Dämonen untergehen. Das Buch ist mehr als harte Kost, auch wenn niemals ein sexueller Akt konkret auserzählt wird. Jan Costin Wagner beweist ein immenses Einfühlungsvermögen in Grenzregionen des menschlichen Erlebens und schafft vieles scheinbar Unsagbare in eine Sprache zu gießen, die sich genau „richtig“ liest – klar, direkt und ohne ein Wort zu viel oder zu wenig. Den bewundernswerten Mut Jan Costin Wagners, sich diesem Thema als auch diesen Perspektiven überhaupt auch nur anzunehmen, sei auch vielen Leser*innen gewünscht, sich diesem Buch und dem, was es von unserer Gesellschaft zeigt, zu öffnen – auch wenn es manchmal anderthalb Jahre dauern kann.

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