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Produktbild: Hotel Silence

Hotel Silence Roman | Das einfühlsame Porträt eines Mannes, der weit reisen muss, um sich selbst zu finden

16

19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Book Tropes

Found Family + weitere

Verkaufsrang

36129

Erscheinungsdatum

21.06.2023

Verlag

Insel

Seitenzahl

208 (Printausgabe)

Dateigröße

1908 KB

Übersetzt von

Tina Flecken

Sprache

Deutsch

EAN

9783458776390

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ePUB

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  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt
  • alle Texte können angepasst werden

Book Tropes

  • Found Family
  • Slow Burn
  • Forbidden Love/Romance

Verkaufsrang

36129

Erscheinungsdatum

21.06.2023

Verlag

Insel

Seitenzahl

208 (Printausgabe)

Dateigröße

1908 KB

Übersetzt von

Tina Flecken

Sprache

Deutsch

EAN

9783458776390

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Keine GuteNachtGeschichte

Manfred Fürst aus Kirchbichl am 13.03.2024

Bewertungsnummer: 2153610

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Jónas Ebeneser (49), hat den Boden unter seinen Füssen verloren. In tiefe Depression verfallen? Bei den drei Gudruns, die ihn umgeben kein Wunder. Die eine, seine Ex, hat einst in der gemeinsamen Schlafstatt eine Kissenwand ihm gegenüber aufgebaut, seine Mutter versinkt in Demenz und mit seiner Tochter keine Kommunikation. Nur das Wie und das Wo sind noch unbestimmt. Er leiht sich vom Nachbarn dessen Flinte, kann aber nicht damit umgehen und hat keine Munition. Also ab in ein von Krieg zerstörtes Land mit seiner Bohrmaschine, die er dann bräuchte, um einen Hacken in der Decke zu montieren. Bereits früh wird klar, dass bei aller Tragik der Handlung eine Portion Komik beigemischt wurde. Nicht dass es von Bedeutung wäre, in welchem Land sich Jónas wiederfindet, tippe ich auf den Balkan, nach dem massiven NATO-Bombardements. Tote, Ruinen, Stromabschaltungen, Ausgangssperre. Das Bizarre an der Situation, dass sich Jonas Mutter zeitlebens intensiv mit dem Thema Krieg beschäftigt hat. Der Taxifahrer bringt die ersten zwei Gäste ins „Hotel Silence“, er fährt einhändig, die zweite hat er im Krieg verloren. Das Haus am Meer wird von dem Geschwistern Mai und Fifi geführt, beide hoffen auf einen touristischen Aufschwung. Kein Druck in der Dusche, roter Sand aus der Wasserleitung - für Jónas kein Problem, er repariert es. Das ist nur der Anfang. Er wird zum Synonym für Wiederaufbau und den Glauben an bessere und friedliche Zukunft. Der zweite weibliche Gast fährt ins Hinterland, sucht für eine Reportage eine Lokation, der dritte männliche Gast stellt sich später als Kriegsprofiteur heraus. Viel ausgiebiger beschäftigt sich Ólafsdóttir mit dem „Hotel Silence“ als Bauwerk, dem ein Thermalbad angeschlossen war und einer berühmten Mosaikwand, von der anscheinend nur Jónas etwas weiß und seinem „Manager“ Fifi. Dessen Schwester Mai, nur ein paar Jahre älter als seine Tochter, ohne Mann mit dem 6-jährigen traumatisierten Sohn Adam. „Sehnst du dich nicht nach der Wärme eines anderen Körpers“ (Mai). Nicht allen Leuten gefällt Jonas Aufbauarbeit, er wir überfallen und verprügelt. Doch eine Frau verarzt ihn: „Sie können Ihr Hemd wieder zuknöpfen. Schöne Blume.“ Womit wir wieder bei der Coverabbildung wären: Eine Wasserlilie, die sich Jonas vor seinem Abflug stechen ließ. Die ausgezeichnete Übersetzung, mit den vielen Zitaten von Persönlichkeiten, die ihrem Leben ein Ende gesetzt hatten, trägt zur überragenden Qualität des Romans bei. Trotz aller Düsternis und Melancholie gewinnt mit der Kraft die Hoffnung und die Magie eines Neufangs die Oberhand.

Keine GuteNachtGeschichte

Manfred Fürst aus Kirchbichl am 13.03.2024
Bewertungsnummer: 2153610
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Jónas Ebeneser (49), hat den Boden unter seinen Füssen verloren. In tiefe Depression verfallen? Bei den drei Gudruns, die ihn umgeben kein Wunder. Die eine, seine Ex, hat einst in der gemeinsamen Schlafstatt eine Kissenwand ihm gegenüber aufgebaut, seine Mutter versinkt in Demenz und mit seiner Tochter keine Kommunikation. Nur das Wie und das Wo sind noch unbestimmt. Er leiht sich vom Nachbarn dessen Flinte, kann aber nicht damit umgehen und hat keine Munition. Also ab in ein von Krieg zerstörtes Land mit seiner Bohrmaschine, die er dann bräuchte, um einen Hacken in der Decke zu montieren. Bereits früh wird klar, dass bei aller Tragik der Handlung eine Portion Komik beigemischt wurde. Nicht dass es von Bedeutung wäre, in welchem Land sich Jónas wiederfindet, tippe ich auf den Balkan, nach dem massiven NATO-Bombardements. Tote, Ruinen, Stromabschaltungen, Ausgangssperre. Das Bizarre an der Situation, dass sich Jonas Mutter zeitlebens intensiv mit dem Thema Krieg beschäftigt hat. Der Taxifahrer bringt die ersten zwei Gäste ins „Hotel Silence“, er fährt einhändig, die zweite hat er im Krieg verloren. Das Haus am Meer wird von dem Geschwistern Mai und Fifi geführt, beide hoffen auf einen touristischen Aufschwung. Kein Druck in der Dusche, roter Sand aus der Wasserleitung - für Jónas kein Problem, er repariert es. Das ist nur der Anfang. Er wird zum Synonym für Wiederaufbau und den Glauben an bessere und friedliche Zukunft. Der zweite weibliche Gast fährt ins Hinterland, sucht für eine Reportage eine Lokation, der dritte männliche Gast stellt sich später als Kriegsprofiteur heraus. Viel ausgiebiger beschäftigt sich Ólafsdóttir mit dem „Hotel Silence“ als Bauwerk, dem ein Thermalbad angeschlossen war und einer berühmten Mosaikwand, von der anscheinend nur Jónas etwas weiß und seinem „Manager“ Fifi. Dessen Schwester Mai, nur ein paar Jahre älter als seine Tochter, ohne Mann mit dem 6-jährigen traumatisierten Sohn Adam. „Sehnst du dich nicht nach der Wärme eines anderen Körpers“ (Mai). Nicht allen Leuten gefällt Jonas Aufbauarbeit, er wir überfallen und verprügelt. Doch eine Frau verarzt ihn: „Sie können Ihr Hemd wieder zuknöpfen. Schöne Blume.“ Womit wir wieder bei der Coverabbildung wären: Eine Wasserlilie, die sich Jonas vor seinem Abflug stechen ließ. Die ausgezeichnete Übersetzung, mit den vielen Zitaten von Persönlichkeiten, die ihrem Leben ein Ende gesetzt hatten, trägt zur überragenden Qualität des Romans bei. Trotz aller Düsternis und Melancholie gewinnt mit der Kraft die Hoffnung und die Magie eines Neufangs die Oberhand.

Die letzte Reise

Bewertung am 16.08.2023

Bewertungsnummer: 2001793

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Zart, melancholisch und doch voller Lebensbejahung und der Suche nach dem Sinn, voller Humor, Skurrilitäten und mit grandiosem Sprachgefühl. Ich bin begeistert! Auf dem Weg zu seiner längsten Reise begleiten wir Jonas, den Ich-Erzähler und Anti-Helden: „Eigentlich fahre ich weg. Auf eine Reise.“ Was für ein gelungener Einstieg – der Roman hat mich total gepackt und ich finde Auður Ava Ólafsdóttirs Sprache großartig – immer wieder möchte ich mir Zitate notieren und der Inhalt ist voller Überraschungen und Spannung. Die Selbstmordabsichten des Erzählers werden regelmäßig erwähnt: Er ist auf der Suche nach der passenden Gelegenheit und dem passenden Ort, da er keinen Grund mehr zu leben hat, selbst Sonnenuntergänge oder freundliche Nachbarn können nicht helfen. Stattdessen borgt er sich ein Gewehr, ihm fällt aber erstmal gar nicht auf, dass die Munition fehlt, hat ja auch noch nie geschossen. Die drei Gudruns in seinem Leben – Mutter, Frau, Tochter, die nicht die seine ist, was er aber erst im Moment der Trennung von der Mutter erfährt, haben ihn stark geprägt, besonders die Tochter liebt er sehr. „Meine Tochter braucht keinen Vater, sondern einen Freund. Meine Aufgabe ist beendet.“ Er kann keinen Sinn in seinem Leben mehr erkennen, deshalb beschäftigt er sich mit dem Gedanken an seinen eigenen Tod und plant diesen akribisch: „Ich packe für eine Leiche. (...) Keine Sonnencreme und kein Rasierapparat. Keine Kamera und kein Handy. Es wird unmöglich sein, mich zu erreichen.“ Bei der Fahrt in ein Kriegsgebiet lässt er Wesentliches zuhause, packt aber seinen Werkzeugkoffer ein, um einen Haken an die Decke zu bohren... ob er ihn vielleicht doch sinnvoller einsetzen kann? Die abstrusen, originellen Gedanken der Autorin gefallen mir ungemein und überraschen immer wieder durch ihre Simplizität und Ungewöhnlichkeit: Svanur (der eigenbrötlerische, aber sympathische Nachbar) über die besten Momente im Leben: „Das ist wie im Mutterleib zu liegen. Man ist sicher. Man muss nicht geboren werden. Man muss nicht raus.“ Immer wieder sehr komisch, ein trockener, schwarzer Humor - für mich wirkt das Buch trotz des schweren Themas nicht düster oder traurig. Die Tragik wird immer wieder durchbrochen, es ist eher skurril, etwas makaber, schräg und auch voller Sprachwitz - im Sinne der Serie "Six Feet under". Eine klare Leseempfehlung für alle, die Sinn und Freude an den Feinheiten der Sprache, Klarheit und Eleganz, an teilweise morbiden, originellen und doch so wahren Überlegen und Gedanken haben.

Die letzte Reise

Bewertung am 16.08.2023
Bewertungsnummer: 2001793
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Zart, melancholisch und doch voller Lebensbejahung und der Suche nach dem Sinn, voller Humor, Skurrilitäten und mit grandiosem Sprachgefühl. Ich bin begeistert! Auf dem Weg zu seiner längsten Reise begleiten wir Jonas, den Ich-Erzähler und Anti-Helden: „Eigentlich fahre ich weg. Auf eine Reise.“ Was für ein gelungener Einstieg – der Roman hat mich total gepackt und ich finde Auður Ava Ólafsdóttirs Sprache großartig – immer wieder möchte ich mir Zitate notieren und der Inhalt ist voller Überraschungen und Spannung. Die Selbstmordabsichten des Erzählers werden regelmäßig erwähnt: Er ist auf der Suche nach der passenden Gelegenheit und dem passenden Ort, da er keinen Grund mehr zu leben hat, selbst Sonnenuntergänge oder freundliche Nachbarn können nicht helfen. Stattdessen borgt er sich ein Gewehr, ihm fällt aber erstmal gar nicht auf, dass die Munition fehlt, hat ja auch noch nie geschossen. Die drei Gudruns in seinem Leben – Mutter, Frau, Tochter, die nicht die seine ist, was er aber erst im Moment der Trennung von der Mutter erfährt, haben ihn stark geprägt, besonders die Tochter liebt er sehr. „Meine Tochter braucht keinen Vater, sondern einen Freund. Meine Aufgabe ist beendet.“ Er kann keinen Sinn in seinem Leben mehr erkennen, deshalb beschäftigt er sich mit dem Gedanken an seinen eigenen Tod und plant diesen akribisch: „Ich packe für eine Leiche. (...) Keine Sonnencreme und kein Rasierapparat. Keine Kamera und kein Handy. Es wird unmöglich sein, mich zu erreichen.“ Bei der Fahrt in ein Kriegsgebiet lässt er Wesentliches zuhause, packt aber seinen Werkzeugkoffer ein, um einen Haken an die Decke zu bohren... ob er ihn vielleicht doch sinnvoller einsetzen kann? Die abstrusen, originellen Gedanken der Autorin gefallen mir ungemein und überraschen immer wieder durch ihre Simplizität und Ungewöhnlichkeit: Svanur (der eigenbrötlerische, aber sympathische Nachbar) über die besten Momente im Leben: „Das ist wie im Mutterleib zu liegen. Man ist sicher. Man muss nicht geboren werden. Man muss nicht raus.“ Immer wieder sehr komisch, ein trockener, schwarzer Humor - für mich wirkt das Buch trotz des schweren Themas nicht düster oder traurig. Die Tragik wird immer wieder durchbrochen, es ist eher skurril, etwas makaber, schräg und auch voller Sprachwitz - im Sinne der Serie "Six Feet under". Eine klare Leseempfehlung für alle, die Sinn und Freude an den Feinheiten der Sprache, Klarheit und Eleganz, an teilweise morbiden, originellen und doch so wahren Überlegen und Gedanken haben.

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Hotel Silence

von Auður Ava Ólafsdóttir

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