Zwei Freunde: Einer von ihnen hat ein Geheimnis, der andere lebt eine Lüge. So beginnen sie ihre Reise auf dem Weg zurück zu sich selbst und zueinander - 184 Meilen entlang der Themse. Eine Reise, die die bittersüßen Höhen und Tiefen des Lebens widerspiegelt und die man nicht so schnell vergisst.
Theo lebt im Gartenschuppen seiner Eltern, wo er ein gebrochenes Herz und ein verletztes Ego pflegt, überzeugt, das Leben könne nicht noch schlimmer werden - bis er, ausgerechnet an seinem 30. Geburtstag, zur Zwangsräumung aufgefordert wird. Tiefpunkt. Doch ein Neubeginn steht schon vor der Tür: sein Jugendfreund Joel, der ihn an ein Versprechen erinnert. Eine Wanderung auf dem Themsepfad, 184 Meilen, nur sie beide.
Joel scheint das Erwachsenwerden mustergültig gemeistert zu haben. Er schreibt erfolgreich Comedy-Shows und ist noch mit seiner Jugendliebe Amber zusammen. Doch nach einer fatalen Diagnose bricht alles um ihn herum auseinander. Aus dem Bedürfnis nach Wiedergutmachung beschließt Joel, sich mit seinem besten Freund Theo zu versöhnen. Nur dass Theo seit dreizehn Jahren nicht mit ihm gesprochen hat, seit dem furchtbaren Unfall ...
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Hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt
Emma Zecka am 11.04.2023
Bewertungsnummer: 1919780
Bewertet: Hörbuch-Download
Wir lernen Theo kennen. Einen jungen Mann, der von seinen Eltern vor die Tür gesetzt wird. Seine Eltern wünschen sich, dass er wieder hinaus in die Welt geht und nicht den Rest seines Lebens in der Gartenhütte vor sich hin lebt. Theo ist das natürlich alles andere als recht. Eine Hauptfigur, die sich gegen den Ruf des Abenteuers wehrt. Als an Theos Geburtstag dann auch noch Joel, ein alter Schulfreund, auftaucht, mit dem er sich zerstritten hat, scheint es genug Konfliktpotenzial zu geben. Leider hat sich die Handlung anders entwickelt.
Die größte Schwäche von Theo und Joel besteht darin, dass beide nicht in der Lage sind, über ihre Gefühle zu reden. Das und die Tatsache, dass beide dem jeweils anderem wichtige Dinge verheimlichen, sorgt für eine Reihe Missverständnisse und damit verbundenen Streitereien. Im Vordergrund steht vor allem die Vergangenheit der beiden, die nicht durch klassische Rückblenden erzählt wird. Es ist mehr so, dass die Figuren die Vergangenheit zusammenfassen. Lange habe ich nicht verstanden, warum sich Richard Roper diesem Stilmittel bedient. Als ich dann aber gelesen habe, dass der Originaltitel When we were young war, wurde mir einiges klar: Der Originaltitel impliziert, dass vor allem die Aufarbeitung der Freundschaft im Vordergrund steht. Genau das ist auch das zentrale Thema der Handlung.
Der deutschsprachige Titel Zwei auf einem Weg ist hier leider sehr irreführend und hat bei mir völlig falsche Erwartungen geweckt. Ich rechnete damit, dass wir die Geschichte zweier Männer kennenlernen, die gemeinsam einen Weg laufen und sich dabei weiterentwickeln. Leider traf das nur zum Teil zu.
Das Hörbuch wurde ungekürzt und ausschließlich als Download im Argon Verlag produziert. Da die Handlung aus zwei Perspektiven erzählt wird, wurde das Hörbuch auch mit zwei Personen besetzt.
Marian Funk schlüpft in die Rolle von Theo. Er hat eine helle Stimmfarbe, was dafür sorgt, dass er noch recht jung klingt. Ich kann ihn mir auch gut als Sprecher von Jugendhörbüchern vorstellen. Seine Betonung der Handlung hat mich sehr beeindruckt. Seine Interpretation macht deutlich, in welcher ausweglosen Situation Theo steckt. Er sieht sich an einer Sackgasse und schafft es nicht, wieder ins Leben zu starten.
Denis Moschitto liest Joels Perspektive. Er hat eine dünnere und tiefere Stimmfarbe. Seine Interpretation zeichnet sich dadurch aus, dass er leiser liest. Es ist aber kein leise in Bezug auf die Lautstärke, sondern eher ein nach innen lesen. Das sorgt dafür, dass Joels Charaktereigenschaften gut zur Geltung kamen. An sich hat mir Denis Moschittos Interpretation gut gefallen. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass Marian Funk aufgrund seiner Interpretation mehr von sich zeigen konnte. Denis Moschittos Interpretation hatte zwar das interessante Element des leisen Lesens, aber mir fehlte hier die Entwicklung.
Dennoch: Es ist jammern auf sehr hohem Niveau. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, war inhaltlich mit dabei und bin nicht abgeschweift, wie es immer wieder bei Hörbüchern vorkommt, deren Gestaltung mich nicht überzeugen kann.
Ein Buch über die Freundschaft und das Erwachsen-werden
Bewertung aus Oberursel am 06.08.2022
Bewertungsnummer: 1762032
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Theo ist 30 und wohnt seit 2 Jahren im Gartenschuppen seiner Eltern. Just bevor die elterliche Räumungsklage kommt, erscheint sein alter Schulfreund Joel an der Tür. Joel ist alles, was Theo nicht ist: erfolgreicher Comedy Schreiber, gut situiert, in liebevoller Langzeitbeziehung lebend, mit Häuschen im noblen Londoner Hampstead. Seit 13 Jahren haben Joel und Theo nicht mehr miteinander gesprochen, seit einem schrecklichen Unfall, der Theos jüngere Schwester querschnittsgelähmt zurückgelassen hat….
Und nun erinnert Joel Theo an ein altes Versprechen, das die beiden sich im Teenageralter gegeben haben: mit 30 – also sozusagen als steinalte Greise – wollten sie den Themsepfad gemeinsam wandern. Der Themsepfad ist 184 Meilen lang, ein Fernwanderweg, der von der Themsequelle in Kemble in Gloucestershire, der Heimatstadt der beiden, bis nach London führt.
Theo hat eigentlich keinerlei Interesse an dieser Wanderung, aber er hat das Gefühl, etwas wieder gut machen zu müssen, und außerdem hat er sowieso ansonsten nichts wirklich Wichtiges zu tun, und erscheint am verabredeten Treffpunkt. Und so beginnt eine sehr denkwürdige Reise, bei der die beiden ihre Freundschaft Revue passieren lassen – und auch all die Dinge, die sie damals auseinanderdriften ließen.
Und beide haben auf dieser Wanderung so einiges neueren Datums zu verarbeiten. Joel leidet an einer tödlichen Krankheit, über die er mit niemanden sprechen kann, und Theo muss sein Leben wieder auf die Reihe kriegen. Der Klappentext sagt: „So beginnen sie ihre Reise entlang der Themse und auf dem Weg zurück zu sich selbst und zueinander.“
Im original heißt das Buch „When We Were Young“, und ich finde den englischen Titel irgendwie passender: vieles dreht sich um die Vergangenheit, die die beiden Männer wieder aufleben lassen. Um die guten und die weniger guten Dinge, die uns schließlich zu dem haben werden lassen, der wir sind.
Mir hat der Roman ausnahmslos gut gefallen. Richard Roper schreibt echt witzig, ich mag seinen Humor, ich hatte oft ein Grinsen im Gesicht, und trotz der eigentlich ernsten Thematik war das nie flapsig, sondern einfach echt. Echt liebevoll. Echt lustig. Echte Freundschaft.
Zusätzlich liebe ich das Wandern – also vom Setting her war das sowieso ein Buch für mich. Den Themsepfad werde ich mir mal merken. Es scheint zwar nicht der Spektakulärste aller Trails zu sein, aber muss wohl landschaftlich sehr reizvoll sein (ich musste es googeln; und diverse Hikingapps empfehlen den Weg ebenfalls). Also, das war jetzt ein persönliches Plus für mich; dieser Roman ist kein Wander- oder Pilgerroman, aber wer Affinität zum Wandern hat, wird das Buch zusätzlich mögen.
Ja, es geht um die großen Themen des Lebens: Freundschaft, Familie, Liebe, das Erwachsenwerden, geplatzte Erwartungen und Träume, das volle Programm. Mich hat es völlig abgeholt. Ich habe mit den Protagonisten mitgefiebert und gelitten, und habe sie sehr gerne auf ihrem Weg begleitet. Das Buch regt zum Nachdenken an, und zaubert einem dann wieder ein Lachen ins Gesicht. Große Klasse, ich fands toll!
……Bloß das Titelbild hat es mit gar nicht angetan. Wenn ich nicht schon den Erstling des Autors „Das Beste kommt noch“ gefeiert hätte, wäre dieser Titel an mir vorbei gegangen. Also: Bitte nicht von dem eher drögen Cover abhalten lassen . Dieser Roman lohnt sich!!!
Meinung aus der Buchhandlung
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Schon zu Beginn ahnt man, es wird etwas Trauriges geschehen, die Melancholie schwingt mit, wird aber so großartig und witzig begleitet, mit toll beschriebenen Charakteren und Begebenheiten, dass es zu einem schönen, wertvollen und bereichernden Lesegenuss wird.
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Eine Freundschaft aus den Jugendtagen, die zerbrach. Ein Unfall, der alles veränderte. Es ist leichter zu fallen, als wieder aufzustehen. Ein langer Weg liegt vor Joel und Theo, auf dem Themse-weg, Jahre später, zuerst zu Fuß und dann per Rad. Zwei Männer, eine Freundschaft, ein Schicksal, das wieder alles verändert. Eine tragische Geschichte, die für Joel keinen Sinn ergibt, Wut, Zorn. Die Geschichte lässt einen nachdenken. Ein sehr gutes Buch.
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