Siu-Man, ein Hongkonger Schulmädchen, begeht Selbstmord, indem sie sich aus einem Fenster im zwanzigsten Stockwerk stürzt. Aufgezogen wurde sie von Nga-Yee, ihrer älteren Schwester. Diese ist der festen Überzeugung, dass es irgendein falsches Spiel gegeben haben muss. Siu-Man wurde einige Zeit vor ihrem Tod Opfer eines sexuellen Übergriff s in der U-Bahn und in der Folge auf einer Online-Klatschplattform von einer anonymen Person verleumdet. Nga-Yee setzt alles daran, herauszufinden, wer es war – und wer die Schuld an Siu-Mans Tod trägt. Sie nimmt Kontakt zu einem Hacker auf, der nur als N bekannt ist. Doch der exzentrische Mann nimmt noch lange nicht jeden Auftrag an. Kann Nga-Yee ihn ausreichend für ihren Fall interessieren – und kann sie es sich leisten, wenn er Ja sagt?
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
9 Bewertungen
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
Spannendste Buch
Bewertung am 15.05.2026
Bewertungsnummer: 3138816
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich bin so erstaunt von japan. (& asiatische) Literatur. Es wird anders erzählt resp. geschrieben, vor allem Thriller wie die Zweite Schwester.
Das fesselt einen von der 1. Seite an und das Thema ist ganz originell (für Computerfans)....
Alles drin! Von Crime, Cyberthriller bis zu Gesellschaftsroman!
Bewertung am 08.07.2021
Bewertungsnummer: 1524854
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Bei Kriminalromanen haben ich einen sehr eigenwilligen Geschmack, würde ich sagen. Es ist selten klassisch oder Mainstream und so bin ich auf den Krimi von Chan Ho-Kei gestoßen.
Bei dem Buch handelt es sich um einen Mix aus Detektivstory, Cyberthriller und Gesellschaftsroman.
Der chinesische Autor erzählt zunächst die Geschichte einer Familie, die vom Unglück gezeichnet ist und deren Kinder, zwei Töchter, früh zu Vollwaisen werden. Dabei gibt es viele Andeutungen zu Problemen in der Gesellschaft und das behält der Autor auch im Laufe des Buches bei. Was bedeutet, dass man schnell einen Blick für das derzeitige Hong Kong bekommt, wo der Roman spielt.
An der Stelle haben wir den Gesellschaftsroman über China und weiter geht es mit dem detektivischen Teil: Siu-Man beginnt Selbstmord zu Beginn des Buches und ihre Schwester Nga-Yee ist sich sicher, dass mehr hinter der Sache steckt und möchte Ermittlungen in die Wege leiten.
Ohne Beweise natürlich schwer, daher engagiert sie den Hacker N. So kommen wir zum Cyberthriller und einem sehr eigenwilligen “Helden”. Ein exzentrischer Einsiedler, der nur einen Fall annimmt, wenn er interessant genug ist. Und siehe da, er nimmt ihn an… und es stellt sich die Frage, was ist an einem vermutlichen Selbstmord so interessant?
Der Roman ist mit seinen fast 600 Seiten wahrlich nicht schlank und als ich es in den Händen hielt, hatte mich die Wucht zunächst auf Abstand gehalten. Als ich jedoch die ersten paar Kapitel gelesen hatte, war ich so tief in der Geschichte drinnen, dass die Seiten sich von selbst haben blättern lassen. Und auch wenn ich es mal zur Seite gelegt hatte, so musste ich immer wieder an die Charaktere denken. Ich wollte wissen, was das Geheimnis ist.
Der Clou an der Sache ist, immer wenn ich dachte “Ich weiß es, es ist so offensichtlich was hier passiert.”, kam eine Wendung. Immer wieder. Und wieder.
Daher packt einen das Buch, trotz vielen Seiten, unaufhörlich und kaum hat man sich versehen, ist man am Ende und hofft, dass der Autor doch bitte ein weiteres Buch über dieses Traumpaar schreibt.
Sprachlich gesehen ist der Kriminalroman hier ein Volltreffer (Übersetzerin: Sabine Längsfeld), da es leicht zu lesen ist, trotz allem ein gewisses Niveau zeigt und die Exkurse in die Cyberkriminalität waren interessant. Wobei ich da nicht immer sehr aufmerksam mitgelesen hatte. An sich waren sie sehr zugänglich geschrieben, der Autor gab sich viel Mühe, bzw. Ermittler N gab sich viel Mühe der unbedarften Nga-Yee, die Dinge zu erklären, die er tut. Mich interessierte das jedoch nur bis zu einen gewissen Grad. Womöglich könnte ich den Buch einen Punkt abziehen, weil die Erklärungen teilweise tief, aber das kann jemand anderen erst recht gefallen.
Neben der wendungsreichen Geschichte, waren die Charaktere ebenso aufregend, besonders unser zynischer Ermittler N. Ich konnte ihn mir schon nach wenigen Beschreibungen und Dialogen ganz genau vorstellen.
Der Autor zeichnet seine Figuren nämlich sehr treffend, sodass sich bei mir schnell ein Kopfkino abspielte. Es tauchen noch zahlreiche weitere Personen im Laufe der Handlung auf, die ebenso gut dargestellt werden und mit jeder Seite fühlt sich die Tragweite von Siu-Mans Selbstmord oder Mord?
Der Kriminalroman von Ho-Kei kommt auf jeden Fall zu meinen TOP 10 Büchern aus dem Jahr 2021 und ich freue mich schon auf weitere Bücher von ihm. Seinen anderen Roman “Das Auge von Hong Kong” habe ich schon bestellt!
Eine aufregende Detektivgeschichte mit modernen Hacker-Szenario aus dem lebendigen und dich besiedelten Hongkong. Ein eigenbrötlerischer Ermittler mit unglaublichen Fähigkeiten und eine Frau, die mit Technik wenig am Hut, aber das Herz am rechten Fleck und ihn ergänzt!
Gemixt wird alles mit einer guten Portion kritischen Gesellschaftsblick auf Hongkong, modernen Themen, Problemen und Ironie! Ein richtiger Genuss!
Meinung aus der Buchhandlung
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
„Ich bin deine Waffe. Ich bin dein Messer.“ Nga-Yee sinnt auf Vergeltung.
Nach dem tragischen Tod ihrer Eltern binnen weniger Jahre bleibt ihr nurmehr die fragile Beziehung zu ihrer jüngeren Schwester Siu-Man, die Opfer eines sexuellen Übergriffes in der Hong Konger U-Bahn wurde. Doch auch nach dem Prozess endete ihr Leid nicht, da sie in den sozialen Netzwerken als Lügnerin hingestellt wurde, was eine ganze Flut digitalen Hasses nach sich zog. Mit dem Resultat eröffnet der Roman: Nga-Yee kommt eines Tages heim als vor ihrem Haus eine Menschentraube um einen leblosen Körper steht – ihre Schwester hat sich aus dem 20. Stock gestürzt.
Chan Ho-Kei erzählt in seinem zweiten ins Deutsche übersetzten Roman von Schande, Schuld und Rache, den psychologischen Mechanismen des Internets und wie durch Manipulation und gezielte Verdrehung der Realität „Wahrheiten“ geschaffen werden, die ganze Menschenmassen dazu führen, das Leben eines Einzelnen ins Unglück zu stürzen. Die Protagonistin wendet sich in ihrem unbedingten Wunsch danach herauszufinden, wer ihre Schwester in den Selbstmord getrieben hat, an die zweite Hauptfigur mit dem kryptischen Namen N. Er ist seines Zeichens eine Mischung aus Lisbeth Salander und Sherlock Holmes – genialer Hacker mit untrüglichem analytischen Verstand und zugleich einer emotionalen Kälte und moralischen Gleichgültigkeit.
Die Geschichte verwebt Themen und Handlungsstränge aus der digitalen mit der realen Welt: Cybermobbing, Online-Klatschplattformen und die scheinbare Unbestechlichkeit publizierter Nachrichten auf der einen Seite, Konflikte und Abhängigkeiten innerhalb der Schule, der wirtschaftliche Druck auf alleinstehende Frauen und Mütter sowie der persönlich empfundene Schmerz eines vom Schicksal gebeutelten jungen Menschen auf der anderen Seite.
Wichtig: Wer tatsächlich gar nichts für moderne Technologien, Hacking und soziale Netzwerke übrig hat, sollte trotz aller Spannung vielleicht doch lieber zu Ho-Keis Vorgänger „Das Auge von Hong Kong“ greifen, da in seinem neuen Roman doch ein starker Fokus darauf gelegt wird. Neugier für diese Welt reicht jedoch vollends aus, da Nga-Yee selbst vollkommen ohne Vorkenntnisse auf diesem Gebiet ist und von N in allen notwendigen Hintergründen unterrichtet wird.
Ein kurzweiliger, fintenreicher Roman, angesiedelt irgendwo zwischen Tech-Krimi und psychologischem Drama.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.