Von Abschieden und vergangener Liebe.Nach dem Erfolg von »Meter pro Sekunde« erscheint nun das sprühende Debüt der erfolgreichsten dänischen Schriftstellerin unserer Tage. Witzig und warm schreibt Pilgaard über Liebe, Familie und das Alleinsein. Und darüber, wie wir uns doch mit Worten umsorgen.Nachdem die Ich-Erzählerin von ihrer langjährigen Freundin verlassen wird, muss sie zurück zu ihrem Vater ziehen, einem Pfarrer und Pink-Floyd-Fan. Während sie auf ebenso komische wie verzweifelte Art versucht, ihre Ex zurückzugewinnen, wird sie von Freunden und Familie mit Ratschlägen traktiert. Vor allem ihre Mutter bedrängt sie mit zweifelhaften Lebensweisheiten. Doch allmählich lernt sie, zu trauern, ihre inneren Widersprüche zu akzeptieren, laut, betrunken und auf ihre eigene Art weise zu sein. - Ein Roman voller Energie und Eleganz, von Hinrich Schmidt-Henkel aufs Treffendste übersetzt.»Meine Mutter sagt« ist ein moderner Roman über unsere Vereinzelung. Er handelt vom Aneinander-Vorbeisprechen, vom Alleinsein durch Missverständnisse, von Abschieden und vergangener Liebe - und vom Vermögen, sich doch durch Sprache zu erklären.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
13.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Seepferdchenmonologe
Ich finde das Cover interessant, der plakative Hintergrund und das schmale Bild sind irgendwie ansprechend für mich, der Titel hat mich neugierig auf die Handlung gemacht und das Seepferdchen hat in der Handlung eine tiefe Bedeutung, ich finde das Cover gut gelungen. Die Haptik des Hardcover Buches gefällt mir.
Wir lernen die Hauptcharakterin kennen, sie erzählt aus der "Ich-Perspektive" was mir persönlich gut gefällt, sie wurde von ihrer Freundin verlassen, daher zieht sie zurück zu ihrem Vater und dessen neuer Partnerin. Ihre Mutter spielt in der gesamte Handlung eine entscheidene Rollte und man kann die Gedanken und das Verhalten der "Ich-Erzählerin" gut nachvollziehen. Die Mutter ist der negative Mittelpunkt, sie erklärt ihre Meinung deutlich und schonungslos. Die Seepferdchenmonologe haben mir besonders gut gefallen, es war für mich eine ganz neue Erfahrung und ich fand sie sehr intensiv und emotional und gerade an diese Seepferdchenmonologe musste ich noch lange denken.
Die gesamte Geschichte hat mir sehr gut gefallen, sie war interessant, zynisch und selbstkritisch. Ich selber habe mich an einigen Stellen wiedergefunden, die Beschreibungen waren detailliert und interessant beschrieben, ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.
Desiree Buchwald
aus Wanne-Eickel
5/5
12.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mutter weiß es besser
Die Ich-Erzählerin wird von ihrer Freundin verlassen und zieht zurück zu ihrem Vater. Sie kommt mit der Trennung nicht klar und will sie zurück, verheddert sich jedoch im Gejammer, welches zu nichts führt und ausgiebig von ihrer Mutter kommentiert wird.
„Meine Mutter sagt“ ist mein erster Roman von Stine Pilgaard, was sich gut trifft, denn es ist auch ihr Debüt. „Meter pro Sekunde“, woran man letztes Jahr nicht vorbei kam, ist jetzt ganz weit nach oben auf meiner Wunschliste gerückt, denn ich bin sehr beeindruckt von diesem Debüt.
Sie schreibt frech, witzig, zynisch, was mich die zunächst abschreckend wirkenden Blöcke ohne Absätze und wörtliche Rede haben schnell vergessen lassen. Der Vater und die Mutter sind einmalig und es erscheint logisch, warum die Protagonistin ist wie sie ist. Zwischen die Erzählung schiebt Stine Pilgaard noch die Seepferdchenmonologe, kleine Erinnerungen, die an jeweils ein Körperteil oder Sinn geknüpft sind und die zeigen, wie bildgewaltig Literatur sein kann.
Die Entwicklung der Protagonistin ist absehbar, aber dieses Wissen stört keineswegs den Lesegenuss. Es ist eines dieser bösen Bücher, die einen zum Schmunzeln bringen, womit aber nicht geworben wurde und ich bin positiv überrascht, denn ich hatte mit etwas Schonenderem gerechnet.
Mich hat Stine Pilgaard mit ihrem Roman gewonnen, nur finde ich es immer schade, wenn Autorinnen von einem Mann übersetzt werden, aber man kann nicht alles haben.
Lesendes Federvieh
aus München
5/5
13.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spritziges Debüt mit funkelnden Sprachperlen
Nachdem ich „Meter pro Sekunde“ vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Sprache sehr gerne gelesen habe, war ich nun neugierig auf den Debütroman von Stine Pilgaard. Auch hier beweist sie bereits ihr besonderes Gespür für Sprache, sie spielt mit federleichten Sätzen und funkelnden Worten. Es war wieder eine reine Freude, sich auf diesen ungezwungen kreativen Schreibstil voll und ganz einzulassen.
Sie erzählt locker, humorvoll und warmherzig von einer jungen Frau, die das Aus ihrer langjährigen Beziehung erst begreifen und verarbeiten muss, aber auch davon, wie wichtig Halt in der Familie und Freundschaft ist, um gestärkt aus diesem Schlamassel wieder herauszukommen. Herrlich direkt und die Dinge gnadenlos auf den Punkt bringend schildert sie in den unterschiedlichsten Kapiteln alles, was für die Ich-Erzählerin in ihrer momentanen Situation wichtig ist.
Gerade bei den Szenen mit ihrer Mutter entsteht ein Feuerwerk an urkomischen Situationen, bei denen man unweigerlich schmunzeln muss, denn ganz unbekannt sind die Sprüche ihrer Mutter ja nicht. Zwischendurch lässt sie den Leser in den Seepferdchenmonologen an ihren wilde Purzelbäume schlagenden Gedanken teilhaben.
Stine Pilgaard kann es einfach! Ihre Texte sind erfrischend anders aufgebaut und wirken dadurch so herrlich lebendig. Man liest eigentlich nicht, man hört ihr gespannt zu - und das ist ein ganz anderes Wahrnehmen einer Geschichte.
fraugroliest
aus Fraunberg
5/5
13.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Stine Pilgaard ist eine literarische Umarmung!
Meine Erwartungen an Stine Pilgaards Debütroman waren relativ hoch, weil ich ihr "Meter pro Sekunde" so sehr mag. Ich wurde nicht enttäuscht.
In "Meine Mutter sagt" geht es um eine namenlose Ich-Erzählerin, die von ihrer Liebsten verlassen wird. Sie zieht zu ihrem Vater und seiner neuen Frau ins Pfarrhaus und gibt sich dort ihrem Liebeskummer hin und macht es zur absoluten Priorität ihre Ex zurückzugewinnen. Von allen Seiten hagelt es gute Ratschläge wie sie wieder zu sich selbst finden kann und weitermachen kann. Wie schon der Titel des Romans verrät, ist ihre Mutter die Königin der gut gemeinten Ratschläge. Naja... Sie meints halt gut.
Mich hat "Meine Mutter sagt" sehr abgeholt. Lähmenden Liebeskummer kennen wir alle und auch das Nichtloslassenkönnen. Stine Pilgaard schildert diese Geschichte auf so herzerwärmende Art und wie auch schon in "Meter pro Sekunde" sind die Charaktere leicht daneben und schrullig und das liebe ich. Unbedingt mehr davon!
PS: Wie schön kann eine Vater-Tochter-Beziehung geschrieben sein?
mari_liest
5/5
02.12.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
... wie das Leben so sein kann ...
„Meine Mutter ist eben aus ihrem Sommerurlaub zurückgekommen. Jetzt will sie mir eine Diashow zeigen […] Hier grillen wir am Strand, sagt meine Mutter. […] Aha, sage ich. Irgendetwas stimmt nicht, sagt meine Mutter, das kann ich dir anhören. Ich schüttele den Kopf. Eine Mutter merkt alles, sagt meine Mutter. […] Ich hasse es, wenn Menschen aus meinem Leben verschwinden, sage ich. Hass ist ein starkes Wort, sagt meine Mutter.“
Die namenlose Ich-Erzählerin wird von ihrer langjährigen Freundin verlassen und zieht zu ihrem Vater ins Pfarrhaus. Ihr Vater ist Pfarrer, eingefleischter Pink Floyd Fan und hat immer positive Gedanken, glaubt, alles wird schon gut und gibt der jungen Frau Zuspruch. Die Mutter, ein ganz anderes Kaliber Mensch. Direkt, eine Empathie-Keule, nicht fähig sich in die Gefühle und Ängste ihrer Tochter einzudenken; vermutlich auch unwillig. Auf unterschiedlichen Wegen versucht sie nun ihre Exfreundin wieder zurückzugewinnen. Ihre beste Freundin Mulle ist, quasi, der Spiegel unserer Protagonistin. Die Mutter bewirft die Tochter immer ungefragt mit ihren persönlichen Sch...ißhausparolen und Glaubenssätzen (ich hatte phasenweise Augenrollen wegen der Trulla), die Protagonistin nervt ihr Umfeld mit anderen Dingen. Genial fand ich Mulle’s Oma und den Arzt.
Die kurzen Kapitel lassen uns am Alltag der namenlosen Frau teilhaben. Unterbrochen werden diese durch ihre persönlichen „Seepferdchen-Monologe“, wo ich als Leserin verfolgen konnte, wie sie sich mit sich selbst auseinandersetzt, Erkenntnisse gewinnt, was die Situation mit ihr macht, welche Gefühle sie durchlebt.
„Wir sind eine überlebende Ein-Mann-Armeen. Wir kreisen durch die Zirkusmanege, überall hin verfolgt, von einem selbst leuchtenden Heiligenschein aus Einsamkeit.“
Warm und mit Witz schreibt Stine Pilgaard über das Alleinsein, sich allein fühlen, Familie, Freunde und andere Katastrophen. Immer verpackt in Gedanken der Protagonistin; geschrieben aus der Ich-Perspektive. Und das fand ich extrem spannend. Auch wenn ich die Mutter gerne mal geschüttelt hätte, passen alle Personen in dem Buch wie A… auf Eimer.
Ich wollte nicht, dass die Geschichte zu Ende ist. Ich habe so mitgefühlt mit ihr. Mulle ist der Burner – ich finde jede*r sollte eine Mulle haben!! Dieses Buch ist so wahr und doch so wie Ironie. Dennoch zeigt es auf, dass alles überwindbar ist und das Wunden Zeit benötigen, um zu heilen. Und dass es wichtig ist, sich mit Problemen auseinanderzusetzen, um sich weiterzuentwickeln! Und, dass es manchmal eine Sauferei benötigt, auch wenn Probleme schwimmen können. ;-)
Ich mag das Buch sehr und gebe eine Leseempfehlung! Und ich würde mit ihr und Mulle gerne auf einen Kaffee gehen.
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