Produktbild: Der letzte Mensch
Band 20725

Der letzte Mensch Reclams Klassikerinnen

3

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

7471

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.03.2023

Verlag

Reclam, Philipp

Seitenzahl

590

Maße (L/B/H)

18,9/11,9/4 cm

Gewicht

492 g

Farbe

Beige / Tabak

Übersetzt von

Irina Philippi

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-15-020725-3

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

7471

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.03.2023

Verlag

Reclam, Philipp

Seitenzahl

590

Maße (L/B/H)

18,9/11,9/4 cm

Gewicht

492 g

Farbe

Beige / Tabak

Übersetzt von

Irina Philippi

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-15-020725-3

Herstelleradresse

Reclam Philipp Jun.
Siemensstr. 32
71254 Ditzingen
DE

Email: auslieferung@reclam.de

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  • Bewertung

    Book Circle Community

    5/5

    25.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    beklemmend...

    Shelley legt mit diesem Roman die ‘erste Dystopie der Weltliteratur’ vor - so wird es auf dem Buchumschlag angekündigt. Der Roman setzt im Jahr 2073 ein und endet 2100 - eine zukunftsträchtige Erzählung - in der romantischen Sprache jener Zeit, in der der Roman geschrieben wurde (1826). Die Geschichte selbst gliedert sich in 3 Bände, im ersten wird ‘der Boden bereitet’, quasi die Kulisse des Kommenden aufgestellt, die Protagonisten eingeführt - inmitten von Romantik und Liebe, von Macht und Politik, von Intrigen und Ränkespielen deutet nichts auf kommendes Unheil. Im 2. Band ist es dann allmählich ‘im Kommen’ - zunächst als Gerücht, dann als ferne Wirklichkeit - bis die Pest selbst in England seinen gefrässigen Schlund öffnet. Sommer für Sommer - 7 Jahre lang. Der 3. Band zeigt die grausige Realität der letzten verbliebenen Engländer und deren Entschluss zur Emigration, zunächst Frankreich, dann die Schweiz. - Doch zeigt es sich auch, dass gegen diesen ungreifbaren Feind keine Schlacht gewonnen werden kann… Meisterhaft schildert Shelley das Unheil, was es im Menschen anrichtet, wie es den einen durchaus im Mitgefühl zu ‘menschlicher Höhe’ hinauf führt, während es den andern in den Abgrund von Verzweiflung schleudert. Mit vielen Zitaten von (z.B.) Defoe, Calderon, Shakespeare, Anleihen an griechische Mythologie und römische Geschichte, etc. zeigt Shelley eine breite, fundierte Bildung, die ebenso beleuchtend in die Erzählung einfliesst. Beklemmend, wie Shelley auf der einen Seite die Krankheit und ihre Auswirkungen beschreibt - und diese verknüpft mit einer ‘entfesselten’ Natur - alles scheint aus dem Lot geraten… Zurück bleibt eine entvölkerte Welt, ihrer Schönheit beraubt - und nurmehr ein Überlebender seiner Rasse… auf der Suche und in der Hoffnung doch nicht der letzte zu sein… Reflektiere ich die vergangenen beiden Jahre, die zunehmende Umweltzerstörung, beschleicht mich beim Lesen ein Grauen - und man kann es einem nicht verdenken, dass sich ein mulmiges Gefühl breit macht… Wie gesagt, der Roman spielt zwar in ferner Zukunft (auch wir haben sie noch nicht erreicht - …vielleicht liegt darin genau die Chance…!!!), doch wird sie in der Sprache und Gebundenheit jener Schreibvergangenheit situiert - kein SiFi - man ist mit Ross und Dampfer, gar Ruderboot unterwegs und kocht mit Feuer. Gegen die Krankheit gibt es nicht eine medizinische Strategie (eher eine von Moral, Ordnung, Disziplin und Nächstenliebe). Das erzeugt eine gewisse Spannung zu unserem Erleben - ohne aber dem Geschriebenen eine tiefere Aussage und Glaubwürdigkeit abzusprechen. Der Roman entbehrt nicht eines gewissen Imperatives - im Anblick unserer Zeit… - Vielleicht ist genau das das Tüpfchen auf dem i der/meiner Beklemmung…

  • Bewertung

    4/5

    07.03.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die wohl erste Dystopie in der Literaturgeschichte

    Manchmal holt die Vergangenheit die Gegenwart ein. Als Mary Shelley 1826 „Der letzte Mensch“ veröffentlichte, konnte niemand ahnen, dass ihr Roman knapp 200 Jahre später aktueller denn je sein würde. Die wohl erste Dystopie der Literaturgeschichte thematisiert eine weltweite Pandemie, an deren Ende nur ein Mensch überleben wird. Der Text liegt nun erstmals in einer vollständigen, äußerst gelungenen deutschen Übersetzung (von Irina Philippi) vor, welche die blumige, ausdrucksstarke und bildreiche Sprache wortgewaltig in Szene setzt. Das spätromantische Werk ist jedoch mehr als eine Gothic Novel, sondern gleichzeitig - ähnlich wie Bram Stokers Roman „Dracula“ - ein Kind seiner Zeit. So spiegelt sich insbesondere im ersten Drittel Shelleys politisches Engagement wider, schaffen deren Hauptcharaktere doch die Monarchie ab und rufen gleichzeitig die Republik aus. Besagte Protagonisten haben nicht zufällig Gemeinsamkeiten mit Mary Shelley selbst, wie mit ihr bekannten Personen. Insbesondere Percy Bhysshe Shelley und Lord Byron standen hier Pate. Ein sprachliches wie dramaturgisches Meisterwerk, das erschaudern lässt. Nicht zuletzt, weil die Handlung im 21. Jahrhundert angesiedelt ist. Am Ende fragt man sich verdutzt: Konnte die englische Autorin etwa in die Zukunft blicken?

  • Kristall86

    aus an der Nordseeküste

    4/5

    18.03.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wenn die Seuche kommt...

    Klappentext: „Die Welt im 21. Jahrhundert: Eine neuartige und tödliche Seuche breitet sich aus. Sie hat verheerende Auswirkungen auf die Menschheit, auf Wirtschaft und Politik. Über allen schwebt eine Frage: Was ist angesichts einer weltweiten Krise der öffentlichen Gesundheit zu tun?“ Ich muss gestehen, das ich Mary Shelley immer nur mit ihrem großen Erfolg „Frankenstein“ (einer Dystopie im besonderen Sinne)in Verbindung gebracht habe, aber nicht mit so einer Dystopie die heute an Aktualität schon wahrlich erschreckend ist. Umso besser das Reclam dieses Buch neu aufgelegt hat und es gebe keinen besseren aktuellen Zeitpunkt als diesen dafür! Lionel Verney, Shelleys Hauptprotagonist, gerät in Griechenland mit einer neuartigen Pest in Berührung, deren Ausbreitung schlimmer und schneller vonstatten geht, als das bekannte Lauffeuer seine Runden dreht. Die Menschen haben keine Ahnung von dem, was sie erwartet, was die Seuche mit ihnen macht, wie sie sich verhalten sollen...Verney begreift schnell und nimmt die Lage durch alle möglichen Öffentlichen Punkte auf und macht sich sein Bild der Lage und schnell ist klar, es bleibt nur noch die Flucht vor dieser Pest - das Ende der Menschheit naht, die Natur rächt sich für alles und übrig bleibt „Der letzte Mensch“?! Lesen Sie selbst! Es ist wahrlich erstaunlich welche Präsenz und welche Aktualität dieser „alte“ Roman von Mary Shelley aus dem Jahr 1826 hat. Sie war definitiv ihrer Zeit voraus, das wissen Kenner und Liebhaber ihrer Literatur, aber ich glaube, niemand hätte es für möglich gehalten, das uns im 21. Jahrhundert eine ähnliche Welle in der Menschheit trifft und die Welt in einer Pandemie steckt, deren Virus mit allen Mitteln bezwungen werden muss. Man bleibt nach diesem grandiosen Buch wirklich erschrocken zurück und staunt über Shelleys Intelligenz, ihren Weitblick und ihre Fantasie. Ihr Schreibstil ist wieder erstaunlich und auch ihre Wortwahl ist ein Fest für den Leser! Ich vergebe hier 4 von 5 Sterne für dieses Werk!

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    Ralf Rother

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    4/5

    04.04.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Freundschaft und Einsamkeit

    Um es mit Dietmar Dath zu sagen: Dem sogenannten Science-Fiction-Genre geht es nicht unbedingt um die Zukunft. Vielmehr geht es dieser Genre-Literatur, auch wenn sie ihre Erzählung im Zukünftigen ansiedelt, weder um ein Datum noch um historische Entwicklungen. Außerdem, was kann das schon heißen, wenn man den Roman „Der letzte Mensch“ dem Science-Fiction-Genre zuschlägt? Mary Shelley lässt zwar ihren Roman Ende des 21. Jahrhunderts spielen, aber trotzdem scheint die Welt der Romantik im 19. Jahrhundert stehengeblieben zu sein. Auch wenn die Monarchie abgeschafft wurde, so kämpft der Adel weiterhin um seine Vorrechte. Ebenso verbannen die Geschlechterverhältnisse die Frauenfiguren in dem Roman in die zweite Reihe. Der technische und wissenschaftliche Fortschritt spielt für Mary Shelley keine wichtige Rolle, auch wenn hier und da die Ballonfahrt für weite Strecken zum Einsatz kommt. Bedeutsamer und treibender für den Erzählstrang ist die Gefühlsfeier der Freundschaft, die gegen Ende des Romans in die hohe Zeit des einsamen Menschen übergeht. So heißt es schließlich: „Die Gefahr wird mich jetzt begleiten; und ich grüße sie wie eine Freundin – der Tod wird fortwährend meinen Weg kreuzen, und ich werde ihm wie einem Wohltäter begegnen; Rauheit, schlechtes Wetter und gefährliche Stürme werden meine geschworenen Freunde sein. Ihr Geister des Sturms, empfangt mich! Ihr Mächte der Zerstörung, öffnet eure Arme und empfangt mich auf ewig, sofern eine freundlichere Macht kein anderes Ende beschlossen hat, so dass ich nach langem Ausharren meine Belohnung ernten und wieder fühlen kann, wie mein Herz nahe dem Herzen eines anderen wie ich schlägt!“ Auch wenn der Roman von Mary Shelley dystopische Töne anschlägt, so endet er vielmehr als eine Art Totenmesse in einer riesigen Bibliothek. Lionel Verney, dem letzten Menschen auf Erden, stehen alle Bibliotheken der Welt für eine Umarmung der toten Seelen offen.

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  • Produktbild: Der letzte Mensch
  • Erster Band
    Einleitung
    Kapitel 1
    Kapitel 2
    Kapitel 3
    Kapitel 4
    Kapitel 4[a]
    Kapitel 5
    Kapitel 6 ¦
    Kapitel 7
    Kapitel 8
    Kapitel 9
    Kapitel 10

    Zweiter Band
    Kapitel 1
    Kapitel 2
    Kapitel 3
    Kapitel 4 ¦
    Kapitel 5
    Kapitel 6
    Kapitel 7
    Kapitel 8 ¦
    Kapitel 9

    Dritter Band
    Kapitel 1
    Kapitel 2
    Kapitel 3
    Kapitel 4 ¦
    Kapitel 5
    Kapitel 6
    Kapitel 7
    Kapitel 8
    Kapitel 9
    Kapitel 10

    Zu dieser Ausgabe
    Anmerkungen
    Nachwort: Pest und Politik (Rebekka Rohleder)
    Das Einzelherz verallgemeinern. Wie Mary Shelleys »Der letzte Mensch« der Epoche ihr Schicksal wahrsagt (Dietmar Dath)
    Zeittafel