Produktbild: Ein ehrenhafter Abgang

Ein ehrenhafter Abgang

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.03.2023

Herausgeber

Nicola Denis

Verlag

Matthes & Seitz

Seitenzahl

139

Maße (L/B/H)

20,1/12,4/1,8 cm

Gewicht

200 g

Farbe

Anthrazit / Silbergrau

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

Une sortie honorable

Übersetzt von

Nicola Denis

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7518-0908-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.03.2023

Herausgeber

Nicola Denis

Verlag

Matthes & Seitz

Seitenzahl

139

Maße (L/B/H)

20,1/12,4/1,8 cm

Gewicht

200 g

Farbe

Anthrazit / Silbergrau

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

Une sortie honorable

Übersetzt von

Nicola Denis

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7518-0908-5

Herstelleradresse

Matthes & Seitz Verlag
Großbeerenstraße 57A
10965 Berlin
DE

Email: info@matthes-seitz-berlin.de

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  • franzosenleser

    aus KN

    5/5

    31.08.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    »Ein ehrenhafter Abgang« ist…

    »Ein ehrenhafter Abgang« ist kein Roman im klassischen Sinn, sondern eine Form von literarischer Geschichtsdarstellung und kommt ohne einen menschlichen Protagonisten aus. Ganz im Stil seiner vorherigen Werke hat sich Vuillard erneut ein Schlüsselereignis aus der Vergangenheit gegriffen und es mit beeindruckender Faktenfülle zu einem packenden literarischen Erlebnis verwoben. In seinem neuesten Werk widmet er sich dem Zusammenbruch der französischen Kolonialbesatzung in Indochina, in Vietnam. Die Art wie Vuillard die Geschichte erzählt, ist außergewöhnlich: Eine Vielzahl vermeintlich isolierter Szenen – sei es auf Kautschukplantagen, auf dem Schlachtfeld oder im französischen Parlament – fügen sich am Ende harmonisch zu einem Gesamtbild der Vorkommnisse zusammen. Indem Vuillard die Geschichte aus der Sicht der Besatzer erzählt, gelingt es ihm, die Hintergründe und Ursachen dieser tragischen Ereignisse in ihrem komplexen Kontext zu beleuchten. Wir als Leserinnen und Leser werden Zeugen einer unvermeidlichen Niederlage der Besatzer. Dabei vermittelt Vuillard auf exzellente Weise, fast genüsslich, die Struktur des Niedergangs, der nach 10 Jahren Krieg mit dem Abzug der Franzosen endet. Die Kriegsgräuel werden das Land noch weitere 20 Jahre erschüttern und erst mit dem Abzug der Amerikaner enden. Vuillards Erzählstil ist von einer eindrücklichen Intensität geprägt, die uns tief in die Gedankenwelt, die Hintergründe der Geschehnisse eintauchen lässt. Durch seine präzisen Beschreibungen von Orten, Menschen und Begebenheiten zeichnet er ein lebendiges Bild vor unseren Augen. So werden die Kautschukplantagen zu einem quälenden Symbol für die Ausbeutung und das Leid der Menschen, das Schlachtfeld zum Schauplatz verzweifelter Versuche der Besatzer, die schwindende Macht zu retten, das Parlament zum Schauplatz von politischem Geplänkel und strategischen Entscheidungen und die Vorstandssitzungen in der Banque de l’Indochine zum Synonym von menschenverachtendem, gierigen Kapitalismus. Die Idee eines »ehrenhaften Abgangs« in dieser Geschichte scheint nahezu unerreichbar, auch wenn die Verantwortlichen diesen Begriff anders interpretierten. Ihre Absichten waren keineswegs von Moral geprägt, sondern von einem militärischen Sieg, bevor sie die Kolonie freigeben wollten. Vuillard demontiert den Mythos des »ehrenhaften Abgangs« mit eindringlicher Präzision und enthüllt stattdessen die schmerzhafte Realität dahinter. Seine Sprache ist von einer knappen, aber eindringlichen Eleganz geprägt, die es ihm ermöglicht, sowohl die Fakten als auch die emotionale Tiefe der Ereignisse zu vermitteln. Ich würde sie als dicht, detailreich und faktengetrieben beschreiben. Vuillard zeichnet sich durch die außergewöhnliche Fähigkeit aus, historische Ereignisse in ihren kleinsten Nuancen zu erfassen und uns Leserinnen und Leser in die Atmosphäre und Stimmung jener Zeit eintauchen zu lassen. Die präzise Wortwahl ermöglicht es, die komplexen Zusammenhänge der Geschichte klar und verständlich zu vermitteln. Man sollte sich jedoch in der französischen Geschichte des 20. Jahrhunderts gut auskennen oder bereit sein, den einen oder anderen Namen der französischen Finanzaristokratie zu googeln, was ich auch tat. Dann erschließt sich ein außergewöhnlich aufbereitetes Stück französischer Geschichte. Fazit »Ein ehrenhafter Abgang« von Éric Vuillard ist mit seiner historischen Akribie, der präzisen Sprache und der eindrucksvollen Atmosphäre zweifellos ein literarisches Meisterwerk, das Leserinnen und Leser mit seiner Tiefe, Genauigkeit und eindringlichen Darstellung in den Bann zieht. Das Buch bietet einen tiefen Einblick in die Epoche des ersten Vietnamkrieges und regt dazu an, über die Bedeutung und Lehren der Geschichte nachzudenken. Es ist eine Lektion über die Tragik der Verflechtung von Wirtschaftsinteressen und Kriegen und ein aufrüttelnder Aufruf, aus geschichtlichen Gegebenheiten zu lernen. Vuillard entfaltet ein beeindruckendes Panorama historischer Ereignisse und macht dabei deutlich, dass der Weg des Zerfalls oft von den Illusionen der Macht und wirtschaftlichem Egoismus gepflastert ist.

  • Kaffeeelse

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    14.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Höher-Schneller-Weiter

    In seinem Buch “Ein ehrenhafter Abgang” erklärt Éric Vuillard hervorragend was westliche Wirtschaftsinteressen, menschliche Gier und Politik tun, was sie bewirken, wie unsere postkoloniale Welt funktioniert. Dies alles wird anhand dem Beispiel Indochina erklärt, ist aber problemlos auch auf andere Gebiete anwendbar. Kein schönes Buch. Eher eine Aneinanderreihung von Schrecklichkeiten. Keine Wohlfühllektüre. Eher ein interessanter Blick auf das Raubtier Mensch. Aber eine wichtige Lektüre. Denn dies sollte man wissen. Denn wir in der westlichen Welt können nicht vollkommen unbeteiligt tun und anklagend mit dem Finger darauf zeigen. Natürlich sind wir alle in der westlichen Welt an diesem Geschehen beteiligt. Sind ein Teil in diesem kapitalistischen Rädchen. Aber das heißt ja nicht, dass wir machtlos sind. In unserer Kaufkraft nämlich steckt ein wichtiges Mittel zur Regulierung von manchen Prozessen. In dem wir uns genau überlegen, welches Produkt in unserem Einkaufswagen landet, haben wir eine Möglichkeit einzugreifen. Eine kleine Möglichkeit, wenn man uns als Einzelne betrachtet, aber eine große Möglichkeit, wenn wir als größere Gruppe agieren. Proteste bewirken Aufmerksamkeit, sind ein probates Mittel. Aber ein Überdenken unseres Konsums greift dieses System aus Gier und Profit noch drastischer an. Denn mal ehrlich, brauchen wir wirklich ständig etwas Neues? Oder kann man sich dieses Belohnungssystem in uns nicht auch neu überdenken? Andererseits wieder kann man sich die Frage stellen, was will man denn sonst. Denn unser System hat für uns auch viele Annehmlichkeiten, auf die man vielleicht ungern verzichtet. Letztlich ist das immer eine Frage der Abwägung verschiedener Interessen und damit sind wir wieder in der Beteiligung. Ja, schwierig. So einfach kann man nicht sagen ihr seid die Bösen. Denn die Bösen sind wir alle, eben weil wir Menschen sind.  Dieses Geschehen hier in diesem Buch gibt es ständig und überall, auch jetzt. Wir brauchen nicht weit zu schauen. Und dazu kann man nur sagen, ist dieses Geschehen in Ordnung? Oder finden wir es einfach nur schrecklich? Nun denn Leute. Wir können im Kleinen handeln. In unseren politischen Entscheidungen. In unserem Konsumverhalten. In unserer Nachhaltigkeit. Ob dies nun großartige Veränderungen hervorbringt, keine Ahnung. Aber man selbst fühlt sich dadurch vielleicht etwas wohler und kann vielleicht etwas fröhlicher sein Konterfei im Spiegel betrachten. Vielleicht. Maybe.

  • Juti

    aus HD

    4/5

    29.05.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das französische Ende in…

    Das französische Ende in Indochina „Man reist nicht, um den Ort, sondern um Ideen zu wechseln“, lässt der Autor Hippolyte Taine auf S.7 sagen. Ja, gleich im ersten Kapitel erleben wir eine Gewerbeaufsicht, die die Misshandlung der Arbeiter in den Plantagen feststellt. Und dann folgt der Krieg in Indochina, gegen die einheimische Bevölkerung geführt, um die Interessen der französischen Firmen durchzusetzen. Eine Mehrheit findet der Krieg auch im französischen Parlament, weil aufgeben zu sehr an die Niederlage im Zweiten Weltkrieg erinnert. Doch zum Siegen reicht das Kriegsmaterial nicht. So folgt die Kapitulation erst viele Jahre und viele Tote später. Die Materie ist mir weitgehend unbekannt, so dass ich nicht beurteilen kann, was Dichtung und Wahrheit ist. Es klingt aber plausibel. Meine geplante Bestnote wird durch die sprachlichen Mängel, die die Rezensenten vor mir schon geschildert haben zunichte gemacht, die auch mir das Lesen mühsamer als nötig werden ließen. Also 4 Sterne

  • Bewertung

    4/5

    17.05.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Titel voller Ironie

    Der Schriftsteller und Literaturkritiker Philipp Tingler sagte einst über den Prix-Goncourt-Gewinner Vuillard er hätte eine „eigene rhapsodische Erzähltechnik für die Bearbeitung historischer Stoffe entwickelt“. Dieser Roman bestätigt diese These in vollem Umfang! Im neusten Buch Vuillards geht es um den Französisch-Indochina-Krieg. Es ist kein Roman, keine Novelle und auch kein Sachbuch, was einerseits interessant ist, andererseits schwierig. Die Figuren in Vuillards Werk scheinen überwiegend real gewesen zu sein ( soweit das erkennbar ist) und keine von ihnen wird wirklich sympathisch dargestellt. Es ist ein lehrhaftes Buch, das nicht unterhalten will, es will konfrontieren und kritisieren, ganz nach vuillardschem Stil. Doch eins ist klar, ein ehrenhafter Abgang ist es nicht!

  • SimoneF

    4/5

    30.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein dunkles Kapitel französischer Geschichte

    In "Ein ehrenhafter Abgang" beleuchtet Eric Vuillard das dunkle und unrühmliche Kapitel der französischen Kolonialherrschaft in Indochina (heute Vietnam, Laos, Kambodscha). Das Buch beginnt mit einer Schilderung der menschenverachtenden und von Gewalt gegenüber den einheimischen Arbeitern geprägten Zustände auf den Plantagen Michelins in Indochina und widmet sich dann dem Indochinakrieg. Hierbei stehen jedoch nicht die militärischen Ereignisse im Fokus, sondern die politischen Debatten über den Militäteinsatz im französischen Parlament. Vuillard zeichnet ein Bild machtbesessener Männer, von Seilschaften und seit Generationen bestehenden Pfründen, und von wirtschaftlichen Interessen als dem wahren Motor hinter allem. Vuillard schreibt im Stil einer historischen Reportage, dennoch handelt es sich bei dem Buch um Fiktion, da er den Personen Gedanken, Intentionen und Aussagen zuschreibt, die er in diesen Details nicht wissen oder belegen kann. Das Buch setzt bereits Wissen über den Indochinakrieg und französische Politik voraus, so dass ich mehrfach innehalten und anderweitig nachlesen musste. An vielen Stellen ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass sich in mancherlei Hinsicht an den Mechanismen der Macht bis heute nicht viel geändert hat. Fazit: Ein interessantes und empfehlenswertes Buch über das Ende des französischen Kolonialregimes, das sich vor allem an Leser*innen richtet, die mit der Thematik bereits vertraut sind.

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    Ralf Rother

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

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    5/5

    10.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Engagierte politische Literatur

    Es gibt einige Schriftsteller und Schriftstellerinnen, die die Literatur in die Nähe der politischen Dokumentation rücken: zu diesen gehören Eric Vuillard und Patrick Deville. Wogegen Patrick Deville mehr literarische Netze webt, in denen er dokumentierte Ereignisse nacherzählt und sie uns in neuen komplexen Konstellationen - fast - archäologisch erschließt, führt uns Eric Vuillard die Geschehnisse vergangener Zeiten anhand von erzählten Handlungen, Entscheidungen, Beobachtungen seiner Protagonisten vor. Die Szenerien, um die es den Autoren und Autorinnen dieser Literatur geht, spielen oftmals in Verhältnissen, die von Gewalt, Ausbeutung und massiven Unrecht bestimmt werden. Die Literatur ist engagiert und politisch, nimmt sich einzelnen Vorkommnisse der Weltgeschichte vor, um sie in einer literarischen Archäologie zu dechiffrieren. In dem Buch "Ein ehrenwerter Abgang" von Eric Vuillard drehen sich die Ereignisse um Frankreichs Wirken im Indochinakrieg: ein Zusammentreffen von Ökonomie, Politik, Bürokratie, Militär und Beziehungsverhältnisse.

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