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Das Glück hat seine Zeit Roman | Booker Prize 2023 (Longlist)

5

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.06.2023

Verlag

Piper

Seitenzahl

496

Maße (L/B/H)

21,8/14,7/4,4 cm

Gewicht

608 g

Farbe

Neon Orange / Anthrazit

Auflage

1

Originaltitel

A Spell of Good Things

Übersetzt von

Simone Jakob

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-492-07146-8

Warnhinweis

Warnhinweis nicht erforderlich

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.06.2023

Verlag

Piper

Seitenzahl

496

Maße (L/B/H)

21,8/14,7/4,4 cm

Gewicht

608 g

Farbe

Neon Orange / Anthrazit

Auflage

1

Originaltitel

A Spell of Good Things

Übersetzt von

Simone Jakob

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-492-07146-8

Herstelleradresse

Piper Verlag GmbH
Georgenstr. 4
80799 München
DE

Email: info@piper.de

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Meine neue Libelingsautorin

Ann-Kathrin Speckmann am 27.07.2023

Bewertungsnummer: 1988644

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Inhalt: Es geht um zwei Personen, die nichts miteinander zu tun haben, aber deren Leben doch miteinander in Zusammenhang stehen. Wuraola ist 28, kommt aus einer wohlhabenden Familie und arbeitet als Assistenzärztin. Leider darf sie kaum operieren, da die Stromversorgung nur selten funktioniert und der Strom der Generatoren sparsam verwendet wird. Der zweite Protagonist ist Eniola, ein 16-jähriger Junge, dessen Eltern Probleme haben das Schulgeld zusammenzubekommen. Die Story: Die Story ist spannend und spitzt sich gegen Ende immer weiter zu. Die einzelnen Szenen sind sorgsam gewählt. Nach und nach gibt es kleinere und größere Zusammenhänge zwischen den beiden Geschichten, die parallel erzählt werden. Für meinen Geschmack hätten die teilweise recht langen Kapitel etwas kürzer sein können, aber so hat man Gelegenheit länger an einer Person dran zu bleiben und wird nicht ständig rausgerissen. Inhaltlich geht es um viele verschiedene Themen. Ich denke, dass alles, was im Buch vorkommt, irgendwie mit Familienzusammenhalt zusammenhängt. Da der Klappentext diesbezüglich nicht allzu viel hergibt, möchte ich nicht spoilern. Ich denke aber, dass man vorher wissen sollte, dass es unter anderem um Depression und häusliche Gewalt geht. Mit beiden Themen geht die Autorin einfühlsam um. Das bedeutet aber auch, dass man sich sehr gut in die Charaktere reinfühlen kann, wofür sich vielleicht nicht jeder gerade bereit fühlt. (Das ist keine Kritik am Buch. Nur eine Triggerwarnung für Betroffene.) Charaktere: Die Charaktere sind die große Stärke des Buches. Der Roman ist nah dran an den Charakteren. Die Kapitel sind nicht nur aus der Sicht der ProtagonistInnen geschrieben, sondern auch aus der Sicht ihrer Eltern und Schwestern und aus der Sicht einer Schneiderin, mit der beide etwas zu tun haben. Jeder Charakter ist bis ins Detail ausgearbeitet. Ihre Wünsche, Ängste und Beweggründe werden glaubhaft dargestellt. Alles greift ineinander und passt perfekt zusammen. Insbesondere die Beziehungen zwischen den Charakteren fühlt man als LeserIn zu hundert Prozent mit. Stil: Der Stil macht es möglich, dass man die Charaktere so gut versteht. Die Autorin nutzt verschiedene Stilmittel. So gibt es neben den eigentlichen subjektiven Kapiteln auch einen Tagebucheintrag. Jedes Stilmittel ist bewusst gewählt und unterstützt die Handlung oder die Charakterisierung der Charaktere. Gleichzeitig lässt sich der Text leicht lesen. Man ist einfach im Buch drin. Das einzige, was mir gefehlt hat, sind Erklärungen für die zahlreichen nigerianischen Begriffe. Diese sind kursiv gedruckt, es gibt aber leider kein Glossar. Ich habe hin und wieder nebenbei gegoogelt, aber manches ließ sich nur schwer rausfinden. Insgesamt: Ich liebe das Buch, bin aber vom Verlauf der Handlung geschockt. Ich musste das Buch mehrmals zwischendurch weglegen und eine Pause machen. Ich empfehle es zu hundert Prozent weiter. Es lohnt sich, das Buch zu lesen - sowohl wegen des Schreibstils als auch wegen des Inhalts. Man sollte aber wissen, dass es sich nicht um ein unbeschwertes Buch handelt, dass man am Strand nebenbei lesen kann.

Meine neue Libelingsautorin

Ann-Kathrin Speckmann am 27.07.2023
Bewertungsnummer: 1988644
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Inhalt: Es geht um zwei Personen, die nichts miteinander zu tun haben, aber deren Leben doch miteinander in Zusammenhang stehen. Wuraola ist 28, kommt aus einer wohlhabenden Familie und arbeitet als Assistenzärztin. Leider darf sie kaum operieren, da die Stromversorgung nur selten funktioniert und der Strom der Generatoren sparsam verwendet wird. Der zweite Protagonist ist Eniola, ein 16-jähriger Junge, dessen Eltern Probleme haben das Schulgeld zusammenzubekommen. Die Story: Die Story ist spannend und spitzt sich gegen Ende immer weiter zu. Die einzelnen Szenen sind sorgsam gewählt. Nach und nach gibt es kleinere und größere Zusammenhänge zwischen den beiden Geschichten, die parallel erzählt werden. Für meinen Geschmack hätten die teilweise recht langen Kapitel etwas kürzer sein können, aber so hat man Gelegenheit länger an einer Person dran zu bleiben und wird nicht ständig rausgerissen. Inhaltlich geht es um viele verschiedene Themen. Ich denke, dass alles, was im Buch vorkommt, irgendwie mit Familienzusammenhalt zusammenhängt. Da der Klappentext diesbezüglich nicht allzu viel hergibt, möchte ich nicht spoilern. Ich denke aber, dass man vorher wissen sollte, dass es unter anderem um Depression und häusliche Gewalt geht. Mit beiden Themen geht die Autorin einfühlsam um. Das bedeutet aber auch, dass man sich sehr gut in die Charaktere reinfühlen kann, wofür sich vielleicht nicht jeder gerade bereit fühlt. (Das ist keine Kritik am Buch. Nur eine Triggerwarnung für Betroffene.) Charaktere: Die Charaktere sind die große Stärke des Buches. Der Roman ist nah dran an den Charakteren. Die Kapitel sind nicht nur aus der Sicht der ProtagonistInnen geschrieben, sondern auch aus der Sicht ihrer Eltern und Schwestern und aus der Sicht einer Schneiderin, mit der beide etwas zu tun haben. Jeder Charakter ist bis ins Detail ausgearbeitet. Ihre Wünsche, Ängste und Beweggründe werden glaubhaft dargestellt. Alles greift ineinander und passt perfekt zusammen. Insbesondere die Beziehungen zwischen den Charakteren fühlt man als LeserIn zu hundert Prozent mit. Stil: Der Stil macht es möglich, dass man die Charaktere so gut versteht. Die Autorin nutzt verschiedene Stilmittel. So gibt es neben den eigentlichen subjektiven Kapiteln auch einen Tagebucheintrag. Jedes Stilmittel ist bewusst gewählt und unterstützt die Handlung oder die Charakterisierung der Charaktere. Gleichzeitig lässt sich der Text leicht lesen. Man ist einfach im Buch drin. Das einzige, was mir gefehlt hat, sind Erklärungen für die zahlreichen nigerianischen Begriffe. Diese sind kursiv gedruckt, es gibt aber leider kein Glossar. Ich habe hin und wieder nebenbei gegoogelt, aber manches ließ sich nur schwer rausfinden. Insgesamt: Ich liebe das Buch, bin aber vom Verlauf der Handlung geschockt. Ich musste das Buch mehrmals zwischendurch weglegen und eine Pause machen. Ich empfehle es zu hundert Prozent weiter. Es lohnt sich, das Buch zu lesen - sowohl wegen des Schreibstils als auch wegen des Inhalts. Man sollte aber wissen, dass es sich nicht um ein unbeschwertes Buch handelt, dass man am Strand nebenbei lesen kann.

Stark erzählte Gesellschaftskritik aus Nigeria

Lust_auf_literatur am 09.07.2023

Bewertungsnummer: 1976718

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Debütroman „Bleib bei mir“ von Adébáyò schlug bei mir ein wie eine Bombe, ich war gefesselt von der Erzählkraft dieser jungen Autorin aus Nigeria. Natürlich wollte ich ihren neuen Roman „Das Glück hat seine Zeit“ auch unbedingt lesen. Und auch hier lässt mich die großartige Erzählstimme von Adébáyò über die Seiten fliegen und trifft mich genau in mein Herz. Ayòbámi Adébáyò schreibt in ihrem zweiten auf deutsch erschienenen Roman wesentlich politischer und gesellschaftskritischer als noch in „Bleib bei mir“. Mit ihren Figuren thematisiert sie sehr kontrastreich die krassen Unterschiede zwischen arm und reich in diesem zerrissenen Land. Aber auch die Unterschiede zwischen Mann und Frau. Nigeria ist mit über 200 Millionen Einwohnern das bevölkerungsstärkste Land Afrikas und von großer, nicht konfliktfreier, kulturellen Vielfalt geprägt. Adébáyò schildert mit ihrem Figuren vor allem die finanziellen und gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den Menschen. Die Familie von Wuraola ist sehr privilegiert und die junge Frau ist auf dem Weg in eine glänzende Zunkunft. Sie wird bald eine Ärztin sein und ihrem Verlobten, ebenfalls aus sehr privilegiertem Haus, heiraten. Trotzdem ist Wuraola nicht frei. Strenge gesellschaftliche Normen, die für Frauen ihres Standes gelten, und die Anforderungen ihrer Mutter Yeye engen sie ein. Am anderen Ende der gesellschaftlichen Skala steht der 15-jährige Eniola. Seine Familie ist mittellos, seit sein Vater durch die Willkür des Staates seine Stelle als Lehrer verloren hat. Eine staatliche Absicherung oder soziales Netz gibt es nicht und arbeitlos zu werden ist ohne weitere berufliche Perspektive oft ein Grund für Selbstmord. Eniolas Vater fällt in eine Depression und ist nicht mehr in der Lage die Familie zu versorgen. Eine gute Schulbildung, die in Nigeria nur über kostenplichtig Privatschulen zu erhalten ist, rückt in weite Ferne. Deutlich beschreibt Adébáyò die Auswirkungen der wirtschaftlichen Not auf die Familien und übt Kritik an einem System, das seine Hilfbedürftigsten seinem Schicksal überlässt. Staatliche Willkür und politische Korruption lässt das Land ausbluten. Die Auswirkungen von starren und traditionellen Geschlechterrollen, thematisiert und kritisiert Adébáyò anhand ihrer starken weiblichen Figuren wie Wuraola und ihrer Mutter Yeye und ziehen sich durch den ganzen Roman. Beide Familien lässt Adébáyò im Laufe der Handlung aufeinandertreffen und ich ahne früh: hier hat das Glück keine Zeit… Adébáyò schafft es wieder mich mit ihrem großem Schreibtalent in den Bann ihres Romans zu ziehen. Thematisch hat mir „Bleib bei mir“ persönlich vielleicht besser gefallen, die stärkere politische Botschaft hat eindeutig „Das Glück hat seine Zeit“.

Stark erzählte Gesellschaftskritik aus Nigeria

Lust_auf_literatur am 09.07.2023
Bewertungsnummer: 1976718
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Debütroman „Bleib bei mir“ von Adébáyò schlug bei mir ein wie eine Bombe, ich war gefesselt von der Erzählkraft dieser jungen Autorin aus Nigeria. Natürlich wollte ich ihren neuen Roman „Das Glück hat seine Zeit“ auch unbedingt lesen. Und auch hier lässt mich die großartige Erzählstimme von Adébáyò über die Seiten fliegen und trifft mich genau in mein Herz. Ayòbámi Adébáyò schreibt in ihrem zweiten auf deutsch erschienenen Roman wesentlich politischer und gesellschaftskritischer als noch in „Bleib bei mir“. Mit ihren Figuren thematisiert sie sehr kontrastreich die krassen Unterschiede zwischen arm und reich in diesem zerrissenen Land. Aber auch die Unterschiede zwischen Mann und Frau. Nigeria ist mit über 200 Millionen Einwohnern das bevölkerungsstärkste Land Afrikas und von großer, nicht konfliktfreier, kulturellen Vielfalt geprägt. Adébáyò schildert mit ihrem Figuren vor allem die finanziellen und gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den Menschen. Die Familie von Wuraola ist sehr privilegiert und die junge Frau ist auf dem Weg in eine glänzende Zunkunft. Sie wird bald eine Ärztin sein und ihrem Verlobten, ebenfalls aus sehr privilegiertem Haus, heiraten. Trotzdem ist Wuraola nicht frei. Strenge gesellschaftliche Normen, die für Frauen ihres Standes gelten, und die Anforderungen ihrer Mutter Yeye engen sie ein. Am anderen Ende der gesellschaftlichen Skala steht der 15-jährige Eniola. Seine Familie ist mittellos, seit sein Vater durch die Willkür des Staates seine Stelle als Lehrer verloren hat. Eine staatliche Absicherung oder soziales Netz gibt es nicht und arbeitlos zu werden ist ohne weitere berufliche Perspektive oft ein Grund für Selbstmord. Eniolas Vater fällt in eine Depression und ist nicht mehr in der Lage die Familie zu versorgen. Eine gute Schulbildung, die in Nigeria nur über kostenplichtig Privatschulen zu erhalten ist, rückt in weite Ferne. Deutlich beschreibt Adébáyò die Auswirkungen der wirtschaftlichen Not auf die Familien und übt Kritik an einem System, das seine Hilfbedürftigsten seinem Schicksal überlässt. Staatliche Willkür und politische Korruption lässt das Land ausbluten. Die Auswirkungen von starren und traditionellen Geschlechterrollen, thematisiert und kritisiert Adébáyò anhand ihrer starken weiblichen Figuren wie Wuraola und ihrer Mutter Yeye und ziehen sich durch den ganzen Roman. Beide Familien lässt Adébáyò im Laufe der Handlung aufeinandertreffen und ich ahne früh: hier hat das Glück keine Zeit… Adébáyò schafft es wieder mich mit ihrem großem Schreibtalent in den Bann ihres Romans zu ziehen. Thematisch hat mir „Bleib bei mir“ persönlich vielleicht besser gefallen, die stärkere politische Botschaft hat eindeutig „Das Glück hat seine Zeit“.

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Das Glück hat seine Zeit

von Ayobami Adebayo

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