Warum positives Denken uns nicht weiterbringt, Schimpfen aber schon Dieses Hörbuch ist ein Aufruf zum Widerstand gegen die Ideologie unserer Zeit: den Zwang des Glücks. Ratgeber und Duschbäder fordern uns auf, positiv zu sein. Wir sollen Scheitern als Chance begreifen und ständig unser Selbst entfalten. Doch der Terror des Positiven nervt, belastet uns alle und schwächt den Zusammenhalt: Wir betrachten Glück als Prestige und verstehen politische Probleme als persönliches Versagen. Das zeigt nicht nur die psychologische Forschung, sondern auch die Geschichte. Dagegen hilft nur Rebellion: Schimpfen ist Ausdruck gelebter Freiheit, ohne Schmerz gibt es keine Kunst, und Wut ist der Motor des Fortschritts. Denn die Welt wurde nicht von den Glücklichen verändert, sondern von den Unzufriedenen. »Die Wahrheit tut weh, darum wird Schreibers Buch Sie nicht glücklich machen. Aber es wird Sie zum Denken bringen, und das ist das Einzige, was heute zählt.« Slavoj Žižek »Beschissen drauf sein endlich wieder salonfähig machen! Das Wort ›negativ‹ endlich wieder positiv besetzen!« Shahak Shapira
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
NB
aus Bietigheim-Bissingen
5/5
22.07.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Selbstreflektion
Der Titel des Hörbuchs hatte mich neugierig gemacht und dazu bewogen es anzuhören. tatsächlich habe ich es zwei Mal gehört, da es mich beim ersten Hören total verwirrt hat. Seither war ich auch ein sehr positiv gestimmter Mensch und habe die positive Psychologie sehr befürwortet. Nach dem zweiten Anhören bin ich jetzt jedoch eher nachdenklich gestimmt und sehe viel Wahrheit in dem Gesprochenen. Müssen wir tatsächlich alles positiv sehen oder kann etwas auch einfach einmal "Sch..." sein? Geht es uns besser, wenn wir uns morgens vor dem Spiegel sagen, es wird ein richtig guter Tag und dabei wissen wir ganz genau der Tag wird Stress und viele unschöne Situationen mit sich bringen. Ich war jetzt krank und jeder kam dann, och komm du musst nur dies und jenes tun, dann geht es dir wieder besser. Äh nein, ich wollte einfach nur schlafen und mich nicht aufpäppeln, da ich überhaupt nicht die Energie dazu hatte-völliges Unverständnis schlug mir entgegen.
Es lohnt sich somit dieses stets positive Denken einmal zu hinterfragen und zuvor einfach einmal in das Hörbuch hineinzuhören. Tolle Leserin, sehr angenehm zu hören.
Pau La
5/5
23.06.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Überraschend Tiefgründig
Ulrike Kampfer liest das Hörbuch passend energisch zum Schreibstil von Juliane Marie Schreiber. Ich habe das Hörbuch in zwei Tagen durchgehört und bin sehr begeistert. Anhand des Covers hatte ich, weil ich die Autorin noch nicht kannte, garnicht mit einer so starken Aussagekraft gerechnet.
"Ich möchte lieber nicht..." will uns nicht belehren oder dem Hörer das "schöne Leben" miesmachen. Es geht vielmehr darum, die innere Kraft nicht von äusseren Umständen abhängig zu machen und das Positive nicht überzubewerten. Anhand von Studien erläutert Schreiber was Glücksgefühle mit uns Menschen machen und welche positiven Aspekte im pessimistisch sein stecken.
Letztendlich geht es um die Frage, was wir aus unserem Leben und vorallem dem Gesellschaftlichen Leben machen wollen. Wollen wir uns "einhyggeln" und permanent entgengesetzt zu unseren echten Emotionen so tun, als könnten wir alles schaffen?
Mut zur Authentizität und weniger das Bedürfnis nach wohliger Fremdbestimmung, das können einem diese Zeilen mitgeben.
Fazit: Sehr empfehlenswert!
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
08.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Aufruf zum Widerstand: Veränderung ist nur durch ein NEIN möglich
„Ich möchte lieber nicht“ von Juliane Marie Schreiber ist so ein Buch, bei dem ich sehr froh bin, dass es seinen Weg zu mir gefunden hat – für mich war es ein echtes Highlight!
Das Sachbuch setzt sich kritisch und kompromisslos mit dem zeitgenössischen Diktat der Selbstoptimierung und des „Dauerglücks“ auseinander:
„Die einzige sinnvolle Antwort auf einen Zeitgeist, der dem Terror des Positiven unterworfen ist, lautet Verweigerung. In einer Welt, in der man aus jedem Problem und jeder Krankheit etwas lernen muss, in der die exzessive Nabelschau alle in den Wahnsinn treibt, kann es nur eine richtige Haltung geben: die Haltung des nein. Nein, wir können nicht alles sein, wenn wir nur fest genug daran glauben. Und nein, nicht jeder ist seines Glückes Schmied. Es gibt viele Ungerechtigkeiten und Tragödien, für die der Einzelne nicht verantwortlich ist. Nur wer das erkennt, kann überhaupt die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern.“
Die Autorin nimmt den berühmten Satz „Ich möchte lieber nicht“ (von Herman Melvilles Figur Bartleby) als Leitmotiv für die bewusste Verweigerung einer toxischen Wohlfühlkultur.
Der „Terror des Positiven“ begegnet uns überall: Selbst Tee und Duschbäder fordern uns zu Fröhlichkeit und Selbstoptimierung auf.
„Wir leben in einer Kultur des Kommandos, die und sagt: Du musst glücklich sein! Selbst das Duschbad und der Tee im Supermarkt fordern uns getreu der Kultur des Kommandos auf, voll guter Laune spritzig in den Tag zu starten. Glück ist zum Statussymbol geworden, daher wollen wir uns selbst und allen anderen ständig unser hohes Glückprestige zeigen, am besten mit Fotos vom Traumurlaub und der Traumhochzeit. Wir wollen überall das Beste herausholen und gleichzeitig unser echtes, wahres, wirkliches Selbst finden. Mithilfe von Therapeuten und Coaches ändern wir unser “Mindset”, um jede Niederlage als Chance zu begreifen und aus jedem Schnupfen etwas zu lernen. Doch man kann in unserer spätkapitalistischen Gesellschaft nicht alles schaffen, wenn man nur genug an sich glaubt.“
Die Ideologie der „Positiven Psychologie“ suggeriert, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Politische, wirtschaftliche oder strukturelle Krisen wie Jobverlust oder Krankheit werden dadurch oft zu einem persönlichen Versagen umgedeutet.
Der Druck der Positivität erzeugt eine dreifache Belastung. Man fühlt sich schlecht, schämt sich für die negativen Gefühle und muss gleichzeitig eine künstliche Glücksfassade für das Umfeld und soziale Medien aufrechterhalten.
Die Autorin plädiert für den „depressiven Realismus“ sowie das Schimpfen. Für sie sind negative Gefühle, Wut und schonungslose Ehrlichkeit keine Schwächen, sondern gesund und realistisch. Mehr noch: Nur mit dem Mut, „Nein“ zu sagen, ist es überhaupt möglich, ungerechte gesellschaftliche Strukturen aufzubrechen.
„Wer in dieser Zeit des sozialen Zwangs, des erdrückenden Überangebots von Konsumgütern und des ewigen Stroms von Ablenkungen ein selbstbestimmtes Leben führen will, muss viel öfter “Nein” als “Ja” sagen. Denn ohne “Nein” kann es keine individuelle Freiheit geben. Nein zu sagen und sich zu verweigern ist eine grundlegende Voraussetzung für unsere menschliche Autonomie und Unabhängigkeit.
[….]
Wir brauchen viel mehr Akzeptanz für Negativität statt kuscheligen Neobiedermeier, bei dem man sich selbst Harmonie vorgaukelt, ins Private zurückzieht und einfach wartet, bis alles vorbei ist. Zum authentischen Leben gehört Negativität immer dazu. Die dunkle Seite der menschlichen Existenz ist wichtig. Sie macht uns autonom und selbstbestimmt. Die Dunkelheit bildet uns.“
„Ich möchte lieber nicht“ ist ein Buch, das mir direkt aus der Seele gesprochen hat; ich habe unendlich viele Stellen markiert und habe mich SO SEHR verstanden gefühlt!
Juliane Marie Schreiber schreibt einzigartig: Oft wirklich herrlich amüsant („Haben Sie sich auch schon etwas wegcoachen lassen, ihren Blinddarm oder ihre unpassende Meinung?“), dabei jedoch auch herzlich, mit viel Tiefgang und immer genau auf den Punkt.
„Zum Leben gehört Negativität immer dazu. Negatives ist der Motor der Geschichte. Den Fortschritt verdanken die Menschen den unzufriedenen. Ohne nein kann es keine Freiheit geben. In unserer Kultur des Ja ist das Nein eine wohltuende Entzauberung. Weil das Nein den berühmten Vorhang der Selbsttäuschung aufreißt und auch das dreckige Fenster ans Licht bringt. Und nur, wer einen unerschrockenen, klaren Blick hat, kann seine Lebenszeit selbst bestimmt nutzen, nach den eigenen Überzeugungen. In anderen Worten: Nein - oder Nichtsein.
[…]
Am besten, indem man sich dabei in aller Ruhe sagt: Ich möchte lieber nicht!“
Von mir bekommt dieses Buch 5 Sterne & eine unbedingte Leseempfehlung, denn:
„Die Welt wurde nicht von den Glücklichen verändert, sondern von den Unzufriedenen.“
Bewertung
5/5
31.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Im wahrsten Sinne des Wortes gesund....
Im wahrsten Sinne des Wortes gesund. Erst fühlt man sich in einer Sinnwelt, bei der alles zu wörtlich genommen wird. Dann ist man auf einmal voll dahinter. Gedanken, die einen seit Tagen nicht loslassen und mit denen man sich sehr viel wohler in der eigenen Haut fühlt.
Bewertung
5/5
03.09.2022
Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch bringt Sie zum Schmunzeln!
Ein Buch, das den aktuellen Zeitgeist der Menschen und ihr Umgang mit den Lebensumständen sehr treffend aufgreift.
Der ironische Schreibstil entlockt ein Lächeln und lässt den tragischen Inhalt etwas leichter erscheinen.
Tipp: Die Hörbuch Version ist sehr zu empfehlern!
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5/5
08.08.2022
Buch (Taschenbuch)
Endlich!!!
Mit viel Mut und Überzeugungskraft liefert uns Juliane Marie Schreiber ein längst überfälliges Werk gegen den Terror des Positiven.
In Zeiten von Glückstees, Selbstoptimierungswahn, Instagramnarzissmus, Hygge und Neobiedermeier plädiert die Autorin für kritisches Betrachten, anstatt glücklich lächelndem Abnicken.
Warum glücklich sein, wenn man auch interessant sein kann?
Dieses Buch hat die Gesellschaft dringend nötig!
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