Wie viele Geheimnisse erträgt eine Familie?Krakau, im Frühjahr 1939. Alle Zeichen stehen auf Krieg, denn das Deutsche Reich treibt seine Angriffspläne auf Polen unbarmherzig voran. Die junge Marie aber beschäftigen ganz anderen Fragen: Wer ist ihre Mutter? Warum verschwand sie, als Marie ein Kleinkind war? Und warum verweigert ihr Vater, ein renommierter Arzt, jedes Gespräch über sie? Als sie die Ungewissheit nicht mehr aushält, entschließt Marie sich zu einem drastischen Schritt.Marie zog eine Haarnadel aus ihrem blonden Haar. Bisher verfügte sie über keinerlei Erfahrungen als Einbrecherin, doch Olaf, ein ortsansässiger Tunichtgut, der zusammen mit ihr in der Straßenbahn zur Schule fuhr, hatte sich ihr gegenüber in dieser Woche damit gebrüstet, dass es ein Leichtes sei, ein Schloss mit einem schmalen Metallstück aufzubrechen. "Einfach nur reinschieben und ein bisschen hin und her ruckeln", hatte er geprahlt.Marie musterte den Messingdraht und lächelte. In der Regel sahen die Leute in einer Haarnadel nur ein Accessoire, mit dem man seine Frisur bändigen konnte. Marie sah darin etwas anderes - einen Schlüssel.Als Marie das Zimmer ihres Vaters aufbricht und durchsucht, riskiert sie, dadurch sein Vertrauen zu verspielen. Doch sie hat keine andere Wahl: Sie muss wissen, was aus ihrer Mutter wurde ...
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Johanna
5/5
17.05.2023
Buch (Taschenbuch)
Berührende Geschichte
Mir hat das Buch wahnsinnig gut gefallen und habe es innerhalb von nicht mal 3 Tagen ausgelesen. Am Ende ist bei mir auch ein paar Tränen geflossen. Auch, als ich über das Buch geredet habe, war ich den Tränen nahe.
Susi Aly
5/5
25.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine bewegende Geschichte, die mich mitten ins Herz getroffen hat
Für historische Romane hege ich eine besondere Vorliebe und „Das verschlossene Zimmer “ von Rachel Givney reiht sich einfach perfekt ein.
Erzählt wird in zwei unterschiedlichen Zeitebenen. Einmal begleiten wir Helena und einmal Marie.
Maries Perspektive spielt in der Gegenwart und an Helenas Seite tauchen wir in die Vergangenheit ein.
Zwei außergewöhnliche Frauen, die mich stark beeindruckt und mitgenommen haben.
Wobei es bei Helena sogar stärker der Fall war.
Wenn ich an diese starke und mutige Frau denke, hab ich Tränen in den Augen.
Weil ihr Weg geprägt ist von Leid, Glück und Entsagung.
Egal was Helena tut, sie kämpft bis aufs Blut.
Ein junges Leben, das so von Wärme erfüllt ist, wird mit Grauen, Schmerz und bitterer Verzweiflung geflutet.
Helena lebt in einer schwierigen Zeit in Polen. Es ist Kriegszeit und die Menschen müssen so viel verkraften.
Der Autorin gelingt es sehr einfühlsam und eindringlich, die Geschehnisse der damaligen Zeit sehr eindrucksvoll wiederzugeben.
Die Menschen kämpfen, ihr Leben wird überschattet von Leid und Tod.
Und trotzdem ist noch Platz für Missgunst, Neid und Vorurteilen.
Helenas Hintergrund ist wirklich heftig und ich habe zusammen mit ihr geweint.
Weil es so ungerecht, so bitter, so heftig war.
Frauen haben keinen Stellenwert, sie werden benutzt, sie haben keine Rechte.
Sie haben keine Stimme.
Demütigungen bestimmen ihr Leben.
Puh, es war so unglaublich heftig was mit Helena passiert ist und oft hab ich mich gefragt, wie sie am nächsten Tag noch aufstehen kann.
Auch Maries Leben spielt in Polen.
Ich mochte Marie sehr.
Sie ist klug, souverän, aber auch sehr naiv und verletzlich, in dem ,was sie tut.
Ihr Leben erhält eine dramatische Wende, als sie ihren eigenen Glauben ändert und zu ihren Wurzeln zurückkehrt.
Eine Suche, die sie für immer verändern wird.
Die Autorin beschäftigt sich sehr mit den damaligen Geschehnissen in Polen. Wobei sie sich auch sehr auf zwischenmenschliche Aspekte fokussiert. Sie zeigt aber gleichzeitig auch, wie sehr ein tragischer Einschnitt dein Leben komplett verändert.
Sie zeigt, wie hilflos und verzweifelt junge Frauen sind, weil ihnen die Stimme genommen wurde.
Die Familie erhält hier einen hohen Stellenwert und das hat mich wohl am meisten aufgewühlt und tief berührt.
Denn Familie ist das, was du fühlst, nicht, was du bist.
Es ist ein hochemotionaler Roman, der mich stark beschäftigt hat und gleichzeitig so unglaublich beängstigend war.
Die Autorin spielt nicht nur mit tragischen Aspekten, sondern schafft es, mit gut platzierten Wendungen zu punkten.
Ich war beeindruckt, aber gleichzeitig so erschüttert und den Tränen nah.
Wow, dass war extrem harter Tobak.
Und doch hat es mich in gewissem Maß auch stolz gemacht.
Ja, in diesem Roman ist Liebe ein elementarer Bestandteil. Eine Liebe, die über jegliche Grenzen hinausgeht und so viel verändert.
Ich bin einfach nur sprachlos und sehr beeindruckt, mit welch einer Wortgewalt und Intensität die Autorin in tiefe psychologische Abgründe eintaucht und dabei das Beste herauszieht.
Nur ein Mensch, der nie geliebt und vertraut hat, ist einsam und verloren.
Fazit:
Rachel Givney hat mich mit „Das verschlossene Zimmer “ extrem beeindruckt, erschüttert und so zum Weinen gebracht.
Ein Roman, der in einer sehr schwierigen Zeit spielt und zeigt, was Liebe möglich macht und das du ohne die nichts bist.
Der Weg einer mutigen jungen Frau, die niemals aufgibt.
Sehr eindrucksvoll, dramatisch und sehr emotional
Unbedingt lesen.
Bewertung
5/5
08.07.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Identitätssuche und spannende Familiengeschichte in Krakau, im Jahre 1939
Marie lebt mit ihrem Vater, dem angesehen Chirurgen in Krakau. Alle Anzeichen stehen auf den unmittelbaren Einmarsch der Deutschen, aber Marie beschäftigt sich viel mehr mit der Spurensuche nach ihrer Mutter. Der Vater verweigert seit Jahren jede Auskunft und Marie nimmt schliesslich die Ermittlungen selbst auf. Vor dem Hintergrund der drohenden Katastrophe, wird diese spannende Identitätssuche meisterhaft erzählt. Eine warmherzige Erzählung über Elternliebe und Courage in einer düsteren Zeit.
MarGen
5/5
23.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührend
Krakau, Anfang 1939: Die siebzehnjährige Marie hat es satt, dass ihr Vater Dominik Karski sich weigert, Fragen über ihre Mutter zu beantworten. Warum verschwand diese als Marie noch ein Kleinkind war? Hat ihr Vater vielleicht sogar etwas damit zu tun? Marie ist fest entschlossen, endlich Antworten zu bekommen. Also bricht sie in das stets verschlossene Zimmer ihres Vaters ein…
Das Buch beginnt damit, dass Marie versucht, in das Zimmer ihres Vaters einzubrechen um etwas über ihre Mutter herauszufinden. Schon da war ich fasziniert von ihrer Beharrlichkeit und ihrem Willen. Danach lernt man Dominik Karski kennen, Maries Vater, einen renommierten und sehr fortschrittlichen Arzt. Und unweigerlich stellt sich natürlich die Frage, warum er seiner Tochter solche wichtigen Informationen vorenthält.
Das erzeugt von vornherein eine gewisse Dramatik, aber das war nicht der einzige Grund, warum ich das Buch, einmal angefangen, kaum noch aus der Hand legen wollte. Die Autorin schafft es, dass ich direkt in der Geschichte drin war und obwohl erst einmal gar nicht so viel passiert, fand ich es richtig spannend, das Leben von Marie und auch ihrem Vater mitzuverfolgen.
Zwischendurch gibt es dann noch Rückblenden in die Vergangenheit, als Maries Eltern sich kennenlernten. So erfährt der Leser Stück für Stück, was damals geschehen ist, während Marie in der Gegenwart weiter nach Antworten sucht und langsam aber sicher der Krieg nach Polen kommt.
Das Thema Krieg ist zwar immer wieder präsent, im Vordergrund steht aber die Geschichte von Marie und damit auch die Geschichte ihrer Eltern, eingebettet in die historischen Ereignisse.
Es gab auch immer wieder wirklich tolle und berührende Szenen, die ich teilweise mehrmals gelesen habe, weil sie so schön waren. Überhaupt kann ich mir gut vorstellen „Das verschlossene Zimmer“ irgendwann noch einmal zu lesen, was bei mir tatsächlich nicht so oft vorkommt.
Das Ende hat mich dann wirklich überrascht und noch einmal sehr berührt – sogar ein paar Tränen sind geflossen. Für mich ist „Das verschlossene Zimmer“ auf jeden Fall ein Jahreshighlight!
Schnuck55
5/5
16.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was Liebe alles vermag
Polen 1939: Die 17-jährige Marie Karski lebt mit ihrem Vater Dominik, einem angesehenen Arzt und Chirurgen in Krakau. An ihre Mutter hat sie kaum Erinnerungen, da sie die Familie vor vielen, vielen Jahren verlassen hat. Ihr Vater hat Marie aufgezogen, von ihm bekommt sie keinerlei Auskünfte über die Mutter. Sie hält diese Ungewissheit nicht länger aus und verschafft sich heimlich Zutritt in das einzige verschlossene Zimmer im Haus. Unter einer losen Bodendiele findet sie eine Dose mit einem blonden Zopf, der nur von ihrer Mutter stammen kann. Verstohlen stellt sie weitere Nachforschungen an. Gerne möchte Marie Ärztin werden, doch zum Studium lässt man sie als Frau nicht zu. Nach Jahren trifft sie in der Stadt ihren früheren Freund und Nachbarn Ben Rosen und die alte Zuneigung flammt wieder auf. Trotzer aller Warnungen möchte Marie zum jüdischen Glauben konvertieren.
In Rückblenden ist die Geschichte von Helena Kolikov eingefügt, die 1918 in der Apotheke des alten Herrn Karski als Dienstmagd arbeitet und sich in den folgenden Jahren mit dessen Sohn Dominik anfreundet und dann in ihn verliebt.
Die Autorin Rachel Givney erzählt ausführlich und detailliert die Geschichte zweier Lieben in schwierigen Zeiten. Es werden viele Themen angesprochen, wie die nationalsozialistischen Einflüsse, der Judenhass, Verfolgung, Krieg, Flucht, aber auch über den Klinikalltag und die Rolle der Frau in damaliger Zeit und vorallem, was aufopfernde, selbstlose Liebe alles vermag.
Der Schreibstil ist flüssig und spannend. Das Ende überrascht, ist für mich aber nachvollziehbar. Ein starker, ergreifender und durchaus lesenswerter Roman - gerade in diesen Zeiten leider wieder aktuell.
Das Cover mit dem versteckten Schlüssel im Rücken deutet auf etwas Verbotenes, Geheimnisvolles hin. Auch das passt perfekt zu diesem Buch.
Insgesamt bekommt es von mir 4,5 Sterne.
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5/5
08.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Familiengeheimnis mal anders
Es ist das Jahr 1939, die Deutschen marschieren in Polen ein. Marie lebt ein behütetes Leben mit ihrem Vater, der nie ein Wort über die Mutter verliert, die seit vielen Jahren aus ihrem Leben verschwunden ist. Eines Tages findet Marie im Arbeitszimmer ihres Vaters etwas, das viele Fragen aufwirft und den starken Wunsch in Marie weckt, sich auf die Suche nach ihrer Mutter zu begeben.
Gleichzeitig beschäftigen sie aber auch noch andere Dinge: sie möchte gerne Medizin studieren, auch ihr Vater ist Arzt, doch als Frau zu dieser Zeit nahezu unmöglich.
Und sie verliebt sich in einen Juden, im Jahr 1939 mehr als schwierig.
Aus allen diesen Komponenten wurde eine tolle, unterhaltsame, vielseitige Geschichte, in der der Krieg eine eher untergeordnete Rolle spielt.
Marie ist mit ihrer naiven Hartnäckigkeit eine wunderbare Protagonistin, auch die damalige Zeit ist gut beschrieben. Das Ende hat mich jedoch echt umgehauen!
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