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Europa Eine persönliche Geschichte

1

36,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.04.2023

Verlag

Carl Hanser

Seitenzahl

448

Maße (L/B/H)

14,7/21,6/3,9 cm

Gewicht

658 g

Farbe

Anthrazit / Weiß

Auflage

9

Originaltitel

Homelands. A Personal History of Europe

Übersetzt von

Andreas Wirthensohn

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-27615-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.04.2023

Verlag

Carl Hanser

Seitenzahl

448

Maße (L/B/H)

14,7/21,6/3,9 cm

Gewicht

658 g

Farbe

Anthrazit / Weiß

Auflage

9

Originaltitel

Homelands. A Personal History of Europe

Übersetzt von

Andreas Wirthensohn

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-27615-4

Herstelleradresse

Carl Hanser Verlag
Vilshofener Straße 10
81679 München
DE

Email: info@hanser.de

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Inmitten einer Zeit, in der…

Claudio Cavigni aus Berlin am 16.04.2023

Bewertungsnummer: 2799283

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Inmitten einer Zeit, in der die Weltordnung durchgerüttelt wird, in der die europäischen Institutionen im Krisenmodus verharren und angesichts von illiberalen und antidemokratischen Fliehkräften in einigen europäischen Nationen sind publizistische Leuchttürme nötig. Der renommierte Historiker Timothy Garton Ash, ein Homo Europaeus, als 59. Karlspreisträger somit in einer Reihe mit Winston Churchill, Robert Schuman und Henry Kissinger, hätte mit seiner „persönlichen Geschichte“ einen großen Beitrag leisten können, mit großen historischen Lehren und Visionen für die Zukunft. Aus seinem Buch ist eine Erzählung geworden, umfangreich aber kursorisch, detailreich aber mit wenigen Neuigkeiten. Er geleitet durch die Jahre seit der Landung seines Vaters als britischer Soldat in der Normandie bis in die Gegenwart. Vielleicht sind Dichte und Fülle der Geschehnisse der Grund, dass manche historischen Ereignisse mit komplexen Folgen nur in wenigen Sätzen zusammengefasst werden. Bei vielen Passagen wären seine tieferen Gedanken, Analysen oder Interpretationen interessant gewesen; Ash könnte dies inzwischen völlig frei von politischer Verdächtigung oder der Gefahr von Inanspruchnahme durch die Falschen tun. Stattdessen reihen sich eine Vielzahl von anekdotischen Begegnungen mit Personen der Zeitgeschichten – wobei der leise Verdacht entsteht, der Autor ist nicht ganz frei von Eitelkeiten – aber auch mit einfachen Menschen, in oftmals eindrucksvollen Episoden, deren Schicksal symbolisch oder bedeutsam für die Erzählung der Geschichte Europas ist. So webt Ash einen „Kaleidoteppich“ (eine wundervolle Wortschöpfung Ashs) der Geschichte Europas. Man sieht sich aber dieses Stück Stoff an und weiß nicht, wofür es gut ist und was man nun damit machen soll. Ein Beispiel? Er bekennt sich zum Liberalismus und sieht dessen heutige Ausprägung kritisch. Er diagnostiziert ihm „Hybris“ und konstatiert, dass der Liberalismus die Hälfte der Menschen im Hinblick auf die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Situation aus dem Blick verloren habe. „Liberalismus beinhaltet Gleichheit“, und hier hätte man gerne seine Ideen und Visionen zu einem Liberalismus gelesen, der auch die untere Hälfte zu erreichen versucht. Ein großer Historiker und Autor widmet sich einem anspruchsvollen Thema, spürbar seinem Lebensthema. Aber er lässt eine Schlussfolgerung, seine Interpretation oder eine Orientierung für die Zukunft offen. Bezeichnenderweise verlegt er sein Abschlusskapitel symbolisch an den mystischen Ort des Orakels von Delphi: Ein verschwommenes Bild, benebelt von der Wucht der Erwartung. Und am Ende vielleicht sogar ein kluger Schluss.

Inmitten einer Zeit, in der…

Claudio Cavigni aus Berlin am 16.04.2023
Bewertungsnummer: 2799283
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Inmitten einer Zeit, in der die Weltordnung durchgerüttelt wird, in der die europäischen Institutionen im Krisenmodus verharren und angesichts von illiberalen und antidemokratischen Fliehkräften in einigen europäischen Nationen sind publizistische Leuchttürme nötig. Der renommierte Historiker Timothy Garton Ash, ein Homo Europaeus, als 59. Karlspreisträger somit in einer Reihe mit Winston Churchill, Robert Schuman und Henry Kissinger, hätte mit seiner „persönlichen Geschichte“ einen großen Beitrag leisten können, mit großen historischen Lehren und Visionen für die Zukunft. Aus seinem Buch ist eine Erzählung geworden, umfangreich aber kursorisch, detailreich aber mit wenigen Neuigkeiten. Er geleitet durch die Jahre seit der Landung seines Vaters als britischer Soldat in der Normandie bis in die Gegenwart. Vielleicht sind Dichte und Fülle der Geschehnisse der Grund, dass manche historischen Ereignisse mit komplexen Folgen nur in wenigen Sätzen zusammengefasst werden. Bei vielen Passagen wären seine tieferen Gedanken, Analysen oder Interpretationen interessant gewesen; Ash könnte dies inzwischen völlig frei von politischer Verdächtigung oder der Gefahr von Inanspruchnahme durch die Falschen tun. Stattdessen reihen sich eine Vielzahl von anekdotischen Begegnungen mit Personen der Zeitgeschichten – wobei der leise Verdacht entsteht, der Autor ist nicht ganz frei von Eitelkeiten – aber auch mit einfachen Menschen, in oftmals eindrucksvollen Episoden, deren Schicksal symbolisch oder bedeutsam für die Erzählung der Geschichte Europas ist. So webt Ash einen „Kaleidoteppich“ (eine wundervolle Wortschöpfung Ashs) der Geschichte Europas. Man sieht sich aber dieses Stück Stoff an und weiß nicht, wofür es gut ist und was man nun damit machen soll. Ein Beispiel? Er bekennt sich zum Liberalismus und sieht dessen heutige Ausprägung kritisch. Er diagnostiziert ihm „Hybris“ und konstatiert, dass der Liberalismus die Hälfte der Menschen im Hinblick auf die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Situation aus dem Blick verloren habe. „Liberalismus beinhaltet Gleichheit“, und hier hätte man gerne seine Ideen und Visionen zu einem Liberalismus gelesen, der auch die untere Hälfte zu erreichen versucht. Ein großer Historiker und Autor widmet sich einem anspruchsvollen Thema, spürbar seinem Lebensthema. Aber er lässt eine Schlussfolgerung, seine Interpretation oder eine Orientierung für die Zukunft offen. Bezeichnenderweise verlegt er sein Abschlusskapitel symbolisch an den mystischen Ort des Orakels von Delphi: Ein verschwommenes Bild, benebelt von der Wucht der Erwartung. Und am Ende vielleicht sogar ein kluger Schluss.

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Europa

von Timothy Garton Ash

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Meinung aus der Buchhandlung

Martin Berger

Thalia Wien – Mitte / W3

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5/5

Europa im Großen und im Kleinen

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Timothy Garton Ash erzählt die Geschichte Europas von 1945 bis in die Gegenwart, verbunden mit seinen persönlichen Erinnerungen und seiner Familie – daher beginnt seine höchst lesenswerte Reise durch unseren Kontinent im niedersächsischen Dorf Westen, hier war sein Vater als britischer Soldat am Ende des Zweiten Weltkriegs angekommen. Der Autor ist ein überzeugter Europäer, tritt für ein liberales und demokratisches Europa ein, dieses ist heute ja (wieder) in Gefahr. Timothy Garton Ash ist ein kompetenter Chronist europäischer Zeitgeschichte, hat aber auch die Größe, eigene Fehleinschätzungen und Irrtümer zuzugeben. (Siehe auch: Garton Ash, Ein Jahrhundert wird abgewählt)
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Timothy Garton Ash erzählt die Geschichte Europas von 1945 bis in die Gegenwart, verbunden mit seinen persönlichen Erinnerungen und seiner Familie – daher beginnt seine höchst lesenswerte Reise durch unseren Kontinent im niedersächsischen Dorf Westen, hier war sein Vater als britischer Soldat am Ende des Zweiten Weltkriegs angekommen. Der Autor ist ein überzeugter Europäer, tritt für ein liberales und demokratisches Europa ein, dieses ist heute ja (wieder) in Gefahr. Timothy Garton Ash ist ein kompetenter Chronist europäischer Zeitgeschichte, hat aber auch die Größe, eigene Fehleinschätzungen und Irrtümer zuzugeben. (Siehe auch: Garton Ash, Ein Jahrhundert wird abgewählt)

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