Akribisch recherchiert und packend erzählt: Ein historischer Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Über den Mut zum Widerstand und die Rettung vieler jüdischer Kinder, die in der Schule Beauvallon in den 1940er-Jahren überlebten. Dieulefit, 1965: Im Auftrag ihres Freiburger Radiosenders reist die Moderatorin Agnes in einen kleinen französischen Ort, wo im Zweiten Weltkrieg mehr als tausend Flüchtlinge Schutz fanden. Darunter viele jüdische Kinder, die in der Schule Beauvallon von den mutigen Dorfbewohnern versteckt wurden. Könnte auch Agnes’ Freundin Lily überlebt haben, von der seit zwanzig Jahren jede Spur fehlt? Welche Antworten hat ein damals ranghoher Résistance-Offizier? Agnes’ Recherche wird zu einer aufwühlenden Reise in die Vergangenheit, die sie mit der Macht des Schweigens und einem Versprechen von einst konfrontiert.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Kristall86
aus an der Nordseeküste
5/5
26.06.2023
Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch hat mehr als 5 Sterne verdient
!ein Lesehighlight 2023!
Klappentext:
„Dieulefit, 1965: Im Auftrag ihres Freiburger Radiosenders reist die Moderatorin Agnes in einen kleinen französischen Ort, wo im Zweiten Weltkrieg mehr als tausend Flüchtlinge Schutz fanden. Darunter viele jüdische Kinder, die in der Schule Beauvallon von den mutigen Dorfbewohnern versteckt wurden. Könnte auch Agnes’ Freundin Lily überlebt haben, von der seit zwanzig Jahren jede Spur fehlt? Welche Antworten hat ein damals ranghoher Résistance-Offizier? Agnes’ Recherche wird zu einer aufwühlenden Reise in die Vergangenheit, die sie mit der Macht des Schweigens und einem Versprechen von einst konfrontiert.“
Autorin Bettina Storks hat mit ihrer Geschichte „Die Kinder von Beauvallon“ ein extrem lesenswertes und sehr emotionales Buch verfasst. Die Geschichte geht einerseits tief in die französische Geschichte, in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Regines zurück, beleuchtet aber auch die katholische Kirche und irgendwie auch noch so viel mehr. Hauptprotagonisten in diesem Buch sind Lily, Agnes und Jolie. Auch wenn sie nur bedingt miteinander zu tun haben, verbinden sich ihre Geschichten wie ein geflochtener Zopf. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und als Leser taucht man gekonnt in diese ein. Autorin Bettina Storks ist mir bereits durch andere Bücher aus ihrer Feder bekannt und ich wurde bislang nie enttäuscht! Mit diesem Werk führt sie diesen Erfolg gekonnt weiter. Wir lernen die Damen in verschiedensten Situationen kennen und fühlen uns sofort mit ihnen verbunden. Storks fängt bemerkenswert die Stimmung in den Zeiten ein und wir Leser sind rasch mittendrin. Schlussendlich bildet diese (fiktive) Geschichte aber nur ein gewisses Bild vor eben einem wahren Hintergrund. Storks beleuchtet, wie bereits gesagt, hier französische Geschichte und erklärt anhand der Damen einerseits dem Leser eine Zeit inkl. Geschehnissen, die man wohl so (noch) nicht auf dem Bildschirm hatte oder in Vergessenheit gerät. Dass die Dorfbewohner aus Dieulefit damals so viele jüdische Kinder vor dem Tot bewahrt und versteckt haben, grenzt schier an ein Wunder. Der Mut der Menschen, ihr Zusammenhalt, ihren Kampf gegen das Böse sind mit nichts zu vergleichen! Storks bringt dies grandios mit den richtigen Worten herüber und nimmt uns Leser eben mit den Figuren bestens an die Hand! Die Emotionen gehen in der Geschichte auf und ab und genau so liegt Freud und Leid beieinander. Das Leben bringt oft Freud aber eben auch Leid und tiefe Trauer. Bettina Storks gibt der unglaublichen Geschichte von der Schule Beauvallon in Dieulefit ein Gesicht und bildet einen gewissen Rahmen. Egal was hier fiktiv gestaltet wurde oder nicht - die Geschichte lebt hier neu auf und dringt zu den Lesern durch. Storks hat einen stets feinen und perfekt gewählten Sprachstil eingebracht. Ihr Ausdruck, ihre Wortwahl sind immer auf dem Punkt, genau wie der rote Faden der Geschichte. Der zieht sich akurat von Anfang bis Ende und ebenso erwähnenswert ist der Spannungsbogen. Wie bereits von mir hier beschrieben: hier ist alles dabei was dabei sein muss in so einer Geschichte. Sie merken schon, die Geschichte war einfach großartig und ist uneingeschränkt eine Leseempfehlung.
Die Autorin muss für ihre angesprochene Thematik hoch gelobt werden, denn fest steht, diese dunkelbraune Zeit mit all ihrem Schmerz und Leid von damals darf nie in Vergessenheit geraten. So etwas darf nie wieder an die Macht kommen, so etwas darf sich nie wieder wiederholen! Chapeau Bettina Storks für dieses großartige Werk! 5 Sterne hierfür, auch wenn sie mehr verdient hätte!
Bewertung
aus Wermelskirchen
5/5
23.06.2023
Buch (Taschenbuch)
Wo ist Lily?
Ein in der Mitte gerissenes Foto, das die neunjährige Lily ihrer Freundin Agnes zum Abschied gibt, lässt auf eine Wiedervereinigung der Freundinnen hoffen. Mir hat der Einstieg sehr gut gefallen. Die Charaktere sind authentisch, die Geschichte traurig und man hofft natürlich, dass die jüdische Familie irgendwie überlebt.
Die eigentliche Geschichte beginnt 1965 mit Agnes, die seit sechs Jahren als Journalistin beim Hörfunk arbeitet und den Rechercheauftrag erhält, in einem französischen Dorf nach dem Verbleib von jüdischen Kindern aus Südbaden zu forschen. Die vielen Dialoge haben mich schnell in die spannende Geschichte eintauchen lassen. Auch die kurzen Kapitel mit zeitweisem Erzählerwechsel von Agnes und Lily sind gut nachzuvollziehen. Die Geschichte fesselt mich und gleichzeitig erzeugt sie immer die Angst, welche Verbrechen die Nazis als Nächstes begehen.
In dem Roman erfährt man viel über die französische Widerstandsbewegung Résistance. Immer eine Zigarette im Mundwinkel und einen Codenamen im Kopf bringt Jolie jüdische Kinder auf gefährlichen Wegen bis zum Department Ardéche. Eine sehr berührende und spannende Fluchtbeschreibung.
Mir gefallen die Gegenwartbezüge und die Kritik an der katholischen Kirche, die im Nachkriegsdeutschland den führenden Vertretern des Naziregimes mit falschen Papieren zur Flucht nach Argentinien verholfen hat. Über deutsche Nazigemeinden in Südamerika habe ich schon einiges gehört, aber die Unterstützung der Rattenlinie – darüber spricht man in der katholischen Kirche wohl nicht gerne. Ein sehr gut recherchierter Roman!
Wir erfahren, dass die engagierte Jolie den Krieg auf tragische Weise nicht überlebt, weil sie einen kurzen Moment ihrem Instinkt nicht folgt, sondern das Wiedersehen mit der eigenen Familie so herbeisehnt, dass ihr die Gefahr unwichtig erscheint. Der Roman hat viele hochkarätig emotionale Stellen.
Und die Lösung der dramatischen Geschichte?
„Der einzige Weg hieß Verzeihen, vor allem sich selbst.“(S.404) Ein bewegendes, aber versöhnliches Ende. Agnes und Lily finden wieder zueinander und darüber bin ich sehr froh. Ein wunderbares bewegendes Buch, das ich gerne weiterempfehle.
Bewertung
5/5
05.06.2023
Buch (Taschenbuch)
Freundschaft über den Krieg hinaus
Agnes und Lily sind die allerbesten Freundinnen, doch als die Juden aus ihrem Heimatort deportiert werden, werden sie aus brutalste Weise auseinandergerissen. Hier beginnt eine brutale Reise für die kleine Lily. Sie wird mit ihrer Familie nach Gurs in Frankreich deportiert, dort wird sie zum Glück von der Résistance gerettet. Ihre Eltern werden leider nicht überleben. In Beauvallon kann sie wenigstens ein bisschen Frieden j d Kindheit nachholen, doch natürlich bleiben die Traumata bestehen. Agnes dagegen arbeitet sich als Radiomoderatorin hoch und wird auf die Schule in Beauvallon angesetzt. Auf diese Art findet sie ihre alte Freundin.
eine tolle Erzählung auf wahren Begebenheiten, die mich so sehr in ihren Bann gezogen hat! Ich fand es toll, wie wir mit Agnes auf die Reise gegangen sind und die alte Freundschaft wieder gefunden haben. Die Perspektivwechsel waren richtig gut eingesetzt und haben die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt was den ganzen mehr Tiefe gab. Höchst informativ und mitreißend, eine absolute Empfehlung.
Martina Suhr
aus Salem
5/5
02.06.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein Highlight
Dass Bettina Storks schreiben kann, hat sie schon in vielen Romanen bewiesen, auch das Feingefühl, mit dem sie sich Themen nähert und Geschichten zum Leben erweckt, ist in jedem einzelnen ihrer Bücher deutlich zu spüren. Dennoch gelingt es ihr, mit jedem ihrer Werke, einen noch tiefer zu berühren. Vielleicht ist es dem besonderen Thema geschuldet, vielleicht ihrem Talent, mit Worten Emotionen zu wecken. Egal wie, der Roman ging mir unter die Haut und hat mich auf unterschiedlichste Weise bewegt, sogar ein paar Tränchen hat er mir entlockt.
Auf zwei Zeitebenen erzählen uns drei unglaublich starke Frauen, wie sie eines der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte erlebt haben. Es ist unfassbar, wie viel Leid in diesen Jahren entstand, wie viel manche Menschen ertragen mussten, mit welchem Hass und welcher Brutalität man gegen sie vorgegangen ist – und all das nur, weil sie den vermeintlich falschen Glauben haben?!?! Bettina Storks hat jede ihrer Protagonistinnen mit viel Fingerspitzengefühl konzipiert, was für mich von besonderer Bedeutung ist, da sie alle drei unterschiedliche Positionen einnehmen. Wir haben einmal Lily Blum, die mit ihren Eltern deportiert wurde, dann ihre Freundin Agnes, die dieses schreckliche Szenario mitbekommen hat, aber hilflos zusehen musste. Außerdem lernen wir Jolie kennen, eine junge Französin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, jüdischen Menschen zu helfen. Sie alle drei haben andere Dinge erlebt, waren unterschiedliche Gefahren ausgesetzt und letztlich war ihre Geschichte doch irgendwie miteinander verwoben. Wie nah Hoffnung und Leid manchmal liegen, wird in diesem Roman deutlich. Manches, was ich gelesen habe, hat mir den Atem geraubt, hat mich entsetzt, anderes hat mich mit Stolz erfüllt. Immer wieder schwang die Frage mit, wie hätte ich reagiert, wie hätte ich mich verhalten? Die Autorin hat sich an ein Thema gewagt, dass sehr sensibel ist und das mit viel Feingefühl angegangen werden muss – das ist ihr absolut gelungen. Auch wenn vieles fiktiv ist, so hat sie doch den Zeitgeist authentisch eingefangen und einzelne Schicksale aus der unglaublichen Maße an Leid herausgelöst. Oft zeigen sich die Gräueltaten nur in horrenden Zahlen, in Todeslisten mit Namen, doch wenn man plötzlich eine Geschichte dazu bekommt und tatsächlich Gesichter sieht, bekommt das zusätzlich Tiefe und berührt noch einmal ganz anders. Viele Fehler sind begangen worden, viel Leid wurde verursacht, welches man im Nachhinein nicht wiedergutmachen kann. Doch man darf die Augen nicht verschließen, muss sich diesem Kapitel stellen, Fehler eingestehen und muss schauen, dass so etwas nie wieder passiert. Genau diese Botschaft vermittelt dieser grandiose Roman, der definitiv eines meiner Jahreshighlights ist. Bien joué!
Bewertung
5/5
29.05.2023
Buch (Taschenbuch)
Unbedingt lesen!
Dieser Roman spielt in der Gegenwart von 1965 als die Mitte dreißigjährige Agnes, die in Freiburg als Moderatorin bei einem Radiosender arbeitet, von ihrem Chef beauftragt wird Nachforschungen anzustellen. Es geht um einen Ort namens Dieulefit, in dem zur Zeit des zweiten Weltkrieges über 1500 Flüchtlinge versteckt worden waren, überlebt haben und unter ihnen befanden sich auch jüdische Kinder, aus Südbaden. Agnes hat damals 1940 miterlebt wie ihre beste Freundin Lily abgeholt worden ist. Der Roman wechselt nun zwischen zwei der Vergangenheit ab 1940, in der die junge Lily aber auch die Menschen aus ihrem damaligen Umfeld im Fokus der Erzählung stehen, und der Gegenwart ab 1965 aus Agnes Sichtweise.
Sofort zog die Geschichte mich in ihren Bann und mein Kopfkino lief auf Hochtouren. Mir stiegen ganz häufig die Tränen in die Augen bei den vielen höchst emotionalen Szenen, die beschrieben werden. Liebe, Freundschaft, Mut sind nur einige der Begriffe, die mir in den Sinn kamen. Ich konnte mir die Menschen alle sehr gut vorstellen, mich in sie einfinden und spürte die Atmosphäre auf jeder Buchseite. Die leise Art des Erzählens lässt die Geschichte noch eindringlicher wirken. Selten habe ich eine Geschichte so vielschichtig erzählt bekommen, denn viele kleine Begegebenheiten und scheinbare Kleinigkeiten ergeben hier das große ganze Bild. Ich bin tief bewegt, berührt von diesem Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Die Autorin ist mir schon vorher ein Begriff gewesen, da einige ihrer Romane bei mir im Regal stehen und im Gedächtnis haften bleiben. Ich würde gerne mehr als fünf Sterne vergeben... . Bitte unbedingt lesen!
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5/5
24.05.2023
Buch (Taschenbuch)
Die Schule
Jüdische Kinder, die in einem kleinen Dorf in Frankreich versteckt und gerettet, werden, der Ort steht hinter ihnen. Eine Freundschaft zwischen zwei Mädchen, die durch den Krieg auseinander gerissen werden, dies wird in diesem sehr bildhaft Buch erzählt. 20 Jahre später treffen und finden Sie sich wieder, um ihre Geschichte öffentlich zu machen und die zu ehren, die sich dem Naziregime wieder setzen haben und so ihr eigenes Leben in Gefahr gebracht haben. Toll erzählt und authentisch geschildert. Empfehlung
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